Nachdem die Premiere unseres Stockton-Videos geglückt ist, möchten wir es an dieser Stelle der Öffentlichkeit preisgeben:
Sickmasters On Tour - A Tribute To John Stockton
Monday, December 20, 2010
Wednesday, March 25, 2009
Home Sweet Home
Nach exakt 6 Monaten und einem Tag sind wir also wieder zu Hause angekommen. Der Flug war so etwas von beschissen. Ich bemerkte zu Beginn nicht, dass mein ausklappbarer Tisch am Vordersitz befestigt war. Somit versuchte ich also sogleich die Abdeckung der Armstütze aufzumachen, wo ich meinen Tisch vergebens suchte. Ich fand nur einige Kabel, von welchen ich wohl beim wieder-verschliessen eines kaputt machte. Jedenfalls hatte ich schlussendlich nur Sound auf einer Muschel meines Kopfhörers. Dazu kam, dass der Winkel des TV-Screens nicht verstellbar war. Ich musste also halbwegs in meinem Sessel liegen, damit ich was sah und zudem mit einer Hand das Ohr zuhalten, welches keinen Sound aus dem Kopfhörer hatte, damit der Flugzeuglärm nicht meinen Film übertönte. Einen Film zu schauen kann wohl kaum ungemütlicher sein. Achja: Ich zog mir 'The Day The Earth Stood Still' rein. Trotz meinen Bemühungen habe ich nicht viel vom Film mitbekommen, nur dass die Hauptbotschaft des Films clever war. Den Rest des Fluges verbrachte ich damit, mein letztes Buch zu Ende zu lesen und mit dem (beinahe kläglichen) Versuch, Schlaf zu finden.
Wie immer war ich froh, dass der Flug vorüber war (und sehnte mich nach der Zeit, wo ich mir vielleicht mal Business-Class leisten kann), obwohl es diesmal bedeutete, dass zugleich unsere Reise ein Ende fand. Wie schon von Ken erwähnt, wurden wir am Flughafen von meinem Vater mit Gipfeli und Kaffee (mmmmmmmm, fein!) in Empfang genommen und nach Hause durch die immer noch verschneite Schweizer Landschaft gefahren. Viele Dank nochmals auch von meiner Seite!
In der Zwischenzeit haben wir uns so halbwegs wieder eingelebt. Auch nach zwei Wochen kommt es mir immer noch komisch vor, wenn ich in einer Bar so viel Schweizerdeutsch höre. Auch wollte ich am Kebapstand zuerst in Englisch bestellen, was ich mir dann aber schnell anders überlegt habe.
Dass wir wieder zu Hause sind, haben wir spätestens bei den Preisen bemerkt. Ein Subwaysandwich mit Getränk (No Refill!) kostet fast 20 CHF. Ein Bier im Pub 9.-. Eine Zugfahrt nach Zürich kostet 15.-. Das fährt besonders ein, wenn man am Ende der Ferien blank ist...
Interessant ist auch das Zurechtfinden im Strassenverkehr. Schon zweimal habe ich im letzten Moment noch bemerkt, dass ich bei einem Rotlicht nicht rechts abbiegen darf (wann wird das in der Schweiz endlich eingeführt?!). Im einen Fall hatten die beiden Passagiere nicht so Freude, als ich das Rotlicht überfahren hatte und erst ganz vorne an der Kreuzung anhielt. ;-) Zu einem Rechts-Überholmanöver (nochmals: wann wird das in der Schweiz endlich eingeführt?!) ist es zum Glück noch nicht gekommen, obwohl ich das wohl auch bald vermissen werde. Wenigstens haben wir mit 120 eine der höheren Tempolimiten.
Auch musste ich mich daran gewöhnen, dass hierzulande gewisse Läden über Mittag nicht offen haben. Und schon gar nicht am Abend (Wann wird das endlich abgeschafft?!). Auch vermisse ich 24h Sportfernsehen... :-(
Inzwischen habe ich noch Post vom Neuseeländischen Justizministerium bekommen. Für die bereits erwähnte Busse habe ich 2 Mahnungen bekommen (court cost: 30$) und zudem ist noch eine weitere Busse (inkl. 1. Mahnung) ins Haus geflattert, von welcher wir aber nicht mehr wissen, wer gefahren ist. Ich habe mich also sogleich beschwert, dass ich die administrativen Kosten von 2x30$ nicht bezahlen werde, da ich ja gar nicht zu Hause war. Die Antwort aus Neuseeland: '2 Bussen? Wir haben hier nur eine registriert!' Bene! Doppelt Glück gehabt, da die 'verlorengegangene' Busse die teurere war, die ich alleine bezahlen müsste.
Die letzte Zeit haben wir mit unserer Jobsuche verbracht. Ich habe bereits bei meiner alten Praktikumsfirma unterschrieben, während Ken bei mehreren Arbeitgebern in der zweiten Runde ist, und wohl auch per Anfang April mit der Arbeit beginnen kann.
Nun habt ihr sicher alle noch auf die letzten BicMac-Tests gewartet. Et voilà:
Continental USA:
Liebe: Hängt total vom Lokal, dem Stress und dem Burgerkoch ab. Meistens aber i.O.
Preis: billig wie allgemein in den USA (Ausnahme: Hawaii)
Genuss: The best of the best of the best, Sir!
Grösse: Normal gross, sprich: wie in der Schweiz
Mexico (nur von Ken getestet und zudem war es ein Double Big Mac mit vier Fleischstücken):
Liebe: Nichts besonderes. Der Pluspunkt war, dass es nur eine Gurke hatte ;-)
Genuss: Es ist schwer, diesen Double Big Mac irgendwo einzureihen. Das Fleisch war gut gewürzt, dank der doppelten Schicht konnte man dies auch gut schmecken. Jedoch kann der MEX Big Mac dem US Big Mac nicht im geringsten das Wasser reichen.
Für einen ganz krassen negativen Punkt sorgte das KALTE untere Hamburgerbrötchen. Aus diesen Gründen bekommt dieser Double Big Mac die Note mittelmässig.
Preis: Der Big Mac war für Schweizer Verhältnisse nicht so teuer, jedoch für Mexikanische. Preislich liegt dieser irgendwo in der Region des CND und US Big Macs.
Alles in allem muss man sagen, dass der Big Mac in seinem Ursprungsland einfach Top ist. In China ist zwar der Geschmack knapp an den Ami-Big-Mac herangekommen, wurde aber aufgrund seiner Grösse und seinem Erscheinungsbild klar in die Schranken gewiesen. Auch der fast geschenkte Preis kann da nichts mehr ausrichten.
Abschliessend möchte ich mich ebenfalls bei all den netten Leuten bedanken, welche unsere Reise in irgendeiner Form bereichert haben. You know who you are!
Last but not least natürlich auch ein liebes Dankeschön an meinen Travelbuddy Ken, welcher es sechs Monate lang mit mir ausgehalten hat. :-)
Wie immer war ich froh, dass der Flug vorüber war (und sehnte mich nach der Zeit, wo ich mir vielleicht mal Business-Class leisten kann), obwohl es diesmal bedeutete, dass zugleich unsere Reise ein Ende fand. Wie schon von Ken erwähnt, wurden wir am Flughafen von meinem Vater mit Gipfeli und Kaffee (mmmmmmmm, fein!) in Empfang genommen und nach Hause durch die immer noch verschneite Schweizer Landschaft gefahren. Viele Dank nochmals auch von meiner Seite!
In der Zwischenzeit haben wir uns so halbwegs wieder eingelebt. Auch nach zwei Wochen kommt es mir immer noch komisch vor, wenn ich in einer Bar so viel Schweizerdeutsch höre. Auch wollte ich am Kebapstand zuerst in Englisch bestellen, was ich mir dann aber schnell anders überlegt habe.
Dass wir wieder zu Hause sind, haben wir spätestens bei den Preisen bemerkt. Ein Subwaysandwich mit Getränk (No Refill!) kostet fast 20 CHF. Ein Bier im Pub 9.-. Eine Zugfahrt nach Zürich kostet 15.-. Das fährt besonders ein, wenn man am Ende der Ferien blank ist...
Interessant ist auch das Zurechtfinden im Strassenverkehr. Schon zweimal habe ich im letzten Moment noch bemerkt, dass ich bei einem Rotlicht nicht rechts abbiegen darf (wann wird das in der Schweiz endlich eingeführt?!). Im einen Fall hatten die beiden Passagiere nicht so Freude, als ich das Rotlicht überfahren hatte und erst ganz vorne an der Kreuzung anhielt. ;-) Zu einem Rechts-Überholmanöver (nochmals: wann wird das in der Schweiz endlich eingeführt?!) ist es zum Glück noch nicht gekommen, obwohl ich das wohl auch bald vermissen werde. Wenigstens haben wir mit 120 eine der höheren Tempolimiten.
Auch musste ich mich daran gewöhnen, dass hierzulande gewisse Läden über Mittag nicht offen haben. Und schon gar nicht am Abend (Wann wird das endlich abgeschafft?!). Auch vermisse ich 24h Sportfernsehen... :-(
Inzwischen habe ich noch Post vom Neuseeländischen Justizministerium bekommen. Für die bereits erwähnte Busse habe ich 2 Mahnungen bekommen (court cost: 30$) und zudem ist noch eine weitere Busse (inkl. 1. Mahnung) ins Haus geflattert, von welcher wir aber nicht mehr wissen, wer gefahren ist. Ich habe mich also sogleich beschwert, dass ich die administrativen Kosten von 2x30$ nicht bezahlen werde, da ich ja gar nicht zu Hause war. Die Antwort aus Neuseeland: '2 Bussen? Wir haben hier nur eine registriert!' Bene! Doppelt Glück gehabt, da die 'verlorengegangene' Busse die teurere war, die ich alleine bezahlen müsste.
Die letzte Zeit haben wir mit unserer Jobsuche verbracht. Ich habe bereits bei meiner alten Praktikumsfirma unterschrieben, während Ken bei mehreren Arbeitgebern in der zweiten Runde ist, und wohl auch per Anfang April mit der Arbeit beginnen kann.
Nun habt ihr sicher alle noch auf die letzten BicMac-Tests gewartet. Et voilà:
Continental USA:
Liebe: Hängt total vom Lokal, dem Stress und dem Burgerkoch ab. Meistens aber i.O.
Preis: billig wie allgemein in den USA (Ausnahme: Hawaii)
Genuss: The best of the best of the best, Sir!
Grösse: Normal gross, sprich: wie in der Schweiz
Mexico (nur von Ken getestet und zudem war es ein Double Big Mac mit vier Fleischstücken):
Liebe: Nichts besonderes. Der Pluspunkt war, dass es nur eine Gurke hatte ;-)
Genuss: Es ist schwer, diesen Double Big Mac irgendwo einzureihen. Das Fleisch war gut gewürzt, dank der doppelten Schicht konnte man dies auch gut schmecken. Jedoch kann der MEX Big Mac dem US Big Mac nicht im geringsten das Wasser reichen.
Für einen ganz krassen negativen Punkt sorgte das KALTE untere Hamburgerbrötchen. Aus diesen Gründen bekommt dieser Double Big Mac die Note mittelmässig.
Preis: Der Big Mac war für Schweizer Verhältnisse nicht so teuer, jedoch für Mexikanische. Preislich liegt dieser irgendwo in der Region des CND und US Big Macs.
Alles in allem muss man sagen, dass der Big Mac in seinem Ursprungsland einfach Top ist. In China ist zwar der Geschmack knapp an den Ami-Big-Mac herangekommen, wurde aber aufgrund seiner Grösse und seinem Erscheinungsbild klar in die Schranken gewiesen. Auch der fast geschenkte Preis kann da nichts mehr ausrichten.
Abschliessend möchte ich mich ebenfalls bei all den netten Leuten bedanken, welche unsere Reise in irgendeiner Form bereichert haben. You know who you are!
Last but not least natürlich auch ein liebes Dankeschön an meinen Travelbuddy Ken, welcher es sechs Monate lang mit mir ausgehalten hat. :-)
Thursday, March 5, 2009
Final Destination
Trotz Alkoholkonsums am Vortag an Michael's Geburtstag, sind wir beide am Montagmorgen relativ früh erwacht. Mussten wir auch, denn an diesem Tag hiess es von Tequila, Sombrero, Burrito und all den Senioritas Abschiednehmen (Anzumerken sei an dieser Stelle, dass wir einmal am letzten Abend vor dem Flug wieder saufen gegangen waren ;-)). Gut, vielleicht hat uns die nette Putzfrau auch beim Verwachen geholfen, als sie doch um 8:30 an der Türe klopfte und fragte, ob wir Room-Service benötigen, obwohl wir 3,5h später sowieso auschecken mussten (bisch dumm?).
Ich duschte gemütlich, packte meine "7 Sachen" während Michael auf dem kleinen Streetballfeld vor dem Hotel ein paar Dunks versuchte (wir haben da eine Wette am Laufen). Um Punkt 12:00 Uhr checkten wir aus, nachdem wir alle unsere Schmuggelware verstaut hatten: Habanero- und Chilisamen durften wir in den USA nicht ohne Deklaration einführen. Wir kamen uns dabei wie irgendwelche professioniellen Drogenbarone vor ;-). Wir kauften beim Laden nebenan noch ein paar Souvenirs, um unsere restlichen mexikanischen Münzen loszuwerden und warteten danach bis 12:45 Uhr in der Hotellobby auf unser Taxi, welches wir am Vortag bestellt hatten. Als um 13:30 immer noch kein Taxi da war (wir wissen ja mittlerweile, dass die Mexikaner sowieso alles recht gemütlich nehmen), baten wir den Concierge, ein anderes Taxi zu rufen, da unser Flug um 16:05 war. In wenigen Minuten war dieses dann Vorort und dank unserer genialen Planung hatten wir noch genau 20$ (knapp 2$, also US Dollar ;-)) übrig, nachdem wir den Taxifahrer für die Fahrt an den Flughafen bezahlt hatten.
Wie bei der Reise nach Cancun flogen wir wieder mit der United Airline nach Washington, welche die letzte Destination unserer Reise war. Unschwer zu erkennen anhand der letzten Blogeinträgen, hat UA mittlerweile sehr viele Sympathiepunkte verloren und was beim Check-In vorgefallen war, verschlechterte den Punktestand noch mehr: Zum ersten Mal während unserer Reise akzeptierte eine Airline das Gepäck-Übergewicht nicht (max. 23kg). Wir versuchten dem netten Herrn zu erklären, dass wir uns auf einer Weltreise befänden und dass wir 2 Gepäckstücke à je 23kg mitnehmen dürfen. Ich hatte nur ein Gepäck zum Einchecken, aber dieses war etwa 3kg zu schwer (zu viele Sachen gekauft!). Der nette Herr beim Check-In beharrte jedoch auf dieser 23kg Limite und sagte mir, dass ich nun entweder 50$ bezahlen oder umbiegen müsse. Zum Glück hatte ich nebst dem Handgepäck noch einen kleinen Rucksack dabei gehabt, so dass ich die Badetücher und die Turnschuhe in diesem Rucksack verstauen konnte. Die vielen DVDs und CDs nahm ich wegen der Gefahr, dass die Hüllen beschädigt werden könnten, in das Handgepäck, was natürlich auch diesen Rucksack nun aufblähte. Als wir dann an Board gingen (wieder einmal die Letzten, aber dieses Mal gab's keinen Final Call), wurde ich wieder einmal gefilzt, also mein fettes Handgepäck eigentlich ;-). Die Dame inspizierte dabei praktisch alle DVDs und CDs und liess mich schlussendlich gehen. Keine Ahnung, was sie da suchte... Meine Vermutung war folgende: Ich = Asiate = illegale Raubkopien Besitzer... Zum Glück hab ich nur Originalwaren dabei gehabt!
Trotz den bequemsten Sitzen, da wir auf Wunsch Michaels beim Notausgang sitzen konnten und somit viel Beinfreiheit hatten, fühlte ich mich ein wenig unwohl, da sich mein Magen innerhalb der 3 Flugstunden 3 Mal meldete (ich musste am Morgen schon zweimal im Hotel aufs Klo und auch kurz nach dem Mittagessen). Das musste wohl am Mittagsburrito oder am Taco vom Vorabend liegen. 6 Mal aufs Klo an einem Tag, hätte fast ein neuer Rekord werden können.
Pünktlich um 20:00 sind wir dann in Washington gelandet und hatten erstaunlicherweise keine Probleme bei der Einreise - denn mittlerweile muss man etwa 10 verschiedene Einreiseformulare ausfüllen, wenn man in die USA reisen will, dabei füllt man das Visa Waiver Formular sogar doppelt aus (online und jenes, das man im Flieger bekommt) - und zum Glück klappte auch alles beim Warenzoll, so dass wir unsere Habanero-Samen illegal ins Land schmuggeln konnten.
Wie immer, ihr könnt euch denken was, hatten wir an einer neuen Destination wieder einmal kein Bargeld. Zum Glück aber funktionierte meine US-Debitcard (wieder), so dass wir einen Shuttlebus zum Hotel nehmen konnten. Da wir dem Fahrer (ein Schwarzer, ähh ein Farbiger, ääh maximal Pigmentierter, oder ist das auch zu rassistisch?) noch ein kleines Trinkgeld geben wollten, das aber aufgrund des fehlenden Cashs nicht wirklich möglich war, wollten wir unseren Chauffeur mit der Kreditkarte "tippen". Dieser hatte jedoch das Lesegerät nicht dabei und wir boten ihm an, dass wir an der Rezeption gleich nach dem nächstgelegenen ATM fragen würden, um an unser Bargeld zu kommen. Der Fahrer wartete dabei in der Hotellobby und als ich mich auf dem Weg zum ATM machte, hörte Michael, wie die zwei ebenfalls farbigen Frauen an der Rezeption sich leise fragten, was dieser komischer Kauz (also der Fahrer) hier mache. Auch unter Farbigen gibt es also Rassismus...
Von unserem Hotelzimmer aus hatten wir eine gute Sicht auf das Capitol und .... auf den McDonald's ;-) Deshalb machten wir uns, nachdem wir alles ausgepackt hatten, auf dem Weg dorthin, um unseren obligaten BigMac Test um 23:00 zu machen. Jedoch waren die Türen verschlossen, aber der McDrive schien noch offen zu haben. Da wir kein Auto in Washington hatten, liefen wir zu Fuss durch den McDrive und konnten zum Glück so etwas bestellen ;-) Jedoch froren wir uns den Arsch ab, als wir auf unser Essen warten mussten, da es in Washington extrem windete bei Temperaturen von sage und schreibe -4° Celsius. Hinzu kam noch, dass wir gerade von einem Ort gekommen waren, wo wir die letzten 10 Tage nur Sonne und Temperaturen von mindestens 25° Celsius gehabt hatten.
Am nächsten herrlichen und schönen Tag (24. Februar) hiess es mal wieder Sehenswürdigkeiten anschauen, von denen es in Washington nebst den Museen sehr viele gibt. Wir besuchten zuerst das Capitol von aussen und wollten noch das Innere anschauen gehen. Aber aus irgendeinem Grund schien es an diesem Tag keine Tour zu geben, weshalb wir auf diese verzichten mussten. Der Grund aber haben wir später selber herausgefunden. Vom Capitol aus liefen wir über die Strasse und waren schon beim Supreme Court, der allerhöchsten Gerichtsinstanz in den Staaten. Wenn hier etwas entschieden wird, dann ist es also definitiv und kann nicht mehr angefochten werden. Einen Gerichtsprozess konnten wir zwar nicht sehen, doch besuchten wir eine 45 minütige Vorstellung im Gerichtssaal selbst, wo wir über die Architektur des Raums, die Sitzordnungen und über den Ablauf eines solchen Prozesses informiert wurden.
Wir gingen danach Richtung Downtown und liefen dabei am J. Edgar Hoover Building vorbei, oder besser bekannt als das Headquarter des FBIs. Etwas später liefen wir auch am Ford Theater vorbei, dem Ort, wo Abraham Lincoln ermordert wurde. Aufgrund der vielen Touristen, beschlossen wir, das Ford Theater an einem anderen Tag zu besuchen. Zwischen dem Capitol und Downtown sahen wir viele Museen. Nennenswert sind sicherlich das National Museum of National History und das Smithsonian National Air and Space Museum, welche wir ebenfalls an einem anderen Tag besuchten.
Gegen Abenddämmerung liefen wir den selben Weg wieder zurück, d.h. via Capitol zu unserem Hotel. Auf dem Weg zurück sahen wir zuerst ganz viele Kamerateams einige Hundertmeter vor dem Capitol. Ich fragte Michael, ob heute was los sei, worauf er meinte, dass die Amis wohl nicht in der Lage wären, ein Fake-Hintergrundbild für das Capitol für die Nachrichten zu machen und sie deshalb Vorort sein müssten. Als wir uns dem Capitol näherten waren plötzlich überall Polizisten zu sehen. Sogar ein richtiges SWAT Team haben wir gesehen :-). Gleich neben dem Capitol waren noch Soldaten stationiert. Ich fragte Michael also nochmals, ob wirklich nichts los sei (Terroranschlag oder so), worauf er behauptete, dass dies eine reine Übung sei, weil wir erstens in der Absperrung (noch) herumlaufen durften und weil alle Soldaten, Polizisten, etc. so locker drauf waren, so dass dies eine Übung sein müsse.
Zu Hause angekommen schalteten wir den Fernseher ein, wo auf HBO gerade die Szene in "Die Hard 4" gezeigt wurde , wo das Capitol in die Luft gesprengt wurde. Natürlich blickten wir gleich aus dem Fenster und das Capitol war noch da... Doch kein Terroranschlag also ;-) Ich fing wirklich langsam an zu glauben, dass dies eine Übung der Polizei und des Militärs war, ehe wir etwas später Obama live im Fernsehen sahen. Und wo hielt der Präsident seine Rede über die momentane wirtschaftliche Lage in den USA? Natürlich im Capitol. Soviel zum Thema Übung ;-) !
Weil wir am nächsten Tag weitere Sehenswürdigkeiten anschauen wollten und somit früh aufstehen mussten, beschlossen wir deshalb meinen Geburtstag im Hotelrestaurant zu "feiern". Das Essen war nichts besonderes, aber das habe ich auch nicht erwartet :-)
Am nächsten Tag verliessen wir unser Hotel um 9 Uhr und machten gleich eine Tour durch das Capitol, welche wir wegen der Obama-Rede vom Vortag nicht machen konnten. Nach der Tour besuchten wir das Washington Monument, einen grossen Monolithen, welcher in zwei Phasen erbaut wurde, das man anhand der verschiedenen Farben der Gesteinsmaterialien sehr gut erkennen konnte. Zuoberst auf dem Monolithen knipsten wir ein paar Fotos von Washington und machten uns dann auf dem Weg zum Holocaust Memorial Museum. Auf drei verschiedenen Stockwerken wurde die Entstehung und das Ende des Nationalsozialischten Deutschlands gezeigt, was sehr eindrücklich war. Was ich jedoch am Schluss ein wenig vermisste, war, was die heutige Auswirkungen so sind und ob so eine Hitler-Propaganda heute noch Erfolg hätte.
Nach dem 2 stündigen Museumsbesuch schauten wir noch das National World War II Memorial, das Korean War Memorial, wo wir den exakt gleichen Spruch "Freedom is not free" wie in Korea wieder fanden, das Vietnam Memorial (eine Wand mit Namen aller gefallenen US-Soldaten) und das berühmte Lincoln Memorial mit der riesen grossen Statue von Lincoln selbst. Als letzte Sehenswürdigkeit an diesem Tag gingen wir zu dem Ort, wo Obama zu Hause ist: Das Weisse Haus! Eine Tour durch das White House konnten wir nicht machen, weil man sich hierfür mindestens einen Monat vorher bei der Schweizer Botschaft sich melden müsste.
Nach diesem laufreichen Tag gönnten wir uns ein feines Buffet im Seafood Restaurant Philips, welches uns vom Shuttlebusfahrer empfohlen wurde. Für 25$ konnten wir soviel essen wie wir wollten. Das Angebot war relativ vielseitig und für meinen Geschmack auch ganz ok. Michael meinte auch, dass dieses Buffet eher von der besseren Sorte wäre, im Vergleich zu denen in Las Vegas ;-) Wie so oft, stopften wir uns natürlich mit Essen voll (deshalb haben wir beide an Gewicht zugelegt!), obwohl wir noch vorhatten, nach dem Essen in den Kraftraum im Hotel unten zu gehen. Trotz Mühe auf dem Rückweg ins Hotel wegen des vollen Magens, hielten wir an unseren Vorsatz und gingen etwas später in den Fitnessraum.
Am Donnerstag standen noch zwei weitere berühmte Sehenswürdigkeiten auf dem Programm, die sich beide in Arlington befanden. Da Arlington nicht gleich um die Ecke lag, nahmen wir die Metro, um das Pentagon zu besichtigen. Aber die Fahrt dorthin ist zu einer richtigen Odysee geworden. Zuerst erwischten wir die falsche Metrolinie und bemerkten dies zum Glück schon bei der nächsten Station. Wir fuhren demzufolge wieder zurück zum ursprünglichen Ort und schauten dann auf einer Tafel nochmals nach, welche Linie wir wirklich nehmen mussten. Nachdem wir die richtige Linie wussten, warteteten wir bei dem Gleis, auf das der Pfeil auf der Tafel verwiesen hatte. Wir stiegen nun in die richtige Linie ein, aber aus irgendeinem Grund, der uns heute noch nicht bekannt ist, fuhr die Metro in die falsche Richtung ;-). Und wieder mussten wir zurückfahren und erwischten dann beim 3. Mal die endgültig richtige Linie in die richtige Richtung! Bei der U-Bahn Station Pentagon stiegen wir aus und als wir an der Erdoberfläche waren, suchten wir das Pentagon. Wir fanden ein Schild, welches das Pentagon Memorial signalisierte, welches an die Verstorbenen von 9/11 erinnern solle. Als wir dorthin liefen (denn das Pentagon muss ja irgendwo in der Nähe des Memorials sein), bemerkten wir auf der rechten Seite eine lange schäbige Gebäudewand, die einer alten Baracke glich. Doch als wir die Ecke dann sahen, wurde uns schnell klar, dass es sich um das Pentagon handelte :-).
