Sunday, December 28, 2008

There and back again

Nach Kens Abreise bin ich noch eine Woche in LA rumgehangen um mal abzuwarten, wie er die weitere Reise plant. Da wir in the middle of nowhere gelebt haben, hat sich mein Alltag meistens auf Ausschlafen, Essen und Lesen beschränkt. Dazu hatte ich endlich einmal Zeit die Fötteli auf Facebook raufzuladen.
Da Ken dann aber beschlossen hat, vor Weihnachten die Reise wohl noch nicht wieder aufzunehmen, rief ich bei meiner Reiseversicherung an, um mir ebenfalls ein Rounttripticket LAX-ZRH-LAX zu erstatten. Das war so einfach nicht: Die erste Dame hat sich meinen Fall mal angehört um mich dann ohne eine Antwort weiterzuleiten. Die zweite Dame hat dann im Stil unseres Kanti-Mathilehrers geantwortet: "Kä Chance!" Nach erheblichen Bitten, Flehen, "aber Sii!", "das chönd si doch ned mache!" und "es isch doch Wiehnachte!" hat sie sich dann bereit erklärt, mich in die Hauptzentrale nach Basel zu verbinden. Da durfte ich mit einem Telefonbeantworter sprechen. Also sprechen ist eigentlich falsch. Ich durfte einen Code eingeben, welchen ich von irgendwoher hätte wissen sollen. Also habe ich aufgehängt und die Notfallnummer noch einmal gewählt. Darauf hatte ich Dame #1 wieder am Telefon, welcher ich meine Story noch einmal erzählt hatte. Sie hat sich an mich erinnert und mich dann wieder mit Dame #2 verbunden. Die hat sich dann tausendmal entschuldigt und mich dann mit einem Menschen in Basel verbunden (ich bin mir immer noch nicht sicher ob das jetzt eine Frau mit tiefer oder ein Mann mit hoher Stimme war). Jedenfalls hat diese Person mir dann ohne Wenn und Aber zugesagt, dass mir das Ticket erstattet wird. Sie wollte darauf, dass ich ihr alle Unterlagen einschicke, damit sie bearbeitet werden können. Auf meine Frage hin, ob das dann wirklich in einer Woche erledigt sei, meinte sie "Ja, da haben sie auch wieder recht", ich solle das Ticket einfach mal buchen um es dann nachher zurückzuerstatten. Wird ja schon irgendwie klappen...

Jedenfalls bin ich dann eine Woche vor Weihnachten nach Hause geflogen. Dort konnte mal wieder gepokert, Schwiizerdüütsch gschnurrt, feines Bier im Ausgang genossen, Kollegen getroffen, Unihockey geschaut und natürlich nicht zuletzt Weihnachten gefeiert werden.

Nach dieser turbulenten Woche bin ich dann wieder nach LA gejettet. Auf dem Hinflug durfte ja ich am Fenster sitzen neben einem Ami der etwa gleich gross war wie ich. Wie durch ein Wunder hat der etwa den ganzen Flug durchgepennt, ich habe wenn's hoch kommt vielleicht eineinhalb Stunden die Augen zugemacht.
Für den Rückflug habe ich mir aber früh genug einen Platz am Gang sichern können. Zuerst freute ich mich noch, dass mein Sitznachbar ziemlich klein gewachsen war. Dann habe ich bemerkt, dass der nette Herr leicht übergewichtig zu sein schien. Juhee, schon wieder kein Platz. Dass der Mann in der Reihe vor mir wohl den ganzen Flug voll durchgestreckt geschlafen hat, hat meiner Misere noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt. Achja, auch noch erwähnenswert: Der vordere Mann war Inder und durfte kein Kuhfleisch essen. Dreimal dürft ihr raten, für wen es als Ersten kein Hühnchen mehr hatte!

Nun bin ich total übermüdet in LA angekommen und werde mir eine Mütze Schlaf gönnen, bevor das nächste Kapitel unserer Weltreise beginnen kann.

Friday, December 12, 2008

Back in Switzerland

Offiziell wären wir eigentlich erst Ende Januar nächsten Jahres in die Schweiz zurückgekehrt. Aber aufgrund eines medizinischen Notfalls zu Hause bin ich am Dienstag, dem 9.12., in die Schweiz zurückgeflogen, wo ich sicherlich mindestens die nächsten zwei Wochen bleiben werde.
Den Umständen entsprechend werde ich später entscheiden, ob ich die Reise fortsetzen oder leider abbrechen werde.

Michael befindet sich aber noch in den Staaten und wartet solange auf weitere Updates.

Sunday, December 7, 2008

Oh Canada!

Ken:

Am Montagabend nahmen wir unsere Reise nach Vancouver in Angriff. Pünktlich um 19:00 Uhr wurden wir im Hotel abgeholt und mit einem Shuttlebus zum Flughafen chauffiert. Dort angekommen wollte ich einen Gepäckwagen holen gehen, aber irgendwie konnte ich weder den vordersten noch den hintersten von der Reihe lösen. Zuerst dachte ich, dass wieder mal meine Ärmi live in Action wäre, aber dann sah ich eine Tafel mit der Beschriftung, dass ein Gepäckwagen 3$ kosten würde. Zwar bezahlt man hier nicht 3$ für 30 Minuten Internet wie in Neuseeland, aber dafür j***len die Amis bei anderen Sachen!

Unser Flug von Hawaii nach Vancouver dauerte gut 5.5 Stunden. Wir hofften bei dieser Fluglänge natürlich, dass wir wieder ein paar gute Filme schauen könnten und dass entweder Abendessen oder Frühstück serviert werden würde. Aber unsere Wünsche wurden überhaupt nicht erfüllt! Wir bekamen weder Znacht noch Zmorge, hätten aber für 6$ (WTF?!?) Sandwiches kaufen können. Auch hätten wir für Getränke bezahlen müssen (immerhin war das Hahnenwasser gratis!). Hinzu kommt, dass sie 3$ für die Kopfhörer verlangten, da aber nur zwei Filme am Mainscreen gezeigt wurden (wobei ich den einen schon im Flug nach Neuseeland gesehen habe und den anderen mich nicht interessierte), blieb ich halt bei meinem MP3-Player und hoffte, dass wir bald wieder landeten. Und die Hostessen? Gruusig bis a Bach abe…. Danke, Air Canada!

Pünktlich um halb sechs Uhr morgens landeten wir in Vancouver. Bei der Ausweiskontrolle hatte ich wieder einmal einige Minuten länger als Michael. Grund: Die hübsche Dame bei der Kontrolle fragte mich, was ich in Vancouver mache. Ich sagte ihr, dass ich hier Sightseeing betreiben würde und als sie mich fragte, was ich hier genau anschauen wolle, wusste ich keine Antwort auf ihre Frage, da wir von Kanada keinen Lonely Planet haben. Dann wollte sie meinen Itinerary haben, etc. etc…. Ich wollte schon erwähnen, dass ich nicht „Kim Lee“ bin, liess es aber. Schlussendlich liess sie mich zum Glück trotzdem einreisen.

Wir nahmen ein Taxi und kamen um 6 Uhr morgens bei unserem Hotel an. Beim Check-in mussten wir aber feststellen, dass man gewöhnlich erst um 15:00 Uhr einchecken könne. Aber der nette Mann an der Rezeption (danke Jacob Matthews!) machte eine Ausnahme, weil er uns mochte, was auch immer das heissen mag (nei, üses Arsch tued (nonig) weh). Somit konnte wir also praktisch eine Nacht sparen (c’mon!).

Kaum hatten wir das Zimmer betreten, holten wir gleich unseren Schlaf nach, weil wir beide während des Fluges kaum schlafen konnten. Irgendwann am frühen Nachmittag sind wir dann verwacht und wollten dann das kanadische Fernsehen ein wenig bewundern. Anders als in den Staaten, wo praktisch nur Football und Basketball übertragen wird, werden hier viele NHL Matches live übertragen (ebe!). So kam es, dass wir bis zum späten Nachmittag nur TV schauten und als schon dunkel wurde, wollten wir beide nicht mehr in die Kälte (in Neuseeland hatte eine Kanadierin aus Vancouver erzählt, dass es in Vancouver um diese Jahreszeit sehr kalt wäre) und liessen uns sogar den Monster Deal von einem Pizzaservice liefern (2 „Large“ Pizzen, Chicken Wings, Blätterteig mit Käse- und Spinatfüllung). Wie in Amerika ist „Large“ auch hier eher „XXL“. Also blieb halt noch eine ganze Pizza übrig, so dass für unser Mittag- bzw. Nachtessen für den nächsten Tag schon vorgesorgt wurde. Es soll noch erwähnt werden, dass wir diesen Monster Deal auch mit „M“ Size Pizzen hätten bestellen können, aber ich wollte ehrlich gesagt L-Size Pizzen bestellen, hab aber nicht damit gerechnet, dass die wirklich so gross sind.

Am nächsten Tag wanderten wir in Downtown Vancouver herum. Wir besuchten das BC Place Stadium, das Heimstadion des Football Teams CFL BC Lions, und die GM Place Arena, das Eishockeystadion der Vancouver Canucks. Leider aber haben die Canucks in den nächsten 2 Wochen kein Heimspiel (super Timing, moll, moll…), also mussten wir uns mit dem Fanshop begnügen.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im McDonald’s, wo wir die komischten Personen sahen, besuchten wir Chinatown in Vancouver und liefen durch das East-End von Vancouver. Wir sahen praktisch nur Penn0rs und kiffende Junkies. Uns kam es wirklich so vor, als wären wir im Ghetto gelandet. Erst als wir zwei Polizisten sahen, die auf Patrouille waren, fühlten wir uns ein wenig sicherer 

Nach East-End wanderten wir weiter zu Gastown, wo alles wieder zivilisiert war. In einem Bookshop schauten wir uns den Vancouver Teil im Lonely Planet von Kanada an und mussten dabei feststellen, dass East-End als „dangerous“ markiert ist.
Weil es allmählich dunkel wurde, wollten wir nur noch das Convention Center besichtigen. Dieses wird wohl wegen der kommenden Olympischen Winterspiele gerade renoviert (super Timing^2, moll, moll…). Somit haben wir uns entschieden, nach Hause zu gehen, wo unsere kalte Pizza auf uns wartete.


Michael:

Am Donnerstag setzten wir unseren City-Walk durch Vancouver fort und liefen rund um den Stanley-Park. Von dort aus hatte man eine schoene Aussicht auf den Yachthafen, Nord Vancouver, die wartenden Tanker und Frachter in der Bucht und auf das wunderschoene Abendrot.
Auf dem Nachhauseweg entdeckten wir noch ein Japanisches All-you-can-eat-Restaurant, welches wir spaeter noch beglueckten. Die Inhaber waren zwar keine Japaner, der Fisch aber trotzdem fein und ueber den Preis konnten wir uns auch nicht beklagen.
Spaeter wollten wir noch mit vollen Baeuchen den Vancouver’schen Ausgang in Yaletown kennenlernen. Wir besuchten zuerst eine stylische Bar mit live Jazz (mit Moses himself am Bass) und durften feststellen, dass die Kanadier doch um einiges interessantere Biere brauen als die Amerikaner und die Neuseelaender. In der Bar sprach uns ploetzlich ein Barkeeper auf Deutsch an. Aufgrund seines Akzents dachten wir, dass er ein Hollaender sei, was sich aber als falsch erwies: Er war – wie die meisten in dieser Bar – Kanadier, der froh war, sein Deutsch aufzufrischen.
Als die Jazzbar um ein Uhr zu machte, begaben wir uns noch in eine Bluesbar, an welcher wir schon ein paar Mal vorbei gelaufen sind und welche uns der Barkeeper ebenfalls empfohlen hat. Lieder war der Mainact gerade im Begriff sein Set aufzuraeumen, aber der zweite folgte sogleich. Ein Quartett aus 50+-jaehrigen, entweder angetrunken oder bekifft, die Musik war nicht wirklich herausragend, aber alleweil unterhaltsam. Unterhaltsam war auch die komische Gestalt, welche hoechstwahrscheinlich die Handtasche einer anderen Besucherin stehlen wollte, sich aber nicht getraute, weil ich ihn die ganze Zeit mit meinem Denk-nicht-mal-daran-Blick angestarrt habe. Er hat es dann irgendwann aufgegeben und hat die Bar verlassen. Wir taten es ihm gleich als die Band verkuendete, dass dies nun ihr letztes Lied war.

Am letzten Tag liefen wir noch eine grosse Shoppingstrasse im Zentrum von Vancouver einmal rauf und einmal runter, fanden aber erst ganz am Schluss etwas interessantes. In einem Souvenirshop wurde ich tatsaechlich noch fuendig auf der Suche nach einem Kanadischen Fussball-Jersey. Da mir der Laden ein wenig den Eindruck einer Touristenfalle machte, handelte ich mit dem Chef (der extra vom Nachbarladen angedampft kam) sogar noch einen 20%-Rabatt aus. Immerhin...
Gross in den Ausgang wollten wir an unserem letzten Tag mal ausnahmsweise nicht, also schlugen wir uns in einem Diner noch die Baeuche voll, bevor wir unsere Siebensachen packten um am naechsten Tag nach LA aufzubrechen. Am Flughafen von Vancouver wurde Ken wie ueblich wieder gefilzt von den Amerikanischen Zollbeamten. Langsam macht es den Anschein, als wuerden die Zollbeamten auf der ganzen Welt eine Rasterfahndung anwenden. In China waren die Zoellner sehr freundlich (wider Erwartens, da wir zur Zeit der (Para)lympics einreisten, ebenso in Korea. In Japan durfte ich meine Tasche bis auf die dreckige Waesche aufmachen und sonst wurde Ken wohl an jedem Zoll eine Zeit lang angehalten. Alle Laender scheinen irgendwie Angst vor fremd-aussehenden Menschen zu haben...
Der Flug wurde zwar wieder von Air Canada organisiert, jedoch konnten wir mit United Airlines fliegen, was uns gratis Softdrinks einbrachte. Yeah!

Tuesday, December 2, 2008

Aloha Hawaii!

Wie schon im letzten Blog erwähnt, wurden wir bei der Ankunft in Honolulu vom Regen überrascht. Wir hielten dies für eine Laune der Natur und freuten uns schon auf den nächsten Tag, wo wir uns am Waikiki Beach bräunen wollten. Dieser Plan fiel dann aber buchstäblich ins Wasser. Den ganzen ersten Tag hat es aus allen Kübeln geleert, geschifft und gepisst. Zuerst mussten wir mal unser Hotel wechseln, da wir die erste Nacht in Hawai'i schon in der Schweiz gebucht hatten (wir wissen selber nicht mehr warum) und den Rest der Woche in einer billigeren Unterkunft verbringen wollten. Der Taxifahrer, welcher uns vom ersten zum zweiten Hotel gefahren hat, machte uns dann den Vorschlag, dass man so einen Tag am besten im nächsten Shopping Center verbingt, was wir dann auch getan hatten. Es war zwar nicht ganz so gross, wie wir es erwartet hatten, waren aber trotzdem den ganzen Nachmittag beschäftigt. Wir besuchten danach ein Kino (ich war wohl noch nie so oft im Kino wie in den letzten zwei Monaten), wo wir uns den neusten Bond reingezogen haben. Dort haben wir zum ersten Mal Bekannschaft mit der Amerikanischen Fresskultur gemacht: Es gab keine kleine Getränke und kleine Popcorn. Nur regular, large und family size. Getränke sind selbstverständlich free refill. Wenn man Family Size bestellt, welches eh schon unglaublich gross ist, kriegt man auch für Popcorn free refill. Wir hatten nach einer regular Portion zu zweit jedenfalls genug.
Da an diesem Tag Samstag war, gingen wir trotz Scheiss-Wetter ein wenig in den Ausgang. Dort gab es leider kein free refill für Bier (es gibt Bier auf Hawai'i!), aber billig war's trotzdem. Nebst dem Amerikanischen und Holländischen Wasser gab es sogar noch Neuseeländisches und Englisches Bier. Auch die Drinks waren nicht schlecht.

