Sunday, December 7, 2008

Oh Canada!

Ken:

Am Montagabend nahmen wir unsere Reise nach Vancouver in Angriff. Pünktlich um 19:00 Uhr wurden wir im Hotel abgeholt und mit einem Shuttlebus zum Flughafen chauffiert. Dort angekommen wollte ich einen Gepäckwagen holen gehen, aber irgendwie konnte ich weder den vordersten noch den hintersten von der Reihe lösen. Zuerst dachte ich, dass wieder mal meine Ärmi live in Action wäre, aber dann sah ich eine Tafel mit der Beschriftung, dass ein Gepäckwagen 3$ kosten würde. Zwar bezahlt man hier nicht 3$ für 30 Minuten Internet wie in Neuseeland, aber dafür j***len die Amis bei anderen Sachen!

Unser Flug von Hawaii nach Vancouver dauerte gut 5.5 Stunden. Wir hofften bei dieser Fluglänge natürlich, dass wir wieder ein paar gute Filme schauen könnten und dass entweder Abendessen oder Frühstück serviert werden würde. Aber unsere Wünsche wurden überhaupt nicht erfüllt! Wir bekamen weder Znacht noch Zmorge, hätten aber für 6$ (WTF?!?) Sandwiches kaufen können. Auch hätten wir für Getränke bezahlen müssen (immerhin war das Hahnenwasser gratis!). Hinzu kommt, dass sie 3$ für die Kopfhörer verlangten, da aber nur zwei Filme am Mainscreen gezeigt wurden (wobei ich den einen schon im Flug nach Neuseeland gesehen habe und den anderen mich nicht interessierte), blieb ich halt bei meinem MP3-Player und hoffte, dass wir bald wieder landeten. Und die Hostessen? Gruusig bis a Bach abe…. Danke, Air Canada!

Pünktlich um halb sechs Uhr morgens landeten wir in Vancouver. Bei der Ausweiskontrolle hatte ich wieder einmal einige Minuten länger als Michael. Grund: Die hübsche Dame bei der Kontrolle fragte mich, was ich in Vancouver mache. Ich sagte ihr, dass ich hier Sightseeing betreiben würde und als sie mich fragte, was ich hier genau anschauen wolle, wusste ich keine Antwort auf ihre Frage, da wir von Kanada keinen Lonely Planet haben. Dann wollte sie meinen Itinerary haben, etc. etc…. Ich wollte schon erwähnen, dass ich nicht „Kim Lee“ bin, liess es aber. Schlussendlich liess sie mich zum Glück trotzdem einreisen.

Wir nahmen ein Taxi und kamen um 6 Uhr morgens bei unserem Hotel an. Beim Check-in mussten wir aber feststellen, dass man gewöhnlich erst um 15:00 Uhr einchecken könne. Aber der nette Mann an der Rezeption (danke Jacob Matthews!) machte eine Ausnahme, weil er uns mochte, was auch immer das heissen mag (nei, üses Arsch tued (nonig) weh). Somit konnte wir also praktisch eine Nacht sparen (c’mon!).

Kaum hatten wir das Zimmer betreten, holten wir gleich unseren Schlaf nach, weil wir beide während des Fluges kaum schlafen konnten. Irgendwann am frühen Nachmittag sind wir dann verwacht und wollten dann das kanadische Fernsehen ein wenig bewundern. Anders als in den Staaten, wo praktisch nur Football und Basketball übertragen wird, werden hier viele NHL Matches live übertragen (ebe!). So kam es, dass wir bis zum späten Nachmittag nur TV schauten und als schon dunkel wurde, wollten wir beide nicht mehr in die Kälte (in Neuseeland hatte eine Kanadierin aus Vancouver erzählt, dass es in Vancouver um diese Jahreszeit sehr kalt wäre) und liessen uns sogar den Monster Deal von einem Pizzaservice liefern (2 „Large“ Pizzen, Chicken Wings, Blätterteig mit Käse- und Spinatfüllung). Wie in Amerika ist „Large“ auch hier eher „XXL“. Also blieb halt noch eine ganze Pizza übrig, so dass für unser Mittag- bzw. Nachtessen für den nächsten Tag schon vorgesorgt wurde. Es soll noch erwähnt werden, dass wir diesen Monster Deal auch mit „M“ Size Pizzen hätten bestellen können, aber ich wollte ehrlich gesagt L-Size Pizzen bestellen, hab aber nicht damit gerechnet, dass die wirklich so gross sind.