In der Nähe des Pentagons befand sich ebenfalls auch der Arlington National Cemetery, ein nationaler Friedhof, wo unter anderem die Kennedys begraben wurden. Wir liefen vom Pentagon aus etwa 1km bis wir zu einem Tor zu diesem Friedhof gelangten. Dort aber war ein grosses Schild, welches uns auf den Haupteingang verwies. Toll, der Haupteingang befand sich genau auf der anderen Seite und wir mussten mit der Metro dorthin! Eine Mauer, die uns vor dem Friedhof trennte, war nur etwas über einen Meter hoch. Aber wegen der Kaserne nebenan unterliessen wir es, über diese Mauer zu klettern.
Im National Cemetery sahen wir nebst den Gräbern der Kennedys noch das Grab von Robert Edward Lee, einem der berühmtesten Generäle der USA, den Tomb of the Unknown Soldier, welcher als Symbol für alle gefallenen unidentifizierten Soldaten stand, das Amphitheater und das Space Shuttle Challenger Memorial.
Nach unserem Friedhof Besuch machten wir einen kurzen Abstecher zum Iwo Jima Memorial, welches an alle Personen der Marine Corps der USA erinnern sollte, die seit dem Jahre 1775 ums Leben kamen.
Zum Abendessen gingen wir in eine Brauerei, wo wir ein paar Bierchen zu uns nahmen, um für gute Stimmung im kommenden NHL Match zwischen den Washington Capitals und den Atlanta Trashers zu sorgen, weil wir von den Spielen an der Westküste mittlerweile wussten, dass im Stadion selbst fast schon Totenstille herrschte. An der Ostküste aber schien dies nicht der Fall zu sein, zumindest nicht in den ersten zwei Dritteln dieses Matches: Die Capitals gingen in den ersten paar Minuten ab wie die Feuerwehr und lagen schon früh mit 2:0 in Führung. Dies führte dann auch zu einer Bombenstimmung, die wir gar nicht erwartet hatten. Im Vergleich zu den Westküstenteams haben die Capitals sowas wie eine Art Fankurve, die immer wieder für Stimmung sorgte. Jedoch kannten die leider auch nicht mehr als "Let's go Caps!" zu rufen. Auch kam es wie gewohnt in der NHL zu einer Schlägerei, die aber wirklich ganz langweilig war, weil die zwei Involvierten praktisch nur Händchen hielten. Der Nazi-Soldat aus Indy 3 sagte doch mal: "Die Amerikaner, die kämpfen wie Weiber!" und damit hat er u.a. bestimmt diese Schlägerei gemeint.
Obwohl die Capitals mit ihrem Superstar Ovechkin in dieser Saison zu den Topteams gehören und die Trashers das Schlusslicht der NHL bilden, gewannen die Capitals nur mit 4:3. Lange Zeit stand es im 3. Drittel 4:2, ehe 5 Minuten vor Schluss den Trashers den Anschluss gelang. Diese Torflaute im letzten Drittel wirkte sich extrem auf die Stimmung aus, so dass wir uns wieder wie in LA oder Anaheim fühlten.
Den nächsten Tag verbrachten wir den Nachmittag in diversen Museen. Zuerst besuchten wir das erwähnte Air and Space Museum, wo wir interessante Sachen über die Flugtechnik und geschichtlichen Hintergrund erfahren konnten. Gegen 16 Uhr gingen wir nach Downtown und wollten das International Spy Museum besichtigen. Jedoch war dieses im Vergleich zu den anderen kostenpflichtig, was eigentlich auch easy wäre. Jedoch meinte die Dame am Schalter, dass wir mindestens 2 Stunden bräuchten und weil es schon 16:30 Uhr war und das Museum um 18:00 Uhr schliessen würde, entschieden wir uns, noch die restlichen 1.5 Stunden im Naturhistorischen Museum zu verbringen, wo wir hauptsächlich bei den Dinosauriern gelandet waren.
Da wir in Washington D.C. mittlerweile alles Sehenswerte besucht hatten, entschieden wir uns, die restlichen 2 Tage unserer Reise in Baltimore zu verbringen, das etwa 45 Minuten mit dem Zug entfernt war. Denn in unserem Lonely Planet wurde "Getting drunk in Baltimore" sogar als Highlight aufgeführt, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Nach dem Abendessen im Hotel ging's dann mit dem Amtrak-Zug los Richtung Baltimore, wo wir gleich in die Fells Point Area gingen, wo laut Lonely Planet am Wochenende die Sau rausgelassen werde. Wir freuten uns also schon auf 2 Tage Dauerscheibe, aber (wer hätte das gedacht?) nix da! Als wir um ca. 23 Uhr in die Bar kamen, waren gerade mal etwa 10 Leute dort. Etwas später entdeckten wir noch eine Lounge im oberen Stock, wo ein paar Leute mehr ihr Tanzbein schwangen. Aber wegen des Cover Charges verzichteten wir auf diese Lounge. Ansonsten war die Bar Fletcher's eigentlich ganz ok, die wenigen Leuten, die sich dort aufhielten, waren alles Locals und friedliche Leute. Auch wird vermehrt Rock in dieser Bar gespielt, was bei uns für Pluspunkte sorgte. Gäbe es sowas in der Schweiz, wären wir öfters dort für ein gemütliches Zusammensein. Aber als Partymeile kann man diesen Ort wirklich nicht bezeichnen!
Die nette Bartenderin erwähnte noch, als um 2 Uhr morgens wieder einmal alles zumachte, dass sie morgen Abend das Hockeyspiel der Buffalo Sabres gegen die New York Islanders mit Mark Streit übertragen würden und dass bei jedem Goal der Sabres gratis Shots ausgeschenkt werden würde.
Am Samstag, dem letzten ganzen Tag unserer Reise, den wir voll und ganz noch geniessen konnten, war seit langem mal wieder Auspennen angesagt. Gegen den späten Nachmittag haben wir uns entschieden, "The International" (mit Clive Owen und Naomi Watts) im Kino schauen zu gehen. Wieder einmal hatten wir es geschafft, den Anfang zu verpassen. Dieses Mal lag es aber nicht wirklich an uns, denn das Taxi, welches uns vom Hotel zum Kino chauffiert hatte, traf erst etwa 20 Minuten nach dem Call ein. Obwohl die ersten 10 Minuten schon angelaufen waren, hatten wir dennoch beschlossen, diesen Film zu schauen. Denn normalerweise ist es ja nicht so schlimm, wenn man den Anfang verpasst, irgendwie findet man den roten Faden schon wieder. Aber: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Die fortfolgende Handlung baute auf dem Mord am Anfang auf und uns wurde nicht wirklich klar, was die Untersuchung ins Rollen brachte. Na gut, halb so wild, dachten wir uns, vielleicht würde das Ende Klarheit verschaffen. Nix da! Etwa 15 Minuten vor dem Filmende, wurde plötzlich kein Bild mehr an die Leinwand projeziert und die Mitarbeiter vom Kino waren auch nicht mehr in der Lage, den Schluss nochmals zu zeigen, obwohl sie eine digitale Fassung des Films hatten. Super, den Anfang verpasst und den Schluss nicht gesehen ;-) Immerhin aber war der Chef des Kinos so freundlich und gab uns den vollen Kaufpreis fürs Ticket zurück.
Nach unserem Abendessen in einem libanesischen Restaurant, das unserer Meinung nach nicht so gut war, weil das Essen sehr trocken war, gingen wir wieder ins Fletcher's, um den Hockeymatch zwischen den Sabres und den Islanders zu schauen. Viele Locals in dieser Bar haben einen Bezug zu Buffalo und sind deshalb Sabres Fans. Aus diesem Grund hätte es auch bei jedem Sabres Tor einen Shot für die Fans gegeben. Aber eben... "hätte". Die Sabres gingen in New York 2:0 unter, nix also mit gratis Shots!
Nach ein paar Bier, Cider und Caipirinha gingen wir ein Haus weiter. Wir nahmen ein Taxi nach Federal Hill, wo es angeblich viele College Studenten geben solle. Nach Angaben eines Locals ginge auch die ältere Tochter des Ex-Präsidenten George W. Bush dort in den Ausgang. Dort angekommen, schauten wir bei MaGerk's Pub vorbei. Das Haus war im Vergleich zu Fletcher's recht gefüllt und es hatte auch tatsächlich mehr Leute, die College Studenten hätten sein können. Jedoch war das Bier hier einiges teurer und auch die Stimmung hier glich eher einer Saufparty. Wie üblich auf solchen Partys kam es hier zu einer Schlägerei, bei der es zwei Security Leute brauchte, um die Streithähne voneinander zu trennen und aus der Bar zu schmeissen. Wie uns mittlerweile schon bekannt war, schliessen alle Pubs in den USA um 2 Uhr morgens. Bei MaGerk's schmissen die übermotivierten Leute von der Security ihre Gäste wortwörtlich schon um 1:45 Uhr aus der Bar. Michael durfte nicht mal sein Bier zu Ende trinken, es wurde ihm aus der Hand genommen und in einen Container geschmissen. Denn in den Staaten darf man in der Öffentlichkeit keinen Alkohol konsumieren! Den Tipp des Lonely Planets, uns in Baltimore zu besaufen, haben wir also auch am Samstag nicht geschafft.
Am Sonntag war es dann soweit: Wir flogen zurück in die Schweiz. Nichts war mehr mit Reisedatumverschieben, die Heimreise war nun definitiv: Abflug um 18:05 Uhr! Gemütlich um 12 Uhr checkten wir aus und reisten mit dem Zug zurück nach Washington D.C., wo wir auf einen Shuttlebus hofften, der vom Bahnhof aus zum Flughafen fuhr. Leider aber gab es keine Busse dorthin, sondern nur Metrolinien bis zu einem gewissen Ort, wo wir dann den Shuttlebus hätten nehmen können. Aber bis wir dort gewesen wären, hätten wir etwa 2-3 Mal umsteigen müssen. Da wir zuvor noch Briefmarken für unsere letzten Postkarten kaufen mussten und es sich herausstellte, dass die Briefmarkenautomaten in den USA zum Kotzen waren, beschlossen wir, dass wir versuchen würden, mit unserem letzten Geld von 50$ ein Taxi zu nehmen. Wir fragten beim Taxistand nach, und derjenige, der das Gepäck in die Taxis lud, sagte uns, dass eine Fahrt zum Flughafen mehr koste als 50$, aber er kläre dies mit dem Fahrer ab, worauf dieser diese Pauschale akzeptierte. Kurz nach der Abfahrt aber, bemerkte ich, dass der Taxifahrer trotzdem den Zähler einschaltete. Am Flughafen angekommen, zeigte der Zähler genau 50$ an, aber wegen des Gepäcks kostete die Fahrt 5.50$ mehr. Wir gaben dem Taxifahrer unser letztes Geld, und er (wieso hab ich das erwartet?), sagte uns, dass die Fahrt 55.50$ koste. Wir erwiderten ihm dann, dass er zuvor die 50er Pauschale akzeptiert habe und wir wirklich kein Geld mehr haben, indem wir ihm unser leeres Portemonnaie zeigten. Ich hab mich ehrlich gesagt schon auf ein längeres Gespräch mit ihm eingestellt, aber wie schon in Mexico auf Cozumel, sagte der Fahrer sofort: "Ok, wenn wir das vorhin so abgemacht haben, dann ist es i.O.!". Hätte ich nicht gedacht, dass es so Enden würde. Toni Macaroni in Side war da überhaupt nicht kompromissbereit ;-)
Um Punkt 18:05 Uhr flogen wir mit der United Airlines ab. Im Gegensatz zum Intrakontinental Flug war unser Transatlantik Flug einiges bequemer. Auch die Sitze waren genug weit auseinander, so dass unser knapp Doppelmeter genug Platz hatte. Ein Personal Entertainment System gab es auch zum Glück, aber dieses kam in Sachen Modernität nie an jenes der Lufthanse heran. Es gab etwa 6 Filme, die aber alle parallel liefen. Aber immerhin waren sie so klug und synchronisierten jeweils am Schluss, d.h. erst wenn der längste Film zu Ende war, wurden alle Filme wieder gestartet. Aber wegen des ziemlich langen Films Changeling mit Angelina Jolie, musste man je nach Film doch etwa eine halbe Stunde warten. Da bevorzugte man das Personal Entertainment System der Lufthanse schon, wo man den Film selbst aussuchen und starten kann.
Was bleibt noch zu sagen? Ach ja, Michael hatte während des knapp 8 Stunden Flugs einen ganz krassen "Schiss" drauf (lag wohl am libanesischen Essen!). Die Fürze waren sogenannte "Hangers", die wirklich am Ort kleben blieben, und diese waren wirklich unerträglich! Zum Glück landeten wir 30 Minuten früher als geplant! Roli, der uns am Flughafen abholte (nochmals Danke!), kann das sicher bezeugen, als Michael im Auto noch 2-3 Mal "einen fahren liess". "Michael, Sie sind en ganz primitive Siech, gönd Sie bitte hei!" ;-)
Montag, der 2. März 2009, 7:35 Uhr Lokalzeit. Unsere Reise um die Welt war beendet. Genau vor 184 Tagen und 13 Stunden und 45 Minuten hatte sie angefangen. Und wäre die Krankheit meines Vaters nicht, hätte die Reise meiner Meinung nach durchaus nach länger dauern können!
Am Schluss möchte ich mich bei allen noch einmal bedanken, die uns während der Reise zum Essen einluden, uns mit in den Ausgang und anderen bekannten Ortschaften nahmen, bei denen wir übernachten konnten und sonst auf irgendeine Weise uns behilflich waren. "Und natürli au bi mim liebe Fründ dä Michael" für das letzte schöne halbe Jahr, welches bestimmt eine grosse Erfahrung für uns beide waren. Danke!!
Als Bemerkung soll noch erwähnt werden, dass dieser Blog noch nicht tot ist! Wir werden noch ein paar kleinere Posts uploaden (die restlichen Big Mac Tests, etc.), so als Résumé unserer Reise. Also schaut bei Gelegenheit nochmals vorbei!
Ich duschte gemütlich, packte meine "7 Sachen" während Michael auf dem kleinen Streetballfeld vor dem Hotel ein paar Dunks versuchte (wir haben da eine Wette am Laufen). Um Punkt 12:00 Uhr checkten wir aus, nachdem wir alle unsere Schmuggelware verstaut hatten: Habanero- und Chilisamen durften wir in den USA nicht ohne Deklaration einführen. Wir kamen uns dabei wie irgendwelche professioniellen Drogenbarone vor ;-). Wir kauften beim Laden nebenan noch ein paar Souvenirs, um unsere restlichen mexikanischen Münzen loszuwerden und warteten danach bis 12:45 Uhr in der Hotellobby auf unser Taxi, welches wir am Vortag bestellt hatten. Als um 13:30 immer noch kein Taxi da war (wir wissen ja mittlerweile, dass die Mexikaner sowieso alles recht gemütlich nehmen), baten wir den Concierge, ein anderes Taxi zu rufen, da unser Flug um 16:05 war. In wenigen Minuten war dieses dann Vorort und dank unserer genialen Planung hatten wir noch genau 20$ (knapp 2$, also US Dollar ;-)) übrig, nachdem wir den Taxifahrer für die Fahrt an den Flughafen bezahlt hatten.
Wie bei der Reise nach Cancun flogen wir wieder mit der United Airline nach Washington, welche die letzte Destination unserer Reise war. Unschwer zu erkennen anhand der letzten Blogeinträgen, hat UA mittlerweile sehr viele Sympathiepunkte verloren und was beim Check-In vorgefallen war, verschlechterte den Punktestand noch mehr: Zum ersten Mal während unserer Reise akzeptierte eine Airline das Gepäck-Übergewicht nicht (max. 23kg). Wir versuchten dem netten Herrn zu erklären, dass wir uns auf einer Weltreise befänden und dass wir 2 Gepäckstücke à je 23kg mitnehmen dürfen. Ich hatte nur ein Gepäck zum Einchecken, aber dieses war etwa 3kg zu schwer (zu viele Sachen gekauft!). Der nette Herr beim Check-In beharrte jedoch auf dieser 23kg Limite und sagte mir, dass ich nun entweder 50$ bezahlen oder umbiegen müsse. Zum Glück hatte ich nebst dem Handgepäck noch einen kleinen Rucksack dabei gehabt, so dass ich die Badetücher und die Turnschuhe in diesem Rucksack verstauen konnte. Die vielen DVDs und CDs nahm ich wegen der Gefahr, dass die Hüllen beschädigt werden könnten, in das Handgepäck, was natürlich auch diesen Rucksack nun aufblähte. Als wir dann an Board gingen (wieder einmal die Letzten, aber dieses Mal gab's keinen Final Call), wurde ich wieder einmal gefilzt, also mein fettes Handgepäck eigentlich ;-). Die Dame inspizierte dabei praktisch alle DVDs und CDs und liess mich schlussendlich gehen. Keine Ahnung, was sie da suchte... Meine Vermutung war folgende: Ich = Asiate = illegale Raubkopien Besitzer... Zum Glück hab ich nur Originalwaren dabei gehabt!
Trotz den bequemsten Sitzen, da wir auf Wunsch Michaels beim Notausgang sitzen konnten und somit viel Beinfreiheit hatten, fühlte ich mich ein wenig unwohl, da sich mein Magen innerhalb der 3 Flugstunden 3 Mal meldete (ich musste am Morgen schon zweimal im Hotel aufs Klo und auch kurz nach dem Mittagessen). Das musste wohl am Mittagsburrito oder am Taco vom Vorabend liegen. 6 Mal aufs Klo an einem Tag, hätte fast ein neuer Rekord werden können.
Pünktlich um 20:00 sind wir dann in Washington gelandet und hatten erstaunlicherweise keine Probleme bei der Einreise - denn mittlerweile muss man etwa 10 verschiedene Einreiseformulare ausfüllen, wenn man in die USA reisen will, dabei füllt man das Visa Waiver Formular sogar doppelt aus (online und jenes, das man im Flieger bekommt) - und zum Glück klappte auch alles beim Warenzoll, so dass wir unsere Habanero-Samen illegal ins Land schmuggeln konnten.
Wie immer, ihr könnt euch denken was, hatten wir an einer neuen Destination wieder einmal kein Bargeld. Zum Glück aber funktionierte meine US-Debitcard (wieder), so dass wir einen Shuttlebus zum Hotel nehmen konnten. Da wir dem Fahrer (ein Schwarzer, ähh ein Farbiger, ääh maximal Pigmentierter, oder ist das auch zu rassistisch?) noch ein kleines Trinkgeld geben wollten, das aber aufgrund des fehlenden Cashs nicht wirklich möglich war, wollten wir unseren Chauffeur mit der Kreditkarte "tippen". Dieser hatte jedoch das Lesegerät nicht dabei und wir boten ihm an, dass wir an der Rezeption gleich nach dem nächstgelegenen ATM fragen würden, um an unser Bargeld zu kommen. Der Fahrer wartete dabei in der Hotellobby und als ich mich auf dem Weg zum ATM machte, hörte Michael, wie die zwei ebenfalls farbigen Frauen an der Rezeption sich leise fragten, was dieser komischer Kauz (also der Fahrer) hier mache. Auch unter Farbigen gibt es also Rassismus...
Von unserem Hotelzimmer aus hatten wir eine gute Sicht auf das Capitol und .... auf den McDonald's ;-) Deshalb machten wir uns, nachdem wir alles ausgepackt hatten, auf dem Weg dorthin, um unseren obligaten BigMac Test um 23:00 zu machen. Jedoch waren die Türen verschlossen, aber der McDrive schien noch offen zu haben. Da wir kein Auto in Washington hatten, liefen wir zu Fuss durch den McDrive und konnten zum Glück so etwas bestellen ;-) Jedoch froren wir uns den Arsch ab, als wir auf unser Essen warten mussten, da es in Washington extrem windete bei Temperaturen von sage und schreibe -4° Celsius. Hinzu kam noch, dass wir gerade von einem Ort gekommen waren, wo wir die letzten 10 Tage nur Sonne und Temperaturen von mindestens 25° Celsius gehabt hatten.
Am nächsten herrlichen und schönen Tag (24. Februar) hiess es mal wieder Sehenswürdigkeiten anschauen, von denen es in Washington nebst den Museen sehr viele gibt. Wir besuchten zuerst das Capitol von aussen und wollten noch das Innere anschauen gehen. Aber aus irgendeinem Grund schien es an diesem Tag keine Tour zu geben, weshalb wir auf diese verzichten mussten. Der Grund aber haben wir später selber herausgefunden. Vom Capitol aus liefen wir über die Strasse und waren schon beim Supreme Court, der allerhöchsten Gerichtsinstanz in den Staaten. Wenn hier etwas entschieden wird, dann ist es also definitiv und kann nicht mehr angefochten werden. Einen Gerichtsprozess konnten wir zwar nicht sehen, doch besuchten wir eine 45 minütige Vorstellung im Gerichtssaal selbst, wo wir über die Architektur des Raums, die Sitzordnungen und über den Ablauf eines solchen Prozesses informiert wurden.
Wir gingen danach Richtung Downtown und liefen dabei am J. Edgar Hoover Building vorbei, oder besser bekannt als das Headquarter des FBIs. Etwas später liefen wir auch am Ford Theater vorbei, dem Ort, wo Abraham Lincoln ermordert wurde. Aufgrund der vielen Touristen, beschlossen wir, das Ford Theater an einem anderen Tag zu besuchen. Zwischen dem Capitol und Downtown sahen wir viele Museen. Nennenswert sind sicherlich das National Museum of National History und das Smithsonian National Air and Space Museum, welche wir ebenfalls an einem anderen Tag besuchten.
Gegen Abenddämmerung liefen wir den selben Weg wieder zurück, d.h. via Capitol zu unserem Hotel. Auf dem Weg zurück sahen wir zuerst ganz viele Kamerateams einige Hundertmeter vor dem Capitol. Ich fragte Michael, ob heute was los sei, worauf er meinte, dass die Amis wohl nicht in der Lage wären, ein Fake-Hintergrundbild für das Capitol für die Nachrichten zu machen und sie deshalb Vorort sein müssten. Als wir uns dem Capitol näherten waren plötzlich überall Polizisten zu sehen. Sogar ein richtiges SWAT Team haben wir gesehen :-). Gleich neben dem Capitol waren noch Soldaten stationiert. Ich fragte Michael also nochmals, ob wirklich nichts los sei (Terroranschlag oder so), worauf er behauptete, dass dies eine reine Übung sei, weil wir erstens in der Absperrung (noch) herumlaufen durften und weil alle Soldaten, Polizisten, etc. so locker drauf waren, so dass dies eine Übung sein müsse.
Zu Hause angekommen schalteten wir den Fernseher ein, wo auf HBO gerade die Szene in "Die Hard 4" gezeigt wurde , wo das Capitol in die Luft gesprengt wurde. Natürlich blickten wir gleich aus dem Fenster und das Capitol war noch da... Doch kein Terroranschlag also ;-) Ich fing wirklich langsam an zu glauben, dass dies eine Übung der Polizei und des Militärs war, ehe wir etwas später Obama live im Fernsehen sahen. Und wo hielt der Präsident seine Rede über die momentane wirtschaftliche Lage in den USA? Natürlich im Capitol. Soviel zum Thema Übung ;-) !
Weil wir am nächsten Tag weitere Sehenswürdigkeiten anschauen wollten und somit früh aufstehen mussten, beschlossen wir deshalb meinen Geburtstag im Hotelrestaurant zu "feiern". Das Essen war nichts besonderes, aber das habe ich auch nicht erwartet :-)
Am nächsten Tag verliessen wir unser Hotel um 9 Uhr und machten gleich eine Tour durch das Capitol, welche wir wegen der Obama-Rede vom Vortag nicht machen konnten. Nach der Tour besuchten wir das Washington Monument, einen grossen Monolithen, welcher in zwei Phasen erbaut wurde, das man anhand der verschiedenen Farben der Gesteinsmaterialien sehr gut erkennen konnte. Zuoberst auf dem Monolithen knipsten wir ein paar Fotos von Washington und machten uns dann auf dem Weg zum Holocaust Memorial Museum. Auf drei verschiedenen Stockwerken wurde die Entstehung und das Ende des Nationalsozialischten Deutschlands gezeigt, was sehr eindrücklich war. Was ich jedoch am Schluss ein wenig vermisste, war, was die heutige Auswirkungen so sind und ob so eine Hitler-Propaganda heute noch Erfolg hätte.
Nach dem 2 stündigen Museumsbesuch schauten wir noch das National World War II Memorial, das Korean War Memorial, wo wir den exakt gleichen Spruch "Freedom is not free" wie in Korea wieder fanden, das Vietnam Memorial (eine Wand mit Namen aller gefallenen US-Soldaten) und das berühmte Lincoln Memorial mit der riesen grossen Statue von Lincoln selbst. Als letzte Sehenswürdigkeit an diesem Tag gingen wir zu dem Ort, wo Obama zu Hause ist: Das Weisse Haus! Eine Tour durch das White House konnten wir nicht machen, weil man sich hierfür mindestens einen Monat vorher bei der Schweizer Botschaft sich melden müsste.
Nach diesem laufreichen Tag gönnten wir uns ein feines Buffet im Seafood Restaurant Philips, welches uns vom Shuttlebusfahrer empfohlen wurde. Für 25$ konnten wir soviel essen wie wir wollten. Das Angebot war relativ vielseitig und für meinen Geschmack auch ganz ok. Michael meinte auch, dass dieses Buffet eher von der besseren Sorte wäre, im Vergleich zu denen in Las Vegas ;-) Wie so oft, stopften wir uns natürlich mit Essen voll (deshalb haben wir beide an Gewicht zugelegt!), obwohl wir noch vorhatten, nach dem Essen in den Kraftraum im Hotel unten zu gehen. Trotz Mühe auf dem Rückweg ins Hotel wegen des vollen Magens, hielten wir an unseren Vorsatz und gingen etwas später in den Fitnessraum.
Am Donnerstag standen noch zwei weitere berühmte Sehenswürdigkeiten auf dem Programm, die sich beide in Arlington befanden. Da Arlington nicht gleich um die Ecke lag, nahmen wir die Metro, um das Pentagon zu besichtigen. Aber die Fahrt dorthin ist zu einer richtigen Odysee geworden. Zuerst erwischten wir die falsche Metrolinie und bemerkten dies zum Glück schon bei der nächsten Station. Wir fuhren demzufolge wieder zurück zum ursprünglichen Ort und schauten dann auf einer Tafel nochmals nach, welche Linie wir wirklich nehmen mussten. Nachdem wir die richtige Linie wussten, warteteten wir bei dem Gleis, auf das der Pfeil auf der Tafel verwiesen hatte. Wir stiegen nun in die richtige Linie ein, aber aus irgendeinem Grund, der uns heute noch nicht bekannt ist, fuhr die Metro in die falsche Richtung ;-). Und wieder mussten wir zurückfahren und erwischten dann beim 3. Mal die endgültig richtige Linie in die richtige Richtung! Bei der U-Bahn Station Pentagon stiegen wir aus und als wir an der Erdoberfläche waren, suchten wir das Pentagon. Wir fanden ein Schild, welches das Pentagon Memorial signalisierte, welches an die Verstorbenen von 9/11 erinnern solle. Als wir dorthin liefen (denn das Pentagon muss ja irgendwo in der Nähe des Memorials sein), bemerkten wir auf der rechten Seite eine lange schäbige Gebäudewand, die einer alten Baracke glich. Doch als wir die Ecke dann sahen, wurde uns schnell klar, dass es sich um das Pentagon handelte :-).