Als wir am nächsten Tag unseren Rausch ausgeschlafen und somit unser Frühstück verpasst hatten, machten wir eine kleine Walking Tour durch Honolulu. Es hat zwar inzwischen aufgehört zu regnen, es war aber trotzdem noch kein Badewetter. Nach den wenigen Sehenswürdigkeiten und einer Tour durch Downtown und Chinatown sind wir zurück zu Hotel gefahren, wo wir uns eigentlich nur parat für's Nachtessen machen wollten. Wir planten bei Tony Roma's zu essen, welchen ich von meinem San Francisco noch sehr gut in Erinnerung hatte. Wir machten aber den Fehler, den TV kurz einzuschalten: "Next: 24 - Redemption". Tony Roma's sahen wir an diesem Abend nicht mehr. Dafür eine zweistündige Echtzeit-Vorschau auf Jack Bauers siebtes Abenteuer. Huiii, wie wir uns jetzt freuen auf den Januar. :-D

Tag 3 war endlich von schönem Wetter geprägt, was wir natürlich ausnützten um unseren ersten Sonnenbrand zu holen. Wir verbrachten fast den ganzen Tag am Waikiki Beach mit sünele und bädele. Wir müssen Erich aber Recht geben: Der Waikiki Beach ist wirklich nicht grösser als das Brüggli. Dafür aber deutlich länger. ;-) Leider ist das Meer nicht sehr tief und voll von Steinen, weshalb man ziemlich weit rauslaufen muss um ein wenig bädelen zu können.
Für den nächsten Tag kauften wir uns also einen kleinen Football um ein wenig unsere 60-Yard-Touchdown-Pässe zu üben. 60 Yard weit kamen wir nicht gerade (zu viele Leute, Salzwasser, Wind, Sonneneinstrahlung, ihr wisst schon...), aber Fun hat's trotzdem gemacht. Am Abend schalteten wir den TV bewusst nicht an, damit wir endlich Zeit für Tony Roma's fanden. Nachdem ich schon die ganzen Ferien lang von Tony Roma's geschwärmt habe und ich Ken erzählt habe, dass es dort wohl die besten Burger der Welt gäbe, freute ich mich natürlich wie ein kleines Kind auf's Christkind. Ken hatte wie üblich noch seine Zweifel und da ich in den letzten sieben Jahren noch einige feine Burger gegessen hatte (speziell die DIY-Burger!) waren meine eigenen Erwartungen auch nicht gerade klein.
In unserem ersten Ami-Restaurant wollten wir natürlich gleich das volle Programm durchgehen: Zur Vorspeise gabs Potatoskins und einen grossen Salat. Das alles natürlich Ami-Style, wo gross noch das ist, was es verspricht! Die Vorpseisen hätten für einen normalen Magen wohl als Hauptspeise gereicht. Wir wollten aber mehr und freuten uns auf die Burger.
Nach dem ersten Biss waren aber alle Ängste besiegt: Tony Roma macht nach wie vor die besten Burger der Welt! Kens Gesicht hättet ihr sehen sollen nach dem ersten Biss! Fast zu Tränen gerührt, als hätte er den heiligen Gral in der Hand! Priceless...
Ich hatte danach noch nicht genug (genug hatte ich schon, aber das Essen war sooo fein) und bestellte mir noch einen Homemade Sundae. Aaaaah. So voll waren wir schon lange nicht mehr.

Am Dienstag machten wir mal einen Ausnahme zu unserem Rumhänge-Alltag und besuchten das geschichtsträchtige Pearl Harbor. Zuerst wurde uns ein Film über die Geschehnisse vor gut 70 Jahren gezeigt (wider Erwartens absolut neutral) gezeigt, danach fuhren wir zum Memorial wo die USS Arizona versenkt wurde. Da wir keine Zeit mehr für die USS Missouri hatten, wo die Kapitulation Japans unterschrieben wurde, machten wir noch einen Rundgang durch ein altes U-Boot, welcher mich überzeugt hatte, dass ich definitiv nie bei der Navy dienen werde. Höchstens um das Deck zu schrubben, wo mir keine 1.40m Türen in die Quere kommen.

Auch die nächsten Tage verbrachten wir mehrheitlich am Strand, wo wir uns noch eine Farbschicht für's kühle Kanada zulegten. Ken von gelb zu dunkelgelb und ich von Albino-weiss zu rot-braun. ;-)
Am Freitag war noch ein wenig Natur auf dem Programm: Wir besuchten den Vulkankrater von Diamond Head. Per Tunnel gelangt man ins Innere des Vulkans und gelangt dann zu Fuss an den Kraterrand, wo man eine Aussicht über weite Teile der Südküste Oahus und ins Inselinnere hatte.
Am Abend landeten wir in einer Country/Classic-Rock-Bar: Great music, great people (navy seals, cowgirls, biff tannen), great entertainment (billard, darts, blackjack, cowgirls)!

Da am Samstag wieder mal Regen angesagt war, hat es an dieser Stelle wieder mal Platz für den obligaten Big-Mac-Test:

  • Liebe: Yeah! So muss ein Big Mac aussehen! Alles da wo's hingehört, schön gestapelt, nichts fällt raus. Alles tiptop.
  • Preis: Fast so teuer wie in der Schweiz. Vielleicht ist das auch nur Hawaii-Standard.
  • Genuss: Double Yeah! That's it! So muss ein Big Mac schmecken! Schade haben wir den direkten Vergleich zum chinesischen Big Mac nicht, aber diese beiden sind sicher beide top.
  • Grösse: Obwohl in allen anderen Fastfood-Läden die Portionen viel grösser sind als sonstwo, scheint bei Ronald alles einheitlich zu sein. Also nix Riesen-Big-Mac. :-(

Die Grössen-Diskussion sei vielleicht noch ein wenig zu vertiefen. Es sei noch erwähnt, dass es hier (ausser im Mac) keine kleinen Getränke. Alles ist mindestens einen halben Liter gross. Zudem gibt es praktisch überall free Refills. So trinkt man zum Nachtessen schnell mal anderthalb Liter. Schade gibt's das beim Bier nicht. :-(

Die letzten beiden Tage verbrachten wir noch mal wie üblich am Strand, bevor wir am Montag Abend in Richtung Vancouver aufbrachen.

Sunday, November 23, 2008

Huiiii. Hier noch der Nachtrag zum Neuseeländischen Big Mac:

  • Liebe: Naja. Sieht zwar ok aus, aber nichts besonderes. Ein absolutes No-Go sind drei Gurken in einem Big Mac!
  • Geschmack: Bene. Gut gewürzt. Aber nichts besonderes.
  • Grösse: Auch ok. Etwa gleich wie in der Schweiz
  • Preis: Wie erwartet billiger als in Japan, aber teurer als in Korea und China. Für Neuseeländische Verhältnisse also ok.

Saturday, November 22, 2008

Die letzten Tage auf der südlichen Hemisphäre

In Queenstown planten wir wieder einmal einen längeren Stop ein. Das heisst ausschlafen, mal ein Bierli zwei. Wie wir von diversen Kollegen und anderen Backpackern vernommen haben, sei Queenstown eh eine Ausgangsdestination, wo was los sei. Tiptop also. Den ersten Abend verbrachten wir aber trotzdem mit Poker, da wir die Bitte von zwei netten Damen (eine Schweizerin und eine Holländerin, von welcher wir nie ganz sicher waren, ob sie jetzt 20 oder 30 war und ob das wirklich ihr Sohn war. :-) ) mitspielen zu dürfen natürlich nicht ausschlagen konnten. Wir konnten uns leider nicht auf Strippoker einigen und somit blieben wir beim altbekannten Texas Hold'em. Wiedereinmal konnte ich nichts reissen und musste die Siege Ken und Andrea überlassen. Dafür konnte ich Ken endlich mal outsucken. Gefloppte Strasse vs. Runner-Runner-Boat. Yeah!
Am ersten Tag in Queenstown machten wir einen Ausflug nach Arrowtown. Dort hat es mal einen Goldrush gegeben. Die Hauptstrasse sieht auch noch demenstprechend aus: Viele Häuser mit so Wildwest-Fassaden. Auch sehr interessant war eine uralte Chinesische Siedlung, oder was davon übriggeblieben war. Wir wollten danach noch mit dem Auto in eine Geisterstadt fahren. Da die Strecke aber nur zu Fuss oder mit einem 4WD erreichbar war, änderten wir unseren Plan und wollten stattdessen Glenorchy einen Besuch abstatten. Auf dem Weg dahin holte ich Ken ein wenig ein, indem ich einen kleinen Vogel anfuhr (jawohl! ANfuhr! Er ist noch weitergeflogen!). Wir werden diesen Hit-And-Run wohl später als Tiebreaker verwenden. :-) Glenorchy selber war nicht wirklich besonders. Wir erwarteten Sarumans Garten zu finden, haben aber nichts dergleichen gesehen.
Am Abend wollten wir dann den berüchtigten Ausgang von Queenstown auskundschaften. Dafür wollten wir uns aber zuerst etwas Boden anfressen. Den Gerüchten nach soll Fergburger die besten Burger im Land anbieten. Somit gab's keine grossen Diskussionen, wo wir was Essen wollten. Wie so üblich auf unserer Reise, war aber unser #1 Dining-Location nicht vefügbar. Ausnahmsweise ist das Lokal aber mal nicht bankrott gegangen, sondern baute um bis zwei Tage nach unserer Abreise aus Queenstown. Wir sind's uns ja inzwischen gewohnt. Wir fanden zum Glück gleich nebenan ein Mexikanisches Restaurant. Da ich in meinem Leben noch nie in einem Restaurant etwas gegessen habe, was wirklich scharf war, bestellte ich natürlich 'Chili con Carne - Extra Hot' (Diabolically Hot gab's leider nicht. :-( ). Wie ich das Essen aus Kens Sicht genossen habe, wisst ihr ja schon vom letzten Blogeintrag. Sooooo scharf war es auf den ersten Biss eigentlich gar nicht; Matthias' Jalapeños sind da einiges schärfer. Das Zeug hat sich irgendwie erst im Magen gemeldet. Es war als hätten sich das Chili im Magen bewegt und randaliert! Und jeder Biss provozierte das Chili mehr, meinen Magen auseinander zu nehmen. Erst der Jägermeister in der ersten Bar hat dann ein wenig Polizist gespielt und das Chili beruhigt. Die zweite Bar war dann grossartig. Also nicht die Bar selber, sondern die Jamsession, welche darin stattgefunden hat. Ein Gitarrist, ein Bassplayer und ein Drummer luden einfach Leute auf die Bühne ein, welche mit ihnen jammen wollten. Höhepunkt war ein Bartli, der etwa zehn Minuten lang Gitarre gespielt hat. Nach sechs Minuten wollten ihn der Bassist und der Drummer zum aufhören 'überreden', indem sie ihren Stil langsam änderten, so à la Fade-out. Aber der Bartli jammte weiter. Genial! Einen der Nachteile meiner Mohawk-Frisur musste ich in dieser Bar erfahren. Prompt wurde ich angefragt, ob ich weiss, wo's in Queenstown was zu kiffen gibt. Diese Frage wurde mir zuletzt vor ein paar Jahren gestellt, als meine Haare noch 50cm lang waren...
Nach der Jamsession gingen wir dann in eine weitere Bar, die wir zuerst eine halbe Stunde suchen mussten. Wir mussten unbedingt das 100-Bier-Menü sehen. Da unser erstes Bier aber 12 Stutz war, blieben wir nur noch wegen der hübschen, schwedischen Barkeeperin.
Für den nächsten Tag haben wir Rausch-Ausschlafen und ein klein wenig Wandern geplant. Wir sind auf den Queenstown Hill gewandert um die Aussicht über Queenstown, den See und das anliegende Skigebiet zu geniessen. Anschliessend haben wir noch das Underwater Observatory besucht (ein Raum! Wow!) und sind wiedermal früh schlafen gegangen, da wir wieder weit fahren mussten am nächsten Tag.

Unsere nächste Station war Te Anau und Fiordland, der grösste Nationalpark in Neuseeland. Wir liessen unser Gepäck gleich im Youth Hostel und machten uns auf in Richtung Milford Sound. Der Weg dahin wurde wieder einmal von einer phantastischen Landschaft begleitet. Wälder, Berge, Seen, Felswände, Wasserfälle und schlussendlich ein Fjord begleiteten uns nach Norden. Wir haben sogar noch unseren ersten Tunnel in Neuseeland gefunden (die Neuseeländer bauen ihre Strassen lieber um die Berge oder darüber als mitten durch). Milford Sound war dann wieder sehr touristisch organisiert. Viele Schiffstouren, Scenic Flights, etc. Sogar für's Wandern muss man isch im Voraus anmelden, da die Hütten voll sind! Wir haben uns aufs Fötelen beschränkt und sind dann zurückgefahren. Nach der Tunnelausfahrt machten wir kurz halt um noch ein paar Fotos von den Felswänden zu schiessen und machten gleich Bekannschaft mit den Keas. Ein Kea ist ein Neuseeländischer Papagei, welcher ein ziemlich aggressives Verhalten an den Tag legen kann. Kaum haben wir das Auto zum Stoppen gebracht, sind sie schon auf unser Dach gehüpft und haben uns begrüsst. Sie haben uns sogar aus der Hand gefressen, sich aber nicht streicheln lassen. Ich wollte einen Kea auf meinen Arm sitzen lassen, was er sich aber nicht getraut hatte. Er hat sich nur mit einem Fuss auf meinen Arm getastet und ist gleich zurückgeschritten, sobald ich mich bewegt habe. Aus Frust hat er mich dafür in den Arm gebissen. Zum Glück habe ich zuvor ein Frotteetuch um meinen Arm gelegt. Als wir dann wegfahren wollten, haben wir festgestellt, dass den Gummi auf der Beifahrertüre komplett zerbissen hatten. Der Autovermieter wird seine wahre Freude daran haben.

Weiter wollten wir nach Südosten nach Owaka fahren. Wir wählten dahin die längere, dafür umso schönere Southern Scenic Route. Der Umweg hat sich definitiv gelohnt. Unter anderem haben wir Monkey Island gesehen und den südlichsten Punkt der Südinsel, wo es so windig war, dass wir uns fast in den Wind legen konnten.
Das Youth Hostel in Okawa war wieder ein Abenteuer für sich. Es befand sich in einem umfunktionierten Spital und war somit ziemlich gross. Wir waren die einzigen Gäste im Haus und der Receptionist hat noch erwähnt, dass wir uns vor dem Geist in Acht nehmen sollten. Der Staff hat den Gästen sogar noch zwei Kickboards zur Verfügung gestellt um die grossen Distanzen im Haus bequemer zurück zu legen. Auf diesem Kickboard in diesem grossen Haus bin ich mir vorgekommen wie der kleine Bub in 'The Shining'!
Am nächsten Tag sind wir an den Strand gegangen, wo sich Seelöwen aufhalten sollten. Den ersten haben wir fast verpasst, da er geschlafen hat. Ich habe ihn erst bemerkt, als wir wenige Meter neben ihm gestanden haben. Er hat kurz die Augen geöffnet uns bemerkt und dann weiter gepennt. Wir sind also auch weiter gelaufen bis wir den zweiten schlafenden Seelöwen gesehen haben. Nach einer kurzen Begrüssung sind wir dann wieder zurückgelaufen. Dieses Mal blieb der erste Seelöwe nicht mehr so freundlich. Er hat sich plötzlich mit Löwengebrüll aufgebäumt und uns angestarrt. Wir sind also ein paar Schritte zurückgelaufen, bis er sich wieder hingelegt hatte. Wir sind dann weitergefahren bis nach Dunedin, welches sich als 'grössere Stadt' (100K Einwohner) angekündigt hat. Trotz der Grösse hat die Sports Hall of Fame um 4 geschlossen und die Bars hatten sonntags gar nicht erst geöffnet. Unser Alternativ-Programm bestand somit aus Sushi-Essen und Kino (Death Race. Ich warte immer noch auf den Film mit Jason Statham, in welchem ich mich langweile. Super Action, sexy Girls, Humor und sogar noch einigermassen Story).

