Am Sonntag, dem 26.10.08, endete unsere Reise durch Japan. Eigentlich hatten wir geplant gehabt, einen Tag vorher schon abzufliegen. Aber da wir am Samstag unbedingt in den Yoyogi-Park gehen wollten, um die Japaner in den Manga und Anime Kostümen zu sehen, welche anscheinend nur am Wochenende dort sind, haben wir entschieden, einen Tag länger in Japan zu bleiben.
Die verkleideten Leute haben wir zwar nicht gesehen, aber dafür kamen wir wieder auf die Idee, am letzten Abend vor der Abreise wieder fett in den Ausgang zu gehen. Wir gingen in eine Bar, wo 80’s und 90’s liefen und während der Happy Hour ein Bier nur 500 Yen kostete (etwas mehr als 6.- CHF, aber das ist in Japan wirklich good price!).
Obwohl wir früh nach Hause gingen (der letzte Zug von Tokyo nach Yokohama fuhr um halb zwölf), hatten wir am nächsten morgen trotzdem einen Kater. Zum Mittagessen wurden wir von unseren Gasteltern eingeladen und wurden dann an den Bahnhof gefahren, wo wir uns gleich von ihnen Abschied nahmen und uns für die tolle Woche bei ihnen bedankten.
Laut Fahrplan hätte unser Zug von diesem Bahnhof aus eigentlich zum Narita Airport fahren sollen, aber aus irgendeinem Grund stoppte der Zug einige Stationen vor dem Flughafen und fuhr wieder zurück. Zum Glück haben wir dies bemerkt und sind rechtzeitig noch ausgestiegen. Leider aber mussten wir gut 50 Minuten auf den nächsten Zug warten, der zum Narita Airport fuhr. Um 17:40, 50 Minuten vor dem Abflug, sind wir am Check-In Schalter angekommen und zugleich wurde der Final Call für den Last Check-In ausgerufen. Das erinnerte mich doch glatt an Korea, wo wir den Zug in Seoul Richtung Busan auf die Minute genau noch erwischten. What a timing!
Laut unserem alten Flight Schedule, wo wir am 25.10. Japan verlassen hätten, wären wir um 12:15 Lokalzeit in Auckland, Neuseeland angekommen (Die Zeitverschiebung Japan/Neuseeland beträgt 4 Stunden). Wir hatten uns also schon auf einen 12-stündigen Flug vorbereitet und wollten viele Filme im Flugzeug schauen. Jedoch gab es irgendwelchen Flugverkehr, sodass wir erst 45 Minuten später starten konnten. Wir freuten uns also noch mehr, da wirklich viele gute Filme und Serien gezeigt wurden. Ich hab mir gleich zu Beginn zwei Episoden der Simpsons Staffel 19 reingezogen: Treehouse of Horror 18 und eine weitere Folge, wo Homer bei einem Autoabschleppdienst arbeitet – Diese Folge ist grosses Kino, kann ich jedem empfehlen! :)
Danach zog ich mir noch die Komödie „Get Smart“ (lustiger Film) und den Action-Thriller „88 Minutes“ mit Al Pacino rein (gefällt mir nicht, ich wusste nach 2/3 des Films schon, wer der Täter ist) und wollte dann schlafen gehen. Aber nur gut 1 Stunde später wurde schon die Ansage durchgegeben, dass Frühstück serviert werden würde, und das um 3 Uhr morgens! Aber da wir Neuseeland schon bald erreicht hatten, war es lokal also schon 7 Uhr und um 9 landeten wir am Flughafen von Auckland. Völlig übermüdet erlebte ich am Zoll etwas, das ich nicht so schnell vergessen werde. Als ich bei der Passkontrolle meinen Pass zeigte, musste ich noch meinen genauen Flugplan vorweisen, was ich zuvor noch nie machen musste. Danach wurden mir tonnenweise Fragen gestellt, mit wem ich herumreise, wo ich zuletzt war, was ich in Neuseeland mache, ob ich zum ersten Mal in Neuseeland bin, etc. Gut, reine Sicherheitsroutine, dachte ich mir. Plötzlich aber schaute der Typ an der Kontrolle meinen Pass etwa 5 Minuten an, toggelte irgendetwas am Compi rum und starrte mich immer wieder an und rief schlussendlich dann einen Kollegen, welcher mich bat, mit ihm mitzukommen. Ich musste dann rund 15 Minuten in einem Raum warten, ohne zu wissen, was nun auf mich zukommt. Ich hab mir schon Gedanken gemacht gehabt, ob nun mein Gepäck gefilzt wird, da ich bei der Einreisedeklaration angegeben hatte, dass ich nichts zu verzollen hätte und mein Gepäck beim Check-In in Japan Übergewicht hatte. Plötzlich aber kam eine Polizistin in den Raum und ich fragte sie, ob es ein Problem gebe. Sie antwortete, dass es jetzt kein Problem mehr gäbe und fügte hinzu, dass sie nach einem gewissen „Kim Lee“ suchen würden und ich nicht dieser Kim Lee wäre. Schade, ich hatte mich schon vorbereitet gehabt, mich bis auf die Unterhosen ausziehen zu müssen, wie ein gewisser Kollege von mir, der dies in den Staaten machen musste ;-). Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, wem ich wohl angerufen hätte, falls sie mir nur ein Telefonat gewährt hätten. Die Nummer der Schweizer Botschaft in Neuseeland hatte ich nicht, meine Eltern und meine Schwester könnten mir vom Ausland aus auch nicht gerade behilflich sein. Ich hätte also hoffen müssen, dass das Natel von Gubsi in Neuseeland endlich wieder funktionieren würde und dass er nicht gleich wieder aufgehängt hätte, da er diese Story sicher als Ausrede interpretiert hätte, um länger auf dem Klo zu sitzen.