In der Nähe des Pentagons befand sich ebenfalls auch der Arlington National Cemetery, ein nationaler Friedhof, wo unter anderem die Kennedys begraben wurden. Wir liefen vom Pentagon aus etwa 1km bis wir zu einem Tor zu diesem Friedhof gelangten. Dort aber war ein grosses Schild, welches uns auf den Haupteingang verwies. Toll, der Haupteingang befand sich genau auf der anderen Seite und wir mussten mit der Metro dorthin! Eine Mauer, die uns vor dem Friedhof trennte, war nur etwas über einen Meter hoch. Aber wegen der Kaserne nebenan unterliessen wir es, über diese Mauer zu klettern.
Im National Cemetery sahen wir nebst den Gräbern der Kennedys noch das Grab von Robert Edward Lee, einem der berühmtesten Generäle der USA, den Tomb of the Unknown Soldier, welcher als Symbol für alle gefallenen unidentifizierten Soldaten stand, das Amphitheater und das Space Shuttle Challenger Memorial.
Nach unserem Friedhof Besuch machten wir einen kurzen Abstecher zum Iwo Jima Memorial, welches an alle Personen der Marine Corps der USA erinnern sollte, die seit dem Jahre 1775 ums Leben kamen.
Zum Abendessen gingen wir in eine Brauerei, wo wir ein paar Bierchen zu uns nahmen, um für gute Stimmung im kommenden NHL Match zwischen den Washington Capitals und den Atlanta Trashers zu sorgen, weil wir von den Spielen an der Westküste mittlerweile wussten, dass im Stadion selbst fast schon Totenstille herrschte. An der Ostküste aber schien dies nicht der Fall zu sein, zumindest nicht in den ersten zwei Dritteln dieses Matches: Die Capitals gingen in den ersten paar Minuten ab wie die Feuerwehr und lagen schon früh mit 2:0 in Führung. Dies führte dann auch zu einer Bombenstimmung, die wir gar nicht erwartet hatten. Im Vergleich zu den Westküstenteams haben die Capitals sowas wie eine Art Fankurve, die immer wieder für Stimmung sorgte. Jedoch kannten die leider auch nicht mehr als "Let's go Caps!" zu rufen. Auch kam es wie gewohnt in der NHL zu einer Schlägerei, die aber wirklich ganz langweilig war, weil die zwei Involvierten praktisch nur Händchen hielten. Der Nazi-Soldat aus Indy 3 sagte doch mal: "Die Amerikaner, die kämpfen wie Weiber!" und damit hat er u.a. bestimmt diese Schlägerei gemeint.
Obwohl die Capitals mit ihrem Superstar Ovechkin in dieser Saison zu den Topteams gehören und die Trashers das Schlusslicht der NHL bilden, gewannen die Capitals nur mit 4:3. Lange Zeit stand es im 3. Drittel 4:2, ehe 5 Minuten vor Schluss den Trashers den Anschluss gelang. Diese Torflaute im letzten Drittel wirkte sich extrem auf die Stimmung aus, so dass wir uns wieder wie in LA oder Anaheim fühlten.
Den nächsten Tag verbrachten wir den Nachmittag in diversen Museen. Zuerst besuchten wir das erwähnte Air and Space Museum, wo wir interessante Sachen über die Flugtechnik und geschichtlichen Hintergrund erfahren konnten. Gegen 16 Uhr gingen wir nach Downtown und wollten das International Spy Museum besichtigen. Jedoch war dieses im Vergleich zu den anderen kostenpflichtig, was eigentlich auch easy wäre. Jedoch meinte die Dame am Schalter, dass wir mindestens 2 Stunden bräuchten und weil es schon 16:30 Uhr war und das Museum um 18:00 Uhr schliessen würde, entschieden wir uns, noch die restlichen 1.5 Stunden im Naturhistorischen Museum zu verbringen, wo wir hauptsächlich bei den Dinosauriern gelandet waren.
Da wir in Washington D.C. mittlerweile alles Sehenswerte besucht hatten, entschieden wir uns, die restlichen 2 Tage unserer Reise in Baltimore zu verbringen, das etwa 45 Minuten mit dem Zug entfernt war. Denn in unserem Lonely Planet wurde "Getting drunk in Baltimore" sogar als Highlight aufgeführt, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Nach dem Abendessen im Hotel ging's dann mit dem Amtrak-Zug los Richtung Baltimore, wo wir gleich in die Fells Point Area gingen, wo laut Lonely Planet am Wochenende die Sau rausgelassen werde. Wir freuten uns also schon auf 2 Tage Dauerscheibe, aber (wer hätte das gedacht?) nix da! Als wir um ca. 23 Uhr in die Bar kamen, waren gerade mal etwa 10 Leute dort. Etwas später entdeckten wir noch eine Lounge im oberen Stock, wo ein paar Leute mehr ihr Tanzbein schwangen. Aber wegen des Cover Charges verzichteten wir auf diese Lounge. Ansonsten war die Bar Fletcher's eigentlich ganz ok, die wenigen Leuten, die sich dort aufhielten, waren alles Locals und friedliche Leute. Auch wird vermehrt Rock in dieser Bar gespielt, was bei uns für Pluspunkte sorgte. Gäbe es sowas in der Schweiz, wären wir öfters dort für ein gemütliches Zusammensein. Aber als Partymeile kann man diesen Ort wirklich nicht bezeichnen!
Die nette Bartenderin erwähnte noch, als um 2 Uhr morgens wieder einmal alles zumachte, dass sie morgen Abend das Hockeyspiel der Buffalo Sabres gegen die New York Islanders mit Mark Streit übertragen würden und dass bei jedem Goal der Sabres gratis Shots ausgeschenkt werden würde.
Am Samstag, dem letzten ganzen Tag unserer Reise, den wir voll und ganz noch geniessen konnten, war seit langem mal wieder Auspennen angesagt. Gegen den späten Nachmittag haben wir uns entschieden, "The International" (mit Clive Owen und Naomi Watts) im Kino schauen zu gehen. Wieder einmal hatten wir es geschafft, den Anfang zu verpassen. Dieses Mal lag es aber nicht wirklich an uns, denn das Taxi, welches uns vom Hotel zum Kino chauffiert hatte, traf erst etwa 20 Minuten nach dem Call ein. Obwohl die ersten 10 Minuten schon angelaufen waren, hatten wir dennoch beschlossen, diesen Film zu schauen. Denn normalerweise ist es ja nicht so schlimm, wenn man den Anfang verpasst, irgendwie findet man den roten Faden schon wieder. Aber: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Die fortfolgende Handlung baute auf dem Mord am Anfang auf und uns wurde nicht wirklich klar, was die Untersuchung ins Rollen brachte. Na gut, halb so wild, dachten wir uns, vielleicht würde das Ende Klarheit verschaffen. Nix da! Etwa 15 Minuten vor dem Filmende, wurde plötzlich kein Bild mehr an die Leinwand projeziert und die Mitarbeiter vom Kino waren auch nicht mehr in der Lage, den Schluss nochmals zu zeigen, obwohl sie eine digitale Fassung des Films hatten. Super, den Anfang verpasst und den Schluss nicht gesehen ;-) Immerhin aber war der Chef des Kinos so freundlich und gab uns den vollen Kaufpreis fürs Ticket zurück.
Nach unserem Abendessen in einem libanesischen Restaurant, das unserer Meinung nach nicht so gut war, weil das Essen sehr trocken war, gingen wir wieder ins Fletcher's, um den Hockeymatch zwischen den Sabres und den Islanders zu schauen. Viele Locals in dieser Bar haben einen Bezug zu Buffalo und sind deshalb Sabres Fans. Aus diesem Grund hätte es auch bei jedem Sabres Tor einen Shot für die Fans gegeben. Aber eben... "hätte". Die Sabres gingen in New York 2:0 unter, nix also mit gratis Shots!
Nach ein paar Bier, Cider und Caipirinha gingen wir ein Haus weiter. Wir nahmen ein Taxi nach Federal Hill, wo es angeblich viele College Studenten geben solle. Nach Angaben eines Locals ginge auch die ältere Tochter des Ex-Präsidenten George W. Bush dort in den Ausgang. Dort angekommen, schauten wir bei MaGerk's Pub vorbei. Das Haus war im Vergleich zu Fletcher's recht gefüllt und es hatte auch tatsächlich mehr Leute, die College Studenten hätten sein können. Jedoch war das Bier hier einiges teurer und auch die Stimmung hier glich eher einer Saufparty. Wie üblich auf solchen Partys kam es hier zu einer Schlägerei, bei der es zwei Security Leute brauchte, um die Streithähne voneinander zu trennen und aus der Bar zu schmeissen. Wie uns mittlerweile schon bekannt war, schliessen alle Pubs in den USA um 2 Uhr morgens. Bei MaGerk's schmissen die übermotivierten Leute von der Security ihre Gäste wortwörtlich schon um 1:45 Uhr aus der Bar. Michael durfte nicht mal sein Bier zu Ende trinken, es wurde ihm aus der Hand genommen und in einen Container geschmissen. Denn in den Staaten darf man in der Öffentlichkeit keinen Alkohol konsumieren! Den Tipp des Lonely Planets, uns in Baltimore zu besaufen, haben wir also auch am Samstag nicht geschafft.
Am Sonntag war es dann soweit: Wir flogen zurück in die Schweiz. Nichts war mehr mit Reisedatumverschieben, die Heimreise war nun definitiv: Abflug um 18:05 Uhr! Gemütlich um 12 Uhr checkten wir aus und reisten mit dem Zug zurück nach Washington D.C., wo wir auf einen Shuttlebus hofften, der vom Bahnhof aus zum Flughafen fuhr. Leider aber gab es keine Busse dorthin, sondern nur Metrolinien bis zu einem gewissen Ort, wo wir dann den Shuttlebus hätten nehmen können. Aber bis wir dort gewesen wären, hätten wir etwa 2-3 Mal umsteigen müssen. Da wir zuvor noch Briefmarken für unsere letzten Postkarten kaufen mussten und es sich herausstellte, dass die Briefmarkenautomaten in den USA zum Kotzen waren, beschlossen wir, dass wir versuchen würden, mit unserem letzten Geld von 50$ ein Taxi zu nehmen. Wir fragten beim Taxistand nach, und derjenige, der das Gepäck in die Taxis lud, sagte uns, dass eine Fahrt zum Flughafen mehr koste als 50$, aber er kläre dies mit dem Fahrer ab, worauf dieser diese Pauschale akzeptierte. Kurz nach der Abfahrt aber, bemerkte ich, dass der Taxifahrer trotzdem den Zähler einschaltete. Am Flughafen angekommen, zeigte der Zähler genau 50$ an, aber wegen des Gepäcks kostete die Fahrt 5.50$ mehr. Wir gaben dem Taxifahrer unser letztes Geld, und er (wieso hab ich das erwartet?), sagte uns, dass die Fahrt 55.50$ koste. Wir erwiderten ihm dann, dass er zuvor die 50er Pauschale akzeptiert habe und wir wirklich kein Geld mehr haben, indem wir ihm unser leeres Portemonnaie zeigten. Ich hab mich ehrlich gesagt schon auf ein längeres Gespräch mit ihm eingestellt, aber wie schon in Mexico auf Cozumel, sagte der Fahrer sofort: "Ok, wenn wir das vorhin so abgemacht haben, dann ist es i.O.!". Hätte ich nicht gedacht, dass es so Enden würde. Toni Macaroni in Side war da überhaupt nicht kompromissbereit ;-)
Um Punkt 18:05 Uhr flogen wir mit der United Airlines ab. Im Gegensatz zum Intrakontinental Flug war unser Transatlantik Flug einiges bequemer. Auch die Sitze waren genug weit auseinander, so dass unser knapp Doppelmeter genug Platz hatte. Ein Personal Entertainment System gab es auch zum Glück, aber dieses kam in Sachen Modernität nie an jenes der Lufthanse heran. Es gab etwa 6 Filme, die aber alle parallel liefen. Aber immerhin waren sie so klug und synchronisierten jeweils am Schluss, d.h. erst wenn der längste Film zu Ende war, wurden alle Filme wieder gestartet. Aber wegen des ziemlich langen Films Changeling mit Angelina Jolie, musste man je nach Film doch etwa eine halbe Stunde warten. Da bevorzugte man das Personal Entertainment System der Lufthanse schon, wo man den Film selbst aussuchen und starten kann.
Was bleibt noch zu sagen? Ach ja, Michael hatte während des knapp 8 Stunden Flugs einen ganz krassen "Schiss" drauf (lag wohl am libanesischen Essen!). Die Fürze waren sogenannte "Hangers", die wirklich am Ort kleben blieben, und diese waren wirklich unerträglich! Zum Glück landeten wir 30 Minuten früher als geplant! Roli, der uns am Flughafen abholte (nochmals Danke!), kann das sicher bezeugen, als Michael im Auto noch 2-3 Mal "einen fahren liess". "Michael, Sie sind en ganz primitive Siech, gönd Sie bitte hei!" ;-)
Montag, der 2. März 2009, 7:35 Uhr Lokalzeit. Unsere Reise um die Welt war beendet. Genau vor 184 Tagen und 13 Stunden und 45 Minuten hatte sie angefangen. Und wäre die Krankheit meines Vaters nicht, hätte die Reise meiner Meinung nach durchaus nach länger dauern können!
Am Schluss möchte ich mich bei allen noch einmal bedanken, die uns während der Reise zum Essen einluden, uns mit in den Ausgang und anderen bekannten Ortschaften nahmen, bei denen wir übernachten konnten und sonst auf irgendeine Weise uns behilflich waren. "Und natürli au bi mim liebe Fründ dä Michael" für das letzte schöne halbe Jahr, welches bestimmt eine grosse Erfahrung für uns beide waren. Danke!!
Als Bemerkung soll noch erwähnt werden, dass dieser Blog noch nicht tot ist! Wir werden noch ein paar kleinere Posts uploaden (die restlichen Big Mac Tests, etc.), so als Résumé unserer Reise. Also schaut bei Gelegenheit nochmals vorbei!
Monday, February 23, 2009
Vamos a la Playa
Am Samstag in der früh sind wir mit unserem Mietauto nach LAX gedüst, haben es wieder abgegeben und haben den Shuttle zum Terminal genommen. Nach dem Telefonat von vor einer Woche ist uns United Airlines auch live vor Ort ziemlich unsympathisch aufgefallen. Eine unfreundliche Schlangeneinweiserin, elektronisches Check-In, das nicht so funktioniert, wie es sollte (ein Hoch auf Unique Airport, wo alles schnell und reibungslos abläuft!). An das Schuheausziehen haben wir uns inzwischen gewöhnt, dafür kann United ja nichts. Aber dass sie mich zwei Schachteln Zündhölzer an Bord nehmen liessen, war schon ein ziemliches Minus für die Sicherheitskontrolle, welche einem heutzutage nicht mal eine Flasche Wasser erlaubt. Wenigstens war die Auswahl an Cafes und Shops ein wenig grösser als am Terminal der ausländischen Fluggesellschaften. Wir konnten also seit langem wieder mal Karten spielen.
Unser Flug sollte um 10:15 abfliegen, ich plante also um 10:00 beim Boarding zu erscheinen, da früher eh keinen Sinn machte, weil man eh nur im Terminal oder im Flugzeug Schlange stand. Ken wollte noch kurz die Toilette besuchen (grosses Geschäft). Wer Ken kennt, weiss, dass das normalerweise keine Sache von zwei Minuten ist. Ich nahm jedoch an, dass er die Zeitnot kennt und sein Geschäft mal ruckzuck zackzack verrichtet (hat er auch schon geschafft!). Ich kam bei unserem Gate an, als gerade die letzten fünf Passagiere in der Schlange standen. Nice Timing! Ich setzte mich kurz hin, wurde aber sofort aufgerufen, als der letzte Passagier durchgelassen wurde. Ich machte den Attendants klar, dass ich noch auf Ken warten werde und dass er jeden Moment kommen werde. Um 10:10 haben sie mir dann gesagt, dass er jetzt noch zwei Minuten hätte, sonst würden sie sein Gepäck wieder ausladen. Ich rannte also auf die Toilette und hoffte, dass Ken wenigstens schon beim Händewaschen war. Sorry, nix da. Ken war immer noch am drücken. Ich habe ihn über die Knappheit informiert und bin wieder zum Gate gerannt. Die Attendants haben mich dann gebeten, schon das Flugzeug zu besteigen. Ok. Vielleicht sehe ich jetzt Ken erst in einer Woche wieder...
Er hat es dann aber so (||) knapp noch geschafft, sogar sein Gepäck blieb noch an Board. (Zu Kens 'Verteidigung': Es stellte sich heraus, dass er keinen Turboschiss durchgezogen hatte, weil er dachte, dass das Boarding eine Stunde vor Abflug schon begann und wir erst um 10:30 abfliegen würden.) Im Flugzeug hatte ich dann wohl das erste Mal Glück auf dieser Reise: Obwohl wir die letzten beiden Sitze im Flugzeug erwischten, hatte ich meinen Platz beim Notausgang, was mir zwar die Riesenverantwortung des Türe-Aufmachen im Notfalls einbrachte, aber eben auch Beinfreiheit versprach. Zudem sass ich neben einem jungen Vater, welcher seiner Tochter erklärte, wieso denn ein Flugzeug überhaupt abhebt und in der Luft bleibt, etc, was mich als Ingenieur natürlich auch brennend interessierte. ;-)
Nach vier Stunden Flug erwartete uns dann das dritte und letzte Nordamerikanische Land auf unserer Reise: Mexico. Ein weiteres Hoch auf UA gab's kurz vor dem Andocken ans Gate in Cancún. Das Flugzeug stoppte wenige Meter vor ihrem Ziel und bewegte sich nicht mehr. Wir standen dann etwa zehn Minuten bockstill und ich habe mich schon darauf gefreut, den Notausgang aufmachen und die Plastikrutschbahn runterrutschen zu dürfen. Dazu kam es aber leider nicht und das Flugzeug wurde schlussendlich ans Gate gezogen.
Dass hierzulande alles ein wenig gemütlicher zu- und hergeht, haben wir gleich bei der Einreisekontrolle bemerkt. Drei Schlangen à 200 Personen. Dafür zuständig: Acht Zöllner, wobei einer dann Punkt sechs Uhr Siesta machte. Da wir ja geduldige Menschen sind, machte uns das natürlich gar nichts aus. Nachdem wir durch den Zoll - wo unser Gepäck nochmals gescannt wurde - gelangt waren, wollten wir erst mal ein paar Pesos wechseln, was sich aber als unmöglich herausstellte. Da schon nach 6 Uhr war, waren die Wechselstubenarbeiter nur noch am eifrig diskutieren. Geld gab's aber keines. Und ein weiteres Mal kommen wir in einem fremden Land an ohne Geld in der Landeswährung zu besitzen. Zum Glück fanden wir heraus, dass man hier überall mit USD bezahlen kann. Also organisierten wir einen Shuttlebus, und unsere Ankunft in der Hotelzone von Cancún war endlich nicht mehr weit.
Nachdem wir in unserem kleinen, aber feinen Hotel eingecheckt hatten, wollten wir uns erst mal stärken. Wir beschlossen gar nicht lange zu suchen und setzten uns (nicht in den Mac!) ins erstbeste Mexikanische Restaurant. Das Essen war gut, ebenso die Unterhaltung durch die Kellner und die Hintergrundmusik. Beim Bezahlen der Rechnung stiessen wir aber auf erste Schwierigkeiten: Unsere Schweizer Kreditkarten wurden nicht akzeptiert, dh das CC-Gerät hat sie abgewiesen. So bezahlten wir mit Kens Debitkarte, was sich auch nicht als eine komplett sorgenlose Lösung herausstellte: In Touristengegenden wie hier in Cancún kann man problemlos überall mit Amerikanischen Dollars zahlen, man muss sich einfach mit dem Kurs des Händlers abfinden. Wie wir inzwischen herausgefunden haben, kann mit einem 1:13-Kurs zufrieden sein in einem Geschäft, sind wir doch schon auch solche gestossen, welche zwar Dollar annehmen, aber 1:10 in Pesos retour geben. Deshalb haben wir ständig Pesos und Dollar bei uns. Nun sind die Mexikaner so schlau und haben sich nicht die Mühe gemacht, ihre Pesos mit 'P' o.ä. abzukürzen. Sie benützen ebenfalls '$'. Ken hat nun unserer Rechnung in Pesos bezahlt mit seiner Kreditkarte und zwar ca. 800$. $ oder $? Da wir in 'südländischen' Tourigebieten schon einiges gehört und auch erlebt haben (an dieser Stelle möchten wir T.M. aus S. herzlich grüssen!), wollten wir die detaillierte Abrechnung nach Hause nehmen, wo ganz unten die offizielle Dollar-Umrechnung steht. Aus irgendeinem Grund behalten die Mexaner jedoch immer die detaillierte Abrechnung für sich und geben dem Kunden nur eine Quittung für's Total (800$, womit wir wieder am Anfang wären). Wir verlangten deshalb eine Kopie der detaillierten Abrechnung, welche der Manager himself uns auch gleich brachte. Lustigerweise fehlte der unterste Teil, wo zufälligerweise der Dollar-Betrag stand. Wtf? Wir baten nun den Kellner einfach den offiziellen Dollar auf die Quittung zu schreiben und diese zu unterschreiben. Er hat zwar nicht genau verstanden, warum, hat es aber dann gemacht. (Wie sich ein paar Tage später herausgestellt, wurde der korrekte Betrag abgebucht und niemand wollte uns bescheissen. Der abgeschnittene Dollarbetrag bleibt uns aber nach wie vor ein Rätsel...)
Nach dem Essen schlenderten wir durchs Ausgangsgebiet von Cancún und begutachteten das Angebot. Wider Erwarten ist Cancún nicht so gross wie etwa Ayia Napa. Die Clubs und Bars beschränken sich auf einen Strassenabschnitt von etwa 100m. Die Szenerie ist jedoch dieselbe. Alle zwei Meter versuchen die Leute einem ihren Club spannend zu machen. Dazu gibt es eine Art von übergeordneten Händlern, die einem erzählen können, was wo läuft und wo momentan die meisten Leute unterwegs sind. Man ist für alle 'my friend' oder 'mi amigo' mit dem Unterschied zur Mittelmeerzone, dass ein Nein immer sofort akzeptiert wird (sogar von zwielichten Stripclub-Promotern und Drogendealern!) und man nicht mit allen Mitteln in die Bar gezogen wird. Da wir nur wenig Geld hatten, beschlossen wir uns das billigste Open-Bar-Angebot auszusuchen. Für je 15$ gab's ein Bändeli ('für die Krasse'), mit welchem wir an der Bar alle Standarddrinks frei erhielten. Dazu schwirrten pausenlos Kellnerinnen durch die Gäste, welche die spezielleren Drinks für ein paar Dollar feilboten. Um zwei Uhr morgens zischte uns eine Bardame an, dass wir auch mal ein Trinkgeld liegen lassen könnten. (Ein weiterer Beweis dafür, dass die Ostküste Yucatáns total veramerikanisiert wurde.) Da wir aber unser letztes Geld bereits liegen gelassen hatten, konnten wir ihren Wunsch nicht erfüllen. Wir beschlossen uns darauf nicht schon am ersten Abend Feinde zu machen und genehmigten uns noch einen Drink und gingen dann nach Hause.
Am Sonntag wie auch am Montag schliefen wir jeweils aus, planten unsere Woche, besuchten die Strände von Cancún (oder was nach den Hurricanes der letzten Jahre übriggeblieben ist) und schlugen uns durch die mexikanische Speisekarte. Die mexikanischen Restaurants hier sind der Hammer! Das Essen ist ausnahmslos gut. Die Bedienung immer freundlich (alle bilingual) und korrekt (im Gegensatz zu den USA, wo die Bedienung zwar meistens freundlich ist, aber bestimmt bei jeder Bestellung irgendetwas vergessen geht). Dazu wird in jedem Restaurant Unterhaltung geboten. Livemusik, akrobatische Kellner und andere Showeinlagen. Herausragend war das Restaurant vom Montag: Während unserer Salat am Tisch zubereitet wurde, rannten plötzlich alle Kellner Hand in Hand durch das Lokal und raus an die frische Luft. Später luden die Kellner die Damen unter den Gästen zum Tanz ein. Danach gab's einen Wrestlingfight zwischen zwei kostümierten Kellnern, welche nach der ersten Runde noch nicht genug hatten und den Kampf vor dem Restaurant weiter trugen. Die Dessertkarte wurde mit einem Stempel auf das Tischtuch gedruckt.
Am Dienstag beschlossen wir, nach Playa del Carmen zu fahren, wo der Strand angeblich schöner sein soll. Ken fragte bei unserem Concierge nach, wie wir am schnellsten dorthin gelangen, worauf dieser irgendwas von 'Bus #1' und 'Ado' faselte. Wir gingen also zur nächsten Bushaltestelle, welche die Busse in Richtung Süden bediente und sagten dem Chauffeur, dass wir nach Playa del Carmen wollten. Er meinte, dass wir dafür den Bus in die andere Richtung nehmen sollen. Gut, dann wird der Bus wohl zuerst noch die Leute in Downtown Cancún auflesen. Wir haben uns also in den Bus gesetzt und machten uns auf eine längere Reise (laut Concierge 1h) gefasst. Nach 10 Minuten meinte der Chauffeur, dass wir aussteigen sollten, worauf wir ihn verdutzt fragten, ob wir denn schon da seien (von der Zeit her und von der Fahrtrichtung eigentlich unmöglich). Er meinte, dass wir hier umsteigen müssten und hat auf die andere Strassenseite gedeutet.