Unsere letzte Station vor Christchurch war Oamaru. Dort haben wir an einem Strand herzige Pinguine gesehen, welche nur einige Meter an uns vorbei gelaufen sind. Mega herzig! :-)
Auf dem Weg nach Christchurch haben wir den krassesten Autofahrer in ganz Neuseeland getroffen. Die Neuseeländer sind zwar keine guten Autofahrer, aber fahren eher auf der sicheren Seite. Dieser war genau andersrum (siehe Kens Eintrag). Nach dieser Begegnung waren unsere Gefühle gemischt, als wir unser Auto beim Verleih wieder abgaben. Alles in allem hat das Autofahren trotz der Komplikationen (in der letzten Woche habe ich endlich gelernt, dass der Gangknüppel links ist) viel Spass gemacht. Vor allem die Passfahrten. ;-)
Christchurch war endlich wieder eine grosse Stadt, welche sich auch wie eine zeigte. Viele Restaurants, Bars, welche auch unter der Woche bis in die Nacht geöffnet haben, viele Leute, etc. Wir hatten also wieder mal Zeit für ein paar Bier. Diese haben wir zusammen mit Remo Heim genossen, welcher momentan in Christchurch verweilt und hier zur Schule geht. Mit ihm zusammen haben wir auch ein leckeres Korean BBQ genossen (inkl Soju, Kimji, etc. :-D ). Zu sehen gab es in Christchurch nicht wirklich viel, die Sehenswürdigkeiten wurden wieder durch einen city-Walk abgedeckt und die Aussicht über die Stadt gab es von einem Hügel aus, welcher uns wieder mal zu einer kleinen Wanderung verleitete. Zu erwähnen bleibt wohl noch, dass Ken es wieder nicht lassen konnte, und das lokale Casino besuchte ('es isch so juicy gsi'). Er shippte nicely ein paar Dollar nach Hause.

Nach drei Tagen in Christchurch war unser Neuseelandabenteuer zu Ende. Morgens um 4 Uhr holte uns unser Shuttle ab, welches uns zum Flughafen brachte. Dort erwartete uns eine Überraschung: Unser Flug nach Auckland wurde wegen technischen Problemen gecancelt. Da der Shuttle noch eine halbe Stunde zu früh am Ziel war, hatten wir somit drei Stunden am Flughafen, welcher nicht wirklich gross war, und am frühen Morgen hatte eh alles zu. Wenigstens war die Aussicht vom Flieger aus über Neuseeland sehr gut, so dass wir nochmals nachvollziehen konnten, welchen Weg wir mit dem Auto zurückgelegt hatten. Das Unterhaltungsprogramm im Flug nach Honolulu war wieder mal Top. (Dark Knight zum zweiten Mal: Yeah! Tropic Thunder: Für Leute, welche hirnlose Filme mit Ben Stiller mögen: Yeah, Yeah! :-) Journey to the Center of the Earth: Easy Sonntagabendfilm, ist wohl aber um Meilen besser im IMAX mit 3D-Brille. Mötley Crües neue Scheibe: Yeah, Yeah, Yeah!). Nach dem Überfliegen der Datumsgrenze und des Äquators sind wir dann endlich in Honolulu angekommen, welches uns mit einer Regenschauer begrüsste: Not so yeah...

Wednesday, November 19, 2008

It burns us!

Unsere Reise durch Neuseeland neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Offiziell wäre sie eigentlich schon am 15.11. zu Ende gewesen, aber weil wir einen Tag länger in Japan verbracht hatten auf Kosten unseres Neuseelandtrips, hatten wir uns entschlossen, unseren Aufenthalt hier um 3 Tage zu verlängern. Aber: Bis zum 22.11. haben wir entweder keine Airline nach Auckland (wo wir umsteigen müssen, um von dort aus nach Hawaii zu fliegen) oder der Flug ist bereits ausgebucht oder wir haben keinen Anschlussflug in Auckland, sodass wir eine zusätzliche Nacht in Auckland hätten verbringen müssen. Also haben wir uns geeinigt, den Flug am 22.11. ab Christchurch zu nehmen, was somit dazu führte, dass wir für unsere Reise auf der Südinsel knapp eine Woche mehr haben.

In diesem Blogeintrag berichte ich über die „Ärmi“ der Neuseeländer, einige davon haben wir in den vorherigen Einträgen schon kurz erwähnt. Wir müssen jedoch auch zugeben, dass diese neuseeländische Ärmi Einfluss auf uns hatte, die Highlights sind:

  • Michael hat es fertig gebracht, uns 2mal im Youth Hostel auszuschliessen, weil er den Schlüssel im Zimmer vergessen hatte und die Türe automatisch geschlossen wurde. In Queenstown geschah dies fast ein 3. Mal, als wir in den Ausgang gingen und wir zum Glück knapp vor 22 Uhr noch bemerkten, dass wir den Zugangscode für den Haupteingang gar nicht dabei hatten (die Haupteingangstüre wird um 22 Uhr geschlossen).
  • Bevor wir Nelson verliessen, gingen wir in einen Supermarkt, um Lippenpomade für Michael zu kaufen. Ich wartete im Auto auf Michael und sah, wie er zum Abfalleimer lief als er aus dem Supermarkt kam. Als er dann ins Auto einsteigen wollte, fragte er mich, ob ich einen Plastiksack dabei habe. Ich wunderte mich, wieso er diesen brauche, worauf er antwortete: „Ich han dä Deckel vo dä Pomade in Güsel grüehrt!“ :)
  • In Queenstown sind wir vor unserer Pubtour in einem mexikanischen Restaurant essen gegangen. Wieder einmal musste Michael seine Selbstüberschätzung unter Beweis stellen, indem er nicht nur das spicy Chilli Con Carne, sondern das extreme spicy Menü bestellte (wir haben dort übrigens gelernt, dass man Chilli im Englischen entweder mit einem oder mit zwei L’s schreiben kann), weil er in den Restaurants bisher noch nie was Scharfes bekommen hatte. Aber bekannterweise ist irgendwann das erste Mal: Als ich mit meiner Portion fertig war, hatte Michael noch nicht einmal die Hälfte durch und schwitzte schon wie ein Tier (jeder weiss, dass ich sehr langsam esse). Ich konnte uns sogar noch den Zugangscode fürs Youth Hostel besorgen (siehe oben) und erst als ich nach gut 15 Minuten zurückkam, war Gubsi mit seiner Portion endlich durch. Erstaunlicherweise hatte er doch alles aufgegessen, aber er fing an zu jammern, dass es seinem Magen nicht gut gehe und dass er ins Youth Hostel zurück wolle, um ein wenig im Bett zu liegen. Zudem prophezeite er, dass er in dieser Nacht ziemlich sicher kotzen müsse, wenn wir von Pub zu Pub gehen würden :) Ich konnte ihn zum Glück noch überreden, nicht ins Youth Hostel zurückkehren, weil wir sonst garantiert nicht mehr in den Ausgang gegangen wären („Wer scharf ässe mag, mag au suufe!?!?“). Das Kotzen blieb (leider) aus, aber die WC-Sitzung am nächsten Morgen lässt sich am besten mit „It burns us!“ (Gollum in Lord of the Rings) beschreiben. Lustigerweise brannte es nicht von Anfang an. Ich bemerkte am Morgen nur, wie Michael blitzartig zum Klo rannte und nach seinen eigenen Aussagen fragte er sich beim ersten Gegel selbst, wo seine Blähungen blieben. Ein paar Sekunden später aber kamen sie ;-) („und, hesch gschwitzt bim Gegle?“ :))
  • In Twizel sind wir in einem lokalen Restaurant mit einem Take-Away Stand essen gegangen (dort gab’s ein Snizel in Twizel von Frit...). Da wir beide wirklich gar keinen Bock auf Fish & Chips hatten (ja, wir haben diesen Fast Food langsam satt; ich hab nie gedacht, dass ich dies in Neuseeland, oder besser gesagt jemals sagen würde!), wollten wir ein richtiges Menü bestellen, nachdem wir gesehen hatten, dass einige Gäste eine anständige Mahlzeit zu sich nahmen. Ich schnappte mir eine Karte auf einem Tisch und schaute mir die Preise an, weil wir mit unserem Budget nicht jeden Tag ein Entrecote essen können. Ich ging die Preise durch und bemerkte, dass alles zwischen 30$ bis 70$ schwankte. Ich teilte Gubsi mit, dass die Menüs wohl zu teuer für uns wären und legte die Karte wieder zurück auf den Tisch. Bevor Gubsi jedoch etwas sagen konnte, ist mir selber aufgefallen, dass ich die Weinkarte angeschaut hatte :)
  • Total hab ich 3 Spatzen angefahren, welche auf der Stelle starben (den 3. Spatz hab ich auf dem Weg nach Catlins fast überrollt). Zu meiner Verteidigung muss ich jedoch erwähnen, dass ich praktisch bei allen 3 Fällen weder ausweichen noch eine Vollbremse machen konnte. Immerhin hat Michael auch keine reine Weste, da er einen Spatz am Flügel gestreift hatte. Ich bin mir sicher, dass dieser kleine Vogel nicht mehr fliegen konnte und somit einen qualvollen Tod erleiden musste, sei es wegen Schmerzen oder weil er von einem anderen Tier aufgefressen wurde. Was ist also schlimmer: Der sofortige Tod oder Tod durch Leiden?

Über die Neuseeländer muss folgendes gesagt werden:

  • Fahrkünste: Michael hat in seinem letzten Blogeintrag schon erwähnt gehabt, dass die Neuseeländer beim Überholen recht arm sind: Auch wenn die Strasse genügend breit ist, sodass sogar 3 Autos nebeneinander Platz hätten, getrauen sie sich nicht, Velofahrer zu überholen, weil sie beim Überholen die ganze Breite der Gegenfahrbahn benötigen. Auch fahren die meisten Neuseeländer immer so 10km/h unter der erlaubten Geschwindigkeitslimite, auch wenn die Bedingungen optimal sind. Vor allem in der Kurve wird es ganz schlimm, wenn sie auf 40 abbremsen, obwohl man die Kurve locker mit doppelter Geschwindigkeit nehmen könnte („huere Schlicher!“).
    Den Kreiselverkehr beherrschen sie ebenfalls nicht: Wenn sie im Kreisel die rechte Ausfahrt nehmen wollen, blinken sie schon vor dem Eintreten des Kreisels nach rechts (Remember, in Neuseeland fährt man links herum). Wenn man also nicht gerade hinter jenem Fahrzeug vor dem Kreisel war, kann man gar nicht wissen, welche Ausfahrt der Fahrer nehmen möchte. Eine Frau regte sich einmal ganz fürchterlich auf, als ich beim Verlassen des Kreisels den Blinker nach Links stellte. Also entweder beherrschen die Neuseeländer den Kreiselverkehr nicht oder unser Kreiselverkehr in der Schweiz stimmt nicht mit dem neuseeländischen überein, was mich aber doch sehr wundern würde.
    Auch die Vortrittsregeln sind hier sehr merkwürdig. Wegen des Linksverkehrs könnte man meinen, dass hier deshalb Linksvortritt gelte. Dem ist aber nicht so! In Neuseeland gilt nach wie vor der Rechtsvortritt! Eine andere Regel ist auch ganz komisch: Wenn ein Fahrzeug nach links und ein entgegenkommendes nach rechts abbiegen möchte, wer hat dann Vortritt? Genau, das Fahrzeug, das nach rechts abbiegt! Summa summarum haben sie hier zwar Linksverkehr, aber die Vortrittsregeln haben sie dem Rechtsverkehr übernommen. Somit würde es mich auch nicht wundern, wenn wir uns wirklich die ganze Zeit im Kreisel falsch verhalten hätten.
    Über die vielen One Way Bridges auf den State Highways muss gemeckert werden. Keine Ahnung, wieso sie praktisch alle Brücken auf den Highways nur einspurig gebaut haben. Aber auf unserer Reise haben wir immer das Gefühl gehabt, dass wir bei diesen One Way Bridges immer keinen Vortritt hatten, was dazu führte, dass wir manchmal von 100 auf 0 bremsen mussten, weil diese Brücken spät signalisiert wurden.
    Auf dem Weg nach Christchurch haben wir wohl den ärmsten Autofahrer der Welt gesehen (ein Herr mitte 40, wird im folgenden Ärmst genannt). Auf einer Passing Lane auf der State Highway überholte Ärmst vor uns ein langsam fahrendes Auto und das nächste Fahrzeug vor ihm war ein LKW. Ärmst (Toyota Corsa, türkis, CQY712) konnte sich nicht entscheiden, ob er auch noch den LKW überholen solle, deshalb überholten wir ihn und den LKW, was äusserst knapp wurde, da wir erst am Ende der Passing Lane am Lastwagen vorbeizischten. An dieser Überholung schien Ärmst keine Freude zu haben und fing an durchzudrehen. Er revanchierte sich, indem er uns in einer Stadt überholte und machte dann halsbrecherische Überholmanöver auf der State Highway, indem er über die gelben doppelten Sicherheitslinien fuhr und 2mal nur knapp einer Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug entronnen ist. Zudem hatten wir das Gefühl, dass Ärmst besoffen war, was man anhand seines schwankenden Fahrstils merken konnte. Ich glaube, Ärmst konnte es nicht wahrhaben, dass er von uns überholt worden ist, oder hatte er einfach nur Angst vor uns?
  • Der Höhepunkt der neuseeländischen Ärmi stellen aber die sanitären Anlagen dar. Wir werden dazu in den Staaten, wo wir garantiert eine anständige Internetverbindung haben und nicht 6$ pro Stunde bezahlen müssen, ein Video uploaden, welches die Ärmi gleich in Bildern zeigt. Nur soviel soll gesagt sein: An den Lavabos gibt es nicht nur einen Wasserhahn sondern zwei: Einer, wo kaltes Wasser herauskommt und der andere ist für das heisse Wasser zuständig. Also, probiert mal mit warmem Wasser die Hände zu waschen ohne das Lavabo zu füllen!
    Die Duschen sind z.T. auch recht katastrophal. Meist kommt entweder kein richtiger Wasserstrahl oder das Wasser ist so heiss, dass man sich gleich verbrennt oder so kalt, dass man bald seinen eigenen … (ihr wisst schon was) nicht mehr sieht. Nichts für Warmduscher also!
  • In Neuseeland ist ein grosser Wahn bezüglich Umweltfreundlichkeit ausgebrochen: Sie recyclen wirklich alles, weshalb auch x-verschiedene Abfallcontainer für Plastik, Food, Karton, etc. existieren. Ich find dies ja ganz gut eigentlich, aber bei anderen Sachen übertreiben sie es meiner Meinung nach: Neben der Steckdose gibt es immer einen Schalter, um den Stromkreislauf mechanisch zu unterbrechen. Angeblich sparen sie auf diese Weise Strom, denn die Luft könnte ja den Kreislauf schliessen. Aber come on, wie viel Milliwatt wird pro Jahr gespart, wenn überhaupt? Auch merkt man diesen Wahn bei der Heizung, welche praktisch alle einen Timer von 15 bis 30 Minuten haben. Nicht selten haben wir uns in der Nacht den Arsch abgefroren, weil wir entweder gar keine Heizung hatten oder eben nur maximal 30 Minuten im Zimmer geheizt wurde. Und momentan ist es in der Nacht wirklich recht kalt!
    Bei der Isolierung der Häuser wurde definitiv auch gespart. In unseren Zimmern in den Youth Hostels konnten wir praktisch immer hören, wenn jemand im Gang, im oberen Stock oder sonst wo herumläuft. Manchmal hörten wir sogar, ob jemand am Duschen oder auf der Toilette war. Sogar das Geräusch des Ventilators im Gang konnten wir im Youth Hostel in Auckland in unserem Zimmer super gut hören.
    Das WC-Papier muss auch bemängelt werden. Hier gibt es praktisch nur ganz dünnes Toiletten-Papier. Die Idee ist ja ganz klar, oder? Weniger Bäume müssen gefällt werden dank dünnerem Papier. Der Haken: Man braucht nun doppelt so viel Papier, um sich den Arsch mit einer doppelten Schicht zu reinigen. Oder findet ihr es cool, wenn das WC-Papier reisst und ihr den Finger im Arsch habt?
    Ach ja, Strom wird auch bei der Ampel für Fussgänger gespart. Das Rotlicht schaltet sich erst ein, wenn man auf einen Knopf drückt, ansonsten brennen die Lichter nicht. In Wellington wurde Michael fast von einem Auto überfahren, als er weder das Rot- noch Grünlicht sah und deshalb dachte, dass er wegen der Sonne das Grünlicht nicht sehe und lief somit über die Strasse. In diesem Moment hatten die Autos aber freie Fahrt…
    Zum Thema Recycling bleibt noch zu erwähnen, dass man vor allem im Supermarkt für jede gekaufte Ware einen Plastiksack bekommt, sei die Ware noch so klein wie z.B. eine Lippenpomade. Diese Säcke werden bestimmt nicht wieder verwendet und gerade da könnten sie besser auf die Umwelt achten!
So, das war’s mit der neuseeländischen Ärmi. Der nächste Blogeintrag wird über unsere letzten Tage unseres Neuseelandsabenteuers sein. May the ‚poorness’ be with you!

