Nach Kens Abreise bin ich noch eine Woche in LA rumgehangen um mal abzuwarten, wie er die weitere Reise plant. Da wir in the middle of nowhere gelebt haben, hat sich mein Alltag meistens auf Ausschlafen, Essen und Lesen beschränkt. Dazu hatte ich endlich einmal Zeit die Fötteli auf Facebook raufzuladen.
Da Ken dann aber beschlossen hat, vor Weihnachten die Reise wohl noch nicht wieder aufzunehmen, rief ich bei meiner Reiseversicherung an, um mir ebenfalls ein Rounttripticket LAX-ZRH-LAX zu erstatten. Das war so einfach nicht: Die erste Dame hat sich meinen Fall mal angehört um mich dann ohne eine Antwort weiterzuleiten. Die zweite Dame hat dann im Stil unseres Kanti-Mathilehrers geantwortet: "Kä Chance!" Nach erheblichen Bitten, Flehen, "aber Sii!", "das chönd si doch ned mache!" und "es isch doch Wiehnachte!" hat sie sich dann bereit erklärt, mich in die Hauptzentrale nach Basel zu verbinden. Da durfte ich mit einem Telefonbeantworter sprechen. Also sprechen ist eigentlich falsch. Ich durfte einen Code eingeben, welchen ich von irgendwoher hätte wissen sollen. Also habe ich aufgehängt und die Notfallnummer noch einmal gewählt. Darauf hatte ich Dame #1 wieder am Telefon, welcher ich meine Story noch einmal erzählt hatte. Sie hat sich an mich erinnert und mich dann wieder mit Dame #2 verbunden. Die hat sich dann tausendmal entschuldigt und mich dann mit einem Menschen in Basel verbunden (ich bin mir immer noch nicht sicher ob das jetzt eine Frau mit tiefer oder ein Mann mit hoher Stimme war). Jedenfalls hat diese Person mir dann ohne Wenn und Aber zugesagt, dass mir das Ticket erstattet wird. Sie wollte darauf, dass ich ihr alle Unterlagen einschicke, damit sie bearbeitet werden können. Auf meine Frage hin, ob das dann wirklich in einer Woche erledigt sei, meinte sie "Ja, da haben sie auch wieder recht", ich solle das Ticket einfach mal buchen um es dann nachher zurückzuerstatten. Wird ja schon irgendwie klappen...
Jedenfalls bin ich dann eine Woche vor Weihnachten nach Hause geflogen. Dort konnte mal wieder gepokert, Schwiizerdüütsch gschnurrt, feines Bier im Ausgang genossen, Kollegen getroffen, Unihockey geschaut und natürlich nicht zuletzt Weihnachten gefeiert werden.
Nach dieser turbulenten Woche bin ich dann wieder nach LA gejettet. Auf dem Hinflug durfte ja ich am Fenster sitzen neben einem Ami der etwa gleich gross war wie ich. Wie durch ein Wunder hat der etwa den ganzen Flug durchgepennt, ich habe wenn's hoch kommt vielleicht eineinhalb Stunden die Augen zugemacht.
Für den Rückflug habe ich mir aber früh genug einen Platz am Gang sichern können. Zuerst freute ich mich noch, dass mein Sitznachbar ziemlich klein gewachsen war. Dann habe ich bemerkt, dass der nette Herr leicht übergewichtig zu sein schien. Juhee, schon wieder kein Platz. Dass der Mann in der Reihe vor mir wohl den ganzen Flug voll durchgestreckt geschlafen hat, hat meiner Misere noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt. Achja, auch noch erwähnenswert: Der vordere Mann war Inder und durfte kein Kuhfleisch essen. Dreimal dürft ihr raten, für wen es als Ersten kein Hühnchen mehr hatte!
Nun bin ich total übermüdet in LA angekommen und werde mir eine Mütze Schlaf gönnen, bevor das nächste Kapitel unserer Weltreise beginnen kann.
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