Da schon Mittag war, beschlossen wir uns zuerst mal im Mac zu stärken. Wir machten daraufhin Bekanntschaft mit der Mexikanischen Effizienz: Hier wird man in einem Fastfood-Laden erst bedient, wenn der Vorgänger mindestens einen Teil seines Essens bekommen hat. Nix da, Pipelining. Nach dem Gourmet-Lunch sind wir auf die andere Strassenseite gewandert und suchten da den Bus nach Playa del Carmen. Da keiner der Busse mit unserem Ziel angeschrieben war, fragten wir einfach einen Chauffeur, welcher Bus dahin fährt. Er meinte, dass wir dafür einen Bus auf der anderen Seite nehmen müssten, also auf der Seite, wo wir zuvor ausgestiegen sind. Also wieder zurück, den nächsten Chauffeur gefragt, welcher uns - wer hätte das gedacht - wieder auf die zweite Seite schickte. Willkommen zurück im Haus das Verrückte macht! Auf Strassenseite Nummer 2 angekommen, erblickten wir einen Bus, welcher nach Ado fuhr. Zur Sicherheit fragten wir aber den Chauffeur aber noch, ob er nach Playa del Carmen fährt. Nein, das tut er nicht. Aaaaaaaaaah! Aber wir sollten doch einen Bus gleich um die Ecke nehmen. Gut, eine neue Richtung kann nicht schaden. Wir kamen uns langsam vor, wie in einem Lucas Games Adventure. Wir begaben uns also zur erwähnten Ecke und was sahen unsere unsere müden Augen? Ein grosses Busterminal der Firma ADO. Yeah! Wir sind also gleich rein, einen Bus nach Playa del Carmen gebucht und in einem bequemen Car zum Strand gefahren.
Nachdem wir den Bus verliessen, mussten wir gleich feststellen, dass wir vom einen Touristengebiet ins nächste gefahren sind. Hier hat's zwar nicht viele Hotels am Strand dafür umso mehr Ramschläden, durch welche wir uns zuerst einmal kämpfen mussten um zum Strand zu gelangen. Der Strand wars dann aber die Odyssee wirklich wert: Schöner Sand, praktisch keine Steine im Wasser, nicht zu viele und nicht zu wenige Leute. Vor lauter Freude habe ich dann beim Hinlegen 'An der Nordseeküste' angestimmt, worauf prompt die Frage von der Dame nebenan kam: 'Are you from Germany?' Und die Welt ist doch so klein. (Ken - der Fisch - hat dann noch mit 'Yes, äääh, no, we are from Switzerland' geantwortet. :-D)
Dank unseren Umwegen ging die Sonne aber bald unter, so dass ich nicht mal zu Phase 2 des Anbratens kam und wir wieder nach Hause gingen. Nach drei Tagen mexikanischem Abendessen gingen wir diesen Abend ins Hard Rock Cafe. Wie wir erfuhren, würde gleich die Hausband mit ihrem Konzert beginnen. Tiptop. Sie begannen mit Metallica und Black Sabbath, womit sie mich trotz nicht ganz einwandfreier Vorführung gleich zu Beginn gefesselt hatten. Sie spielten daraufhin einen schönen Mix aus altem Hard Rock und neuem Rock/Metal, weshalb wir beschlossen unser Bier gleich auch noch hier zu geniessen.
Für Mittwoch war das kulturelle Highlight unserer Mexicoreise geplant: Chichen Itza, eine alte Mayastadt im Staat Yucatán. Nach der zweieinhalbstündigen Fahrt wurden wir durch die archäologische Stätte geführt. Traurig aber wahr: Das ganze Land ist im Privatbesitz, was es vielen Händlern erlaubt ihren Ramsch um die Tempel anzubieten. Laut unseren Reiseführern sei dies die einzige Mayastätte, welche nicht im Besitze Mexicos ist, was aber nun bekämpft werde.
Im Zentrum von Chichen Itza befindet sich ein pyramidenähnliches Gebäude, welches perfekt mit den Himmelsrichtungen aliniert ist. Aufgrund der Anzahl Treppen, Absätze, Zwischenräume, etc wurde das Gebäude wohl als Kalender benutzt. Daneben befindet sich ein Ballspielplatz, auf welchem man ein Mix aus Lacrosse und Basketball ausgetragen hatte und ein Spieler zum Schluss enthauptet wurde. Wieso gibt's das heute nicht mehr? :-) Sehr interessant waren die akkustisch perfekt abgestimmten Wände, welche es einem erlaubten sich in normaler Lautstärke über grosse Distanzen zu unterhalten. Auf dem Platz zwischen der Pyramide und dem Kriegertempel kann man zudem, wenn man in die Hände klatscht, eine Schlange und einen Vogel aus den beiden Richtungen hören. Wenn man nun noch weiss, dass der Maya-Obergott Kukulkan/Quetzalcoatl eine gefiederte Schlange war, ist man umso mehr amüsiert.
Leider hatte man, wie wohl üblich auf solchen Touren, viel zu wenig Zeit. Nach der geführten Tour mussten wir ziemlich durch den Rest der Anlage stressen um noch alles auf Bildern festzuhalten. Danach gings zu einem weiteren Highlight: einer Cenote. Auf der ganzen Halbinsel soll es angeblich keine oberirdischen Flüsse geben. Es gibt aber sehr wohl unterirdische Flüsse und Seen. Wenn nun bei so einem unterirdischen Gewässer die Decke einkracht, bildet sich eine sogenannte Cenote. In solch einer Cenote konnten wir uns abkühlen, was eine angenehme Abwechslung zum heissen Tag bot. Das Wasser war frisch, kühl und sauber. Man konnte zwischen den hängenden Wurzeln hindurch schwimmen, das Wasser auf sich herabtropfen lassen und von der Klippe ins kühle Nass springen. Die Sprünge von der Klippe haben sich im Nachhinein als nicht sehr schlau herausgestellt: Ich habe mein Armband für den Wiedereintritt nach Chichen Itza verloren und meine Uhr, welche schon einen kleinen Sprung im Glas hatte, hat sich mit Wasser gefüllt. Super!
Nach der Cenote sind wir kaffeefahrtenmässig noch bei einem grossen Maya-Shop vorbeigefahren, wo wir im Gegensatz zur Mayastadt viel zu viel Zeit hatten und sind nachher Essen gegangen. Nach dem Essen sind wir zurück nach Chichen Itza gefahren, wo man mich mit Hilfe des Reiseguides trotz Verlust meines Eintrittbändelis wieder hereingelassen hatte. Pünktlich um 7:10 (O-Ton des Reiseleiters: 'The Show starts at 7:00. Not 6:59, not 7:01: 7:00. So we have to be on time!') startete dann die Lichtshow rund um die Mayapyramide. Verwöhnt durch die Amis haben wir ein wenig mehr erwartet als gezeigt wurde. Die Lichtshow bestand mehrheitlich aus der bunten Beleuchtung der Pyramide und den umgebenden Gebäuden. Dazu wurde man mit musikuntermalten, geschichtlichen Informationen durch die Show begleitet, was wir aber alles schon von unserem Guide erfahren hatten.
Nach der Show ging's dann wieder nach Hause, wo wir uns gegen das Saufen und pro früh-aufstehen und Strand geniessen entschieden.
So verbrachten wir den ganzen Donnerstag am Playa del Carmen (diesmal ohne Umwege) und bräunten uns. Am Abend haben wir dann endlich Dady-O besucht, den #1 Club in Cancún. Es wurde ein Wet Body Contest angekündigt, welcher wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. So wie wir uns das vorgestellt hatten, war es dann nicht. Da noch kein Springbreak ist, waren die Damen wohl lokale Notlösungen und gingen nicht ab, wie man es von diversen Clips her kennt. Der Hawaiian Contest eine Stunde später war dann doch reizender. Da die Quantität und Qualität der Ladies in die Höhe schnellte. :-)
Als der Sound dann immer schlechter wurde und um vier Uhr die Drinks nicht mehr im Preis inbegriffen waren, gingen wir heim unseren Rausch ausschlafen. Super Timing, denn am Freitag regnete es den ganzen Tag. Perfektes Wetter um auszuschlafen, unsere Wäsche zu waschen, das nächste Hotel zu buchen und die nun noch umständlicheren Einreiseprozeduren für die USA durchzugehen.
In der Hotellobby hörte ich einen Gast den Concierge nach einem Kubanischen Restaurant fragen und deshalb beschlossen wir dort auch hinzugehen um mal das Kubanische Essen zu testen. Eine sehr gute Idee! Das Essen war ausgezeichnet und die Mojitos so gut wie bisher noch nirgends. Zwei Kellnerinnen luden mich nach dem Essen noch zum Tanz ein, was ich natürlich nicht ausschlagen konnte. Sie mussten mir zwar die Salsa-Grundschritte zuerst beibringen, amüsant war es aber auf jeden Fall!
Da im Club vom Abend zuvor '80's and 90's Classics' für Freitagnacht angekündigt wurde, planten wir das Wochenende spontan um und gingen noch einmal in den selben Club. Die Musik war diesmal viel besser (Kindheitserinnerungen, yeah!) und so hatten wir wieder Fun bis am Morgen früh, was dann auf Kosten des Samstags ging. Für den Strand hatten wir nach dem Ausschlafen keine Zeit mehr, also statteten wir dem Hotelpool einen Besuch ab.
Am Abend leisteten wir uns ein Dinner in einem Argentinischen Steakhouse. Das Essen war fantastisch: Wir starteten mit einem Argentinischen Salat, resp. einem Caprese begleitet durch köstliches Brot. Hauptspeise war dann ein Entrecôte, welches zwar nicht an jenes aus Mettmenstetten herankommt, aber dennoch sehr gut war. Nebenbei haben wir uns einen Pinot Noir aus der Argentinischen Reberei der Familie Schroeder gegönnt. Nach dem Essen sagte ich zu Ken, dass - obwohl mein Magen randvoll war - ein Schoggimousse wohl noch Platz fände. Wie es der Zufall wollte, war das Schoggimousse auf der Speisekarte und wurde prompt bestellt. Leider war es nicht so luftig, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern glich eher einer dicken Schoggicrème. Das Dessert wurde somit ein richtiger Kampf, der es aber schlussendlich wert war.
Am Sonntag - unserem letzten Tag in Mexico - planten wir nach Cozumel, einer Insel im Süden vor Playa del Carmen zu fahren. Dies wurde uns von einem Ami-Päärchen, welches wir mal an einer Bar getroffen hatten, empfohlen, weil man da Natur, Kultur und Fun in einem haben könne. Den Weg nach Playa del Carmen kannten wir inzwischen, wir mussten nur noch die Tickets für die Fähre buchen. Als wir um 11:20 ankamen, hiess es, dass die Fähren zwar stündlich fuhren, jedoch nicht am Mittag. Die nächste Fähre fuhr also um 1:00. Super! Wir nutzten die Zeit um schon hier den Scooter für die Insel zu mieten. Da die Amerikanerin etwas von 25$ geredet hat, nahmen wir gleich das erste Angebot für diesen Preis an, welches alles (Miete, Versicherung, Helm, etc) inklusive hatte. Danach spazierten wir noch ein wenig durch die Stadt um Essen einzukaufen. Um fünf vor Eins (Ken hatte gerade einen fünfminütigen Turboschiss hinter sich) liefen wir zum Pier, wo uns eine 100m lange Schlange erwartete. Zum Glück war mehr als nur eine Fähre bereit, und alle Passagiere konnten verladen werden. Die Fahrt war dann etwa das übelste, was ich je erlebt hatte. Magic Mountain ist nichts dagegen. Ich bin sonst eigentlich ziemlich sicher gegen Seekrankheit, aber diese Fähre wollte mir wohl unbedingt mitteilen, dass ich gestern ein bisschen zu viel gegessen hatte. Kopf und Magen drehten sich gleichzeitig um unterschiedliche Achsen und ich schien nicht der einzige gewesen zu sein, dem es so ging. Rundherum schiessen die Leute weiss und grün zu werden. Zum Glück konnte ich das ganze Entrecôte drin behalten und wir schafften die halbstündige Überfahrt unverletzt.
Am Pier angekommen, machten wir uns auf die Suche nach Beto, welcher uns die Scooter geben sollte. Beto verwies uns zu Felipe, Felipe zeigte auf Alex und der meinte, dass wir kurz auf der anderen Strassenseite warten sollen. Nach fünf Minuten kam er dann wieder und führte uns zu seinem Scooter-Rental-Shop, wo wir zuerst einmal die Mietzeit von 4.5 auf 5.5 Stunden raufhandelten. Danach mussten wir noch eine weitere Versicherung, welche hier obligatorisch sei, hinzukaufen + Benzin. Wenigstens waren die Helme gratis. Der Scooter war dann der Hammer! Es stand zwar gross geschrieben, dass er nur 60 km/h fahren würde, jedoch fehlte die Nadel für den Tachometer, wie auch die Nadel für den Benzinstand. Wir mussten also direkt überprüfen, dass der Tank voll war. Nach einigem umorganisieren, verstauten wir einen Rucksack im kleinen Stauraum und wir düsten los. Nach der ersten Kurve erklärte ich Ken noch, wie er sich in der Kurve als Sozius zu verhalten hatte (Matthias, jetzt weiss ich endlich auch, wie mühsam es ist, wenn der Sozius nicht in die Kurve liegen will ;-) ) und schon gings los durch die Mexikanische Landschaft, obwohl wir keine Ahnung von den Mexikanischen Strassenregeln hatten und wir nie wussten wie schnell wir sind. (Ich habe mal zwischen den Meilensteinen die Sekunden gezählt und habe festgestellt, dass der Scooter mit Vollgas knapp über 60 km/h läuft, was mal ein guter Anhaltspunkt war.)
Unser erstes Ziel war ein altes Mayadorf. Ganz im Gegenteil zu Chichen Itza war es hier viel weniger pompös. Die Häuser, Tempel sind alle ein wenig kleiner gehalten. Auch gab es keine astronomisch und geometrisch perfekte Pyramide. Trotzdem war es einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen der fantastischen Fauna. Das erste Mal ist mir fast das Herz in die Hose gerutscht, als sich plötzlich neben meinen Füssen ein perfekt getarnter Leguan bewegt hatte. Als wir dann wussten, auf was wir achten mussten, waren die Tiere leichter zu entdecken. Sie wollten einem zwar nicht gerade aus der Hand fressen, zeigten aber trotzdem erst Scheue, wenn man sich ihnen auf wenige Meter näherte. Das Highlight war dann aber kein Leguan, sondern ein Gürteltier, welches im Holz nach Nahrung gesucht hatte. Das lustigste Tier, das ich je gesehen hatte! :-)
Nach dem Mayadorf fuhren wir ganz in den Süden der Insel der Küste entlang, wo wir noch einen interessanten Strand entdeckten. Der Fels am Strand war ziemlich porös und so spritzte das Wasser bei Flut wie bei einem Geysir durch die Löcher in die Höhe, was ziemlich spektakulär aussieht. Als wir ganz im Süden ankamen, stellten wir fest, dass das Gebiet gar nicht frei zugänglich war, dh Eintritt kostete und man durfte den Scooter nicht mitnehmen. Wir beschlossen also, das Gebiet auszulassen, da es eh bald dunkel werden würde und fuhren der Küste entlang zurück. Unterwegs stellten wir fest, dass das vordere Licht überhaupt nicht funktionierte (dass die Blinker tot sind, wussten wir bereits), was vor allem in der Stadt ein mulmiges Gefühl hinterliess. (So dunkel war es eigentlich gar nicht, da ich immer noch Kens Sonnenbrille auf hatte, aber trotzdem...) Wir mussten nun den Weg zurück zu Alex finden, was gar nicht so einfach war, da viele Strassen aufgrund des Carnaval gesperrt waren. Wir fanden schlussendlich aber noch unseren Weg durch das Labyrinth der Einbahnstrassen und gaben unseren Scooter wieder ab: 'Where have you been, amigos? I was waiting for you! I said six o' clock!' - 'No, you said seven!' - 'Oh, ok!' :-D
Da wir über eine Stunde auf die nächste Fähre warten mussten, wohnten wir noch dem Carnaval-Umzug bei. Ironisch ist, dass wir beide um die halbe Welt vor der Fasnacht geflohen sind und dort auf eine andere Fasnacht treffen. Der Umzug war ziemlich ähnlich zu jenem zu Hause, einfach weniger urchig und mehr karibisch.
Schlussendlich sind wir per Fähre und Bus wieder nach Hause gefahren. Dort gingen wir noch einmal fein essen. Ken konnte es natürlich nicht unterlassen, der Kellnerin mitzuteilen, dass heute mein Geburtstag war in der Hoffnung, dass es einen grossen Aufmarsch an singenden Kellner geben würde. Schlussendlich kam aber unsere Kellnerin alleine vorbei mit einer Rahmtorte und einer Kerze, die sich schlecht ausblasen liess. Die Torte hätte eigentlich schon alle Alarmglocken klingen lassen solle: Ich konnte sie nicht essen, sondern sie wurde mir einfach ins Gesicht geschmiert. Yeah! Clown werde ich bestimmt nie! :-) Nachdem wir noch ein letztes Mal Flatrate-Saufen ausgenutzt hatten, haben wir uns dann nach Hause gemacht. Am nächsten Tag heisst es dann 'Adiós Mexico' & 'Hello DC!'
Unser Flug sollte um 10:15 abfliegen, ich plante also um 10:00 beim Boarding zu erscheinen, da früher eh keinen Sinn machte, weil man eh nur im Terminal oder im Flugzeug Schlange stand. Ken wollte noch kurz die Toilette besuchen (grosses Geschäft). Wer Ken kennt, weiss, dass das normalerweise keine Sache von zwei Minuten ist. Ich nahm jedoch an, dass er die Zeitnot kennt und sein Geschäft mal ruckzuck zackzack verrichtet (hat er auch schon geschafft!). Ich kam bei unserem Gate an, als gerade die letzten fünf Passagiere in der Schlange standen. Nice Timing! Ich setzte mich kurz hin, wurde aber sofort aufgerufen, als der letzte Passagier durchgelassen wurde. Ich machte den Attendants klar, dass ich noch auf Ken warten werde und dass er jeden Moment kommen werde. Um 10:10 haben sie mir dann gesagt, dass er jetzt noch zwei Minuten hätte, sonst würden sie sein Gepäck wieder ausladen. Ich rannte also auf die Toilette und hoffte, dass Ken wenigstens schon beim Händewaschen war. Sorry, nix da. Ken war immer noch am drücken. Ich habe ihn über die Knappheit informiert und bin wieder zum Gate gerannt. Die Attendants haben mich dann gebeten, schon das Flugzeug zu besteigen. Ok. Vielleicht sehe ich jetzt Ken erst in einer Woche wieder...
Er hat es dann aber so (||) knapp noch geschafft, sogar sein Gepäck blieb noch an Board. (Zu Kens 'Verteidigung': Es stellte sich heraus, dass er keinen Turboschiss durchgezogen hatte, weil er dachte, dass das Boarding eine Stunde vor Abflug schon begann und wir erst um 10:30 abfliegen würden.) Im Flugzeug hatte ich dann wohl das erste Mal Glück auf dieser Reise: Obwohl wir die letzten beiden Sitze im Flugzeug erwischten, hatte ich meinen Platz beim Notausgang, was mir zwar die Riesenverantwortung des Türe-Aufmachen im Notfalls einbrachte, aber eben auch Beinfreiheit versprach. Zudem sass ich neben einem jungen Vater, welcher seiner Tochter erklärte, wieso denn ein Flugzeug überhaupt abhebt und in der Luft bleibt, etc, was mich als Ingenieur natürlich auch brennend interessierte. ;-)
Nach vier Stunden Flug erwartete uns dann das dritte und letzte Nordamerikanische Land auf unserer Reise: Mexico. Ein weiteres Hoch auf UA gab's kurz vor dem Andocken ans Gate in Cancún. Das Flugzeug stoppte wenige Meter vor ihrem Ziel und bewegte sich nicht mehr. Wir standen dann etwa zehn Minuten bockstill und ich habe mich schon darauf gefreut, den Notausgang aufmachen und die Plastikrutschbahn runterrutschen zu dürfen. Dazu kam es aber leider nicht und das Flugzeug wurde schlussendlich ans Gate gezogen.
Dass hierzulande alles ein wenig gemütlicher zu- und hergeht, haben wir gleich bei der Einreisekontrolle bemerkt. Drei Schlangen à 200 Personen. Dafür zuständig: Acht Zöllner, wobei einer dann Punkt sechs Uhr Siesta machte. Da wir ja geduldige Menschen sind, machte uns das natürlich gar nichts aus. Nachdem wir durch den Zoll - wo unser Gepäck nochmals gescannt wurde - gelangt waren, wollten wir erst mal ein paar Pesos wechseln, was sich aber als unmöglich herausstellte. Da schon nach 6 Uhr war, waren die Wechselstubenarbeiter nur noch am eifrig diskutieren. Geld gab's aber keines. Und ein weiteres Mal kommen wir in einem fremden Land an ohne Geld in der Landeswährung zu besitzen. Zum Glück fanden wir heraus, dass man hier überall mit USD bezahlen kann. Also organisierten wir einen Shuttlebus, und unsere Ankunft in der Hotelzone von Cancún war endlich nicht mehr weit.
Nachdem wir in unserem kleinen, aber feinen Hotel eingecheckt hatten, wollten wir uns erst mal stärken. Wir beschlossen gar nicht lange zu suchen und setzten uns (nicht in den Mac!) ins erstbeste Mexikanische Restaurant. Das Essen war gut, ebenso die Unterhaltung durch die Kellner und die Hintergrundmusik. Beim Bezahlen der Rechnung stiessen wir aber auf erste Schwierigkeiten: Unsere Schweizer Kreditkarten wurden nicht akzeptiert, dh das CC-Gerät hat sie abgewiesen. So bezahlten wir mit Kens Debitkarte, was sich auch nicht als eine komplett sorgenlose Lösung herausstellte: In Touristengegenden wie hier in Cancún kann man problemlos überall mit Amerikanischen Dollars zahlen, man muss sich einfach mit dem Kurs des Händlers abfinden. Wie wir inzwischen herausgefunden haben, kann mit einem 1:13-Kurs zufrieden sein in einem Geschäft, sind wir doch schon auch solche gestossen, welche zwar Dollar annehmen, aber 1:10 in Pesos retour geben. Deshalb haben wir ständig Pesos und Dollar bei uns. Nun sind die Mexikaner so schlau und haben sich nicht die Mühe gemacht, ihre Pesos mit 'P' o.ä. abzukürzen. Sie benützen ebenfalls '$'. Ken hat nun unserer Rechnung in Pesos bezahlt mit seiner Kreditkarte und zwar ca. 800$. $ oder $? Da wir in 'südländischen' Tourigebieten schon einiges gehört und auch erlebt haben (an dieser Stelle möchten wir T.M. aus S. herzlich grüssen!), wollten wir die detaillierte Abrechnung nach Hause nehmen, wo ganz unten die offizielle Dollar-Umrechnung steht. Aus irgendeinem Grund behalten die Mexaner jedoch immer die detaillierte Abrechnung für sich und geben dem Kunden nur eine Quittung für's Total (800$, womit wir wieder am Anfang wären). Wir verlangten deshalb eine Kopie der detaillierten Abrechnung, welche der Manager himself uns auch gleich brachte. Lustigerweise fehlte der unterste Teil, wo zufälligerweise der Dollar-Betrag stand. Wtf? Wir baten nun den Kellner einfach den offiziellen Dollar auf die Quittung zu schreiben und diese zu unterschreiben. Er hat zwar nicht genau verstanden, warum, hat es aber dann gemacht. (Wie sich ein paar Tage später herausgestellt, wurde der korrekte Betrag abgebucht und niemand wollte uns bescheissen. Der abgeschnittene Dollarbetrag bleibt uns aber nach wie vor ein Rätsel...)
Nach dem Essen schlenderten wir durchs Ausgangsgebiet von Cancún und begutachteten das Angebot. Wider Erwarten ist Cancún nicht so gross wie etwa Ayia Napa. Die Clubs und Bars beschränken sich auf einen Strassenabschnitt von etwa 100m. Die Szenerie ist jedoch dieselbe. Alle zwei Meter versuchen die Leute einem ihren Club spannend zu machen. Dazu gibt es eine Art von übergeordneten Händlern, die einem erzählen können, was wo läuft und wo momentan die meisten Leute unterwegs sind. Man ist für alle 'my friend' oder 'mi amigo' mit dem Unterschied zur Mittelmeerzone, dass ein Nein immer sofort akzeptiert wird (sogar von zwielichten Stripclub-Promotern und Drogendealern!) und man nicht mit allen Mitteln in die Bar gezogen wird. Da wir nur wenig Geld hatten, beschlossen wir uns das billigste Open-Bar-Angebot auszusuchen. Für je 15$ gab's ein Bändeli ('für die Krasse'), mit welchem wir an der Bar alle Standarddrinks frei erhielten. Dazu schwirrten pausenlos Kellnerinnen durch die Gäste, welche die spezielleren Drinks für ein paar Dollar feilboten. Um zwei Uhr morgens zischte uns eine Bardame an, dass wir auch mal ein Trinkgeld liegen lassen könnten. (Ein weiterer Beweis dafür, dass die Ostküste Yucatáns total veramerikanisiert wurde.) Da wir aber unser letztes Geld bereits liegen gelassen hatten, konnten wir ihren Wunsch nicht erfüllen. Wir beschlossen uns darauf nicht schon am ersten Abend Feinde zu machen und genehmigten uns noch einen Drink und gingen dann nach Hause.
Am Sonntag wie auch am Montag schliefen wir jeweils aus, planten unsere Woche, besuchten die Strände von Cancún (oder was nach den Hurricanes der letzten Jahre übriggeblieben ist) und schlugen uns durch die mexikanische Speisekarte. Die mexikanischen Restaurants hier sind der Hammer! Das Essen ist ausnahmslos gut. Die Bedienung immer freundlich (alle bilingual) und korrekt (im Gegensatz zu den USA, wo die Bedienung zwar meistens freundlich ist, aber bestimmt bei jeder Bestellung irgendetwas vergessen geht). Dazu wird in jedem Restaurant Unterhaltung geboten. Livemusik, akrobatische Kellner und andere Showeinlagen. Herausragend war das Restaurant vom Montag: Während unserer Salat am Tisch zubereitet wurde, rannten plötzlich alle Kellner Hand in Hand durch das Lokal und raus an die frische Luft. Später luden die Kellner die Damen unter den Gästen zum Tanz ein. Danach gab's einen Wrestlingfight zwischen zwei kostümierten Kellnern, welche nach der ersten Runde noch nicht genug hatten und den Kampf vor dem Restaurant weiter trugen. Die Dessertkarte wurde mit einem Stempel auf das Tischtuch gedruckt.