Tuesday, November 11, 2008

Ken 2 - The Birds 0

In Picton angekommen, suchten wir unser Youth Hostel, welches wir dank der guten Überschaubarkeit der Kleinstadt schnell fanden. Das Hostel war ein umfunktioniertes Wohnhaus, was es sehr gemütlich machte und eine schöne Abwechslung bot zum Riesenhostel in Wellington. Der Komfort war auf ein Minimum beschränkt. So fehlte in der Duschkabine ein Teil des Fensters, was das Duschen zu einem ziemlichen Abenteuer machte, da es zu dieser Zeit morgens und abends bitterkalt war. Wir teilten unser Zimmer mit drei Deutschen, welche ebenfalls auf Neuseelandtour sind, sich aber ein bisschen mehr Zeit lassen und sich wohl in der Zwischenzeit einen Job suchen wollen.

Unser nächstes Ziel war Nelson, wo wir einen Zweitagesaufenthalt planten, damit endlich mal wieder Zeit für die Wäsche da war. Zudem hatten unsere 'Wanderschuhe' langsam einen beissend unangenehmen Geruch angenommen und mussten dringend auch gewaschen werden. Das Nelson YH war wiederum eine Nummer grösser als in Picton. Wir hatten eine Riesenküche, einen Töggelikasten (easy Sieg gegen Ken), einen Pingpongtisch (nicht-ganz-so-easy 5-Satz-Sieg :-P ), zwei verstimmte Klavier und sogar einen Schalldichten TV-Raum.
In Nelson selber gab es nicht sehr viel zu sehen. Ein historisches Haus, eine noch historischere 'Founders Town', welche aber so künstlich war, dass wir uns wie im Disneyland wähnten, eine Kathedrale, die kleiner ist als die St. Martins Kirche in Baar (dafür architektonisch ein wenig interessanter) und ein Japanischer Garten war mehr oder weniger alles, was wir auskundschafteten. Während unserer Tour durch Nelson ist uns noch die Polizei mit Blaulicht und Sirene nachgefahren. Ich in meiner Paranoia hab schon wieder die Bussenzettel flattern gesehen, weil ich in einer Quartierstrasse einen U-Turn über eine weisse Sicherheitslinie gemacht habe (die weissen sind nur als Markierung gedacht, die gelben bedeuten 'Überqueren verboten'). Nachdem wir das Auto abgestellt haben, sind die Polizeiautos noch zweimal an uns vorbeigefahren, haben aber wohl nicht uns gesucht (oder sie sind ziemlich schlecht in Sachen Verfolgungsjagd ;-) ). Wir haben sogar noch den neuen Aufenthaltsort von Herrn H. Jensen aus Bern ausgemacht: Er hat unter dem Namen Jens Hansen ein Juweliergeschäft in Nelson aufgemacht und versucht hier so gut es geht seinen Kunden nicht entgegen zu kommen.
Da an diesem Wochenende in Neuseeland nationale Wahlen waren, war auf der Strasse viel los. Wir lauschten den Nationals zu und mussten feststellen, dass auch in Neuseeland viel geredet und versprochen wird während des Wahlkampfes. Allerdings sind die Wähler um einiges gesitteter als zu Hause. Oder kann sich das jemand vorstellen: Eine SVP-Veranstaltung an der Zürcher Bahnhofsstrasse vor mit Christoph Blocher als Redner und genau einem Polizisten, der das ganze überwacht. Absolut keine Interventionen, nur eine Frau, welche im Vorbeifahren kopfschüttelnd 'vote Green' vor sich her murmelt.
Währenddessen ist ein kleiner Bus durch Nelson gefahren, welcher die ganze Zeit Slogans durch die Gegend rufte, wie: "your planet cannot vote, but you can. vote Green.", etc. Dieser Bus hielt dann an einer Ampel, als auf der zweiten Spur ein voll-getunter Schlitten hielt und den Grünen zeigte, was er von ihrer Politik hielt, indem er die Kraft unter seiner Haube mal demonstrierte. Trotz allem scheint man hier auch den politischen Gegner mit ein wenig Anstand und Respekt zu behandeln. Keine verschmierten Plakate, keine 'Demos', keine Buhrufe bei Reden.
Am Abend haben wir in der Jugendherberge einen Basler getroffen, der ebenfalls die Welt bereist. Nach Kanada und den Fiji ist er auch in Neuseeland gelandet und verbringt seine Ferien zu einem Grossteil mit Hiking in den Nationalparks. Mit ihm haben wir dann eine Bar besucht, wo es ein Donnerstags-Special gab: 4 Bier für 12$, Prost!

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug in den Norden der Südinsel. Auf dem Weg dorthin haben wir in einer Tropfsteinhöhle Halt gemacht. Im Unterschied zu den Waitomocaves gibt es in dieser Gegend viele Marmorhöhlen. Was die Höhle insbesondere sehenswert macht, sind die Moa-Skelette (Moas sind straussenähnliche Vögel, die inzwischen ausgestorben sind), die man darin findet. Leider haben wir nicht alles wissenswerte unserer Höhlenführerin verstanden, da das Pärchen, welches ebenfalls mit uns durch die Höhlen gewandert ist, seine anti-autoritär erzogenen Kinder mitgeschleift hat. Diese haben dann durch die ganze Tour hindurch ihr Gefallen und ihre Ängste an der Höhle der Umwelt kund getan. Sehr amüsant.
Ein paar Kilometer weiter im Norden haben wir dann noch die Te Waikoropupu Freshwater Springs besucht, welches die grösste Frischwasserquelle der Welt darstellt. So viel so klares Wasser auf einmal hatten wir noch nie gesehen, aber leider war es verboten von den Quellen zu trinken, sich zu waschen, etc. Der absolute Sauberkeitstest und der Vergleich mit den heimatlichen Quellen blieb uns somit erspart.
Auf dieser kurzen Tour hat es Ken sogar noch geschafft einen kleinen Vogel zu rammen. Das arme Tier hat es über unsere Windschutzscheibe geschleudert, rollte noch ein paar Meter und blieb regungslos liegen. Auf eine Beerdigung haben wir verzichtet.

Tags darauf haben wir uns in Richtung Westküste aufgemacht. Den Gerüchten zu Folge soll die Westküste besonders pitoresk sein, was wir natürlich mit eigenen Augen sehen wollten. Die Reise an die Küste wurde leider durch ein Velorennen verzögert. Das heisst das Velorennen selbst wäre ja nicht das Problem gewesen, da die meisten Velofahrer schön am Rand der Strasse fuhren. Die eigentliche Behinderung stellten die Autofahrer dar. Irgendwie scheinen die Neuseeländer keine Ahnung zu haben, wie breit ihr Auto ist, wie lange sie brauchen um zwei schleichende Velofahrer zu überholen, etc. Die Autofahrer brauchen hier beide Spuren um einen Velofahrer zu überholen und die Strassen sind hier meistens so breit, dass notfalls auch drei Autos nebeneinander Platz hätten. Somit können die Neuseeländer nur überholen, wenn auch wirklich kein Auto entgegen kommt. Zudem muss auch in der Weite genügend Platz da sein, da der Neuseeländer ungern sein Gaspedal durch drückt. Den Vogel abgeschossen hat (nicht Ken, der hat den Vogel nur gerammt) ein Autofahrer, welcher sich zu Beginn nicht sicher war, ob die 200m wohl reichen würden um die kleine Gruppe zu überholen. Er überholte dennoch, merkte dann aber, dass es nicht reichen wird und wich nach rechts aus. Das entgegenkommende Fahrzeug wich logischerweise nach links aus (remember: Linksverkehr!), wobei die Kollision durch beidseitige Vollbremsung verhindert wurde. Mehr Anekdoten zu den Neuseeländischen Eigenheiten wird euch Ken bald liefern.

Auf dem Weg nach Westport machten wir noch Halt bei der Buller Gorge. Die Werbung versprach die längste Hängebrücke Neuseelands und die Möglichkeit, sich nach der Überquerung zu Fuss zurückkatapultieren lassen. Die Schlucht war dann schlussendlich etwa sechs Meter tief, und wir mussten feststellen, dass einem eine Fahrt auf einem Riitiseili den grösseren Adrenalinschub verpasste. Und wieder 30$ weg.
Endlich in Westport angekommen fuhren wir an die Küste um eine Seehundkolonie zu begutachten. Für die neugeborenen Seehunde waren wir leider ein paar Wochen zu früh, aber die Älteren waren auch amüsant genug. Begleitet wurde die Kolonie von einem atemberaubenden Panorama: Strand, Wiese, Wald, Dorf und im Hintergrund schneebedeckte Berge findet man wohl nur hier. Das Meer war leider ein paar Grad zu kalt um ein richtiges Bad zu nehmen, aber Hawaii ist ja nicht mehr weit.
Entlang eines atemberauben Küstenstreifens fuhren wir dann weiter nach Greymouth, wo wir in einem weiteren zum YH umfunktionierten Wohnhaus Unterkunft suchten. Interessanterweise gab es in diesem Haus sogar eine Kapelle, welche wir aber nicht besuchten. Wir beschlossen für das Abendessen wiedermal selber zu 'kochen' und entschieden uns für eine Fertigpizza. :-) Da hätten wir aber besser irgendwas wirklich selber gekocht. wir hatten zu zweit drei verschiedene Pizze probiert und alle waren wirklich grässlich. Zum Glück hatten wir spät Mittag gegessen und hatten somit nicht wirklich einen Riesenhunger. Aber wieder eine Lektion gelernt. Später haben wir uns im Kino noch Eagle Eye reingezogen. Ken war nicht so begeistert ('Story Terminator kopiert'), ich fand den Film top. Gute Action, Spannung und eine starke Message zum Schluss (apropos: der Schluss war mal abgesehen von der Message scheisse...).

Am nächsten Morgen ging es schon wieder ein Stückchen weiter in ein Kaff, welches nach Franz Josef benannt wurde. Es ist nicht das einzige Dorf mit deutschsprachigem Namen, welche aber alle Englisch ausgesprochen werden, was manchmal zu komischen Blicken führt, wenn wir nicht von Fränz Tschoseff sprechen, sondern von Franz Josef. Auf dem Weg dorthin hat Ken zum zweiten Mal Kontakt mit den Vögeln der Landstrasse geknüpft. Ken 2 - Vögel 0.
Im kleinen Dorf angekommen, assen wir in einer lokalen Bar etwas und schauten uns ein Rugbyspiel mit den Locals an. Die All Blacks scheinen wirklich in Form zu sein, denn sie haben das Spiel gegen Schottland ziemlich dominiert und auch verdient gewonnen. (Wie man sieht, finde ich nach drei Wochen langsam Gefallen am Football für richtige Männer.)
Ganz in der Nähe von Franz Josef befindet sich ein bekannter Gletscher, welchen wir eigentlich an diesem Tag noch besuchen wollten. Da es aber an diesem Tag aus allen Kübeln geregnet hat, haben wir uns entschieden einen Spielenachmittag durchzuführen. Eigentlich wollten wir Tivial Pursuit spielen, aber da dem Spiel die Karten fehlten, probierten wir ein anderes Spiel aus: Da Vinci Game. Das Spiel ist Trivial Pursuit sehr ähnlich, anstelle von direkten Wissensfragen, werden aber Rätsel gestellt. Wieder einmal ganz easy Sieg. Wir haben uns danach gegen eine zweite Runde und für eine Runde Scrabble entschieden. Und nochmal supreme victory. Irgenwie scheint Ken sein ganzes Glück und Können auf Poker und Quartett fokussiert zu haben. ;-)
Vor lauter Spielen haben wir es noch verpasst, die lokale Sauna zu besuchen, also spielten wir noch ein paar Runden und wollten am am nächsten Tag doch noch den Gletscher besichtigen. Auf dem Weg ins Landesinnere nahmen wir noch den zweiten Gletscher, den Fox Glacier mit, bevor wir uns durch viele kurvige Strassen den Weg nach Twizel bahnten. Unterwegs haben wir viele kleine Flüsse mit so illustren Namen wie 'Big Bluff' und 'Halfway Bluff' passiert. Leider haben wir verzweifelt einen Fluss mit dem Namen 'Boris' Bluff' oder 'Eric's Bluff' gesucht, aber nicht gefunden.
In Twizel - man spricht es 'Tuaisel' aus, trotzdem musste ich ein unbedingt ein 'Schnitzel in Twizel' probieren', naja - war das Wetter wieder super. Endlich mal ein wenig sünnele. Da Twizel auch ein Riesenkaff war (wie man unschwer feststellen kann, sind eigentlich die meisten Dörfer und Städte hier Käffer ;-) ), haben wir an diesem Abend ein wenig Chinese Poker (Straight Flush in der ersten Hand, just nachdem Ken gemeint hat: 'Das hed eh nie öpper'. Ship it!) gespielt und mit einem Israeli und einer Engländerin geplappert.