Nach all den Kontrollen haben wir dann doch noch den Ausgang des Terminals erreicht. Wir wollten dort noch ein paar unserer Traveller Cheques wechseln, um die Busfahrt zum Youth Hostel bezahlen zu können. Wie das Schicksal es so wollte, war gerade an diesem Montag „Labour Day“, was somit bedeutete, dass alle Banken geschlossen hatten. Wieder einmal hatten wir in einem fremden Land kein Geld…
Zum Glück aber werden in Neuseeland an praktisch allen ATMs internationale Karten wie MAESTRO akzeptiert, im Gegensatz zu Japan, wo viele Bancomaten nur japanische Karten akzeptieren.
Im Youth Hostel angekommen, machten wir gleich ein kleines Nickerchen, um den entgangenen Schlaf nachzuholen. Danach haben wir vom Zentrum aus in Auckland City einen Rundgang gemacht, wobei wir eine Comic Convention gesehen haben, welche über das Labour Weekend stattgefunden hat. Viele Leute hatten sich in Comic Figuren verkleidet und man sah wirklich einen Freak nach dem anderen. Somit konnten wir das nachholen, was wir in Japan im Yoyogi-Park verpasst hatten.
Wir starteten vom Sky Tower aus, ein 328 Meter hoher Turm (ist angeblich das höchste Gebäude in der Südhemisphäre), wo man an einem Seil befestigt auf der Spitze oben frei herumlaufen und schlussendlich runterspringen kann. Der Spass kostet aber knapp 200$, weshalb wir darauf verzichteten.
Während des Rundgangs merkten wir bald einmal, dass in Auckland alles sehr nah beieinander ist und dass die grösste neuseeländische Stadt mit über 1.2 Mio Einwohnern doch sehr klein ist. Nur an der Queen Street befinden sich viele Geschäfte, Restaurants und Bars. Weicht man ein wenig von dieser Strasse ab, landete man gleich im grössten Ghetto.
Am Abend wollten wir Max Payne im Kino schauen gehen, aber da wir ein wenig zu spät dort waren und der Film schon angefangen hatte, entschieden wir uns für „Burn after reading“ (Danke Oli für den Tipp). Der Film ist wirklich eine gute Komödie und Brad Pitt find ich grossartig in diesem Film ;-)
Als wir am Abend unseren Lonely Planet anschauten, stellten wir fest, dass wir bei unserem Rundgang per Zufall mehr oder weniger alle empfohlenen Sehenswürdigkeiten gesehen hatten.
Am nächsten Tag besuchten wir noch als Abschluss die anderen Sehenswürdigkeiten in der empfohlenen Walking Tour wie z.B. den University Clock Tower, der als architektonisches Meisterwerk gepriesen wird.
Danach mieteten wir ein Auto, mit welchem wir in den kommenden 2.5 Wochen quer durch die Nord- und Südinsel fahren werden. Gegen Abenddämmerung gingen wir an die „Mission Bay“, ein Strand, der in allen Sightseeing Guides erwähnt wird. Da wir an diesem Tag noch kein Auto hatten, nahmen wir den Bus dorthin. Mann, war das eine Katastrophe! An der Bushaltestelle steht nicht, wo die Buslinien hinfahren und auch der Busfahrer sagt die nächste Station nicht an, sodass wir am falschen Ort ausgestiegen sind und gut 2km laufen mussten, um an die Mission Bay zu gelangen. Obwohl ich kein einziges koreanisches oder japanisches Zeichen lesen kann, kam ich in Korea und Japan mit der ÖV viel besser zurecht als hier!
Als wir dann am Strand angekommen waren, erlebten wir eine rechte Enttäuschung, da der Strand überhaupt nichts Besonderes zu bieten hatte und weil auf den Fotos in den Guides alles viel schöner aussah (wie immer)! Deshalb gingen wir gleich mit dem Bus wieder zurück und bezahlten nochmals 3.20$ für die 10min Rückfahrt!
Natürlich konnte ich es nicht verkneifen, am NL200 Table seated zu sein. Gubsi hatte keine Lust und wie ein altes Ehepaar (so würde Ossi sagen) besorgte ich das Geld und Gubsi kümmerte sich um den organisatorischen Kramm wie Routeplanen, Bloggen, Einkaufen, etc.
Unsere Plan sieht momentan so aus, dass wir zuerst in den Norden fahren zu den sogenannten Bay of Islands, bevor wir wieder in den Süden gehen (Rotorua, National Park, Waitomo Caves) und in Wellington am Montag die Fähre nehmen, um die nächsten 12 Tage (vielleicht auch mehr) auf der Südinsel zu verbringen.
Das Abenteuer Linksverkehr kann beginnen!
Saturday, November 1, 2008
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1 comment:
Ich wusste doch schon immer, dass du ne Mafioso Fresse hast. Oder war es ein Pokerface?
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