Am Dienstag beschlossen wir, nach Playa del Carmen zu fahren, wo der Strand angeblich schöner sein soll. Ken fragte bei unserem Concierge nach, wie wir am schnellsten dorthin gelangen, worauf dieser irgendwas von 'Bus #1' und 'Ado' faselte. Wir gingen also zur nächsten Bushaltestelle, welche die Busse in Richtung Süden bediente und sagten dem Chauffeur, dass wir nach Playa del Carmen wollten. Er meinte, dass wir dafür den Bus in die andere Richtung nehmen sollen. Gut, dann wird der Bus wohl zuerst noch die Leute in Downtown Cancún auflesen. Wir haben uns also in den Bus gesetzt und machten uns auf eine längere Reise (laut Concierge 1h) gefasst. Nach 10 Minuten meinte der Chauffeur, dass wir aussteigen sollten, worauf wir ihn verdutzt fragten, ob wir denn schon da seien (von der Zeit her und von der Fahrtrichtung eigentlich unmöglich). Er meinte, dass wir hier umsteigen müssten und hat auf die andere Strassenseite gedeutet.
Da schon Mittag war, beschlossen wir uns zuerst mal im Mac zu stärken. Wir machten daraufhin Bekanntschaft mit der Mexikanischen Effizienz: Hier wird man in einem Fastfood-Laden erst bedient, wenn der Vorgänger mindestens einen Teil seines Essens bekommen hat. Nix da, Pipelining. Nach dem Gourmet-Lunch sind wir auf die andere Strassenseite gewandert und suchten da den Bus nach Playa del Carmen. Da keiner der Busse mit unserem Ziel angeschrieben war, fragten wir einfach einen Chauffeur, welcher Bus dahin fährt. Er meinte, dass wir dafür einen Bus auf der anderen Seite nehmen müssten, also auf der Seite, wo wir zuvor ausgestiegen sind. Also wieder zurück, den nächsten Chauffeur gefragt, welcher uns - wer hätte das gedacht - wieder auf die zweite Seite schickte. Willkommen zurück im Haus das Verrückte macht! Auf Strassenseite Nummer 2 angekommen, erblickten wir einen Bus, welcher nach Ado fuhr. Zur Sicherheit fragten wir aber den Chauffeur aber noch, ob er nach Playa del Carmen fährt. Nein, das tut er nicht. Aaaaaaaaaah! Aber wir sollten doch einen Bus gleich um die Ecke nehmen. Gut, eine neue Richtung kann nicht schaden. Wir kamen uns langsam vor, wie in einem Lucas Games Adventure. Wir begaben uns also zur erwähnten Ecke und was sahen unsere unsere müden Augen? Ein grosses Busterminal der Firma ADO. Yeah! Wir sind also gleich rein, einen Bus nach Playa del Carmen gebucht und in einem bequemen Car zum Strand gefahren.
Nachdem wir den Bus verliessen, mussten wir gleich feststellen, dass wir vom einen Touristengebiet ins nächste gefahren sind. Hier hat's zwar nicht viele Hotels am Strand dafür umso mehr Ramschläden, durch welche wir uns zuerst einmal kämpfen mussten um zum Strand zu gelangen. Der Strand wars dann aber die Odyssee wirklich wert: Schöner Sand, praktisch keine Steine im Wasser, nicht zu viele und nicht zu wenige Leute. Vor lauter Freude habe ich dann beim Hinlegen 'An der Nordseeküste' angestimmt, worauf prompt die Frage von der Dame nebenan kam: 'Are you from Germany?' Und die Welt ist doch so klein. (Ken - der Fisch - hat dann noch mit 'Yes, äääh, no, we are from Switzerland' geantwortet. :-D)
Dank unseren Umwegen ging die Sonne aber bald unter, so dass ich nicht mal zu Phase 2 des Anbratens kam und wir wieder nach Hause gingen. Nach drei Tagen mexikanischem Abendessen gingen wir diesen Abend ins Hard Rock Cafe. Wie wir erfuhren, würde gleich die Hausband mit ihrem Konzert beginnen. Tiptop. Sie begannen mit Metallica und Black Sabbath, womit sie mich trotz nicht ganz einwandfreier Vorführung gleich zu Beginn gefesselt hatten. Sie spielten daraufhin einen schönen Mix aus altem Hard Rock und neuem Rock/Metal, weshalb wir beschlossen unser Bier gleich auch noch hier zu geniessen.
Für Mittwoch war das kulturelle Highlight unserer Mexicoreise geplant: Chichen Itza, eine alte Mayastadt im Staat Yucatán. Nach der zweieinhalbstündigen Fahrt wurden wir durch die archäologische Stätte geführt. Traurig aber wahr: Das ganze Land ist im Privatbesitz, was es vielen Händlern erlaubt ihren Ramsch um die Tempel anzubieten. Laut unseren Reiseführern sei dies die einzige Mayastätte, welche nicht im Besitze Mexicos ist, was aber nun bekämpft werde.
Im Zentrum von Chichen Itza befindet sich ein pyramidenähnliches Gebäude, welches perfekt mit den Himmelsrichtungen aliniert ist. Aufgrund der Anzahl Treppen, Absätze, Zwischenräume, etc wurde das Gebäude wohl als Kalender benutzt. Daneben befindet sich ein Ballspielplatz, auf welchem man ein Mix aus Lacrosse und Basketball ausgetragen hatte und ein Spieler zum Schluss enthauptet wurde. Wieso gibt's das heute nicht mehr? :-) Sehr interessant waren die akkustisch perfekt abgestimmten Wände, welche es einem erlaubten sich in normaler Lautstärke über grosse Distanzen zu unterhalten. Auf dem Platz zwischen der Pyramide und dem Kriegertempel kann man zudem, wenn man in die Hände klatscht, eine Schlange und einen Vogel aus den beiden Richtungen hören. Wenn man nun noch weiss, dass der Maya-Obergott Kukulkan/Quetzalcoatl eine gefiederte Schlange war, ist man umso mehr amüsiert.
Leider hatte man, wie wohl üblich auf solchen Touren, viel zu wenig Zeit. Nach der geführten Tour mussten wir ziemlich durch den Rest der Anlage stressen um noch alles auf Bildern festzuhalten. Danach gings zu einem weiteren Highlight: einer Cenote. Auf der ganzen Halbinsel soll es angeblich keine oberirdischen Flüsse geben. Es gibt aber sehr wohl unterirdische Flüsse und Seen. Wenn nun bei so einem unterirdischen Gewässer die Decke einkracht, bildet sich eine sogenannte Cenote. In solch einer Cenote konnten wir uns abkühlen, was eine angenehme Abwechslung zum heissen Tag bot. Das Wasser war frisch, kühl und sauber. Man konnte zwischen den hängenden Wurzeln hindurch schwimmen, das Wasser auf sich herabtropfen lassen und von der Klippe ins kühle Nass springen. Die Sprünge von der Klippe haben sich im Nachhinein als nicht sehr schlau herausgestellt: Ich habe mein Armband für den Wiedereintritt nach Chichen Itza verloren und meine Uhr, welche schon einen kleinen Sprung im Glas hatte, hat sich mit Wasser gefüllt. Super!
Nach der Cenote sind wir kaffeefahrtenmässig noch bei einem grossen Maya-Shop vorbeigefahren, wo wir im Gegensatz zur Mayastadt viel zu viel Zeit hatten und sind nachher Essen gegangen. Nach dem Essen sind wir zurück nach Chichen Itza gefahren, wo man mich mit Hilfe des Reiseguides trotz Verlust meines Eintrittbändelis wieder hereingelassen hatte. Pünktlich um 7:10 (O-Ton des Reiseleiters: 'The Show starts at 7:00. Not 6:59, not 7:01: 7:00. So we have to be on time!') startete dann die Lichtshow rund um die Mayapyramide. Verwöhnt durch die Amis haben wir ein wenig mehr erwartet als gezeigt wurde. Die Lichtshow bestand mehrheitlich aus der bunten Beleuchtung der Pyramide und den umgebenden Gebäuden. Dazu wurde man mit musikuntermalten, geschichtlichen Informationen durch die Show begleitet, was wir aber alles schon von unserem Guide erfahren hatten.
Nach der Show ging's dann wieder nach Hause, wo wir uns gegen das Saufen und pro früh-aufstehen und Strand geniessen entschieden.
So verbrachten wir den ganzen Donnerstag am Playa del Carmen (diesmal ohne Umwege) und bräunten uns. Am Abend haben wir dann endlich Dady-O besucht, den #1 Club in Cancún. Es wurde ein Wet Body Contest angekündigt, welcher wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. So wie wir uns das vorgestellt hatten, war es dann nicht. Da noch kein Springbreak ist, waren die Damen wohl lokale Notlösungen und gingen nicht ab, wie man es von diversen Clips her kennt. Der Hawaiian Contest eine Stunde später war dann doch reizender. Da die Quantität und Qualität der Ladies in die Höhe schnellte. :-)
Als der Sound dann immer schlechter wurde und um vier Uhr die Drinks nicht mehr im Preis inbegriffen waren, gingen wir heim unseren Rausch ausschlafen. Super Timing, denn am Freitag regnete es den ganzen Tag. Perfektes Wetter um auszuschlafen, unsere Wäsche zu waschen, das nächste Hotel zu buchen und die nun noch umständlicheren Einreiseprozeduren für die USA durchzugehen.
In der Hotellobby hörte ich einen Gast den Concierge nach einem Kubanischen Restaurant fragen und deshalb beschlossen wir dort auch hinzugehen um mal das Kubanische Essen zu testen. Eine sehr gute Idee! Das Essen war ausgezeichnet und die Mojitos so gut wie bisher noch nirgends. Zwei Kellnerinnen luden mich nach dem Essen noch zum Tanz ein, was ich natürlich nicht ausschlagen konnte. Sie mussten mir zwar die Salsa-Grundschritte zuerst beibringen, amüsant war es aber auf jeden Fall!
Da im Club vom Abend zuvor '80's and 90's Classics' für Freitagnacht angekündigt wurde, planten wir das Wochenende spontan um und gingen noch einmal in den selben Club. Die Musik war diesmal viel besser (Kindheitserinnerungen, yeah!) und so hatten wir wieder Fun bis am Morgen früh, was dann auf Kosten des Samstags ging. Für den Strand hatten wir nach dem Ausschlafen keine Zeit mehr, also statteten wir dem Hotelpool einen Besuch ab.
Am Abend leisteten wir uns ein Dinner in einem Argentinischen Steakhouse. Das Essen war fantastisch: Wir starteten mit einem Argentinischen Salat, resp. einem Caprese begleitet durch köstliches Brot. Hauptspeise war dann ein Entrecôte, welches zwar nicht an jenes aus Mettmenstetten herankommt, aber dennoch sehr gut war. Nebenbei haben wir uns einen Pinot Noir aus der Argentinischen Reberei der Familie Schroeder gegönnt. Nach dem Essen sagte ich zu Ken, dass - obwohl mein Magen randvoll war - ein Schoggimousse wohl noch Platz fände. Wie es der Zufall wollte, war das Schoggimousse auf der Speisekarte und wurde prompt bestellt. Leider war es nicht so luftig, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern glich eher einer dicken Schoggicrème. Das Dessert wurde somit ein richtiger Kampf, der es aber schlussendlich wert war.
Am Sonntag - unserem letzten Tag in Mexico - planten wir nach Cozumel, einer Insel im Süden vor Playa del Carmen zu fahren. Dies wurde uns von einem Ami-Päärchen, welches wir mal an einer Bar getroffen hatten, empfohlen, weil man da Natur, Kultur und Fun in einem haben könne. Den Weg nach Playa del Carmen kannten wir inzwischen, wir mussten nur noch die Tickets für die Fähre buchen. Als wir um 11:20 ankamen, hiess es, dass die Fähren zwar stündlich fuhren, jedoch nicht am Mittag. Die nächste Fähre fuhr also um 1:00. Super! Wir nutzten die Zeit um schon hier den Scooter für die Insel zu mieten. Da die Amerikanerin etwas von 25$ geredet hat, nahmen wir gleich das erste Angebot für diesen Preis an, welches alles (Miete, Versicherung, Helm, etc) inklusive hatte. Danach spazierten wir noch ein wenig durch die Stadt um Essen einzukaufen. Um fünf vor Eins (Ken hatte gerade einen fünfminütigen Turboschiss hinter sich) liefen wir zum Pier, wo uns eine 100m lange Schlange erwartete. Zum Glück war mehr als nur eine Fähre bereit, und alle Passagiere konnten verladen werden. Die Fahrt war dann etwa das übelste, was ich je erlebt hatte. Magic Mountain ist nichts dagegen. Ich bin sonst eigentlich ziemlich sicher gegen Seekrankheit, aber diese Fähre wollte mir wohl unbedingt mitteilen, dass ich gestern ein bisschen zu viel gegessen hatte. Kopf und Magen drehten sich gleichzeitig um unterschiedliche Achsen und ich schien nicht der einzige gewesen zu sein, dem es so ging. Rundherum schiessen die Leute weiss und grün zu werden. Zum Glück konnte ich das ganze Entrecôte drin behalten und wir schafften die halbstündige Überfahrt unverletzt.
Am Pier angekommen, machten wir uns auf die Suche nach Beto, welcher uns die Scooter geben sollte. Beto verwies uns zu Felipe, Felipe zeigte auf Alex und der meinte, dass wir kurz auf der anderen Strassenseite warten sollen. Nach fünf Minuten kam er dann wieder und führte uns zu seinem Scooter-Rental-Shop, wo wir zuerst einmal die Mietzeit von 4.5 auf 5.5 Stunden raufhandelten. Danach mussten wir noch eine weitere Versicherung, welche hier obligatorisch sei, hinzukaufen + Benzin. Wenigstens waren die Helme gratis. Der Scooter war dann der Hammer! Es stand zwar gross geschrieben, dass er nur 60 km/h fahren würde, jedoch fehlte die Nadel für den Tachometer, wie auch die Nadel für den Benzinstand. Wir mussten also direkt überprüfen, dass der Tank voll war. Nach einigem umorganisieren, verstauten wir einen Rucksack im kleinen Stauraum und wir düsten los. Nach der ersten Kurve erklärte ich Ken noch, wie er sich in der Kurve als Sozius zu verhalten hatte (Matthias, jetzt weiss ich endlich auch, wie mühsam es ist, wenn der Sozius nicht in die Kurve liegen will ;-) ) und schon gings los durch die Mexikanische Landschaft, obwohl wir keine Ahnung von den Mexikanischen Strassenregeln hatten und wir nie wussten wie schnell wir sind. (Ich habe mal zwischen den Meilensteinen die Sekunden gezählt und habe festgestellt, dass der Scooter mit Vollgas knapp über 60 km/h läuft, was mal ein guter Anhaltspunkt war.)
Unser erstes Ziel war ein altes Mayadorf. Ganz im Gegenteil zu Chichen Itza war es hier viel weniger pompös. Die Häuser, Tempel sind alle ein wenig kleiner gehalten. Auch gab es keine astronomisch und geometrisch perfekte Pyramide. Trotzdem war es einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen der fantastischen Fauna. Das erste Mal ist mir fast das Herz in die Hose gerutscht, als sich plötzlich neben meinen Füssen ein perfekt getarnter Leguan bewegt hatte. Als wir dann wussten, auf was wir achten mussten, waren die Tiere leichter zu entdecken. Sie wollten einem zwar nicht gerade aus der Hand fressen, zeigten aber trotzdem erst Scheue, wenn man sich ihnen auf wenige Meter näherte. Das Highlight war dann aber kein Leguan, sondern ein Gürteltier, welches im Holz nach Nahrung gesucht hatte. Das lustigste Tier, das ich je gesehen hatte! :-)
Nach dem Mayadorf fuhren wir ganz in den Süden der Insel der Küste entlang, wo wir noch einen interessanten Strand entdeckten. Der Fels am Strand war ziemlich porös und so spritzte das Wasser bei Flut wie bei einem Geysir durch die Löcher in die Höhe, was ziemlich spektakulär aussieht. Als wir ganz im Süden ankamen, stellten wir fest, dass das Gebiet gar nicht frei zugänglich war, dh Eintritt kostete und man durfte den Scooter nicht mitnehmen. Wir beschlossen also, das Gebiet auszulassen, da es eh bald dunkel werden würde und fuhren der Küste entlang zurück. Unterwegs stellten wir fest, dass das vordere Licht überhaupt nicht funktionierte (dass die Blinker tot sind, wussten wir bereits), was vor allem in der Stadt ein mulmiges Gefühl hinterliess. (So dunkel war es eigentlich gar nicht, da ich immer noch Kens Sonnenbrille auf hatte, aber trotzdem...) Wir mussten nun den Weg zurück zu Alex finden, was gar nicht so einfach war, da viele Strassen aufgrund des Carnaval gesperrt waren. Wir fanden schlussendlich aber noch unseren Weg durch das Labyrinth der Einbahnstrassen und gaben unseren Scooter wieder ab: 'Where have you been, amigos? I was waiting for you! I said six o' clock!' - 'No, you said seven!' - 'Oh, ok!' :-D
Da wir über eine Stunde auf die nächste Fähre warten mussten, wohnten wir noch dem Carnaval-Umzug bei. Ironisch ist, dass wir beide um die halbe Welt vor der Fasnacht geflohen sind und dort auf eine andere Fasnacht treffen. Der Umzug war ziemlich ähnlich zu jenem zu Hause, einfach weniger urchig und mehr karibisch.
Schlussendlich sind wir per Fähre und Bus wieder nach Hause gefahren. Dort gingen wir noch einmal fein essen. Ken konnte es natürlich nicht unterlassen, der Kellnerin mitzuteilen, dass heute mein Geburtstag war in der Hoffnung, dass es einen grossen Aufmarsch an singenden Kellner geben würde. Schlussendlich kam aber unsere Kellnerin alleine vorbei mit einer Rahmtorte und einer Kerze, die sich schlecht ausblasen liess. Die Torte hätte eigentlich schon alle Alarmglocken klingen lassen solle: Ich konnte sie nicht essen, sondern sie wurde mir einfach ins Gesicht geschmiert. Yeah! Clown werde ich bestimmt nie! :-) Nachdem wir noch ein letztes Mal Flatrate-Saufen ausgenutzt hatten, haben wir uns dann nach Hause gemacht. Am nächsten Tag heisst es dann 'Adiós Mexico' & 'Hello DC!'
Sunday, February 15, 2009
Bye bye LA
Am Sonntag war es dann endlich so weit. Wir gingen ins Six Flags Magic Mountain. Kurz nach der Türöffnung waren wir vor Ort um den Tag auch voll und ganz zu geniessen. Die grossen Achterbahnen haben wir schon von weitem gesehen, wir wollten aber den Adrenalin-Grad langsam steigern und deshalb behielten wir uns die krassen Bahnen für den Schluss auf. Unter die ersten Bahnen reihte sich Goliath ein, welche wir schon vom Six Flags in Holland kannten und eines der höchsten (78m) und steilsten (61°, kommt einem aber wie knapp 90° vor) Gefälle bot. Auch wenn wir gefasst waren, was kommt, ist der Sturz in die Tiefe immer wieder atemberaubend. Dazu kommt, dass der zweite Teil der Bahn viel interessanter ist als in Holland, da es in Magic Mountain noch einige Kurven gab, welche mich einmal nahe ans Blackout geführt hat.
Gleich darauf fuhren wir auf Colossus, einer Old-School Achterbahn, welche uns nicht sonderlich beeindruckt hat. Besser war Scream, mit sieben Loops und 'hängenden Cars' welche immer was spezielles sind. Batman - The Ride war auch nicht schlecht, aber wohl inzwischen wohl yet-another-rollercoaster. Mühsam war Riddler's Revenge, in welchem man steht, was sich für die männlichen Besucher spätestens nach der ersten Kurve bemerkbar macht, der 'Schrittstütze' wegen.
Nach einigen kleineren Bahnen wollten wir dann auf der weltberühmten Superman - The Escape fahren. Man startet in einem Tunnel, fetzt mit 160 km/h ca. 100m geradeaus, worauf sich der Coaster um 90° wendet. Nun düst man vertikal in die Höhe bis zum toten Punkt (126m), wo man Superman ins Auge blicken kann und einen Moment lang schwerelos stillsteht. Danach geht's wieder den gleichen Weg rückwärts zurück. Das tönt alles ziemlich atemberaubend und wäre es wohl auch, wenn man es erleben würde. Leider war die Bahn aber geschlossen aufgrund der Regenfälle der letzten paar Tage. Immer sones Päch!
Nach der kleineren Ninja folgte dann das erste Park-Highlight: Tatsu. In dieser Bahn sitzt man nicht sondern liegt man, gesichert durch eine Harnisch. Somit kommt man dem Fliegen ziemlich nahe. So wird auch der erste Aufstieg ziemlich krass, wenn man zwischen dem Boden und seiner Sicherung nur noch 50m Luft und Bäume sieht. Imposant war der Riesenloop, der durch den Fakt, dass man liegt einem noch viel intensiver einfährt. Bisher mein absoluter Favorit aller Achterbahnen. Gleich danach wollten wir noch eine kleinere Bahn besuchen, landeten dann aber aus Versehen beim zweiten Highlight des Parks: X2. Man erwartet nichts Böses, wenn man sich in die bequemen Sessel setzt. Man wird sogar von Musik begleitet! Das die Bahn nicht ganz normal ist, merkt man spätestens, wenn sich der Sessel rotiert und man auf dem Rücken liegt. Noch schlimmer wird's dann, wenn sich die Bahn rückwärts in Bewegung setzt. Blind fährt man die erste Rampe hinauf, begleitet von Enter Sandman. Zum Glück kenne ich das Lied in- und auswendig, deshalb konnte ich in etwa voraussehen, wann's losgeht. Die ganze Fahrt ist dann ein richtiges Abenteuer. Es geht rauf und runter, rückwärts und vorwärts, links und rechts, wobei der Sitz pausenlos rotiert, ständig begleitet von irgenwelcher Musik. Fantastisch!
Zuletzt besuchten wir noch Viper, welche wir eigentlich vor X2 fahren wollten. Nach den zwei Highlights war sie dann allerdings nicht mehr sehr speziell, trotz vielem hin und her und einigen Loops. Als dann das Wetter langsam wärmer wurde, beschloss ich, meine Jacke im Auto zu verstauen, da ich nicht gerne Gerümpel mit mir herumtrage. Schlau geplant! Denn gleich danach sind wir auf eine Wildwasserbahn, was die nächsten paar Stunden ziemlich kalt hat werden lassen. Zunächst haben wir uns aber einen Moose-(msssss)-Burger reingezogen und den zweiten Teil des Tages geplant. Wir beschlossen, alle Bahnen aufsteigend noch einmal zu besuchen, dh. wir begannen mit den Old-School-Coaster und wollten den Tag mit den beiden Top-Bahnen beenden. Wir zogen alles schön durch, bis wir bei der finalen Bahn - Tatsu - ankamen, die wegen technischen Schwierigkeiten temporär ausser Betrieb war. Super! Wir beschlossen zur Erholung nochmals Goliath zu besuchen (Ja, auch wenn Goliath in Holland die #1 Bahn war. Hier war's wirklich eine Erholung). Danach hatten wir trotzdem noch Glück, dass wir gerade auf die letzte Tatsu-Ride des Tages hüpfen konnten, was den Tag noch einmal krönte.
Fazit: Für Rollercoasterfans ist dieser Park einfach ein Muss! Unser nächster Park wird dann wohl das Six Flags in New Jersey sein, mit dem wohl alles überbietenden Kingda-Ka!
Der Montag war darauf komplett anders gestaltet. Wir besuchten Kens Cousin David auf dem UCLA-Campus. Zuerst assen wir in einer der Mensae zu Mittag, was uns beide ziemlich neidisch machte auf die UCLA-Studenten. Für ein paar Dollar hat es einige All-you-can-eat Buffets. Auch die Drinks sind inklusive! Es werden zwar nicht viele Menüs gekocht, dafür hat man nach einem Mittagessen auch genug für den ganzen Nachmittag und bekommt nicht wie an der ETH eine Suisse-Miniature-Portion vorgesetzt für den doppelten Preis (und hat dann noch nichts getrunken). zudem kann man sich Salate und Sandwiches selber zusammenstellen und kann danach sogar noch zu Dessert greifen. Und nein, all-you-can-eat != fette Studenten, da an den Ami-Unis Sport ziemlich gross geschrieben zu sein scheint.
Danach sind wir mit David in eine seiner Vorlesungen gesessen. Das Thema war 'Eigenschaften des Lichts'. Leider haben wir Space-Time um zwei Wochen verpasst. :-(
Der Unterricht an der UCLA scheint vom Stil her eher an die Kanti als an die ETH zu erinnern, da der Professor alles zweimal erklärt, Schritt für Schritt durchrechnet und auch immer schön Beispiel dazu macht. Die Studentenschaft ist aber die gleiche. Es gibt Frööglis, schlafende Studenten, mitschreibende Studenten, zu spät kommende Studenten, etc. Nur Kreuzworträtsel-lösende Studenten haben wir nicht gesehen. Danach hat uns David noch ein wenig den Campus und sein Wohn- und Schlafzimmer gezeigt und wir haben noch einen Kaffee getrunken, bevor wir dann eine weitere Vorlesung auf gut Glück besucht haben (das Thema war Frequenz Modulation, welches ein bisschen anspruchsvoller war). Danach sind wir nach Hause gegangen. Beide hatten darauf sofort wieder Lust zu studieren und das Studentenleben zu geniessen, aber leider müssen wir Armen bald mit arbeiten beginnen. :-(
Am Dienstag sind wir nach Malibu-Beach gefahren um Pamela Anderson, Carmen Electra und David Hasselhoff zu suchen. Leider war der Strand eine ziemliche Enttäuschung. Er steht in keinem Vergleich zu Venice oder Santa Monica Beach. Der Strand ist nicht sehr gross und schönen Sand sucht man auch vergebens. Aber ein paar Rettungsschwimmer-Autos haben wir gesehen. :-)
Ursprünglich wollten wir eigentlich am Mittwoch nach Mexico fliegen. Es gab aber nur einen Direktflug von LA nach Cancun jeweils Samstags, deshalb blieben wir noch drei weitere Tage in Kalifornien. Da unsere Automiet-Vertrag am Mittwoch auslief, mussten wir kurz zum LAX düsen um den Vertrag bis Samstag zu verlängern. Als wir dann am Desk standen und den Preis für die nächsten drei Tage hörten, fielen wir aus allen Wolken. Der nette Herr wollte uns den selben Wagen für den vierfachen Preis weitervermieten. Wir machten ihn darauf aufmerksam, dass wir informiert wurden, dass wenn wir die Verlängerung persönlich vor Ort vornehmen, keine zusätzlichen Kosten entstehen würden. Er meinte, dass er uns den Wagen auf keinen Fall billiger geben könne, worauf wir uns aufmachten einen anderen Vermieter zu suchen. Leider mussten wir feststellen, dass kein Vermieter die Autos viel billiger weggeben wollte, worauf wir uns damit zufrieden geben mussten. (Der Grund für die Erhöhung sei die schlechte Lage der US-Autoindustrie, welche im Moment keine weiteren Autos liefern können. Europäische oder Asiatische Autos zu vermieten ist wohl noch keinem Vermieter in den Sinn gekommen...)