Am Morgen früh wollte ich mir noch eine neue, wettergerechte Frisur verpassen. Mit dem Gesichtsrasierer geht das aber ungleich schwerer als mit dem Rasierer für das Haupthaar. Es wurde nichts mit dem Millimeterschnitt, da es entweder alles oder nichts hiess. Da mir aber ein ganz kahler Kopf nicht gefällt, habe ich mich entschlossen einen Mohawk zu rasieren. Aber nicht so einen Beckham-mässigen, halbpatzigen mit Haargel. Dank Kens Hilfe sehe ich jetzt zwar aus wie ein Zürcher Bahnhofsbrückenbewohner, dafür habe ich mal wieder was neues ausprobiert. :-)
Nach dem geglückten Abschluss des Experiments sind wir dann zum höchsten Berg in Ozeanien gefahren (Mt. Cook), haben ein paar postkartenwürdige Fotos geschossen und sind nach einem Umweg nach Lake Tekapo (Gruess an Beat!) nach Queenstown gefahren.

Thursday, November 6, 2008

Die letzten Tage auf der Nordinsel

Vom National Park Youth Hostel aus, welches im Übrigen schon seit längerem von einer Schweizerin geführt wird, wollten wir eine Wanderung zu den Tama Lakes unternehmen. Beide Seen befinden sich jeweils in einem Vulkankrater. Vom Aussichtspunkt über den oberen Tama Lake soll man auch eine Aussicht auf den Mt. Ngauruhoe haben. Das hört sich jetzt nicht besonders spektakulär an, doch haben wir erfahren, dass dieser Berg in Lord Of The Rings für Amon Amarth - Mount Doom - verwendet wurde. Also wollten wir natürlich diesen Berg einmal live sehen. Teile des Gebietes, durch welches wir dabei gewandert sind, stellten im Film zudem die Ebene von Gorgoroth dar. Also war es durchaus interessant, Mordor einmal bei Tageslicht zu sehen. Die mit 2.5 Stunden angegebene Tour zu den Seen haben wir in etwas weniger als zwei Stunden geschafft und wollten uns dann mit einer schönen Aussicht belohnen. Leider war aber der ganze Berg in Nebel gehüllt, was eine direkte Sicht verunmöglichte. Wir beschlossen also noch ein wenig weiter den Berg hinaufzukrackseln. Wir schafften es bis zum ersten Schnee, wo wir nahe am Abhang zum oberen See eine kleine Schneeballschlacht inszenierten. Ich wollte danach unbedingt noch ein wenig weiter hinauf, um ein schönes Foto zu schiessen. Ken hatte aber keine Lust auf weitere Kletterei (der eigentliche Weg hat schon lange aufgehört, und der 'Pfad' bestand eigentlich nur noch aus Geröll und Schotter), also machte ich mich alleine auf den Weg nach oben. In Lord Of The Rings hat ja Frodo den fetten Hobbit auch irgenwann zurückgelassen, hat also tiptop gepasst. :-P
Nach der ersten Steigung erreichte ich eine leicht ansteigende Fläche und da ich durch die Wolken schon ein wenig Himmelsblau entdecken konnte, beschloss ich, noch ein wenig weiter zu laufen um vielleicht bis über die Nebeldecke zu gelangen. Leider musste ich dann irgenwann feststellen, dass die Nebeldecke wohl auch den Berg erklimmen wollte und mein Unterfangen somit ziemlich sinnlos war. Bei den ersten grösseren Schneeflächen machte ich dann Halt, genoss zuerst die absolute Stille, hörte danach ein wenig Musik (natürlich war ich passend ausgerüstet und habe Amon Amarth gehört ;-) ), ass ein Sandwich, genoss nochmal die Stille und machte mich dann auf den Rückweg, da Ken wohl auch irgenwann mal wieder zurück wollte. Ich lief also wieder zurück und musste bald einmal feststellen, dass sich das Terrain irgenwie einfacher war als auf dem Hinweg. Auch war der obere See nirgends zu sehen. Somit hatte ich mich noch ein wenig verlaufen. Ich versuchte mich also zu reorientieren und fand nach einem kleinen Umweg den ursprünglichen Pfad wieder. Als ich dann Ken weit unten gesehen habe, führte ich noch ein paar Echo-Test durch und machte mich dann zügig auf den Rückweg um Ken noch aufzuholen. Nach einer mittelgrossen Schlammwanderung hatten wir dann am späten Nachmittag unser Auto wieder erreicht. Fazit: sechs Stunden unterwegs, schöne Aussicht nach unten genossen, Null Sicht auf unser Primärziel, mein Knie ist wieder kaputt, unsere Schuhe stinken wie Schweine nach dem Schlammbad und wir durften noch ein wenig Auto fahren.
Gegen Abend erreichten wir dann unser Youth Hostel in Wanganui. Ein sehr kleines, dafür umso heimeligeres Hostel, wo wir ein Zimmer mit einem Österreichischen Tramper teilten, den ich zuerst gar nicht verstanden habe, weil ich sein Österreichisch für einen krassen Akzent von irgenwoher hielt, und nicht daran gedacht hatte, dass es ein Deutscher Dialekt sein könnte. :-)
Da wir beide sehr hungrig nach der Wanderung waren, liefen wir trotz lädiertem Knie und müden Beinen noch durch das 40'000-Seelen Kaff (schon wieder vergessen, dass wir ja mit dem Auto unterwegs sind!), um etwas essbares zu finden. Kurz bevor wir in die erste grössere Strasse einliefen, bemerkte ich zu Ken: "Jetzt soll einfach um die Ecke ein KFC auftauchen! Darauf hätte ich jetzt mega Bock!" Wir kamen also auf die Strasse und was befand sich 20 Meter zu unserer Rechten? Richtig. Ein KFC. Hat uns ein wenig an den Amerikaner im Busan Casino mit dem gesündesten Optimismus erinnert ("Ace please! Thank you!") Die Bedienung war dafür die schwächste, die wir je in einem Fastfood-Laden erlebt hatten - und wir haben da beide ziemlich grosse Erfahrung! Zuerst ging es fünf Minuten, bis die nette Dame uns bediente (sie musste unbedingt noch mit den vorherigen Gästen ein wenig plaudern), dann ging es eine Ewigkeit bis unser Essen kam, sie hat vergessen Ken sein Rückgeld zu geben und in die Burger hatten sie wirklich Null Liebe investiert (ja, auch in einem Fastfood-Laden isst das Auge mit! :-) ).

Tags darauf machten wir uns auf den Weg in die Hauptstadt Wellington. Nach langen rumkurven im Einbahnstrassenlabyrinth haben wir dann irgenwann mal unser Hostel gefunden. Das Hostel war allerdings so gross und bot eine so tolle Infrastruktur, dass es mehr einem Hotel glich als einer Jugendherberge. Die Klientel der Herberge bestand allerdings auch zum grössten Teil aus Senioren und Primarschülern als aus Gästen in 'unserem jugendlichen Alter'.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen und etwas gegessen hatten, sind wir zu unserer dritten Lord-Of-The-Rings-Tour angetreten. Der Tourguide war sogar mit einem Laptop ausgerüstet, so dass wir jeweils gleich die jeweilige Szene sehen konnten, die sich an der gegenwärtigen Location abgespielt hatte. Er hatte sogar Requisiten dabei, so dass wir für die Fotos originalgetreu posieren konnten. Nach unzähligen Drehorten sind wir dann noch durch das Gebiet gekurvt, wo Peter Jacksons Produktionsfirma leere Fabrikhallen aufgekauft hat um sie für Dreharbeiten und Requisitenproduktion zu nutzen. Am Ende haben wir noch die Weta Caves besucht. Weta ist für das Design und die Animation in Jacksons (und anderen) Filmen zuständig. Wir konnten also einen Blick auf einige orginale und auch reproduzierte Requisiten werfen.
Nach einem vom Hostel organisierten Indischen Abendessen haben wir uns noch Saw 5 (hat den Coinflip gegen Max Payne verloren. Nicht der einzige Coinflip, den ich an diesem Abend verloren habe. Und von den 3-Outern reden wir nicht mal, gäll Ken! ;-) ) im Kino reingezogen. Der Film gehört wohl zu den besseren der Saw-Reihe, ist allerdings nur sehenswert, wenn man die Vorgänger gesehen hat. Und schlussendlich erfährt man, dass es wohl noch nicht der letzte Teil gewesen sein wird.

Nachdem wir am nächsten Morgen ausgecheckt hatten, haben wir das windige Wellington noch ein wenig durchwandert, welches trotz seiner kleineren Einwohnerzahl doch grösser erscheint als die Millionenstadt Auckland. Die restliche Zeit haben wir uns zum Schluss mit einem Bier, Billard und den Amerikanischen Wahlen totgeschlagen, bevor wir mit Sack und Pack auf die Fähre nach Picton gehüpft sind. Das Abenteuer Südinsel kann beginnen.

Monday, November 3, 2008

Gib Gas, lieber Michael

Nach unserer nächtlichen 6.5 stündigen Autofahrt von Paihia nach Rotorua haben wir uns beide schon mehr oder weniger an den Linksverkehr gewöhnt (wir haben übrigens einen Toyota Vitz 1.3l, für die, die es interessiert). Wir beide haben schon eine Wette am Laufen: Wenn der Fahrer auf der falschen Seite fährt und von einem anderen Fahrzeug gehupt wird, so zahlt der Fahrer der anderen Person ein Happy Meal. Bisher hat noch niemand diese Wette gewonnen. Die Chance aber war da, als Michael einmal bei der Ausfahrt sagte, dass er sich schon sehr gut an den Linksverkehr gewöhnt habe und just fuhr er auf der rechten Seite weiter. Ich armer Tor hab ihn noch gewarnt! Da wir 100% versichert sind (0.- Selbstbehalt), bevorzuge ich doch lieber ein Happy Meal.

Nachdem wir in unserem Youth Hostel in Rotorua eincheckten, wurden wir gefragt, ob wir einen zweiten Schlüssel für unser Zimmer haben wollen. Da wir beide aber sowieso praktisch immer zusammen weggehen und wieder zurückkommen, lehnten wir dieses Angebot ab. Wir deponierten unser Gepäck im Zimmer und ich suchte dann eine Toilette. Als ich zurückkam, sah ich Michael zur Rezeption laufen. Auf meine Frage, wohin er gehe und ob ich denn Schlüssel fürs Zimmer haben könne, um die Türe aufzuschliessen (wenn man die Türe zumacht, wird sie automatisch geschlossen), antwortete Michael: „Dä Schlüssel hanich im Zimmer vergässe…“ Armer Tor! :)

Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Rundgang in Roturua. Dabei hatten wir diverse Kirchen gesehen, Hot Springs wie in Beppu in Japan (ja, die stinken auch hier wie faule Eier!), eine Driving Range, Baseball Batting Anlage und eine Minigolfbahn, wo wir nicely eine Runde gespielt haben. Aber im Vergleich zum „Minigolf“ in der Schweiz spielten wir wirklich Minigolf und nicht „Bahnengolf“. Wir waren beide katastrophal schlecht :) Michael hat zwar um 2 Schläge gewonnen, doch wir beide waren so 15 Schläge über Par. Tja, da werden wir noch lange auf dem Wii üben müssen, bis wir richtige Profi-Golfspieler werden (Es sollte aber noch erwähnt werden, dass Michael auf einer Bahn ein Hole-in-One geschafft hatte!).

Tags darauf sind wir nach Waitomo gefahren. Waitomo bedeutet 'Wasser, das durch ein Loch fliesst'. Es gibt dort einige Tropfsteinhölen zu besichtigen. Bevor wir die zwei Stunden entfernten Waitomo Caves erreichten, hatten wir jedoch noch ein kleines Problem. Da wir als Arbeitslose natürlich an allen Ecken und Enden sparen wollen, machen wir auch beim Benzin Preisvergleiche und suchen uns die billigsten Angebote heraus. Unser Tank war also noch knapp 20% voll, als wir uns entschieden noch ein paar Tankstellen in unser Sample aufzunehmen. Interessanterweise kamen dann aber plötzlich keine Tankstellen mehr, die uns ihr wertvolles Gut anbieten wollten. Die Balken für die Tankanzeige wurde also immer kleiner und kleiner. Als nur noch das letzte Element blinkte, begannen wir bergab im Leerlauf zu fahren um dann wieder ganz sanft zu beschleunigen. Dann endlich, 15km vor der nächsten grösseren Stadt, sahen wir ein Petrol-Sign. Wir freuten uns wie kleine Kinder, hielten bei der ersten Säule an um den Preis zu checken - ein Automatismus, wir hätten das Benzin eh gekauft - aber die Anzeige war leer. Gut, das bedeutet hier nichts, denn bisher musste man an allen Tankstellen die Säule aktivieren lassen oder gar im Voraus zahlen um tanken zu können. Doch ein Tankwart schien nicht in der Nähe zu sein. Wir schauten also im kleinen Häuschen daneben nach, wo wir einen Zettel fanden, der beschrieb, dass der Tankwart nur tagsüber von Montag bis Freitag da sei. Wenn man ausserhalb der Öffnungszeiten Benzin wolle, koste das 15$ extra. Lieber 15$ bezahlen, als das Auto abschleppen lassen oder gar zu stossen (der Tankwart führt zudem auch einen Abschleppdienst, wie praktisch!). Lustigerweise stand aber nirgends beschrieben, wie man den Tankwart ausserhalb der Öffnungszeiten erreichen konnte. Weder eine Klingel, noch einen Wegbeschrieb, noch eine Telefonnummer war auffindbar (Telefon hätte eh nichts gebracht, da weit und breit kein Mobilfunk-Netzwerk war). Also fuhren wir halt noch vorsichtiger weiter. Schlussendlich schafften wir es doch wider Erwarten in die nächste grössere Stadt und hatten sogar noch 5 Liter übrig. Das Benzin kostete übrigens genau gleich viel, wie an der letzten Tankstelle, unser Abenteuer war also gratis! Wieso also 300$ für Skydiving bezahlen, wenn wir unsere Adrenalinschübe auch gratis haben können?
Endlich bei den Waitomohöhlen angekommen, buchten wir eine Tour durch die Glühwürmchenhöhle, die sich wirklich lohnte, und durch eine andere Tropfsteinhöhle, auf die man gut verzichten kann, wenn man schon einmal in der Höllgrotte war.

Zurück in Rotorua gingen wir am Abend bei Pizza Hut essen. Obwohl es regnete und wir wussten, dass wir ca. 10 bis 15 Minuten laufen müssten, um dorthin zu gelangen, sind wir nicht auf die Idee gekommen, mit dem Auto dorthin zu fahren. Man merkt schon, dass wir seit unserer Reise recht grün geworden sind und dass wir uns ans Laufen gewöhnt haben. Wir hätten einen Schrittzähler mitnehmen sollen, mich nimmt’s extrem Wunder, wie viele (sinnlose – z.B. auf der Xi’an City Wall) Kilometer wir schon seit Beginn unserer Reise gelaufen sind.
Dort angekommen (vor 20:00 Uhr) mussten wir feststellen, dass wir die Pizza nur noch mitnehmen könnten, weil das Restaurant selbst schon geschlossen hatte (LOL!). Ohne Schirm und ohne einen Plastiksack bekommen zu haben (führen sie nicht) liefen wir im Regen zurück zur Jugendherberge, wo wir zum Glück doch noch eine einigermassen warme Pizza geniessen konnten.
In der Bar neben unserem Dining Room wurde der Rugby Match zwischen den New Zealand All Blacks und Australien gezeigt. Die Fans feierten lautstark mit ihrer Mannschaft mit, so dass wir die Party auch in unserem Zimmer hörten. Um 0:00 Uhr wurde dann noch laut Happy Birthday gesungen. Wir merken schon, dass wir hier in einem Land sind, wo die Engländer grossen Einfluss haben. Obwohl wir in einem rechten Kaff wie Rotorua waren, werden hier die grösseren Parties gefeiert als in ganz Japan. Schade, dass wir am nächsten Morgen wieder Autofahren mussten. Sonst wären wir bestimmt mit den Fans feiern gegangen.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Matamata, an den Ort, wo die ganzen Shire-Szenen (dort, wo die Hobbits leben) aus Lord of the Rings gedreht wurden. Das Dorf der Hobbits befindet sich auf einer Schafsfarm, welche von New Line Cinema gepachtet wurde. Einige Filmrequisiten wurden nach dem Dreh nicht entfernt, und eine Tour wird deshalb angeboten, um diese zu besichtigen. Wir Nerds buchten natürlich diese Tour und wir müssen beide sagen, dass sich diese Tour extrem gelohnt hat. Unser Guide war wirklich genial und wir konnten z.B. Sam’s Haus besichtigen, den Party-Tree, etc.

