In Queenstown planten wir wieder einmal einen längeren Stop ein. Das heisst ausschlafen, mal ein Bierli zwei. Wie wir von diversen Kollegen und anderen Backpackern vernommen haben, sei Queenstown eh eine Ausgangsdestination, wo was los sei. Tiptop also. Den ersten Abend verbrachten wir aber trotzdem mit Poker, da wir die Bitte von zwei netten Damen (eine Schweizerin und eine Holländerin, von welcher wir nie ganz sicher waren, ob sie jetzt 20 oder 30 war und ob das wirklich ihr Sohn war. :-) ) mitspielen zu dürfen natürlich nicht ausschlagen konnten. Wir konnten uns leider nicht auf Strippoker einigen und somit blieben wir beim altbekannten Texas Hold'em. Wiedereinmal konnte ich nichts reissen und musste die Siege Ken und Andrea überlassen. Dafür konnte ich Ken endlich mal outsucken. Gefloppte Strasse vs. Runner-Runner-Boat. Yeah!
Am ersten Tag in Queenstown machten wir einen Ausflug nach Arrowtown. Dort hat es mal einen Goldrush gegeben. Die Hauptstrasse sieht auch noch demenstprechend aus: Viele Häuser mit so Wildwest-Fassaden. Auch sehr interessant war eine uralte Chinesische Siedlung, oder was davon übriggeblieben war. Wir wollten danach noch mit dem Auto in eine Geisterstadt fahren. Da die Strecke aber nur zu Fuss oder mit einem 4WD erreichbar war, änderten wir unseren Plan und wollten stattdessen Glenorchy einen Besuch abstatten. Auf dem Weg dahin holte ich Ken ein wenig ein, indem ich einen kleinen Vogel anfuhr (jawohl! ANfuhr! Er ist noch weitergeflogen!). Wir werden diesen Hit-And-Run wohl später als Tiebreaker verwenden. :-) Glenorchy selber war nicht wirklich besonders. Wir erwarteten Sarumans Garten zu finden, haben aber nichts dergleichen gesehen.
Am Abend wollten wir dann den berüchtigten Ausgang von Queenstown auskundschaften. Dafür wollten wir uns aber zuerst etwas Boden anfressen. Den Gerüchten nach soll Fergburger die besten Burger im Land anbieten. Somit gab's keine grossen Diskussionen, wo wir was Essen wollten. Wie so üblich auf unserer Reise, war aber unser #1 Dining-Location nicht vefügbar. Ausnahmsweise ist das Lokal aber mal nicht bankrott gegangen, sondern baute um bis zwei Tage nach unserer Abreise aus Queenstown. Wir sind's uns ja inzwischen gewohnt. Wir fanden zum Glück gleich nebenan ein Mexikanisches Restaurant. Da ich in meinem Leben noch nie in einem Restaurant etwas gegessen habe, was wirklich scharf war, bestellte ich natürlich 'Chili con Carne - Extra Hot' (Diabolically Hot gab's leider nicht. :-( ). Wie ich das Essen aus Kens Sicht genossen habe, wisst ihr ja schon vom letzten Blogeintrag. Sooooo scharf war es auf den ersten Biss eigentlich gar nicht; Matthias' Jalapeños sind da einiges schärfer. Das Zeug hat sich irgendwie erst im Magen gemeldet. Es war als hätten sich das Chili im Magen bewegt und randaliert! Und jeder Biss provozierte das Chili mehr, meinen Magen auseinander zu nehmen. Erst der Jägermeister in der ersten Bar hat dann ein wenig Polizist gespielt und das Chili beruhigt. Die zweite Bar war dann grossartig. Also nicht die Bar selber, sondern die Jamsession, welche darin stattgefunden hat. Ein Gitarrist, ein Bassplayer und ein Drummer luden einfach Leute auf die Bühne ein, welche mit ihnen jammen wollten. Höhepunkt war ein Bartli, der etwa zehn Minuten lang Gitarre gespielt hat. Nach sechs Minuten wollten ihn der Bassist und der Drummer zum aufhören 'überreden', indem sie ihren Stil langsam änderten, so à la Fade-out. Aber der Bartli jammte weiter. Genial! Einen der Nachteile meiner Mohawk-Frisur musste ich in dieser Bar erfahren. Prompt wurde ich angefragt, ob ich weiss, wo's in Queenstown was zu kiffen gibt. Diese Frage wurde mir zuletzt vor ein paar Jahren gestellt, als meine Haare noch 50cm lang waren...