Nach den Strapazen haben wir noch einen Abstecher ans Santa Monica Pier gemacht und sind gleich darauf nach Hollywood gefahren, wo wir noch den Porno Walk of Fame begutachten wollten. Der stand allerdings ein wenig im Schatten des grossen Walk of Fames, da er nur aus einer handvoll Fuss- und Handabdrücken bestand.
Gleich darauf sind wir nach Anaheim gefahren um unser zweites NHL spiel zu sehen. Die lokalen Ducks spielten gegen die Flames aus Calgary. Da die Kanadier gleich darauf noch gegen Los Angeles spielten, haben viele Landsmänner die Chance gepackt und sind ihrem Team nachgereist, was für eine - für eine NHL-Spiel - ziemlich gute Stimmung sorgte. Das Spiel war auch viel besser als jenes der Kings von vor ein paar Wochen. Es gab einige Schlägereien, viele Torchancen und ein ziemlich ausgeglichenes Spiel. Das Heimteam gewann dann in der Verlängerung, welche ziemlich inkonventionell war. Gespielt wird in der Overtime normalerweise 4 gegen 4, da es aber kurz vor Schluss der offiziellen Zeit eine Keilerei gab, wurde 3 gegen 3 gespielt, was die Verlängerung viel offener gestaltete. Wieder zufrieden mit dem nordamerikanischen Eishockey fuhren wir durch den Stau wieder nach Hause.
Für den Donnerstag plante Ken einen Besuch in den Universal Studios. Da ich vor ein paar Wochen schon da war, blieb ich zu Hause und lasse drum Ken von seinen Erlebnissen erzählen:
Knapp 30 Minuten nach Türöffnung bin ich in den Universal Studios eingetroffen. Da sich der Theme Park ein wenig hinter der Drop-Off Zone befindet, wo mich Michael ausgeladen hatte, musste ich zuerst durch Universal City laufen, um in den Park zu gelangen. Universal City erinnert von der Aufmachung her extrem an Hollywood: Ein langer Gehweg und auf den Seiten sind überall kitschige Shops und Restaurants zu sehen.
Dank meines Kombi-Tickets (Sea World und Universal Studios) konnte ich die Warteschlange vor der Kasse umgehen, die mehrheitlich aus asiatischen Touristen bestand. Kontrolliert wurde ich am Eingang anhand meines Fingerabdrucks, welchen ich im Sea World eine Woche zuvor hinterlegen musste (an Lynn: Du hettisch es Problem! ;-)).
Gleich zu Beginn schnappte ich mir eine Karte des Parks und einen Schedule aller Shows an jenem Tag. Da manche Shows halbstündlich gezeigt wurden und manche nur zweimal am Tag performt wurden, hatte ich den Tag so geplant, dass ich alle wichtigen Shows anschauen gehen konnte. Eine kurze Zusammenfassung der Shows folgt weiter unten:
Terminator 2 - 3D: Die erste Show, die ich an diesem Tag gesehen hatte und meiner Meinung nach auch die beste. Zuerst lief man in einen Warteraum, der im Innern so aufgemacht war wie das Cyberdyne Gebäude. Etwas später wurde man von der Chefin von Cyberdyne begrüsst und sie präsentierte auf einem grossen Monitor, wie schön die Welt mit Skynet aussehen könne. Mitten im Film wurde dann eine Szene mit John und Sarah Connor (Linda Hamilton, yeah!) eingeblendet, wo sie uns Zuschauern mitteilten, dass wir schnellmöglichst verschwinden sollten, weil sie Cyberdyne in die Luft jagen würden. Nach diesem Intermezzo wurden wir in ein Auditorium geführt, wo die Chefin live Skynet vorstellte und da natürlich etwas schief gehen musste.
Die Show bestand aus Wechsel zwischen Live-Performance und Film auf der Kinoleinwand - natürlich in 3D - (der Terminator wird im Film von Arnold Schwarzenegger natürlich gespielt!) und spielt nach Terminator 2 ab. Der Übergang zwischen dem Film und der Liveshow ist wirklich genial gemacht und in Kombination mit dem Rauch, Wasserdampf, plötzlich vibrierende Sitze, etc. im Auditorium, hatte ich das Gefühl, dass ich Teil der Show war.
Waterworld: Diese Liveshow lehnte sich an den gleichnamigen Film an und wurde von bekannten Stuntleuten performt. Die Show spielt in einem grossen Pool ab. Die Story ist recht banal, aber dafür sind die Stunts dafür umso spektakulärer. Fazit: Gute und amüsante Show.
Animal Actors: In dieser Show wurden diverse Tiere vorgestellt, die in bekannten Hollywoodfilmen mitspielen. Einige Tiere, die während der Show aufgetreten waren, hatten z.B. im Film "Evan Almighty" einen Gastauftritt. Die Trainer dieser Tiere gaben dabei ein paar Einblicke in das Training mit solchen Tieren und performten am Schluss zusammen mit dem jeweiligen Tier etwas spezielles, wie "Geldscheinklauen" (halte eine Dollarnote in die Luft und ein Papagei wird der Person die Note wegnehmen), etc. Für Tierliebhaber wie mich war diese Show lustig und interessant, obwohl sie mich stark an die Pet Show im Sea World erinnerte.
Backdraft: Zu Beginn wurde man in Szenen von bekannten Hollywoodfilmen eingeführt, wo das Feuer eine wichtige Rolle spielte. Danach erlebte man live, wie ein grosser Fabrikraum Feuer fing und somit alles abgefackelt wurde. Naja, hab schon besseres gesehen.
Shrek 4D: Wie bei Terminator war auch Shrek in 3D, begleitet mit dem zusätzlichen Feeling, dass man z.B. mit wenig Wasser während der Show angespritzt wurde, wenn eine der Charakteren im Film niessen musste, etc. - das ist mit 4D gemeint. Der Kurzfilm ist recht amüsant und ist jedem Shrekliebhaber zu empfehlen.
Special Effects: In dieser 30minütigen Show hätte man Einblick bekommen, wie Special Effects zu bekannten Hollywoodfilmen hinzugefügt wurden. Ich hatte eigentlich vor, die letzte Vorstellung um 16:30 zu besuchen, aber aus irgendeinem Grund wurde diese gestrichen, weshalb ich also diese Show leider verpasste.
Zwischen den Shows bin ich jeweils auf diversen Bahnen gewesen, wie z.B. auf dem neuen Simpsons Ride, in welchem man in einem Simulator drin sitzt und man zusammen mit Homer, Bart und Co. von Sideshow Bob gejagt wird. Auch den Mummy Ride hatte ich besucht: Eine klassiche Achterbahn im Dunkeln, wo man zuerst vorwärts umherkurvt und dann rückwärts wieder zurückfuhr. Im Vergleich zu den Six Flags Magic Mountain Rollercoasters ist diese Bahn aber wirklich gar nichts! Auch eine Jurassic Park Wildwasserbahn gab es, auf der ich zum Glück keineswegs nass wurde (der Inder vor mir jedoch hatte weniger Glück...). Auch die 45minütige Universal Studio Tour, wo man in einem kleinen Bus rund um den Park fuhr und dabei diverse Schauplätze sehen konnte, die für einige bekannte Filme genutzt wurden, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Während der Tour sind mir alte Erinnerungen hochgekommen, als ich vor über 20 Jahren zuletzt im Universal Studio war und genau bei dieser Tour zu weinen begann, als der weisse Hai erschien :-).
Zu guter Letzt war ich noch im House of Horror, das einem Geisterhaus an der Chilbi glich. Am Anfang bekam man doch einen kleinen Adrenalinschub, als plötzlich ein Live-Performer die Hand einem ins Gesicht hielt, als man um die Ecke lief. Aber die nachfolgenden Fallen waren dann alle recht vorhersehbar und deshalb recht langweilig. Michael hatte da viel mehr Spass, als er mit zwei Koreanerinnen in diesem Geisterhaus war - fragt ihn selber ;-)
Am Abend ging ich eine gute Kollegin meiner Mutter besuchen und sie lud mich zusammen mit ihrem Sohn, ihrer Tochter und deren Mann zum Nachtessen in einem Vietnamesischen Restaurant ein. Das Essen war echt lecker, hatte ich doch schon seit über zwei Monaten nicht mehr Vietnamesisch gegessen (mit Michael geht man eben sehr oft Sushi essen ;-)). Am späteren Abend holte mich dann Michael vor dem Hause der Kollegin ab, welche mich bat, ihn ins Haus zu führen, damit sie Michael mindestens einmal gesehen habe. Dabei hielt sie Michael für einen Deutschen (Anmerkung: Die Kollegin meiner Mutter ist schon durch viele europäische Länder gereist und kennt sich daher ein wenig aus), was meiner Meinung nach an der Grösse, Augenfarben und wohl auch am geschorrenen Kopf (Skinhead und so) liegen könnte. Dies habe ich Michael dann später auch in einer Bar mitgeteilt, was er nicht glauben wollte ;-). Mehr dazu weiter unten.
*hust* Merci Ken, für die Einlage.
Später am Abend haben wir noch unsere koreanische Kollegin, welche in LA studiert, getroffen. Sie hat uns mit ihrem Freund in ein Lokal geführt, welches eine grosse Auswahl an lokalen und fremden Bieren hatte. Leider war die letzte Alkoholrunde schon kurz um halb 2 (sind wir uns inzwischen gewohnt), somit blieb es bei zwei Bieren. Interessant war die Begegnung mit zwei Indischen Gästen der Bar. Da der Freund unserer Kollegin auch Inder ist, haben sie in erkannt und darauf bestanden mit ihm ein paar Worte zu wechseln. Er ist dann aufgestanden und hat ihren Wunsch erfüllt. Danach hat er sich wieder zu uns gesetzt. Die zwei Inder wollten sich darauf noch zu uns setzen und begrüssten uns mit ausgestrecktem Arm und einem 'Heil Hitler'. Wtf? Sie hatten gedacht, dass ich ein Nazi-Skinhead sei, aufgrund meines Kurzhaarschnitts (ich trage meine Haare jetzt schon ein paar Jahre wieder kurz, aber das ist mir noch nie passiert. Und so kurz waren sie gar nicht mehr: In zehn Tagen sind die Haare schon wieder ein bis zwei Millimeter gewachsen. :-) ). Ganz ausser Acht gelassen haben sie wohl, dass ein Neonazi wohl kaum mit einem Inder, einer Koreanerin und einem Chinesen ein Bier kippen würde. Obwohl ich ihm klar gemacht habe, dass ich keine rechtsextreme Gesinnung habe, wollte uns einer der beiden dann klar machen, dass Hitler die Inder sehr geliebt hatte, da die Inder eigentlich auch Arier seien aufgrund ihrer gemeinsamen, indo-germanischen Herkunft. Wirklich sehr amüsant. :-)
Die Konversation/der Monolog wurde dann abrupt beendet, als der andere Inder begann unsere Kollegin zu begrabschen, worauf die beiden aus dem Lokal geschmissen wurden.
Da unsere Kollegin am nächsten Tag eine Prüfung hatte, gingen sie danach nach Hause. Wir entschlossen uns spontan beim UCLA-Campus vorbeizuschauen, da wir am Montag Flyer für eine Party am Donnerstagabend bekamen. Gefunden haben wir aber nichts, wohl weil sie schon um 2 Uhr vorbei war. Nüchtern fuhren wir dann halt wieder nach Hause.
Der letzte Tag stand im Zeichen des Postkarten-schreibens und Adé-sagens. Wir schrieben den ganzen Tag Grüsse in die ganze Welt. Wir sind kurz vor fünf fertig geworden und da Kens Tante uns gesagt hatte, dass die Post um 5 Uhr schliesst, haben wir dann die 2 Meilen ziemlich schnell hinter uns gebracht. (So schnell waren wir wohl gar nicht, da wir eh nach jedem Block an ein Stopsignal gerieten und somit wieder anhalten mussten.) Schlussendlich stellten wir fest, dass die Post bis 6 Uhr offen hatte. Den Rückweg gingen wir dann gemütlicher an.
Danach verabschiedeten wir uns von Kens Onkeln und Tanten, die uns in den letzten Wochen beherbergt hatten. Danach hiess es Koffer packen und weiter geht unsere Reise. Die nächste Station ist Cancun, Mexico, wo hoffentlich die Sonne scheint und der Alkohol länger als bis 2 Uhr morgens fliesst. ;-)
Gleich darauf fuhren wir auf Colossus, einer Old-School Achterbahn, welche uns nicht sonderlich beeindruckt hat. Besser war Scream, mit sieben Loops und 'hängenden Cars' welche immer was spezielles sind. Batman - The Ride war auch nicht schlecht, aber wohl inzwischen wohl yet-another-rollercoaster. Mühsam war Riddler's Revenge, in welchem man steht, was sich für die männlichen Besucher spätestens nach der ersten Kurve bemerkbar macht, der 'Schrittstütze' wegen.
Nach einigen kleineren Bahnen wollten wir dann auf der weltberühmten Superman - The Escape fahren. Man startet in einem Tunnel, fetzt mit 160 km/h ca. 100m geradeaus, worauf sich der Coaster um 90° wendet. Nun düst man vertikal in die Höhe bis zum toten Punkt (126m), wo man Superman ins Auge blicken kann und einen Moment lang schwerelos stillsteht. Danach geht's wieder den gleichen Weg rückwärts zurück. Das tönt alles ziemlich atemberaubend und wäre es wohl auch, wenn man es erleben würde. Leider war die Bahn aber geschlossen aufgrund der Regenfälle der letzten paar Tage. Immer sones Päch!
Nach der kleineren Ninja folgte dann das erste Park-Highlight: Tatsu. In dieser Bahn sitzt man nicht sondern liegt man, gesichert durch eine Harnisch. Somit kommt man dem Fliegen ziemlich nahe. So wird auch der erste Aufstieg ziemlich krass, wenn man zwischen dem Boden und seiner Sicherung nur noch 50m Luft und Bäume sieht. Imposant war der Riesenloop, der durch den Fakt, dass man liegt einem noch viel intensiver einfährt. Bisher mein absoluter Favorit aller Achterbahnen. Gleich danach wollten wir noch eine kleinere Bahn besuchen, landeten dann aber aus Versehen beim zweiten Highlight des Parks: X2. Man erwartet nichts Böses, wenn man sich in die bequemen Sessel setzt. Man wird sogar von Musik begleitet! Das die Bahn nicht ganz normal ist, merkt man spätestens, wenn sich der Sessel rotiert und man auf dem Rücken liegt. Noch schlimmer wird's dann, wenn sich die Bahn rückwärts in Bewegung setzt. Blind fährt man die erste Rampe hinauf, begleitet von Enter Sandman. Zum Glück kenne ich das Lied in- und auswendig, deshalb konnte ich in etwa voraussehen, wann's losgeht. Die ganze Fahrt ist dann ein richtiges Abenteuer. Es geht rauf und runter, rückwärts und vorwärts, links und rechts, wobei der Sitz pausenlos rotiert, ständig begleitet von irgenwelcher Musik. Fantastisch!
Zuletzt besuchten wir noch Viper, welche wir eigentlich vor X2 fahren wollten. Nach den zwei Highlights war sie dann allerdings nicht mehr sehr speziell, trotz vielem hin und her und einigen Loops. Als dann das Wetter langsam wärmer wurde, beschloss ich, meine Jacke im Auto zu verstauen, da ich nicht gerne Gerümpel mit mir herumtrage. Schlau geplant! Denn gleich danach sind wir auf eine Wildwasserbahn, was die nächsten paar Stunden ziemlich kalt hat werden lassen. Zunächst haben wir uns aber einen Moose-(msssss)-Burger reingezogen und den zweiten Teil des Tages geplant. Wir beschlossen, alle Bahnen aufsteigend noch einmal zu besuchen, dh. wir begannen mit den Old-School-Coaster und wollten den Tag mit den beiden Top-Bahnen beenden. Wir zogen alles schön durch, bis wir bei der finalen Bahn - Tatsu - ankamen, die wegen technischen Schwierigkeiten temporär ausser Betrieb war. Super! Wir beschlossen zur Erholung nochmals Goliath zu besuchen (Ja, auch wenn Goliath in Holland die #1 Bahn war. Hier war's wirklich eine Erholung). Danach hatten wir trotzdem noch Glück, dass wir gerade auf die letzte Tatsu-Ride des Tages hüpfen konnten, was den Tag noch einmal krönte.
Fazit: Für Rollercoasterfans ist dieser Park einfach ein Muss! Unser nächster Park wird dann wohl das Six Flags in New Jersey sein, mit dem wohl alles überbietenden Kingda-Ka!
Der Montag war darauf komplett anders gestaltet. Wir besuchten Kens Cousin David auf dem UCLA-Campus. Zuerst assen wir in einer der Mensae zu Mittag, was uns beide ziemlich neidisch machte auf die UCLA-Studenten. Für ein paar Dollar hat es einige All-you-can-eat Buffets. Auch die Drinks sind inklusive! Es werden zwar nicht viele Menüs gekocht, dafür hat man nach einem Mittagessen auch genug für den ganzen Nachmittag und bekommt nicht wie an der ETH eine Suisse-Miniature-Portion vorgesetzt für den doppelten Preis (und hat dann noch nichts getrunken). zudem kann man sich Salate und Sandwiches selber zusammenstellen und kann danach sogar noch zu Dessert greifen. Und nein, all-you-can-eat != fette Studenten, da an den Ami-Unis Sport ziemlich gross geschrieben zu sein scheint.
Danach sind wir mit David in eine seiner Vorlesungen gesessen. Das Thema war 'Eigenschaften des Lichts'. Leider haben wir Space-Time um zwei Wochen verpasst. :-(
Der Unterricht an der UCLA scheint vom Stil her eher an die Kanti als an die ETH zu erinnern, da der Professor alles zweimal erklärt, Schritt für Schritt durchrechnet und auch immer schön Beispiel dazu macht. Die Studentenschaft ist aber die gleiche. Es gibt Frööglis, schlafende Studenten, mitschreibende Studenten, zu spät kommende Studenten, etc. Nur Kreuzworträtsel-lösende Studenten haben wir nicht gesehen. Danach hat uns David noch ein wenig den Campus und sein Wohn- und Schlafzimmer gezeigt und wir haben noch einen Kaffee getrunken, bevor wir dann eine weitere Vorlesung auf gut Glück besucht haben (das Thema war Frequenz Modulation, welches ein bisschen anspruchsvoller war). Danach sind wir nach Hause gegangen. Beide hatten darauf sofort wieder Lust zu studieren und das Studentenleben zu geniessen, aber leider müssen wir Armen bald mit arbeiten beginnen. :-(
Am Dienstag sind wir nach Malibu-Beach gefahren um Pamela Anderson, Carmen Electra und David Hasselhoff zu suchen. Leider war der Strand eine ziemliche Enttäuschung. Er steht in keinem Vergleich zu Venice oder Santa Monica Beach. Der Strand ist nicht sehr gross und schönen Sand sucht man auch vergebens. Aber ein paar Rettungsschwimmer-Autos haben wir gesehen. :-)
Ursprünglich wollten wir eigentlich am Mittwoch nach Mexico fliegen. Es gab aber nur einen Direktflug von LA nach Cancun jeweils Samstags, deshalb blieben wir noch drei weitere Tage in Kalifornien. Da unsere Automiet-Vertrag am Mittwoch auslief, mussten wir kurz zum LAX düsen um den Vertrag bis Samstag zu verlängern. Als wir dann am Desk standen und den Preis für die nächsten drei Tage hörten, fielen wir aus allen Wolken. Der nette Herr wollte uns den selben Wagen für den vierfachen Preis weitervermieten. Wir machten ihn darauf aufmerksam, dass wir informiert wurden, dass wenn wir die Verlängerung persönlich vor Ort vornehmen, keine zusätzlichen Kosten entstehen würden. Er meinte, dass er uns den Wagen auf keinen Fall billiger geben könne, worauf wir uns aufmachten einen anderen Vermieter zu suchen. Leider mussten wir feststellen, dass kein Vermieter die Autos viel billiger weggeben wollte, worauf wir uns damit zufrieden geben mussten. (Der Grund für die Erhöhung sei die schlechte Lage der US-Autoindustrie, welche im Moment keine weiteren Autos liefern können. Europäische oder Asiatische Autos zu vermieten ist wohl noch keinem Vermieter in den Sinn gekommen...)
Nach den Strapazen haben wir noch einen Abstecher ans Santa Monica Pier gemacht und sind gleich darauf nach Hollywood gefahren, wo wir noch den Porno Walk of Fame begutachten wollten. Der stand allerdings ein wenig im Schatten des grossen Walk of Fames, da er nur aus einer handvoll Fuss- und Handabdrücken bestand.
Gleich darauf sind wir nach Anaheim gefahren um unser zweites NHL spiel zu sehen. Die lokalen Ducks spielten gegen die Flames aus Calgary. Da die Kanadier gleich darauf noch gegen Los Angeles spielten, haben viele Landsmänner die Chance gepackt und sind ihrem Team nachgereist, was für eine - für eine NHL-Spiel - ziemlich gute Stimmung sorgte. Das Spiel war auch viel besser als jenes der Kings von vor ein paar Wochen. Es gab einige Schlägereien, viele Torchancen und ein ziemlich ausgeglichenes Spiel. Das Heimteam gewann dann in der Verlängerung, welche ziemlich inkonventionell war. Gespielt wird in der Overtime normalerweise 4 gegen 4, da es aber kurz vor Schluss der offiziellen Zeit eine Keilerei gab, wurde 3 gegen 3 gespielt, was die Verlängerung viel offener gestaltete. Wieder zufrieden mit dem nordamerikanischen Eishockey fuhren wir durch den Stau wieder nach Hause.
Für den Donnerstag plante Ken einen Besuch in den Universal Studios. Da ich vor ein paar Wochen schon da war, blieb ich zu Hause und lasse drum Ken von seinen Erlebnissen erzählen:
Knapp 30 Minuten nach Türöffnung bin ich in den Universal Studios eingetroffen. Da sich der Theme Park ein wenig hinter der Drop-Off Zone befindet, wo mich Michael ausgeladen hatte, musste ich zuerst durch Universal City laufen, um in den Park zu gelangen. Universal City erinnert von der Aufmachung her extrem an Hollywood: Ein langer Gehweg und auf den Seiten sind überall kitschige Shops und Restaurants zu sehen.
Dank meines Kombi-Tickets (Sea World und Universal Studios) konnte ich die Warteschlange vor der Kasse umgehen, die mehrheitlich aus asiatischen Touristen bestand. Kontrolliert wurde ich am Eingang anhand meines Fingerabdrucks, welchen ich im Sea World eine Woche zuvor hinterlegen musste (an Lynn: Du hettisch es Problem! ;-)).
Gleich zu Beginn schnappte ich mir eine Karte des Parks und einen Schedule aller Shows an jenem Tag. Da manche Shows halbstündlich gezeigt wurden und manche nur zweimal am Tag performt wurden, hatte ich den Tag so geplant, dass ich alle wichtigen Shows anschauen gehen konnte. Eine kurze Zusammenfassung der Shows folgt weiter unten:
Terminator 2 - 3D: Die erste Show, die ich an diesem Tag gesehen hatte und meiner Meinung nach auch die beste. Zuerst lief man in einen Warteraum, der im Innern so aufgemacht war wie das Cyberdyne Gebäude. Etwas später wurde man von der Chefin von Cyberdyne begrüsst und sie präsentierte auf einem grossen Monitor, wie schön die Welt mit Skynet aussehen könne. Mitten im Film wurde dann eine Szene mit John und Sarah Connor (Linda Hamilton, yeah!) eingeblendet, wo sie uns Zuschauern mitteilten, dass wir schnellmöglichst verschwinden sollten, weil sie Cyberdyne in die Luft jagen würden. Nach diesem Intermezzo wurden wir in ein Auditorium geführt, wo die Chefin live Skynet vorstellte und da natürlich etwas schief gehen musste.
Die Show bestand aus Wechsel zwischen Live-Performance und Film auf der Kinoleinwand - natürlich in 3D - (der Terminator wird im Film von Arnold Schwarzenegger natürlich gespielt!) und spielt nach Terminator 2 ab. Der Übergang zwischen dem Film und der Liveshow ist wirklich genial gemacht und in Kombination mit dem Rauch, Wasserdampf, plötzlich vibrierende Sitze, etc. im Auditorium, hatte ich das Gefühl, dass ich Teil der Show war.
Waterworld: Diese Liveshow lehnte sich an den gleichnamigen Film an und wurde von bekannten Stuntleuten performt. Die Show spielt in einem grossen Pool ab. Die Story ist recht banal, aber dafür sind die Stunts dafür umso spektakulärer. Fazit: Gute und amüsante Show.
Animal Actors: In dieser Show wurden diverse Tiere vorgestellt, die in bekannten Hollywoodfilmen mitspielen. Einige Tiere, die während der Show aufgetreten waren, hatten z.B. im Film "Evan Almighty" einen Gastauftritt. Die Trainer dieser Tiere gaben dabei ein paar Einblicke in das Training mit solchen Tieren und performten am Schluss zusammen mit dem jeweiligen Tier etwas spezielles, wie "Geldscheinklauen" (halte eine Dollarnote in die Luft und ein Papagei wird der Person die Note wegnehmen), etc. Für Tierliebhaber wie mich war diese Show lustig und interessant, obwohl sie mich stark an die Pet Show im Sea World erinnerte.
Backdraft: Zu Beginn wurde man in Szenen von bekannten Hollywoodfilmen eingeführt, wo das Feuer eine wichtige Rolle spielte. Danach erlebte man live, wie ein grosser Fabrikraum Feuer fing und somit alles abgefackelt wurde. Naja, hab schon besseres gesehen.