Nach dieser Tour brachen wir Richtung Taupo auf, wo wir einen sehenswerten See anschauen gingen. Auf dem Weg dorthin haben wir abgemacht, dass wir im Falle einer Parkbusse, etc. die Busse teilen würden, Bussen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen zahlt aber der jeweilige Fahrer.
10 Minuten später überholte Michael auf der Überholspur ein Auto. Auf der Gegenfahrbahn sahen wir ein anderes Auto, welches einen krassen U-Turn machte und gar im Gras landete. „WTF?“, dachten wir uns und fuhren ganz normal weiter, ehe wir nach einigen Minuten einen Wagen mit Blaulicht hinter uns sahen. Wir dachten zuerst, dass das Polizeiauto uns überholen wolle, aber als dieses hinter uns herfuhr und dann die Sirenen ertönen liess, war uns klar, dass wir angehalten werden. Aus dem Wagen (es war übrigens das Auto, das den U-Turn gemacht hatte), stieg ein Polizist aus und fragte Michael: „What’s the speed limit in your country?“ – „120“ – „No! What’s the speed limit in your country?“ – „120!“ (bisch dumm, Polizischt? :)) – „What’s the speed limit in this country“ – „100“ – „How fast were you driving?“ – „110“ – „No, 130!“ – „Oh really?“
Wir haben zuvor noch diskutiert gehabt, wie man in Neuseeland überhaupt geblitzt werden kann, weil wir noch nie einen stationären oder mobilen Blitzkasten gesehen haben. Jetzt wissen wir, dass das Tempo im fahrenden Polizeiauto gemessen wird.
Auf der State Highway gibt’s eine Toleranz von 10km/h, Michael war also 20km/h zu schnell, was einer Busse von 230$ NZ entspricht.
Nachdem wir die Busse bekommen hatten (Michael hat 1 Monat Zeit, sie zu bezahlen), gab der Polizist noch folgendes auf den Weg: „Drive fas…., drive safe!“. Drive fast? Ich hätte fast einen Lachkrampf gekriegt, zum Glück konnte ich mich aber noch beherrschen! Funniest Cop ever!

Von Taupo aus fuhren wir dann zum National Park, wo wir die Nacht in einem weiteren Youth Hostel verbrachten, um am nächsten Morgen unsere 6 stündige Wanderung durch Gorgoroth und Amon Amarth zu machen (bekannt als Mordor aus Lord of the Rings).

Saturday, November 1, 2008

Autofahren in Neuseeland

Nach einer Reihe von grossen und noch grösseren Städten sind wir nun in Neuseeland angekommen, wo alles ein wenig kleiner ist. Hier gibt es nur 4 Millionen Einwohner (ein Drittel davon lebt in Auckland), dafür gibt es über zehn mal soviele Schafe. Obwohl Auckland eine Millionenstadt ist, kommt man sich nicht wie in einer vor. Alles ist nahe beieinander und gut zu Fuss erreichbar. Zum Glück, denn der ÖV scheint katastrophal zu sein (vielleicht sind unsere Augen auch ein wenig getrübt vom ÖV-Paradies Japan). Ohne einen Chauffeur zu fragen hat man zum Beispiel keine Ahnung, wo man sich auf einer Busreise gerade befindet, da dies im Bus nicht bekannt gegeben wird und die meisten Haltestellen auch nicht angeschrieben sind.

Bevor wir jedoch nur ein bisschen von Auckland sahen, gibt es noch eine ganz kuriose Geschichte zu erzählen: Nachdem ich am Flughafen den Zoll passiert hatte, wartete ich ein paar Minuten auf Ken um anschliessend mit ihm den Luggage-Claim-Bereich aufzusuchen. Da er aber nicht kam, nahm ich an, dass er die Einreiseformalitäten wohl schneller erledigt hatte als ich, da ich noch meinen Itinerary heraussuchen musste, etc. Ich ging also einen Schritt weiter, doch auch da war von Ken nichts zu sehen. 'Gut', dachte ich mir. 'Er wird wohl noch eine WC-Pause eingelegt haben,' was bei Ken meistens der Primärgrund ist, wenn er irgendwo spät auftaucht. Ich stapelte also unser Gepäck auf einen Flughafen-Rolli und wartete. 1 Minute, 2 Minuten, 10 Minuten. Kein Ken. Ich entdeckte noch einen Stand, wo es gratis Kaffee gab (wider Erwarten guter Kaffee). Ich schaute den Koreanischn Schulklassen zu, wie sie ihr Gepäck verstauten. Sogar die Flight Attendants sind inzwischen mit ihrem Gepäck davon gedüst. Kein Ken. Ich schaltete also mal mein Handy ein - welches nach 6 Wochen nun endlich wieder funktionieren sollte - um zu schauen, ob er mir vielleicht eine Nachricht geschickt hatte: Kein Ken. Nach etwa 20 Minuten tauchte dann Ken auf. Ich dachte zuerst, dass er wohl irgend einen falschen Ausgang genommen hat, denn er machte einen ziemlich verwirrten Eindruck. Seine Erklärung war dann aber um einiges aufregender: Er wurde vom Zoll für einen gesuchten Mann (Kim Lee, lol) gehalten und wurde in ein Nebenzimmer zum genaueren Check gebracht. Soviel zu 'Ihr seht alle gleich aus!' :-D

Auckland hatten wir nach zwei Tagen gesehen. Wie schon erwähnt, sind eigentlich alle Sehenswürdigkeiten zu Fuss erreichbar. Interessant war eine Comic-Convention, die genau an diesem Wochenende stattgefunden hat. Hunderte von Jugendliche und auch Erwachsene in den skurrilsten Verkleidungen (meist adaptiert an den persönlichen Comichelden) auf einem Haufen war genau das, was wir eigentlich in Shibuya zu sehen erhofft hatten.

Am dritten Tag konnte unsere grosse Autoreise endlich losgehen. Am Vortag hatten wir ein Auto gemietet, mit welchem wir für die nächsten knapp drei Wochen unterwegs zu sein planten. Das erste Auto, welches wir bei der Vermietung abgeholt hatten, konnten wir nach 200 Metern gleich wieder umtauschen, da die Scheibe auf der Fahrerseite kaputt war. Das zweite Auto war dann tiptop und unsere Reise konnte endlich losgehen. An den Linksverkehr hatten wir uns zum Glück schon in Hong Kong und vor allem in den letzten vier Wochen in Japan gewöhnen können. Aber ein linkes Auto fahren ist dann wieder eine Kunst für sich. Alles - ausser die Pedalen, zum Glück - ist vertauscht. Schon unzählige Male habe ich mit der Hand an die Autotüre geschlagen, weil ich die Gangschaltung betätigen wollte. Der Fakt, dass wir ein automatisches Getriebe haben, vereinfacht zwar den Schaltvorgang, dafür vergessen wir dauernd, dass wir den Hebel mit der linken Hand betätigen müssen. Vertauscht sind auch die Hebel um das Steuerrad: Man blinkt rechts und aktiviert den Scheibenwischer links. Dies hatten wir erst nach ein paar Tagen im Griff. Auch die ganzen Lichtfunktionen sind auf der rechten Seite, was dazu führt, dass wir die entgegenkommenden Autos oft ziemlich spät abblenden.
Wir sind also zuerst in Richtung Norden gefahren, wo wir an der Bay of Islands übernachten wollten. Auf dem Weg hat Ken in einem Touristenheflti noch die Sheepworld entdeckt. Das ist ein Streichelzoo mit riesigem Jöööö-Effekt. Sogar die ganz kleinen Lämmer sind so zutraulich, dass man sie sogar auf den Arm nehmen kann. Die Enten und Hühner verfolgen einem durch den ganzen Park und man wird vor jedem Gehege mit einem 'Määä', 'Ööööh' oder 'Mehehehehe' begrüsst. Zum Schluss entdeckten wir sogar, dass man die Lämmer noch mit einer Babyflasche füttern kann, was für den Ultra-Jööööh-Effekt sorgte. :-)
In der Bay of Islands angekommen, suchten wir eine Jugendherberge auf, spielten eine Runde (Mini-)Tennis und assen in einem sogenannten Schweizer Restaurant.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour um die Bay gebucht. Nachdem wir den geschichtsträchtigen Ort Russel (erste Englische Siedlung in Neuseeland) besucht hatten, bestiegen wir einen modernen Katamaran und kurvten vier Stunden um die verschiedenen Inseln in der Bay, wo auch Kapitän Cook einst Fuss an Land gesetzt hatte. Highlight der Tour waren dann die Delfine, welche unser Boot für eine Viertelstunde begleitet hatten.
Nach der Tour haben wir uns dann auf die lange Reise nach Rotorua im Zentrum der Nordinsel gemacht. Wir beschlossen so weit wie möglich zu fahren um uns dort eine Mütze Schlaf zu genehmigen. Wir haben sogar die ganze Strecke in einer halben Nacht geschafft, wobei es aber noch einige Worte über Neuseelands Strassen zu verlieren gibt:
Hier gibt es praktisch keine Autobahnen. Die einzigen wirklich breiten, mehrspurigen Strassen sind die Transitstrecken der grossen Städte. Überall sonstwo gibt es nur 'Ausserorts-Strassen'. Allerdings ist auf diesen 100 kmh erlaubt. Da diese Strassen auch sehr gut ausgebaut sind, kann man also ausserorts so schnell fahren, wie auf unserer Autobahn. Es gibt sogar vor jeder Kurve, von welchen es wirklich viele gibt, eine unverbindliche Geschwindigkeitsempfehlung, dh. man kann ohne die Strecke zu kennen, so schnell wie angegeben in die Kurve, und hat nie irgendwelche Probleme. Dazu gibt es auf längeren, engen Strassen ca. alle fünf Kilometer Überholmöglichkeiten, dh. die Strecke wird für ein paar hundert Meter zweispurig um die langsameren Verkehrsteilnehmer zu überholen. Mühsam sind jedoch die vielen Baustellen. Es kann sein, dass für ein paar Kilometer plötzlich der Belag weg ist, und man beinahe mit Schritttempo durch die Wildnis fahren muss. Ebenfalls umständlich ist die erbärmliche Beschilderung der Strassen. Ohne Strassenkarte und/oder Ortskenntnisse ist man ziemlich verloren. In Auckland hätten wir ohne Karte nicht einmal den Weg zum Speedway gefunden. Zudem sind auch Distanzangaben äusserts spärlich platziert. Alles in allem macht aber Autofahren in Neuseeland ziemlich Spass mit den vielen Kurven und dem plötzlichen Landschaftswechsel (Wald, Stein, Stadt, Land, Berg, etc).
Auch das Innerorts-Fahren ist ziemlich gewöhnungbedürftig: Bei Lichtsignalen gibt es nicht nur grün, sondern auch grün-unter-gewissen-Umständen. Obwohl Linksverkehr herrscht, gilt der Rechtsvortritt, aber auch nur, wenn nicht ein Auto geradeaus fährt und das andere irgendwie abbiegt. Zudem scheinen die Neuseeländer ihre Kreisel wie normale Kreuzungen zu behandeln. Dh. wenn einer auf den Kreisel zufährt und um 270° wenden will, blinkt er nach rechts. Wenn er um 180° durch den Kreisel fährt, dann blinkt er nicht (ausser beim Hinaus-Fahren, aber das auch nur sporadisch), wenn er um 90° kehrt, dann blinkt er links. Total unlogisch und nicht-intuitiv für die anderen Verkehrsteilnehmer, aber das scheint hier jeder so zu machen. Mal schauen wann mir das erste Mal nachgehupt wird, weil ich einen Kreisel auf herkömmliche Art und Weise benütze...

Nachdem wir das Auto vor der Haustüre des Youth Hostels in Rotorua parkiert hatten, versuchten wir noch ein paar Stunden zu schlafen bis die Reception öffnete, was in meinem Fall aber ziemlich schlecht ging im kleinen Auto. Wir konnten uns dann um 8 Uhr früh ein Zimmer schnappen und gemütlich duschen, frühstücken, etc. Rotorua hat man wie Auckland nach einem kürzeren Spaziergang gesehen, also hatten wir auch noch Zeit ein wenig Schlaf nachzuholen und die nächsten Tage zu planen.

Auckland: Grosse Stadt ganz klein!

Am Sonntag, dem 26.10.08, endete unsere Reise durch Japan. Eigentlich hatten wir geplant gehabt, einen Tag vorher schon abzufliegen. Aber da wir am Samstag unbedingt in den Yoyogi-Park gehen wollten, um die Japaner in den Manga und Anime Kostümen zu sehen, welche anscheinend nur am Wochenende dort sind, haben wir entschieden, einen Tag länger in Japan zu bleiben.
Die verkleideten Leute haben wir zwar nicht gesehen, aber dafür kamen wir wieder auf die Idee, am letzten Abend vor der Abreise wieder fett in den Ausgang zu gehen. Wir gingen in eine Bar, wo 80’s und 90’s liefen und während der Happy Hour ein Bier nur 500 Yen kostete (etwas mehr als 6.- CHF, aber das ist in Japan wirklich good price!).
Obwohl wir früh nach Hause gingen (der letzte Zug von Tokyo nach Yokohama fuhr um halb zwölf), hatten wir am nächsten morgen trotzdem einen Kater. Zum Mittagessen wurden wir von unseren Gasteltern eingeladen und wurden dann an den Bahnhof gefahren, wo wir uns gleich von ihnen Abschied nahmen und uns für die tolle Woche bei ihnen bedankten.

Laut Fahrplan hätte unser Zug von diesem Bahnhof aus eigentlich zum Narita Airport fahren sollen, aber aus irgendeinem Grund stoppte der Zug einige Stationen vor dem Flughafen und fuhr wieder zurück. Zum Glück haben wir dies bemerkt und sind rechtzeitig noch ausgestiegen. Leider aber mussten wir gut 50 Minuten auf den nächsten Zug warten, der zum Narita Airport fuhr. Um 17:40, 50 Minuten vor dem Abflug, sind wir am Check-In Schalter angekommen und zugleich wurde der Final Call für den Last Check-In ausgerufen. Das erinnerte mich doch glatt an Korea, wo wir den Zug in Seoul Richtung Busan auf die Minute genau noch erwischten. What a timing!