Nach der Jamsession gingen wir dann in eine weitere Bar, die wir zuerst eine halbe Stunde suchen mussten. Wir mussten unbedingt das 100-Bier-Menü sehen. Da unser erstes Bier aber 12 Stutz war, blieben wir nur noch wegen der hübschen, schwedischen Barkeeperin.
Für den nächsten Tag haben wir Rausch-Ausschlafen und ein klein wenig Wandern geplant. Wir sind auf den Queenstown Hill gewandert um die Aussicht über Queenstown, den See und das anliegende Skigebiet zu geniessen. Anschliessend haben wir noch das Underwater Observatory besucht (ein Raum! Wow!) und sind wiedermal früh schlafen gegangen, da wir wieder weit fahren mussten am nächsten Tag.
Unsere nächste Station war Te Anau und Fiordland, der grösste Nationalpark in Neuseeland. Wir liessen unser Gepäck gleich im Youth Hostel und machten uns auf in Richtung Milford Sound. Der Weg dahin wurde wieder einmal von einer phantastischen Landschaft begleitet. Wälder, Berge, Seen, Felswände, Wasserfälle und schlussendlich ein Fjord begleiteten uns nach Norden. Wir haben sogar noch unseren ersten Tunnel in Neuseeland gefunden (die Neuseeländer bauen ihre Strassen lieber um die Berge oder darüber als mitten durch). Milford Sound war dann wieder sehr touristisch organisiert. Viele Schiffstouren, Scenic Flights, etc. Sogar für's Wandern muss man isch im Voraus anmelden, da die Hütten voll sind! Wir haben uns aufs Fötelen beschränkt und sind dann zurückgefahren. Nach der Tunnelausfahrt machten wir kurz halt um noch ein paar Fotos von den Felswänden zu schiessen und machten gleich Bekannschaft mit den Keas. Ein Kea ist ein Neuseeländischer Papagei, welcher ein ziemlich aggressives Verhalten an den Tag legen kann. Kaum haben wir das Auto zum Stoppen gebracht, sind sie schon auf unser Dach gehüpft und haben uns begrüsst. Sie haben uns sogar aus der Hand gefressen, sich aber nicht streicheln lassen. Ich wollte einen Kea auf meinen Arm sitzen lassen, was er sich aber nicht getraut hatte. Er hat sich nur mit einem Fuss auf meinen Arm getastet und ist gleich zurückgeschritten, sobald ich mich bewegt habe. Aus Frust hat er mich dafür in den Arm gebissen. Zum Glück habe ich zuvor ein Frotteetuch um meinen Arm gelegt. Als wir dann wegfahren wollten, haben wir festgestellt, dass den Gummi auf der Beifahrertüre komplett zerbissen hatten. Der Autovermieter wird seine wahre Freude daran haben.
Weiter wollten wir nach Südosten nach Owaka fahren. Wir wählten dahin die längere, dafür umso schönere Southern Scenic Route. Der Umweg hat sich definitiv gelohnt. Unter anderem haben wir Monkey Island gesehen und den südlichsten Punkt der Südinsel, wo es so windig war, dass wir uns fast in den Wind legen konnten.
Das Youth Hostel in Okawa war wieder ein Abenteuer für sich. Es befand sich in einem umfunktionierten Spital und war somit ziemlich gross. Wir waren die einzigen Gäste im Haus und der Receptionist hat noch erwähnt, dass wir uns vor dem Geist in Acht nehmen sollten. Der Staff hat den Gästen sogar noch zwei Kickboards zur Verfügung gestellt um die grossen Distanzen im Haus bequemer zurück zu legen. Auf diesem Kickboard in diesem grossen Haus bin ich mir vorgekommen wie der kleine Bub in 'The Shining'!