Shrek 4D: Wie bei Terminator war auch Shrek in 3D, begleitet mit dem zusätzlichen Feeling, dass man z.B. mit wenig Wasser während der Show angespritzt wurde, wenn eine der Charakteren im Film niessen musste, etc. - das ist mit 4D gemeint. Der Kurzfilm ist recht amüsant und ist jedem Shrekliebhaber zu empfehlen.
Special Effects: In dieser 30minütigen Show hätte man Einblick bekommen, wie Special Effects zu bekannten Hollywoodfilmen hinzugefügt wurden. Ich hatte eigentlich vor, die letzte Vorstellung um 16:30 zu besuchen, aber aus irgendeinem Grund wurde diese gestrichen, weshalb ich also diese Show leider verpasste.
Zwischen den Shows bin ich jeweils auf diversen Bahnen gewesen, wie z.B. auf dem neuen Simpsons Ride, in welchem man in einem Simulator drin sitzt und man zusammen mit Homer, Bart und Co. von Sideshow Bob gejagt wird. Auch den Mummy Ride hatte ich besucht: Eine klassiche Achterbahn im Dunkeln, wo man zuerst vorwärts umherkurvt und dann rückwärts wieder zurückfuhr. Im Vergleich zu den Six Flags Magic Mountain Rollercoasters ist diese Bahn aber wirklich gar nichts! Auch eine Jurassic Park Wildwasserbahn gab es, auf der ich zum Glück keineswegs nass wurde (der Inder vor mir jedoch hatte weniger Glück...). Auch die 45minütige Universal Studio Tour, wo man in einem kleinen Bus rund um den Park fuhr und dabei diverse Schauplätze sehen konnte, die für einige bekannte Filme genutzt wurden, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Während der Tour sind mir alte Erinnerungen hochgekommen, als ich vor über 20 Jahren zuletzt im Universal Studio war und genau bei dieser Tour zu weinen begann, als der weisse Hai erschien :-).
Zu guter Letzt war ich noch im House of Horror, das einem Geisterhaus an der Chilbi glich. Am Anfang bekam man doch einen kleinen Adrenalinschub, als plötzlich ein Live-Performer die Hand einem ins Gesicht hielt, als man um die Ecke lief. Aber die nachfolgenden Fallen waren dann alle recht vorhersehbar und deshalb recht langweilig. Michael hatte da viel mehr Spass, als er mit zwei Koreanerinnen in diesem Geisterhaus war - fragt ihn selber ;-)
Am Abend ging ich eine gute Kollegin meiner Mutter besuchen und sie lud mich zusammen mit ihrem Sohn, ihrer Tochter und deren Mann zum Nachtessen in einem Vietnamesischen Restaurant ein. Das Essen war echt lecker, hatte ich doch schon seit über zwei Monaten nicht mehr Vietnamesisch gegessen (mit Michael geht man eben sehr oft Sushi essen ;-)). Am späteren Abend holte mich dann Michael vor dem Hause der Kollegin ab, welche mich bat, ihn ins Haus zu führen, damit sie Michael mindestens einmal gesehen habe. Dabei hielt sie Michael für einen Deutschen (Anmerkung: Die Kollegin meiner Mutter ist schon durch viele europäische Länder gereist und kennt sich daher ein wenig aus), was meiner Meinung nach an der Grösse, Augenfarben und wohl auch am geschorrenen Kopf (Skinhead und so) liegen könnte. Dies habe ich Michael dann später auch in einer Bar mitgeteilt, was er nicht glauben wollte ;-). Mehr dazu weiter unten.
*hust* Merci Ken, für die Einlage.
Später am Abend haben wir noch unsere koreanische Kollegin, welche in LA studiert, getroffen. Sie hat uns mit ihrem Freund in ein Lokal geführt, welches eine grosse Auswahl an lokalen und fremden Bieren hatte. Leider war die letzte Alkoholrunde schon kurz um halb 2 (sind wir uns inzwischen gewohnt), somit blieb es bei zwei Bieren. Interessant war die Begegnung mit zwei Indischen Gästen der Bar. Da der Freund unserer Kollegin auch Inder ist, haben sie in erkannt und darauf bestanden mit ihm ein paar Worte zu wechseln. Er ist dann aufgestanden und hat ihren Wunsch erfüllt. Danach hat er sich wieder zu uns gesetzt. Die zwei Inder wollten sich darauf noch zu uns setzen und begrüssten uns mit ausgestrecktem Arm und einem 'Heil Hitler'. Wtf? Sie hatten gedacht, dass ich ein Nazi-Skinhead sei, aufgrund meines Kurzhaarschnitts (ich trage meine Haare jetzt schon ein paar Jahre wieder kurz, aber das ist mir noch nie passiert. Und so kurz waren sie gar nicht mehr: In zehn Tagen sind die Haare schon wieder ein bis zwei Millimeter gewachsen. :-) ). Ganz ausser Acht gelassen haben sie wohl, dass ein Neonazi wohl kaum mit einem Inder, einer Koreanerin und einem Chinesen ein Bier kippen würde. Obwohl ich ihm klar gemacht habe, dass ich keine rechtsextreme Gesinnung habe, wollte uns einer der beiden dann klar machen, dass Hitler die Inder sehr geliebt hatte, da die Inder eigentlich auch Arier seien aufgrund ihrer gemeinsamen, indo-germanischen Herkunft. Wirklich sehr amüsant. :-)
Die Konversation/der Monolog wurde dann abrupt beendet, als der andere Inder begann unsere Kollegin zu begrabschen, worauf die beiden aus dem Lokal geschmissen wurden.
Da unsere Kollegin am nächsten Tag eine Prüfung hatte, gingen sie danach nach Hause. Wir entschlossen uns spontan beim UCLA-Campus vorbeizuschauen, da wir am Montag Flyer für eine Party am Donnerstagabend bekamen. Gefunden haben wir aber nichts, wohl weil sie schon um 2 Uhr vorbei war. Nüchtern fuhren wir dann halt wieder nach Hause.
Der letzte Tag stand im Zeichen des Postkarten-schreibens und Adé-sagens. Wir schrieben den ganzen Tag Grüsse in die ganze Welt. Wir sind kurz vor fünf fertig geworden und da Kens Tante uns gesagt hatte, dass die Post um 5 Uhr schliesst, haben wir dann die 2 Meilen ziemlich schnell hinter uns gebracht. (So schnell waren wir wohl gar nicht, da wir eh nach jedem Block an ein Stopsignal gerieten und somit wieder anhalten mussten.) Schlussendlich stellten wir fest, dass die Post bis 6 Uhr offen hatte. Den Rückweg gingen wir dann gemütlicher an.
Danach verabschiedeten wir uns von Kens Onkeln und Tanten, die uns in den letzten Wochen beherbergt hatten. Danach hiess es Koffer packen und weiter geht unsere Reise. Die nächste Station ist Cancun, Mexico, wo hoffentlich die Sonne scheint und der Alkohol länger als bis 2 Uhr morgens fliesst. ;-)
Tuesday, February 10, 2009
What happens in Vegas stays in Vegas…
… und das können wir bestätigen! Aber alles der Reihe nach.
Nach über 10 sonnenreichen Tagen im Norden Kaliforniens sind wir von Berkeley über Sacramento nach Oakhurst gefahren, ein Ort in der Nähe des Yosemite National Parks. Unsere Fahrt dorthin hätte aus einem Horrorfilm stammen können: Wir fuhren in der Nacht auf abgelegenen Highways durch die Wüste, an Kornfeldern vorbei, begleitet von starken Regenfällen. Wir hatten während der Fahrt Gedanken darüber gemacht, was wir machen würden, wenn uns irgendjemand anhalten würde oder besser gesagt, wenn wir jemanden anfahren würden. Wäre so was passiert, wären wir wirklich einfach weitergefahren, zu gross ist die Gefahr, dass wir nach dem Anhalten verschleppt worden und danach in irgendwelchen Kellern oder so gefoltert worden wären. „Ihr habt doch zu viele Horrorfilme gesehen“, denkt ihr nun vielleicht! Aber wenn ihr das selber erlebt hättet, hättet ihr garantiert das gleiche getan ;-)
Gross war die Erleichterung als wir dann kurz vor Mitternacht in Oakhurst angekommen waren. Das Hotelzimmer, in dem wir eine Nacht verbrachten, war das bisher günstigste, aber dafür wohl das mit Abstand schönste und vor allem grösste Zimmer, das wir auf unserer Reise je hatten! Auch das Frühstück am nächsten Morgen war lecker: Nebst den Standardsachen wie Brot, Butter, Konfitüre, etc. gab’s auch noch Waffeln, die wirklich super schmeckten.
Nachdem wir uns für den Tag gestärkt hatten, fuhren wir los Richtung Yosemite National Park, der 3. ältester Nationalpark der USA und der als Unesco World Heritage Site deklariert wurde. Im Reiseführer wird sogar „that (National Park) packs in so much jaw-dropping beauty that it makes even Switzerland look like God’s practice run“ erwähnt.
Wir erreichten den Nationalpark vom Süden her und wollten gleich die berühmten riesen Bäume, die Mariposa Grove of Giant Sequoias, anschauen gehen. Aber wegen des Schnees wurde die Strasse, die dorthin führte, geschlossen und konnte somit nicht mit dem Auto befahren werden. Da wir beide keine Wanderausrüstung dabei hatten, mussten wir leider auf diese Bäume verzichten. Aber das war noch längst nicht alles, auf das wir an diesem Tag verzichten mussten :-(
Wir fuhren einige Meilen weiter nördlich zum Yosemite Valley, wo wir von einem Viewpoint aus auf zwei weltberühmte Naturspektakel hätten blicken können: Auf den El Capitan, einer der grössten Monolithen der Welt, und auf den Half Dome, dessen Silhouette phänomenal sein sollte. Ja, das hätten klasse Fotos werden können, hätten da nicht der Regen und vor allem der Nebel uns die Sicht genommen! So konnten wir uns nur mit ein paar schwammigen und unscharfen Bilder zufrieden geben. Jedoch haben wir in einem Souvenirladen Postkarten gekauft und wissen nun immerhin, wie unsere Fotos an einem schönen Tag hätten aussehen können :-)
Auch leben viele Bären im Yosemite National Park, die wir, was hättet ihr anders erwartet, auch nicht gesehen hatten. Der Grund hierfür ist wohl, dass diese Tiere immer noch im Winterschlaf sind. Aber immerhin haben wir viele Rehe gesehen, die nicht wirklich scheu waren, so dass wir uns ihnen bis zu einem Meter nähern konnten.
Zu guter Letzt schossen wir noch ein paar Fotos vom ersten, tiefer gelegenen Yosemite Wasserfall, verzichteten aber wegen der 2-3 Meilen Wanderung im Regen auf den zweiten.
Fazit unseres Trips in den Yosemite National Park: 20$ Eintritt bezahlt für das, dass wir wegen des Regens, des Nebels und des Schnees (einige Strassen sind nicht befahrbar) nicht wirklich viel sehen konnten.
Gegen Abenddämmerung machten wir uns auf den Weg zu South Lake Tahoe. Der Lake Tahoe liegt zwischen den beiden Staaten Kalifornien und Nevada und die Gegend rund um den See gilt als beliebten Skiresort. Unsere Fahrt dorthin war ähnlich wie unser Ausflug in den Yosemite National Park: Schnee auf den Strassen und krasser Nebel, so dass die Sicht wirklich z.T. nicht mal einen Meter betrug! Dank unserem Jeep Patriot, der nicht mal ein Nebellicht hat und dank der Tatsache, dass wir erst während der Fahrt dorthin festgestellt hatten, dass wir ja keine Schneeketten dabei hatten und diese auf allen Informationstafeln strengstens empfohlen wurden, erlebten wir eine höchstinteressante Fahrt. Ich glaube, Michael hatte seinen Spass! ;-)
Wie schon oben erwähnt, befindet sich in South Lake Tahoe die State Line, die Kalifornien und Nevada trennt. Wir konnten es natürlich nicht verkneifen, ein Video zu drehen, wo Michael auf der State Line von einem Staat zum anderen hoppst (so à la Homer Simpson): Kalifornien, Nevada, Kalifornien, Nevada…
Um herauszufinden, in welchem Bundesstaat man gerade ist, braucht man kein Genie zu sein: Auf der Seite Nevadas befinden sich unzählige Casinos während auf der Seite Kaliforniens kein einziges zu sehen ist.
Casino? Wir konnten es wieder mal nicht lassen und waren am Abend natürlich seated für ca. 3 Stunden, wo wir einen „Stundenlohn“ von je ca. 60$ hatten. Nice Hand!
Am nächsten Morgen wollten wir unser Frühstück bei McDonald’s geniessen, was erstaunlicherweise erst das 2. Mal in unserer Reise gewesen wäre (das erste Mal war in Macau/Hong Kong). Auf dem Weg zu Ronald aber fuhren wir bei IHOP vorbei, einem bekannten Pancake Restaurant in den USA. Obwohl der McDonald’s eigentlich mal wieder eine Chance verdient hätte (McDonald’s ist gewöhnlicherweise immer für uns da!), musste der Mac an diesem Tag auf uns verzichten, weil das All-you-can-eat Angebot bei IHOP unumgänglich war. Dies führte dazu, dass unser Frühstück auch gleich zu unserem Mittagessen wurde.
Mit vollem Magen fuhren wir mit dem Auto rund um den Lake Tahoe und knipsten an lohnenswerten Stellen ein paar Fotos. Leider war es auch an diesem Tag regnerisch und z.T. auch neblig, aber immerhin war die Sicht doch einiges besser als im Yosemite National Park.
Nach unserer Rundfahrt ging es am späten Nachmittag weiter nach Death Valley. Da ich vor der Abfahrt noch dringend auf ein Klo musste, gingen wir schlussendlich doch noch kurz bei Ronald McDonald’s vorbei, wo wir einen McFlurry bzw. eine Hot Chocolate zu uns nahmen (Gute Freunde halten zusammen!).
Unser Hotel hatten wir in Bishop gebucht, das doch etwa 2 Autofahrtstunden vom Death Valley National Park weiter weg war. Dies war aber mehr oder weniger unausweichlich, weil es kein Hotel im Park selbst zu scheinen gab (später fanden wir heraus, dass doch eines vorhanden ist, aber dieses ist erstens wohl viel zu teuer und zweitens wurde es nicht auf der Webseite aufgelistet, bei der wir bisher alle unsere Hotels in Nordamerika gebucht hatten).
Am nächsten Morgen fuhren wir deshalb relativ früh in Bishop ab, um vor Mittagszeit im Death Valley National Park anzukommen. Wegen den letzten paar regenreichen und kalten Tagen informierten wir uns im Internet vor der Abfahrt noch, wie das Wetter und die Temperaturen in Death Valley so aussehen würden. Prognose: 13° Celsius und bewölkt. Wir beschlossen deshalb, lange Hosen und einen Pullover in die Wüste mitzunehmen, was sich als mächtig grossen Fehler herausstellte: An diesem Tag brannte die Sonne nur so herab und wir hatten uns gewünscht, dass wir lieber auf unseren Verstand gehört hätten als auf die Wetterprognose (oder denkt ihr, dass es angenehm ist, wenn man mit langen Hosen unter der brennenden Sonne in Death Valley wandern geht?).
Wir besuchten an diesem Tag einige sehr interessante Sehenswürdigkeiten wie den Golden Canyon, die Natural Bridge, Badwater, etc. Diese Naturspektakel lassen sich nicht in Worte beschreiben, deshalb müsst ihr die Bilder in unserer kommenden Diashow dann selber sehen!
Um noch den Sonnenuntergang vom Dante’s View aus zu beobachten, mussten wir auf den Devil’s Golf Course und auf den Artist’s Drive verzichten. Leider aber schafften wir es nicht rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf dem Hügel zu sein und verpassten somit wegen 3-4 Minuten wie die Sonne hinter den Bergen verschwand.
Am nächsten Morgen wollten wir nach dem Check-Out eigentlich nach Vegas fahren. Aber der Death Valley National Park hatte uns so fasziniert, dass wir uns entschieden, über Death Valley einen kleinen Umweg zu machen, um die verpassten Sehenswürdigkeiten vom Vortag nachzuholen. Weil wir noch ein paar andere Sachen anschauen gingen und es somit knapp eine Stunde vor Sonnenuntergang war, hatten wir beschlossen, nochmals auf den Dante’s View zu fahren, um den ganzen Sonnenuntergang mitzuverfolgen.
Nachdem die Sonne untergegangen war, war es dann endlich soweit: Wir fuhren endlich nach Las Vegas, wo wir einige Tage lang die Sau rauslassen konnten…
In Vegas logierten wir im MGM Grand Hotel, welches mit über 5000 Zimmern das 2. grösste Hotel der Welt ist. Das MGM Grand befindet sich zudem am weltberühmten Strip, wo all die neuen Hotels/Casinos zu finden sind.
Beim ersten Anblick ist man von diesem Strip extrem fasziniert: Überdimensionale Hotels und Casinos schiessen wie Pilze aus dem Boden. Anhand all den Lichtern und den vielen Bling Blings rundherum erkennt man schnell, dass Vegas niemals schläft und man rund um die Uhr was machen kann.
Aber nachdem wir am Strip entlang gelaufen waren und dabei all die berühmten und bedeutenden Hotels/Casinos von innen angesehen hatten, mussten wir feststellen, dass Vegas eigentlich „the most meaningless city in the world“ ist! Vegas befindet sich mitten in einer Wüste und das Wasser muss von weit her dorthin gepumpt werden. Mit all den Lichtern, Maschinen, etc. verbraucht diese Stadt soviel Strom, dass vermutlich in 30 Jahren oder so nicht mehr die nötige Energie aufgebraucht werden kann, um Vegas zu unterhalten. Dies ist absolut keine Überraschung mit all den vielen Casinos, die wirklich nur von aussen jeweils anders aussehen, aber im Inneren praktisch immer das gleiche bieten: Slotmachines, Roulette-, Craps und Black Jack Tische. Das einzige, das sich wirklich unterscheidet ist jeweils der Pokerraum. Unser Favorit ist dabei der grosse Raum im Bellagio, der wirklich sehr angenehm eingerichtet ist.
Auch bieten die grösseren Casinos meist irgendwelche Attraktionen an, wie z.B. Löwen im MGM Grand, ein Delphin-Aquarium im Mirage, Haie im Mandalay Bay oder die wirklich sinnlose Halogenlampe auf der Spitze der Pyramide des Luxors.
Was uns auch brutal auf den Sack gegangen war, waren Leute auf der Strasse, die um jede Tageszeit irgendwelche Stickers von Callgirls (Escort-Service) verteilten. Um Aufmerksamkeit zu erregen, schnippten sie immer mit den Fingern und klopften diese Stickers in der einen Hand haltend auf die andere Hand. Die Stickers hielten sie wirklich jedem Passant vors Gesicht, egal ob man mit der Frau/Freundin Hand in Hand an denen vorbeilief.
Michael und ich hatten irgendwann mal begonnen, diese Stickers zu sammeln, um ein Quartett zu spielen oder diese wie Panini Bilder zu tauschen/sammeln ;-)
In allen Casinos liefen Servierdüsen mit meist riesengrossen Boobies herum, die den spielenden Gästen Getränke aller Art gratis (das Getränk ist gratis, aber man gibt den Servierdüsen meist ein kleines Trinkgeld) servierten. Um billig zu saufen, sassen wir einfach an eine 1-Cent-Slotmachine, so dass wir für wenig Geld sehr lange spielen und dabei natürlich den lieben Freund Alkohol geniessen konnten.
Die Stadt Vegas ist nebst dem Gambling auch für die vielen Shows berühmt. Dies konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und besuchten deshalb die im Jahre 2007 als bestgekrönte Fantasy Stripshow, welche im Grossen und Ganzen eine oben-ohne Tanzshow mit Gesang war. Die Show hatte meine Erwartungen erfüllt, obwohl sie ein wenig zu kurz war.
Die 2. Show, die wir schauen gingen, war eine Magic-Show mit der hübschen jungen Magierin Scarlett. Die Show war in erster Linie für Kinder ausgerichtet und somit gab es auch keine ultra phänomenalen Zaubertricks wie bei David Copperfield (der übrigens ein paar Tage, nachdem wir Vegas verlassen hatten, wieder in der Stadt war – „immer sones Päch!!“). Aber trotzdem hatte ich bei den meisten Tricks von Scarlett keine Ahnung, wie diese funktionieren könnten.
Zu erwähnen bleibt noch, dass wir bei beiden Shows jeweils den Anfang verpasst haben: Bei der Stripshow behauptete Michael, dass es sowieso eine Ewigkeit dauern würde, bis alle Zuschauer in ihre Sitze eingewiesen werden würden, so dass die Show sicherlich nicht pünktlich starten würde. Deshalb gingen wir 20 Minuten vor Showbeginn noch das Venetian Casino anschauen und verpassten die ersten 10 Minuten der Show… Bei der Magie-Show hatten wir die Distanz zum V-Theater unterschätzt und verpassten deshalb die ersten paar Minuten…
Ein weiteres Highlight in Vegas war, dass wir einen mega berühmten Cage-Fighter in den USA namens BJ Penn (er heisst nicht Black Jack ;-)) im Fitness Raum des MGM Grands gesehen hatten, der sich auf den WM-Kampf gegen St. Pierre am Samstag vorbereitete.
Den Ausgang verbrachten wir in einem Irish Pub, wo eine irische Band live aufgetreten war und für wirklich gute Stimmung sorgte. Auch einen Abstecher in die berühmt-berüchtigte Coyote Ugly Bar hatten wir gemacht. Aber dort gefiel es mir ehrlich gesagt überhaupt nicht, obwohl zwei hübsche Mitarbeiterinnen der Bar auf den Tresen für Stimmung sorgten. Leider aber holten sie auch noch Besucherinnen auf die Bar, die ihren z.T. dicken Hintern herumwackelten, und dies sah wirklich ganz ganz übel aus…
Was gibt’s sonst noch zu erwähnen? Ach ja, Poker… Natürlich waren wir seated, hatten wir uns doch das Ziel gesetzt gehabt, mindestens unseren Vegas Aufenthalt mit Pokern zu finanzieren. Gespielt hatten wir am Anfang im Pokerroom in Bill’s Gambling Hall and Saloon, weil dort das tiefste Limit angeboten wurde. Obwohl es wirklich viele Idioten am Tisch hatte, verliessen wir den Tisch mit Verlust, weil klare 4:1 Favoritensituationen nicht gewonnen werden konnten (so Aces vs. Kings) und weil die alte Dame, die wie eine Hexe aussah und unseres Erachtens ohne Verkleidung in den Harry Potter Filmen mitspielen könnte, besser gehitted hatte als Tiger Woods in seinen besten Jahren.
„Jaja, alles rigged und so bei Bill“, dachten wir uns (die alte Dame sass jeweils immer neben dem Dealer, wenn das nichts damit zu tun hatte…) und spielten fortan gleich im MGM Grand selbst, wo es besser lief und wir schlussendlich Vegas mit ein wenig Verlust verliessen. Es wurde also nichts mit Vegas-am-Pokertisch-finanzieren, aber das ist ja nicht erstaunlich, denn ihr wisst ja: „What happens in Vegas stays in Vegas“, vor allem das Geld!
Am Samstagmorgen früh (am Tag des Cage-Fighting WM-Kampfes – „immer sones Päch!“) verliessen wir Vegas, weil die Miete unseres Autos gegen Mittagszeit ablief und wir den Vertrag am Los Angeles Airport Vorort verlängern mussten, um keine zusätzliche Gebühren zu bezahlen.
Nachdem wir rechzeitig dort angekommen waren und den Vermietern über ein paar Mängeln an unserem Auto informierten (das Öl-Wechsel-LED leuchtet immer beim Starten des Motors auf, obwohl es noch genug Öl hatte und das Abblendlicht hatte wohl einen zu hohen Winkel, so dass entgegenkommende Fahrzeuge oft dachten, dass wir das Fernlicht eingeschaltet hatten), boten sie uns ein neues Auto desselben Typs an. Wir haben das Auto umgetauscht, aber mussten im Nachhinein feststellen, dass wir wohl den schlechteren Deal gemacht haben: Die Fensterscheiben müssen manuell herunter/herauf gekurbelt werden, die Seitenspiegeln müssen von Hand ausgerichtet werden und wir haben keine Zentralverriegelung mehr!
Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit hiess es ab nach San Diego mit dem neuen Auto, wo wir gleich den ersten Abend in der Karaoke Bar des Hotels verbrachten und den Anfang des Australian Opens schauten. Aber ausser einer etwas älteren Frau, von der Michael behauptet, dass sie wie Alice Cooper aussähe ;-), und der Servierdüse gab es sonst wirklich nichts Schönes in der Bar. Dafür waren die Preise für Bier und vor allem für Longdrinks akzeptabel. Spätestens dann, als Michael eine ehe dickere Asiatin, über die er zuvor noch Witze gerissen hatte, langsam als schön empfand, war die Zeit für uns gekommen, zu gehen ;-). Zurück im Zimmer schauten wir dann noch den Tennismatch zu Ende.
Am Tag darauf folgte dann der andere sportliche Grossevent: Der Superbowl! Wir fuhren in die Stadt in ein/e Restaurant/Bar, die bekannt für Sportevents ist und fieberten umgeben von Steelers und Cardinals Fans mit der Mannschaft aus Pittsburgh mit, wie diese im wohl spannendsten Final, den wir je gesehen hatten, den Superbowl gewann.
Nach der Übertragung zogen wir uns noch den Film „The Uninvited“ rein, bei dem wir erst am Schluss feststellten, dass wir das Original (den koreanischen Horrorfilm „A Tale of Two Sisters) schon gesehen hatten. Aber das Remake fanden wir beide recht gut und empfehlen diesen Film weiter.
Am Montag fuhren wir nach Downtown, wo wir Gaslamp Quarter und Little Italy anschauen gingen. Danach machten wir einen kurzen Abstecher nach Coronado, ein Gebiet in San Diego, wo eher die reichen Leute leben. Dort liefen wir am Strand vor dem berühmten Hotel del Coronado entlang und fuhren dann weiter nach Hillcrest, ein Pendant zum Castro-District in San Francisco. Aber ehrlich gesagt kam es uns dort überhaupt nicht schwul vor… Wir hoffen, das hat nichts zu bedeuten ;-)
Am nächsten Tag gingen wir beide getrennte Wege, weil ich ins Sea World gegangen bin und Michael, weil er um Neujahr herum schon dort war, den berühmten Zoo von San Diego besuchte. Der Ausflug ins Sea World hatte sich wirklich gelohnt: Die Shows, allen voran die Orca- und Delphin-Show), waren so grossartig und hatten mich so begeistert, dass ich am nächsten Tag mit zwei Delphinen im Becken schwimmen ging und eine Delphin-Trainerin mir einige Tricks demonstrierte. Der ganze Spass kostete zwar relativ viel, aber die Erfahrung ist einmalig!