Laut unserem alten Flight Schedule, wo wir am 25.10. Japan verlassen hätten, wären wir um 12:15 Lokalzeit in Auckland, Neuseeland angekommen (Die Zeitverschiebung Japan/Neuseeland beträgt 4 Stunden). Wir hatten uns also schon auf einen 12-stündigen Flug vorbereitet und wollten viele Filme im Flugzeug schauen. Jedoch gab es irgendwelchen Flugverkehr, sodass wir erst 45 Minuten später starten konnten. Wir freuten uns also noch mehr, da wirklich viele gute Filme und Serien gezeigt wurden. Ich hab mir gleich zu Beginn zwei Episoden der Simpsons Staffel 19 reingezogen: Treehouse of Horror 18 und eine weitere Folge, wo Homer bei einem Autoabschleppdienst arbeitet – Diese Folge ist grosses Kino, kann ich jedem empfehlen! :)
Danach zog ich mir noch die Komödie „Get Smart“ (lustiger Film) und den Action-Thriller „88 Minutes“ mit Al Pacino rein (gefällt mir nicht, ich wusste nach 2/3 des Films schon, wer der Täter ist) und wollte dann schlafen gehen. Aber nur gut 1 Stunde später wurde schon die Ansage durchgegeben, dass Frühstück serviert werden würde, und das um 3 Uhr morgens! Aber da wir Neuseeland schon bald erreicht hatten, war es lokal also schon 7 Uhr und um 9 landeten wir am Flughafen von Auckland. Völlig übermüdet erlebte ich am Zoll etwas, das ich nicht so schnell vergessen werde. Als ich bei der Passkontrolle meinen Pass zeigte, musste ich noch meinen genauen Flugplan vorweisen, was ich zuvor noch nie machen musste. Danach wurden mir tonnenweise Fragen gestellt, mit wem ich herumreise, wo ich zuletzt war, was ich in Neuseeland mache, ob ich zum ersten Mal in Neuseeland bin, etc. Gut, reine Sicherheitsroutine, dachte ich mir. Plötzlich aber schaute der Typ an der Kontrolle meinen Pass etwa 5 Minuten an, toggelte irgendetwas am Compi rum und starrte mich immer wieder an und rief schlussendlich dann einen Kollegen, welcher mich bat, mit ihm mitzukommen. Ich musste dann rund 15 Minuten in einem Raum warten, ohne zu wissen, was nun auf mich zukommt. Ich hab mir schon Gedanken gemacht gehabt, ob nun mein Gepäck gefilzt wird, da ich bei der Einreisedeklaration angegeben hatte, dass ich nichts zu verzollen hätte und mein Gepäck beim Check-In in Japan Übergewicht hatte. Plötzlich aber kam eine Polizistin in den Raum und ich fragte sie, ob es ein Problem gebe. Sie antwortete, dass es jetzt kein Problem mehr gäbe und fügte hinzu, dass sie nach einem gewissen „Kim Lee“ suchen würden und ich nicht dieser Kim Lee wäre. Schade, ich hatte mich schon vorbereitet gehabt, mich bis auf die Unterhosen ausziehen zu müssen, wie ein gewisser Kollege von mir, der dies in den Staaten machen musste ;-). Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, wem ich wohl angerufen hätte, falls sie mir nur ein Telefonat gewährt hätten. Die Nummer der Schweizer Botschaft in Neuseeland hatte ich nicht, meine Eltern und meine Schwester könnten mir vom Ausland aus auch nicht gerade behilflich sein. Ich hätte also hoffen müssen, dass das Natel von Gubsi in Neuseeland endlich wieder funktionieren würde und dass er nicht gleich wieder aufgehängt hätte, da er diese Story sicher als Ausrede interpretiert hätte, um länger auf dem Klo zu sitzen.

Nach all den Kontrollen haben wir dann doch noch den Ausgang des Terminals erreicht. Wir wollten dort noch ein paar unserer Traveller Cheques wechseln, um die Busfahrt zum Youth Hostel bezahlen zu können. Wie das Schicksal es so wollte, war gerade an diesem Montag „Labour Day“, was somit bedeutete, dass alle Banken geschlossen hatten. Wieder einmal hatten wir in einem fremden Land kein Geld…
Zum Glück aber werden in Neuseeland an praktisch allen ATMs internationale Karten wie MAESTRO akzeptiert, im Gegensatz zu Japan, wo viele Bancomaten nur japanische Karten akzeptieren.

Im Youth Hostel angekommen, machten wir gleich ein kleines Nickerchen, um den entgangenen Schlaf nachzuholen. Danach haben wir vom Zentrum aus in Auckland City einen Rundgang gemacht, wobei wir eine Comic Convention gesehen haben, welche über das Labour Weekend stattgefunden hat. Viele Leute hatten sich in Comic Figuren verkleidet und man sah wirklich einen Freak nach dem anderen. Somit konnten wir das nachholen, was wir in Japan im Yoyogi-Park verpasst hatten.
Wir starteten vom Sky Tower aus, ein 328 Meter hoher Turm (ist angeblich das höchste Gebäude in der Südhemisphäre), wo man an einem Seil befestigt auf der Spitze oben frei herumlaufen und schlussendlich runterspringen kann. Der Spass kostet aber knapp 200$, weshalb wir darauf verzichteten.
Während des Rundgangs merkten wir bald einmal, dass in Auckland alles sehr nah beieinander ist und dass die grösste neuseeländische Stadt mit über 1.2 Mio Einwohnern doch sehr klein ist. Nur an der Queen Street befinden sich viele Geschäfte, Restaurants und Bars. Weicht man ein wenig von dieser Strasse ab, landete man gleich im grössten Ghetto.

Am Abend wollten wir Max Payne im Kino schauen gehen, aber da wir ein wenig zu spät dort waren und der Film schon angefangen hatte, entschieden wir uns für „Burn after reading“ (Danke Oli für den Tipp). Der Film ist wirklich eine gute Komödie und Brad Pitt find ich grossartig in diesem Film ;-)

Als wir am Abend unseren Lonely Planet anschauten, stellten wir fest, dass wir bei unserem Rundgang per Zufall mehr oder weniger alle empfohlenen Sehenswürdigkeiten gesehen hatten.
Am nächsten Tag besuchten wir noch als Abschluss die anderen Sehenswürdigkeiten in der empfohlenen Walking Tour wie z.B. den University Clock Tower, der als architektonisches Meisterwerk gepriesen wird.
Danach mieteten wir ein Auto, mit welchem wir in den kommenden 2.5 Wochen quer durch die Nord- und Südinsel fahren werden. Gegen Abenddämmerung gingen wir an die „Mission Bay“, ein Strand, der in allen Sightseeing Guides erwähnt wird. Da wir an diesem Tag noch kein Auto hatten, nahmen wir den Bus dorthin. Mann, war das eine Katastrophe! An der Bushaltestelle steht nicht, wo die Buslinien hinfahren und auch der Busfahrer sagt die nächste Station nicht an, sodass wir am falschen Ort ausgestiegen sind und gut 2km laufen mussten, um an die Mission Bay zu gelangen. Obwohl ich kein einziges koreanisches oder japanisches Zeichen lesen kann, kam ich in Korea und Japan mit der ÖV viel besser zurecht als hier!
Als wir dann am Strand angekommen waren, erlebten wir eine rechte Enttäuschung, da der Strand überhaupt nichts Besonderes zu bieten hatte und weil auf den Fotos in den Guides alles viel schöner aussah (wie immer)! Deshalb gingen wir gleich mit dem Bus wieder zurück und bezahlten nochmals 3.20$ für die 10min Rückfahrt!

Natürlich konnte ich es nicht verkneifen, am NL200 Table seated zu sein. Gubsi hatte keine Lust und wie ein altes Ehepaar (so würde Ossi sagen) besorgte ich das Geld und Gubsi kümmerte sich um den organisatorischen Kramm wie Routeplanen, Bloggen, Einkaufen, etc.

Unsere Plan sieht momentan so aus, dass wir zuerst in den Norden fahren zu den sogenannten Bay of Islands, bevor wir wieder in den Süden gehen (Rotorua, National Park, Waitomo Caves) und in Wellington am Montag die Fähre nehmen, um die nächsten 12 Tage (vielleicht auch mehr) auf der Südinsel zu verbringen.

Das Abenteuer Linksverkehr kann beginnen!

Tokyo Endgame

Montag, 20.10.08. Der Wecker klingelte um 5:30 Uhr, denn an diesem Tag verliessen wir Sapporo wieder und nahmen die 10 stündige Zugfahrt nach Tokio in Angriff. Doch anders als bei der Abreise in Osaka fühlten wir uns an diesem Tag recht fit, denn dieses Mal waren wir so schlau und betranken uns nicht am letzten Abend vor der Abreise (dies hatten wir schon am Freitag zuvor in der Sapporo Brauerei gemacht, wo wir für 35.- ein All-you-can-eat-and-drink Angebot natürlich nicht ablehnen konnten). Unser 3 Tagesaufenthalt in Sapporo in der Hokkaido Region ist schnell erzählt: Viel Natur, Wintersport Museum über die Olympischen Spielen 1972 (war eine rechte Enttäuschung) und die Sapporo Brauerei (war wohl das Highlight!).

Die 10 Stunden im Zug gingen schnell vorbei und schon bald waren wir in Tokio, DIE japanische Hauptstadt, die Stadt, wo wir endlich überall Sushi essen könnten und somit die letzten paar Tage in Japan auf den McDonald’s verzichten könnten (dachten wir!). In Tokio nahmen wir den Zug Richtung Yokohama und stiegen ein paar Stationen nach Yokohama aus. Denn wir durften bei einer guten Kollegin meiner Mutter die nächsten paar Tage verbringen. Dort angekommen, wurden wir sogleich von unserer Gastmutter abgeholt und wurden von ihr anschliessend zum Nachtessen in einem japanischen Restaurant eingeladen. Leider musste ich erfahren, dass ihre Söhne, die ich seit meiner Kindheit kenne, mittlerweile ausgezogen waren. Als wir im Haus der Gasteltern ankamen, kam einer ihrer Söhne noch vorbei, mit dem ich während meiner Kindheit oft zusammen gespielt hatte.

Trotz ein paar Besonderheiten war unser Aufenthalt bei unseren Gasteltern wirklich super: Wir hatten zwei getrennte Zimmer (so musste ich endlich nicht mehr mitanhören, wie Gubsi in der Nacht „Lauf, lauf, gang, gang!“ herumschrie :)). Dafür hatte ich ein Kühlschrank in meinem Zimmer, der auch ab und zu irgendwelche Geräusche von sich gab, was doch recht mühsam war. Dann bevorzuge ich doch lieber Gubsi’s Geschrei. Zusätzlich hatte ich ein Kissen, das so hart war wie ein Goldklumpen („Stellen Sie sich vor, dies wäre ein Goldklumpen, einfach getarnt als ein Kissen“), ein WC mit Sitzheizung (da wir den warmen Sitz nicht wirklich mögen, haben wir diesen abgestellt, aber unsere Gastmutter beharrte darauf, dass wir diesen laufen lassen sollten, obwohl sie dieses WC nie benutzte), und eine Dusche japanischer Art (man hat einen kleinen Stuhl in der Dusche und sitzt beim Duschen ab).
Unsere Gastmutter war sehr freundlich zu uns und behandelte uns fast schon wie ihre eigenen Söhne: Jeden morgen machte sie Frühstück für uns, das aus Speck, Wurst, Spiegelei, Brot, Früchten, Joghurt, Milch, Kaffee, Orangensaft und SALAT(!!!) bestand (ich hab ehrlich gesagt noch nie Salat zum Frühstück gehabt). Sie chauffierte uns auch jeden Morgen an den Bahnhof, welcher gut 25 Minuten zu Fuss vom Haus entfernt war, und holte uns am Abend vom Bahnhof ab, falls wir vor 23:00 am Bahnhof eintrafen (unsere Gasteltern gehen sehr früh schlafen). Da aber unser letzter Zug sowieso um ca. halb zwölf in Tokio abfuhr, waren wir praktisch immer vor elf am Bahnhof (unsere Gasteltern baten uns, spätestens um 11 wieder daheim zu sein. Keine Ahnung warum, aber wir hielten uns bis auf den letzten Abend immer daran).

Zusammenfassend bleibt folgendes über Tokio zu sagen:

  • Teuer, teurer, Tokio: Wie erwartet, war Tokio im Vergleich zu den anderen (japanischen) Städten einiges teurer. Für das Essen bezahlte man mehr, auch für das Kino (1800 Yen, was momentan über 20.- ist), Kleider, etc. Auch die All-you-can-eat Angebote in den Kaiten Sushibars (Bars mit Sushiförderband) waren im Vergleich zu Osaka bis um den Faktor 3 teurer!
  • Oeffentliche Verkehrsmittel sind in Japan vor allem in Tokio 1A! Die Aussage, dass Japan sogar ein besseres ÖV Netz als die Schweiz hat, kann ich nur bestätigen. Praktisch jeden Ort erreicht man entweder mit dem Zug, mit der Metro oder mit dem Bus. Auch wenn man kein Japanisch lesen kann, findet man sich irgendwie doch zurecht, da alles super beschriftet ist. Ausserdem sind die Züge sehr pünktlich. Wenn ich dies doch nur auch über die SBB sagen könnte…
  • Keine Sushibar an jeder Ecke: Entgegen der Aussage von einigen Leuten, dass es in Tokio an jeder Ecke eine Sushibar hat, konnten wir – man glaubt es kaum - oft kein Sushi Restaurant finden, und wenn doch, dann war es meistens zu teuer. Also entweder waren wir zu blöd oder die billigen Sushibars findet man nur mit einem Geheimtipp. Im Internet hatten wir in einem Forum von einer billigen All-you-can-eat Kaiten Sushibar gelesen. Natürlich wollten wir dort essen gehen. Wir hatten die genaue Adresse, hatten den Ort auch gefunden (siehe Michael’s Eintrag über das japanische Adresssystem), aber die Häuser an diesem Block waren alle abgerissen worden, super!
  • Im Zentrum konzentriert sich alles: Wir besuchten verschiedene Regionen in Tokio wie Ueno, Shinjuku, Central Tokio, etc. Uns ist dabei aufgefallen, dass alle Läden und Geschäfte sich um das Zentrum befindet, so dass es dort bis spät in die Nacht lichterloh brennt und viel Bling Bling hat. Entfernt man sich jedoch nur wenige Meter vom Zentrum, dann landet man gleich im grössten Kaff.
  • Ohne Ausgang leben die Japaner: Als wir in Korea waren, sagte unser bestest friend Henry, dass die Japaner vom koreanischen Ausgang begeistert sind. Wir wollten ihm das damals nicht glauben, aber heute wissen wir, was er damit meinte: Der japanische Ausgang gibt’s wohl gar nicht. Wir waren in Roppongi, wo die grössten Parties angeblich gefeiert werden. Wir waren extra um 20:00 dort, da wir dachten, dass die Japaner sich um diese Zeit besaufen, dann bis 10 ausnüchtern und um 11 den letzten Zug nach Hause nehmen müssen (ein Taxi von Tokio nach Yokohama kostet 200.-!). Aber selbst das Nachtleben in Zug in aktiver als in Roppongi! Wir fragen uns immer noch, ob der Ausgang für den Durchschnittsjapaner zu teuer ist und sie deshalb einfach nur irgendwelche Private House Parties feiern. Wenn dies so ist, so möchten wir auch mal zu solch einer Party eingeladen werden :)

Abschliessend bleibt noch zu sagen, dass unser Japantrip wirklich gut war (meiner Meinung nach war unser Aufenthalt in Osaka zu lang). Vom Geschichtlichen her bietet Japan doch einiges (Hiroshima, Nagasaki), viele Tempeln (Gubsi ist ein richtiger Tempelfreak geworden. Ich bin jedenfalls froh, dass wir nun kein Tempelhopping mehr machen müssen), schöne Naturlandschaften (Hot Springs, Vulkane, Berge) und viele andere Sehenswürdigkeiten. Meiner Meinung nach gibt es in Japan das beste Essen (Sushi!). Ausgangsmässig aber war Japan wirklich eine Enttäuschung!
Enttäuscht bin ich auch, dass wir die berühmt berüchtigten Porno Läden nicht gefunden haben, von denen uns erzählt wurde. Angeblich findet man dort im ersten Stock normale Erotikfilme, im zweiten Stock geht’s schon eher Richtung Porno. Danach wird es angeblich immer schlimmer bis man schlussendlich bei Sex mit Tieren landet. In diesem Stock befinden sich Automaten, wo man gebrauchte Unterwäsche kaufen kann. Die konnten wir leider nicht besorgen ;-)
Ich bin sicherlich nicht das letzte Mal in Japan gewesen, ich werde sicherlich mal wieder hierher zurückkommen, aber wohl eher nur für Sightseeing. Wenn ich im Ausgang feiern möchte, dann gehe ich definitiv wieder nach Korea (vielleicht schon nächstes Jahr wieder!).