Am nächsten Tag sind wir an den Strand gegangen, wo sich Seelöwen aufhalten sollten. Den ersten haben wir fast verpasst, da er geschlafen hat. Ich habe ihn erst bemerkt, als wir wenige Meter neben ihm gestanden haben. Er hat kurz die Augen geöffnet uns bemerkt und dann weiter gepennt. Wir sind also auch weiter gelaufen bis wir den zweiten schlafenden Seelöwen gesehen haben. Nach einer kurzen Begrüssung sind wir dann wieder zurückgelaufen. Dieses Mal blieb der erste Seelöwe nicht mehr so freundlich. Er hat sich plötzlich mit Löwengebrüll aufgebäumt und uns angestarrt. Wir sind also ein paar Schritte zurückgelaufen, bis er sich wieder hingelegt hatte. Wir sind dann weitergefahren bis nach Dunedin, welches sich als 'grössere Stadt' (100K Einwohner) angekündigt hat. Trotz der Grösse hat die Sports Hall of Fame um 4 geschlossen und die Bars hatten sonntags gar nicht erst geöffnet. Unser Alternativ-Programm bestand somit aus Sushi-Essen und Kino (Death Race. Ich warte immer noch auf den Film mit Jason Statham, in welchem ich mich langweile. Super Action, sexy Girls, Humor und sogar noch einigermassen Story).
Unsere letzte Station vor Christchurch war Oamaru. Dort haben wir an einem Strand herzige Pinguine gesehen, welche nur einige Meter an uns vorbei gelaufen sind. Mega herzig! :-)
Auf dem Weg nach Christchurch haben wir den krassesten Autofahrer in ganz Neuseeland getroffen. Die Neuseeländer sind zwar keine guten Autofahrer, aber fahren eher auf der sicheren Seite. Dieser war genau andersrum (siehe Kens Eintrag). Nach dieser Begegnung waren unsere Gefühle gemischt, als wir unser Auto beim Verleih wieder abgaben. Alles in allem hat das Autofahren trotz der Komplikationen (in der letzten Woche habe ich endlich gelernt, dass der Gangknüppel links ist) viel Spass gemacht. Vor allem die Passfahrten. ;-)
Christchurch war endlich wieder eine grosse Stadt, welche sich auch wie eine zeigte. Viele Restaurants, Bars, welche auch unter der Woche bis in die Nacht geöffnet haben, viele Leute, etc. Wir hatten also wieder mal Zeit für ein paar Bier. Diese haben wir zusammen mit Remo Heim genossen, welcher momentan in Christchurch verweilt und hier zur Schule geht. Mit ihm zusammen haben wir auch ein leckeres Korean BBQ genossen (inkl Soju, Kimji, etc. :-D ). Zu sehen gab es in Christchurch nicht wirklich viel, die Sehenswürdigkeiten wurden wieder durch einen city-Walk abgedeckt und die Aussicht über die Stadt gab es von einem Hügel aus, welcher uns wieder mal zu einer kleinen Wanderung verleitete. Zu erwähnen bleibt wohl noch, dass Ken es wieder nicht lassen konnte, und das lokale Casino besuchte ('es isch so juicy gsi'). Er shippte nicely ein paar Dollar nach Hause.
Nach drei Tagen in Christchurch war unser Neuseelandabenteuer zu Ende. Morgens um 4 Uhr holte uns unser Shuttle ab, welches uns zum Flughafen brachte. Dort erwartete uns eine Überraschung: Unser Flug nach Auckland wurde wegen technischen Problemen gecancelt. Da der Shuttle noch eine halbe Stunde zu früh am Ziel war, hatten wir somit drei Stunden am Flughafen, welcher nicht wirklich gross war, und am frühen Morgen hatte eh alles zu. Wenigstens war die Aussicht vom Flieger aus über Neuseeland sehr gut, so dass wir nochmals nachvollziehen konnten, welchen Weg wir mit dem Auto zurückgelegt hatten. Das Unterhaltungsprogramm im Flug nach Honolulu war wieder mal Top. (Dark Knight zum zweiten Mal: Yeah! Tropic Thunder: Für Leute, welche hirnlose Filme mit Ben Stiller mögen: Yeah, Yeah! :-) Journey to the Center of the Earth: Easy Sonntagabendfilm, ist wohl aber um Meilen besser im IMAX mit 3D-Brille. Mötley Crües neue Scheibe: Yeah, Yeah, Yeah!). Nach dem Überfliegen der Datumsgrenze und des Äquators sind wir dann endlich in Honolulu angekommen, welches uns mit einer Regenschauer begrüsste: Not so yeah...
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