Am nächsten Tag wanderten wir in Downtown Vancouver herum. Wir besuchten das BC Place Stadium, das Heimstadion des Football Teams CFL BC Lions, und die GM Place Arena, das Eishockeystadion der Vancouver Canucks. Leider aber haben die Canucks in den nächsten 2 Wochen kein Heimspiel (super Timing, moll, moll…), also mussten wir uns mit dem Fanshop begnügen.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im McDonald’s, wo wir die komischten Personen sahen, besuchten wir Chinatown in Vancouver und liefen durch das East-End von Vancouver. Wir sahen praktisch nur Penn0rs und kiffende Junkies. Uns kam es wirklich so vor, als wären wir im Ghetto gelandet. Erst als wir zwei Polizisten sahen, die auf Patrouille waren, fühlten wir uns ein wenig sicherer 

Nach East-End wanderten wir weiter zu Gastown, wo alles wieder zivilisiert war. In einem Bookshop schauten wir uns den Vancouver Teil im Lonely Planet von Kanada an und mussten dabei feststellen, dass East-End als „dangerous“ markiert ist.
Weil es allmählich dunkel wurde, wollten wir nur noch das Convention Center besichtigen. Dieses wird wohl wegen der kommenden Olympischen Winterspiele gerade renoviert (super Timing^2, moll, moll…). Somit haben wir uns entschieden, nach Hause zu gehen, wo unsere kalte Pizza auf uns wartete.


Michael:

Am Donnerstag setzten wir unseren City-Walk durch Vancouver fort und liefen rund um den Stanley-Park. Von dort aus hatte man eine schoene Aussicht auf den Yachthafen, Nord Vancouver, die wartenden Tanker und Frachter in der Bucht und auf das wunderschoene Abendrot.
Auf dem Nachhauseweg entdeckten wir noch ein Japanisches All-you-can-eat-Restaurant, welches wir spaeter noch beglueckten. Die Inhaber waren zwar keine Japaner, der Fisch aber trotzdem fein und ueber den Preis konnten wir uns auch nicht beklagen.
Spaeter wollten wir noch mit vollen Baeuchen den Vancouver’schen Ausgang in Yaletown kennenlernen. Wir besuchten zuerst eine stylische Bar mit live Jazz (mit Moses himself am Bass) und durften feststellen, dass die Kanadier doch um einiges interessantere Biere brauen als die Amerikaner und die Neuseelaender. In der Bar sprach uns ploetzlich ein Barkeeper auf Deutsch an. Aufgrund seines Akzents dachten wir, dass er ein Hollaender sei, was sich aber als falsch erwies: Er war – wie die meisten in dieser Bar – Kanadier, der froh war, sein Deutsch aufzufrischen.
Als die Jazzbar um ein Uhr zu machte, begaben wir uns noch in eine Bluesbar, an welcher wir schon ein paar Mal vorbei gelaufen sind und welche uns der Barkeeper ebenfalls empfohlen hat. Lieder war der Mainact gerade im Begriff sein Set aufzuraeumen, aber der zweite folgte sogleich. Ein Quartett aus 50+-jaehrigen, entweder angetrunken oder bekifft, die Musik war nicht wirklich herausragend, aber alleweil unterhaltsam. Unterhaltsam war auch die komische Gestalt, welche hoechstwahrscheinlich die Handtasche einer anderen Besucherin stehlen wollte, sich aber nicht getraute, weil ich ihn die ganze Zeit mit meinem Denk-nicht-mal-daran-Blick angestarrt habe. Er hat es dann irgendwann aufgegeben und hat die Bar verlassen. Wir taten es ihm gleich als die Band verkuendete, dass dies nun ihr letztes Lied war.

Am letzten Tag liefen wir noch eine grosse Shoppingstrasse im Zentrum von Vancouver einmal rauf und einmal runter, fanden aber erst ganz am Schluss etwas interessantes. In einem Souvenirshop wurde ich tatsaechlich noch fuendig auf der Suche nach einem Kanadischen Fussball-Jersey. Da mir der Laden ein wenig den Eindruck einer Touristenfalle machte, handelte ich mit dem Chef (der extra vom Nachbarladen angedampft kam) sogar noch einen 20%-Rabatt aus. Immerhin...
Gross in den Ausgang wollten wir an unserem letzten Tag mal ausnahmsweise nicht, also schlugen wir uns in einem Diner noch die Baeuche voll, bevor wir unsere Siebensachen packten um am naechsten Tag nach LA aufzubrechen. Am Flughafen von Vancouver wurde Ken wie ueblich wieder gefilzt von den Amerikanischen Zollbeamten. Langsam macht es den Anschein, als wuerden die Zollbeamten auf der ganzen Welt eine Rasterfahndung anwenden. In China waren die Zoellner sehr freundlich (wider Erwartens, da wir zur Zeit der (Para)lympics einreisten, ebenso in Korea. In Japan durfte ich meine Tasche bis auf die dreckige Waesche aufmachen und sonst wurde Ken wohl an jedem Zoll eine Zeit lang angehalten. Alle Laender scheinen irgendwie Angst vor fremd-aussehenden Menschen zu haben...
Der Flug wurde zwar wieder von Air Canada organisiert, jedoch konnten wir mit United Airlines fliegen, was uns gratis Softdrinks einbrachte. Yeah!

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