Tuesday, October 28, 2008

40 über Nacht

Jaja, ich weiss, ich bin nicht so der aktive Blogger wie Michael. Aber dafür erstell ich nun unseren ersten Post mit Fotos! ;-)
Ich werde bald noch einen Tokyo/Japan Summary schreiben und versuche in Neuseeland öfters zu bloggen, obwohl hier I-Net recht teuer ist!

9. Oktober 2008, das war der Tag, an dem wir zurückfuhren (Marty McFly in Back to the Future II). Nein, nicht zurück in die Zukunft oder zurück in die Vergangenheit (wie auch immer), sondern wir gingen zurück nach Fukuoka, an den Ort, an welchem wir am ersten Tag unserer Japanreise mit der Fähre aus Busan angekommen waren.

Es war 9:30 Uhr. Unser Wecker – ein Natel mit dem klassischen Tetris Klingelton (Music A-Type im Gameboy Spiel) – klingelte. Doch wir nahmen den Alarm gar nicht wirklich wahr Unser Hirn schien noch ganz vernebelt zu sein, denn wir hatten zuviel Alk und zu wenig Schlaf. Denn wir hatten am Abend zuvor die grossartige Idee gehabt, im Murphy’s, dem ältesten Irish Pub in Osaka, ein wenig trinken zu gehen.

Angefangen hatte der Abend mit einem Bier , aber als wir feststellten, dass Longdrinks umgerechnet 2.- CHF billiger waren, bestellten wir nur noch diese bis das Pub schloss. Dies geschah um 4 Uhr morgens…















Mittlerweile ist es 10 Uhr geworden. Unser Check-Out aus dem Youth Hostel war um 11. Jedoch gab es noch viel zu tun, denn wir mussten noch unsere sieben Sachen packen. Ehrlich gesagt, waren es weit mehr als nur sieben Sachen.

(„Ruumed mal uf!“)

Doch irgendwie haben wir es doch noch geschafft, zu duschen, zu frühstücken und alles zu packen. Gut, es wurde etwa 11:10 Uhr bis wir an der Rezeption waren, aber da die Land Lady sowieso nicht da war, mussten wir ca. 20 Minuten auf sie warten (es hatte sogar locker für eine längere WC-Sitzung gereicht).

Wir nahmen den Shinkansen von Osaka nach Fukuoka. Als wir dort um späten Nachmittag ankamen, hatten wir einen riesen Hunger, so dass Michael unbedingt in einen McDonald’s wollte („Jawohl, du hesch dä Vorschlag bracht!“ ;-)). Wie das Schicksal es wollte, gab es in der Nähe unserer Jugendherberge einen Mac, wo wir gleich unser Abendessen in vollen Zügen genossen und gleich unseren obligatorischen BigMac Test machten:

  • Liebe: Liebe? Bei den Japanern sollte mal Monty C. Burns aus Akte Springfield mal vorbeigehen („Ich bringe euch Liebe!“). Der BigMac sah wirklich so aus, als wäre er zuvor auf den Boden geflogen. Ausserdem waren bei mir die zwei Gurken am falschen Ort. Liebe ist also nicht vorhanden.
  • Preis: Der BigMac kostet doppelt soviel wie in China und 50% mehr als in Korea. Jedoch ist er im Vergleich mit dem CH-BigMac doch noch ein wenig günstiger. Deshalb kriegt er die Note mittelmässig.
  • Genuss: Gubsi und ich sind da unterschiedlicher Meinung. Ich fand den BigMac in Japan nicht so gut wie in Korea/China, aber etwas besser als in der Schweiz (hat mehr Geschmack). Gubsi findet den BigMac etwa gleich gut wie in Korea.
  • Grösse: Etwa gleich gross wie der CH-BigMac.

Am nächsten Abend gingen wir mit den Eltern einer Kollegin, welche die Ehefrau eines Arbeitskollegen meines Vaters ist, in einem kleinen aber sehr gemütlichen lokalen Restaurant essen. Das Restaurant liegt in der Nankasu Gegend, einem nationalbekannten Ausgangsort, vor allem für Geschäftsleute.
Der Koch in diesem Restaurant erinnerte uns sehr stark an Hattori Hanzo aus Kill Bill Vol. 1 ;-). Nebst Sushi und Sashimi konnten wir auch viele weitere Delikatessen wie Austern durchprobieren.

Nach dem Essen wurden wir auch noch in zwei Bars eingeladen, darunter war auch die sogenannte „Snack Bar“. In der Snack Bar treffen sich hauptsächlich Geschäftsmänner, was auch impliziert, dass das Getränk nicht gerade billig ist. Doch die „Hauptattraktion“ sind die verdammt hübschen Hostessen, welche im Prinzip Servierdüsen sind, aber sie setzen sich immer zu den Kunden und unterhalten sich mit ihnen. Hostessen sind aber keine Prostituierten, d.h. mehr als eine Konversation wird es normalerweise nicht geben. Später haben wir jedoch erfahren, dass es auch Bars mit Hostessen gibt, welche oben-ohne servieren. Dort kommt es zum Teil mehr als nur zu einer normalen Unterhaltung, aber meist sind es dann russische Hostessen.
Dadurch dass praktisch nur (reiche) Geschäftsmänner sich in solchen Bars herumtreiben, kriegen Hostessen auch viele Geschenke. Es wurde gemunkelt, dass ein russischer Geschäftsmann einer Hostess ein 500'000.- teures Geschenk gab.

In der Snack Bar sass ich neben der Mutter, die mittlerweile schon Grossmutter ist, der Kollegin. Ich denke mal, dass sie ein wenig über 60 sein dürfte, aber beurteilt man sie nur nach ihrem Aussehen, könnte man denken, dass sie etwa Mitte 40 ist. In der Snack Bar hielten mich doch einige für ihren Ehemann. LOL! In Hong Kong wollten sie mich nicht in eine Bar lassen, weil ich unter anderem noch nicht wie ein 18-jähriger aussehe und in Japan halten sie mich für 40!
Da vor allem in den Bars, wo sich Salarymen herumtreiben, viel Karaoke gesungen wird, gab auch Michael eine Session durch und alle waren natürlich begeistert.

Da es schon spät wurde und die Mutter A.K.* am nächsten morgen arbeiten musste, verabschiedete sie sich von uns und der Vater H.K.* lud uns noch in eine andere Bar ein, wo wir später wieder ein Rencontre mit dem Koch Hattori Hanzo hatten. Ein anderer Gentleman, der zuvor ebenfalls im Restaurant war, gesellte sich zu uns. Wir erfuhren, dass sie zwei gute Freunde von H.K. wären und zusammen sehr oft in Bars trinken gehen würden. Diese Truppe ist wirklich der Hammer: Der aktive, fröhliche und immer lustige Hattori Hanzo, der ruhige und sich nicht aus der Ruhe bringende Gentleman und natürlich der coole H.K., von dem man meinen könnte, er sei der Boss der Yakuza.
Nebst dass wir zum Abendessen und zum Trinken eingeladen wurden, haben wir beide noch „ein wenig“ Sackgeld für unsere Weltreise von den K.’s bekommen. Danke vielmals!

Am nächsten Tag gingen wir den grössten aktiven Vulkan, den Mt. Aso, besuchen. Aber wegen der zu hohen SO2 Emission, durften wir den Krater nicht aus der Nähe anschauen. Super, 7 Stunden Zugfahrt für nichts! Umso mehr freuten wir uns auf den Ausgang am Abend im Downtown Tenjin in Fukuoka, wo sich laut den Hostessen Leute in unserem Alter sich herumtreiben sollten. Wir haben den ganzen Abend lang nach einem Pub oder einer Bar gesucht, die nicht gerade für Geschäftsmänner gedacht ist, aber gefunden haben wir rein gar nichts („aber grad gar nüt!“). Wie in China schliessen wir daraus, dass auch die Japaner ihren Ausgang mit Auf-der-Strasse-Herumlaufen oder in den Arcadehalls verbringen, die es wirklich an jeder Ecke gibt.

Wie Michael in seinem Fukuoka Blogeintrag schon erzählt hatte, gingen wir am nächsten Tag den Fukuoka Tower besuchen. Zuvor aber machten wir einen Abstecher zum Yahoo Dome, dem Baseball Stadium der Fukuoka Hawks. Zu Mittag zogen wir Wendy’s (ebenfalls eine Fastfood Kette) dem KFC vor und wir wurden echt nicht enttäuscht. Der Burger war super lecker und so auch die Pommes Frites. Meiner Meinung nach sind die Burger im Burger King aber nach wie vor noch ein wenig besser, aber die Pommes Frites sind genauso gut, wenn nicht besser („Oli, du hettisch diä Pommes Frites sicher au gärn!“).

Den Montag verbrachten wir in Beppu, wo es viele Hot Springs und Onsen gibt. Wie in Korea, wo es oft Unisex Toiletten gibt und es deshalb oft vorkommt, dass ein hübsches Mädel neben einem vorbeiläuft während man gerade am Pinkeln ist, hofften wir „spitzi Sieche“ natürlich auf ein Unisex Onsen-Bad. Obwohl Japan in dieser Beziehung sehr restriktiv ist – in Youth Hostels darf ein Mann nur mit einer Frau im gleichen Zwei-Bett-Zimmer sein, wenn sie verheiratet sind, ROFL! – erfuhren wir, dass solche Unisex Onsen-Bäder zwar existieren, jedoch würden nicht wir die Frauen anstarren, sondern die Frauen uns, weil sich in solchen Bädern nur Grossmüeterlis befinden. Dann doch lieber getrennte Onsen…
Bleibt noch zu erwähnen, dass wir „Lucky Water“ aus einem Brunnen getrunken haben und von nun an ewiges Glück haben.


Bei mir schien dies nicht wirklich geholfen zu haben im Gegensatz zu Gubsi, der in den letzten paar Heads-Up Duellen jeden Coinflip gegen mich gewonnen hatte. Luckbox dank Lucky Water geöffnet, hä?

Nach unserem Tagesausflug in Nagasaki versuchten wir es erneut mit dem Ausgang in Tenjin. Dieses Mal schauten wir im Lonely Planet nach Empfehlungen nach. Gelandet sind wir in der „International Bar“, die ein Deutscher, der vor 2 Jahren nach Japan ausgewandert ist, übernommen hatte. Mit ihm und der hübschen Serviertochter, eine Rumänin aus Kanada, die 1 Jahr lang in Asien herumreist, haben wir viel über das japanische Volk erfahren:

  • Obwohl die Japaner eigentlich immer sehr friedlich und freundlich wirken, habe ich von einigen Europäern schon gehört, dass vor allem die ältere Generation zum Teil doch recht ausländerfeindlich ist (was vielleicht ein Grund für die tiefe Ausländer-Quote in Japan sein könnte). Obwohl wir das nicht direkt gespürt haben, haben wir doch schon ein paar Szenarien erlebt, die in diese Richtung gehen könnten: Wenn Gubsi z.B. in einem Restaurant etwas auf Japanisch bestellt und der Kellner stellt ihm eine Gegenfrage, die Gubsi nicht auf Anhieb versteht, weil der Kellner zu schnell gesprochen hat und Gubsi ihn bittet, ein wenig langsamer zu reden, redet der Kellner plötzlich mit mir mit demselben Tempo. Ich meine, was soll das? Wenn ich das ebenfalls verstanden hätte, würde ich Gubsi ja erzählen, was er da gesagt hat. Der Deutsche meinte, das dies damit zu tun hat, dass der Kellner in diesem Fall denkt: „Der Ausländer versteht eh nichts“ und er deshalb gar nicht auf die Bitte eingehen würde. Ähnliches hatte auch der Deutsche Jerry erlebt (er heisst eigentlich Gerald, aber da die Japaner das „L“ wie ein „R“ aussprechen, nennt er sich in Japan Jerry). Obwohl er schon 2 Jahre in Japan lebt und fliessend Japanisch spricht, käme es manchmal vor, dass er folgende Antwort zu hören kriegt, wenn er auf der Strasse einen Japaner nach dem Weg auf Japanisch fragt: „I don’t speak English!“
  • Ähnlich wie in den USA ist es auch in Japan so, dass man bei einer Anklage solange als schuldig angesehen wird, bis man seine Unschuld beweisen kann. Ein nicht-japanischer Kollege von Jerry lief einmal bei Grün über einen Zebrastreifen und wurde von einem Japaner auf dem Motorrad erwischt. Sein Kollege lag einige Zeit im Koma und der Gerichtsprozess ging schlussendlich über die 3. Instanz, bis endlich der Japaner für schuldig gesprochen wurde. Als Ausländer hat man es in Japan recht schwer.
  • Was uns auch immer aufgefallen war, sind 20-jährige Frauen, die sich wie 10-jährige Schulmädchen verhalten. Auch Jerry bestätigte dies und meinte, dass in Japan die sogenannte „10er Regel“ gelte. Wenn eine Frau sich wie eine 20-jährige benimmt, dann ist sie bestimmt 30 Jahre alt. Ähnlich sieht es auch mit dem Alter bei jüngeren Frauen aus: Wenn man eine Frau für 20 schätzt, dann ist sie ziemlich sicher schon 30. Bei einer Stammkundin in der Bar dachten wir, dass sie ca. 30 Jahre alt wäre. Aber sie war 43 Jahre alt und benahm sich wie eine 20 Jährige.
  • Das komische Verhalten der Japaner können wir uns nur damit erklären, dass sie in ihrer Jugend nur Mangas und Animes konsumieren. Oft haben wir auch Geschäftsleute in der Metro gesehen, die Mangas lesen, die z.T. sehr primitiv sind (Schulmädchen wird von einem Ausserirdischen vergewaltigt, etc.). Zum Thema Porno bleibt noch zu sagen, dass es im japanischen Gesetz irgendwo steht, dass Schamhaare und Sex unter Erwachsenen nicht gezeigt werden darf. Deshalb werden diese Stellen in den Filmen immer zensiert (Glied). Theoretisch war also früher laut Gesetz Kinderpornographie erlaubt (wurde afaik aber mittlerweile angepasst).
  • Jerry hatte uns noch zwei Vorfällen erzählt, über den einen wurde sogar in unserer Zeitung etwas erwähnt: Ein „normaler“, junger Schüler enthauptete seine Mutter und brachte ihren Kopf mit in die Schule. Ein weiteres Kind hatte den Eltern den Bauch aufgeschlitzt, ihre Eingeweiden rausgenommen und dann ihren Bauch wieder zugenäht. Keine Ahnung, ob das wirklich von den Mangas oder Animes kommt, aber Fakt ist, dass solche Sachen in den primitiven Mangas sicher zu sehen ist.

* Namen der Redaktion bekannt