An diesem Tag besuchten wir zuvor noch den Balbao-Park, wo wir endlich seit langem wieder zwei Stockton-Videos gedreht haben.
Während ich mit den Delphinen im Pool war, ging Michael die Strände an der Mission Bay und Old Town, welche Züge einer Western-Stadt hat, anschauen.
Am Abend hiess es dann zurück nach LA, wo wir die nächste Woche bei meiner Tante verbringen können. Zuvor aber gönnten wir uns ein Abendessen beim legendären Tony Roma’s. Aber anders als in Hawaii (siehe Hawaii Blog) schmeckte der Burger dieses Mal nicht mehr so fein, dafür aber wurden wir von einer ganz ganz hübschen Serviertochter namens Korinne bedient! Immerhin etwas…
Am Donnerstag regnete es den ganzen Tag, trotzdem fuhren wir nach Downtown LA, wo Michael mich an den lohnenswerten Stellen kurz absetzte, damit ich ein paar Fotos machen konnte. Michael selbst blieb dabei im Trockenen, da er LA mittlerweile wohl schon auswendig kennt. Besucht hatte ich Chinatown, Little Tokyo, den Union Square, die Walt Disney Concert Hall und die Cathedral of our Lady of the Angels.
Am Abend holten wir in West-LA bei meiner Cousine unsere Tickets fürs Six Flags Magic Mountain ab. Auf dem Weg zur ihr machten wir in der Nähe der University of Southern California halt und fanden in einem Food-Court den ersten Kebabstand, seit wir in den USA sind.
Der Freitag war vom Wetter her ähnlich schlecht wie der Donnerstag. Da wir nicht wirklich was anschauen gehen konnten, ging ich einen Onkel in West-LA besuchen, während Michael zu Hause blieb. Am Morgen erhielten wir noch ein Mail von unserer Reisegesellschaft. Wir hatten unseren Flug von LA nach Cancun vom Samstag auf den Mittwoch verschieben wollen, da es aber keine Flüge unter der Woche nach Cancun gab und wir wegen der Zeitverschiebung niemanden mehr bei STA Travel in der Schweiz erreichen konnten, haben wir direkt bei der United Airlines angerufen, weil wir mit dieser Airline nach Mexiko fliegen. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem automatischen Supportsystem – bei den Ami-Fluggesellschaften drückt man sich nicht mit den Telefontasten durchs Menü, sondern sie benutzen ein nicht ausgereiftes Voice-System – wurden wir schliesslich doch mit einer Mitarbeiterin der UA verbunden. Die Umbuchung schien vollbracht zu sein, als die nette Dame am anderen Ende am Schluss mitteilte, dass wir für diese Umbuchung 1600$ berappen müssten! Wir haben ihr dann erklärt, dass wir mit unserem Around-The-World-Ticket jeder Zeit die Flugdaten ohne Kosten ändern könnten, aber die Dame meinte, dass STA Travel einen Fehler bei der Kalkulation der Meilen gemacht habe, so dass die eigentliche totale Meilenanzahl über 30'000 wäre und wir somit den Aufpreis des Tickets für die nächst höhere Kategorie bezahlen müssten. Wir haben kurz darauf bei der Luft Hansa angerufen, weil wir zu Beginn unserer Reise mit der Luft Hansa geflogen sind und sie deshalb unsere Main Airline ist. Das Supportsystem funktionierte glücklicherweise mit Telefontasten und auch die Umbuchung ging reibungslos, ohne irgendwelche zusätzliche Kosten. UA ist uns seit diesem Vorfall unsympathisch geworden!
Den Abend verbrachten wir in der Shopping Mall in Arcadia, wo wir die Abendvorstellung von „The Curious Case of Benjamin Button“ im Kino schauen gingen (gutes Drama, aber mit knapp 3 Stunden Spielzeit etwas zu lang). Um die Zeit bis zum Filmstart totzuschlagen, wollten wir ein Bier im Einkaufszentrum trinken gehen. Aber wir sind ja in den USA, wo es nicht so einfach ist, ein Bier zu bekommen! Nachdem wir informiert wurden, dass es doch 2-3 Bars gäbe, wo man ein Bier bekommen könnte, versuchten wir unser Glück zuerst bei Dave & Busters. Vor dem Eingang gab es Security Checks wie am Flughafen, sprich mit Metalldetektoren, etc. LOL!
Nachdem wir nach dem Ausweis gefragt wurden (wie überall in den USA) und wir dem Türsteher unsere ID zeigten, fragte dieser nach einem zweiten Ausweis. WTF??? Den Führerausweis hatten wir natürlich im Auto liegenlassen und den Pass schleppen wir doch nicht die ganze Zeit mit uns herum. Kreditkarten und Legis wollte er nicht akzeptieren und holte dann seinen Chef. Dieser bedauerte ebenfalls, dass wir ohne einen zweiten Ausweis nicht in diese Bar hineinkommen würden. Da es uns zu bunt wurde, tranken wir unser Bier in einem japanischen Restaurant.
Am Samstag hofften wir tagsüber auf schönes Wetter, um einen angenehmen Tag im Freizeitpark Six Flags Magic Mountain zu verbringen. Obwohl die Sonne morgens schien, prognostizierte der Wetterbericht Regen für den ganzen Tag, weshalb wir uns entschlossen, erst am Sonntag zu gehen (während der Wintersaison ist der Freizeitpark nur am Wochenende geöffnet). Doch am Sonntag hätte es ein potentielles Problem geben können, da meine Cousine und ihre asiatische Kollegen/Innen uns am Samstagabend mit in den Ausgang nahmen und Michael schon ein riesen Sauffest erwartet hatte. Aber ich hatte Michael schon gewarnt, dass wahrscheinlich um 2 Uhr morgens, wenn alle Bars in den USA schliessen, alle nach Hause gehen würden.
Den Abend starteten wir in einem japanischen Restaurant, wo es komischerweise kein Sushi gab. Danach gingen wir zu einem Kollegen meiner Cousine, wo wir uns schon auf die kommende Karaoke-Session einstimmten mit Bier und Guitar Hero World Tour.
Später wurden wir in die Beech Woods Bar chauffiert, wo wir ein paar weitere Drinks hatten und wollten dann endlich in eine Karaoke-Box. Da fühlten wir uns wieder wie in Südkorea! Jedoch waren alle Kabinen schon besetzt und auch die Warteliste war schon so lang, dass wir mindestens eine Stunde hätten warten müssen. Nichtsdestotrotz setzten wir uns auf die Warteliste und wollten dann in einem nahe gelegenen Restaurant was essen und trinken gehen. Aber wir sind ja in den Staaten, wo alles nach Mitternacht sowieso schon schliesst. Als Alternative fuhren wir dann extra 20 Minuten nach Korea Town, wo wir zuerst in einem koreanischen Restaurant was KLEINES essen wollten (aber jeder hatte eine riesen Portion serviert bekommen) und danach in eine andere Karaoke-Box gehen wollten. Nach dem Essen aber waren meine Cousine und eine ihrer Kollegin so müde, dass sie nach Hause gehen wollten (gut, meine Cousine hatte vom Freitag auf den Samstag 30 Stunden gearbeitet). Es war 1:30 Uhr, es gab keine Karaoke-Session mehr und der Ausgang war, wie ich erwartet hatte, schon zu Ende ;-)
Das Ganze hatte aber auch eine gute Seite: Wir waren am Sonntag fit für unseren Ausflug ins Six Flags und mussten uns wegen des fehlenden Alkoholkonsums auch keine Sorgen machen auf den Achterbahnen ;-)
Nach über 10 sonnenreichen Tagen im Norden Kaliforniens sind wir von Berkeley über Sacramento nach Oakhurst gefahren, ein Ort in der Nähe des Yosemite National Parks. Unsere Fahrt dorthin hätte aus einem Horrorfilm stammen können: Wir fuhren in der Nacht auf abgelegenen Highways durch die Wüste, an Kornfeldern vorbei, begleitet von starken Regenfällen. Wir hatten während der Fahrt Gedanken darüber gemacht, was wir machen würden, wenn uns irgendjemand anhalten würde oder besser gesagt, wenn wir jemanden anfahren würden. Wäre so was passiert, wären wir wirklich einfach weitergefahren, zu gross ist die Gefahr, dass wir nach dem Anhalten verschleppt worden und danach in irgendwelchen Kellern oder so gefoltert worden wären. „Ihr habt doch zu viele Horrorfilme gesehen“, denkt ihr nun vielleicht! Aber wenn ihr das selber erlebt hättet, hättet ihr garantiert das gleiche getan ;-)
Gross war die Erleichterung als wir dann kurz vor Mitternacht in Oakhurst angekommen waren. Das Hotelzimmer, in dem wir eine Nacht verbrachten, war das bisher günstigste, aber dafür wohl das mit Abstand schönste und vor allem grösste Zimmer, das wir auf unserer Reise je hatten! Auch das Frühstück am nächsten Morgen war lecker: Nebst den Standardsachen wie Brot, Butter, Konfitüre, etc. gab’s auch noch Waffeln, die wirklich super schmeckten.
Nachdem wir uns für den Tag gestärkt hatten, fuhren wir los Richtung Yosemite National Park, der 3. ältester Nationalpark der USA und der als Unesco World Heritage Site deklariert wurde. Im Reiseführer wird sogar „that (National Park) packs in so much jaw-dropping beauty that it makes even Switzerland look like God’s practice run“ erwähnt.
Wir erreichten den Nationalpark vom Süden her und wollten gleich die berühmten riesen Bäume, die Mariposa Grove of Giant Sequoias, anschauen gehen. Aber wegen des Schnees wurde die Strasse, die dorthin führte, geschlossen und konnte somit nicht mit dem Auto befahren werden. Da wir beide keine Wanderausrüstung dabei hatten, mussten wir leider auf diese Bäume verzichten. Aber das war noch längst nicht alles, auf das wir an diesem Tag verzichten mussten :-(
Wir fuhren einige Meilen weiter nördlich zum Yosemite Valley, wo wir von einem Viewpoint aus auf zwei weltberühmte Naturspektakel hätten blicken können: Auf den El Capitan, einer der grössten Monolithen der Welt, und auf den Half Dome, dessen Silhouette phänomenal sein sollte. Ja, das hätten klasse Fotos werden können, hätten da nicht der Regen und vor allem der Nebel uns die Sicht genommen! So konnten wir uns nur mit ein paar schwammigen und unscharfen Bilder zufrieden geben. Jedoch haben wir in einem Souvenirladen Postkarten gekauft und wissen nun immerhin, wie unsere Fotos an einem schönen Tag hätten aussehen können :-)
Auch leben viele Bären im Yosemite National Park, die wir, was hättet ihr anders erwartet, auch nicht gesehen hatten. Der Grund hierfür ist wohl, dass diese Tiere immer noch im Winterschlaf sind. Aber immerhin haben wir viele Rehe gesehen, die nicht wirklich scheu waren, so dass wir uns ihnen bis zu einem Meter nähern konnten.
Zu guter Letzt schossen wir noch ein paar Fotos vom ersten, tiefer gelegenen Yosemite Wasserfall, verzichteten aber wegen der 2-3 Meilen Wanderung im Regen auf den zweiten.
Fazit unseres Trips in den Yosemite National Park: 20$ Eintritt bezahlt für das, dass wir wegen des Regens, des Nebels und des Schnees (einige Strassen sind nicht befahrbar) nicht wirklich viel sehen konnten.
Gegen Abenddämmerung machten wir uns auf den Weg zu South Lake Tahoe. Der Lake Tahoe liegt zwischen den beiden Staaten Kalifornien und Nevada und die Gegend rund um den See gilt als beliebten Skiresort. Unsere Fahrt dorthin war ähnlich wie unser Ausflug in den Yosemite National Park: Schnee auf den Strassen und krasser Nebel, so dass die Sicht wirklich z.T. nicht mal einen Meter betrug! Dank unserem Jeep Patriot, der nicht mal ein Nebellicht hat und dank der Tatsache, dass wir erst während der Fahrt dorthin festgestellt hatten, dass wir ja keine Schneeketten dabei hatten und diese auf allen Informationstafeln strengstens empfohlen wurden, erlebten wir eine höchstinteressante Fahrt. Ich glaube, Michael hatte seinen Spass! ;-)
Wie schon oben erwähnt, befindet sich in South Lake Tahoe die State Line, die Kalifornien und Nevada trennt. Wir konnten es natürlich nicht verkneifen, ein Video zu drehen, wo Michael auf der State Line von einem Staat zum anderen hoppst (so à la Homer Simpson): Kalifornien, Nevada, Kalifornien, Nevada…
Um herauszufinden, in welchem Bundesstaat man gerade ist, braucht man kein Genie zu sein: Auf der Seite Nevadas befinden sich unzählige Casinos während auf der Seite Kaliforniens kein einziges zu sehen ist.
Casino? Wir konnten es wieder mal nicht lassen und waren am Abend natürlich seated für ca. 3 Stunden, wo wir einen „Stundenlohn“ von je ca. 60$ hatten. Nice Hand!
Am nächsten Morgen wollten wir unser Frühstück bei McDonald’s geniessen, was erstaunlicherweise erst das 2. Mal in unserer Reise gewesen wäre (das erste Mal war in Macau/Hong Kong). Auf dem Weg zu Ronald aber fuhren wir bei IHOP vorbei, einem bekannten Pancake Restaurant in den USA. Obwohl der McDonald’s eigentlich mal wieder eine Chance verdient hätte (McDonald’s ist gewöhnlicherweise immer für uns da!), musste der Mac an diesem Tag auf uns verzichten, weil das All-you-can-eat Angebot bei IHOP unumgänglich war. Dies führte dazu, dass unser Frühstück auch gleich zu unserem Mittagessen wurde.
Mit vollem Magen fuhren wir mit dem Auto rund um den Lake Tahoe und knipsten an lohnenswerten Stellen ein paar Fotos. Leider war es auch an diesem Tag regnerisch und z.T. auch neblig, aber immerhin war die Sicht doch einiges besser als im Yosemite National Park.
Nach unserer Rundfahrt ging es am späten Nachmittag weiter nach Death Valley. Da ich vor der Abfahrt noch dringend auf ein Klo musste, gingen wir schlussendlich doch noch kurz bei Ronald McDonald’s vorbei, wo wir einen McFlurry bzw. eine Hot Chocolate zu uns nahmen (Gute Freunde halten zusammen!).
Unser Hotel hatten wir in Bishop gebucht, das doch etwa 2 Autofahrtstunden vom Death Valley National Park weiter weg war. Dies war aber mehr oder weniger unausweichlich, weil es kein Hotel im Park selbst zu scheinen gab (später fanden wir heraus, dass doch eines vorhanden ist, aber dieses ist erstens wohl viel zu teuer und zweitens wurde es nicht auf der Webseite aufgelistet, bei der wir bisher alle unsere Hotels in Nordamerika gebucht hatten).
Am nächsten Morgen fuhren wir deshalb relativ früh in Bishop ab, um vor Mittagszeit im Death Valley National Park anzukommen. Wegen den letzten paar regenreichen und kalten Tagen informierten wir uns im Internet vor der Abfahrt noch, wie das Wetter und die Temperaturen in Death Valley so aussehen würden. Prognose: 13° Celsius und bewölkt. Wir beschlossen deshalb, lange Hosen und einen Pullover in die Wüste mitzunehmen, was sich als mächtig grossen Fehler herausstellte: An diesem Tag brannte die Sonne nur so herab und wir hatten uns gewünscht, dass wir lieber auf unseren Verstand gehört hätten als auf die Wetterprognose (oder denkt ihr, dass es angenehm ist, wenn man mit langen Hosen unter der brennenden Sonne in Death Valley wandern geht?).
Wir besuchten an diesem Tag einige sehr interessante Sehenswürdigkeiten wie den Golden Canyon, die Natural Bridge, Badwater, etc. Diese Naturspektakel lassen sich nicht in Worte beschreiben, deshalb müsst ihr die Bilder in unserer kommenden Diashow dann selber sehen!
Um noch den Sonnenuntergang vom Dante’s View aus zu beobachten, mussten wir auf den Devil’s Golf Course und auf den Artist’s Drive verzichten. Leider aber schafften wir es nicht rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf dem Hügel zu sein und verpassten somit wegen 3-4 Minuten wie die Sonne hinter den Bergen verschwand.
Am nächsten Morgen wollten wir nach dem Check-Out eigentlich nach Vegas fahren. Aber der Death Valley National Park hatte uns so fasziniert, dass wir uns entschieden, über Death Valley einen kleinen Umweg zu machen, um die verpassten Sehenswürdigkeiten vom Vortag nachzuholen. Weil wir noch ein paar andere Sachen anschauen gingen und es somit knapp eine Stunde vor Sonnenuntergang war, hatten wir beschlossen, nochmals auf den Dante’s View zu fahren, um den ganzen Sonnenuntergang mitzuverfolgen.
Nachdem die Sonne untergegangen war, war es dann endlich soweit: Wir fuhren endlich nach Las Vegas, wo wir einige Tage lang die Sau rauslassen konnten…
In Vegas logierten wir im MGM Grand Hotel, welches mit über 5000 Zimmern das 2. grösste Hotel der Welt ist. Das MGM Grand befindet sich zudem am weltberühmten Strip, wo all die neuen Hotels/Casinos zu finden sind.
Beim ersten Anblick ist man von diesem Strip extrem fasziniert: Überdimensionale Hotels und Casinos schiessen wie Pilze aus dem Boden. Anhand all den Lichtern und den vielen Bling Blings rundherum erkennt man schnell, dass Vegas niemals schläft und man rund um die Uhr was machen kann.
Aber nachdem wir am Strip entlang gelaufen waren und dabei all die berühmten und bedeutenden Hotels/Casinos von innen angesehen hatten, mussten wir feststellen, dass Vegas eigentlich „the most meaningless city in the world“ ist! Vegas befindet sich mitten in einer Wüste und das Wasser muss von weit her dorthin gepumpt werden. Mit all den Lichtern, Maschinen, etc. verbraucht diese Stadt soviel Strom, dass vermutlich in 30 Jahren oder so nicht mehr die nötige Energie aufgebraucht werden kann, um Vegas zu unterhalten. Dies ist absolut keine Überraschung mit all den vielen Casinos, die wirklich nur von aussen jeweils anders aussehen, aber im Inneren praktisch immer das gleiche bieten: Slotmachines, Roulette-, Craps und Black Jack Tische. Das einzige, das sich wirklich unterscheidet ist jeweils der Pokerraum. Unser Favorit ist dabei der grosse Raum im Bellagio, der wirklich sehr angenehm eingerichtet ist.
Auch bieten die grösseren Casinos meist irgendwelche Attraktionen an, wie z.B. Löwen im MGM Grand, ein Delphin-Aquarium im Mirage, Haie im Mandalay Bay oder die wirklich sinnlose Halogenlampe auf der Spitze der Pyramide des Luxors.
Was uns auch brutal auf den Sack gegangen war, waren Leute auf der Strasse, die um jede Tageszeit irgendwelche Stickers von Callgirls (Escort-Service) verteilten. Um Aufmerksamkeit zu erregen, schnippten sie immer mit den Fingern und klopften diese Stickers in der einen Hand haltend auf die andere Hand. Die Stickers hielten sie wirklich jedem Passant vors Gesicht, egal ob man mit der Frau/Freundin Hand in Hand an denen vorbeilief.
Michael und ich hatten irgendwann mal begonnen, diese Stickers zu sammeln, um ein Quartett zu spielen oder diese wie Panini Bilder zu tauschen/sammeln ;-)
In allen Casinos liefen Servierdüsen mit meist riesengrossen Boobies herum, die den spielenden Gästen Getränke aller Art gratis (das Getränk ist gratis, aber man gibt den Servierdüsen meist ein kleines Trinkgeld) servierten. Um billig zu saufen, sassen wir einfach an eine 1-Cent-Slotmachine, so dass wir für wenig Geld sehr lange spielen und dabei natürlich den lieben Freund Alkohol geniessen konnten.
Die Stadt Vegas ist nebst dem Gambling auch für die vielen Shows berühmt. Dies konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und besuchten deshalb die im Jahre 2007 als bestgekrönte Fantasy Stripshow, welche im Grossen und Ganzen eine oben-ohne Tanzshow mit Gesang war. Die Show hatte meine Erwartungen erfüllt, obwohl sie ein wenig zu kurz war.
Die 2. Show, die wir schauen gingen, war eine Magic-Show mit der hübschen jungen Magierin Scarlett. Die Show war in erster Linie für Kinder ausgerichtet und somit gab es auch keine ultra phänomenalen Zaubertricks wie bei David Copperfield (der übrigens ein paar Tage, nachdem wir Vegas verlassen hatten, wieder in der Stadt war – „immer sones Päch!!“). Aber trotzdem hatte ich bei den meisten Tricks von Scarlett keine Ahnung, wie diese funktionieren könnten.
Zu erwähnen bleibt noch, dass wir bei beiden Shows jeweils den Anfang verpasst haben: Bei der Stripshow behauptete Michael, dass es sowieso eine Ewigkeit dauern würde, bis alle Zuschauer in ihre Sitze eingewiesen werden würden, so dass die Show sicherlich nicht pünktlich starten würde. Deshalb gingen wir 20 Minuten vor Showbeginn noch das Venetian Casino anschauen und verpassten die ersten 10 Minuten der Show… Bei der Magie-Show hatten wir die Distanz zum V-Theater unterschätzt und verpassten deshalb die ersten paar Minuten…
Ein weiteres Highlight in Vegas war, dass wir einen mega berühmten Cage-Fighter in den USA namens BJ Penn (er heisst nicht Black Jack ;-)) im Fitness Raum des MGM Grands gesehen hatten, der sich auf den WM-Kampf gegen St. Pierre am Samstag vorbereitete.
Den Ausgang verbrachten wir in einem Irish Pub, wo eine irische Band live aufgetreten war und für wirklich gute Stimmung sorgte. Auch einen Abstecher in die berühmt-berüchtigte Coyote Ugly Bar hatten wir gemacht. Aber dort gefiel es mir ehrlich gesagt überhaupt nicht, obwohl zwei hübsche Mitarbeiterinnen der Bar auf den Tresen für Stimmung sorgten. Leider aber holten sie auch noch Besucherinnen auf die Bar, die ihren z.T. dicken Hintern herumwackelten, und dies sah wirklich ganz ganz übel aus…
Was gibt’s sonst noch zu erwähnen? Ach ja, Poker… Natürlich waren wir seated, hatten wir uns doch das Ziel gesetzt gehabt, mindestens unseren Vegas Aufenthalt mit Pokern zu finanzieren. Gespielt hatten wir am Anfang im Pokerroom in Bill’s Gambling Hall and Saloon, weil dort das tiefste Limit angeboten wurde. Obwohl es wirklich viele Idioten am Tisch hatte, verliessen wir den Tisch mit Verlust, weil klare 4:1 Favoritensituationen nicht gewonnen werden konnten (so Aces vs. Kings) und weil die alte Dame, die wie eine Hexe aussah und unseres Erachtens ohne Verkleidung in den Harry Potter Filmen mitspielen könnte, besser gehitted hatte als Tiger Woods in seinen besten Jahren.
„Jaja, alles rigged und so bei Bill“, dachten wir uns (die alte Dame sass jeweils immer neben dem Dealer, wenn das nichts damit zu tun hatte…) und spielten fortan gleich im MGM Grand selbst, wo es besser lief und wir schlussendlich Vegas mit ein wenig Verlust verliessen. Es wurde also nichts mit Vegas-am-Pokertisch-finanzieren, aber das ist ja nicht erstaunlich, denn ihr wisst ja: „What happens in Vegas stays in Vegas“, vor allem das Geld!
Am Samstagmorgen früh (am Tag des Cage-Fighting WM-Kampfes – „immer sones Päch!“) verliessen wir Vegas, weil die Miete unseres Autos gegen Mittagszeit ablief und wir den Vertrag am Los Angeles Airport Vorort verlängern mussten, um keine zusätzliche Gebühren zu bezahlen.
Nachdem wir rechzeitig dort angekommen waren und den Vermietern über ein paar Mängeln an unserem Auto informierten (das Öl-Wechsel-LED leuchtet immer beim Starten des Motors auf, obwohl es noch genug Öl hatte und das Abblendlicht hatte wohl einen zu hohen Winkel, so dass entgegenkommende Fahrzeuge oft dachten, dass wir das Fernlicht eingeschaltet hatten), boten sie uns ein neues Auto desselben Typs an. Wir haben das Auto umgetauscht, aber mussten im Nachhinein feststellen, dass wir wohl den schlechteren Deal gemacht haben: Die Fensterscheiben müssen manuell herunter/herauf gekurbelt werden, die Seitenspiegeln müssen von Hand ausgerichtet werden und wir haben keine Zentralverriegelung mehr!
Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit hiess es ab nach San Diego mit dem neuen Auto, wo wir gleich den ersten Abend in der Karaoke Bar des Hotels verbrachten und den Anfang des Australian Opens schauten. Aber ausser einer etwas älteren Frau, von der Michael behauptet, dass sie wie Alice Cooper aussähe ;-), und der Servierdüse gab es sonst wirklich nichts Schönes in der Bar. Dafür waren die Preise für Bier und vor allem für Longdrinks akzeptabel. Spätestens dann, als Michael eine ehe dickere Asiatin, über die er zuvor noch Witze gerissen hatte, langsam als schön empfand, war die Zeit für uns gekommen, zu gehen ;-). Zurück im Zimmer schauten wir dann noch den Tennismatch zu Ende.
Am Tag darauf folgte dann der andere sportliche Grossevent: Der Superbowl! Wir fuhren in die Stadt in ein/e Restaurant/Bar, die bekannt für Sportevents ist und fieberten umgeben von Steelers und Cardinals Fans mit der Mannschaft aus Pittsburgh mit, wie diese im wohl spannendsten Final, den wir je gesehen hatten, den Superbowl gewann.
Nach der Übertragung zogen wir uns noch den Film „The Uninvited“ rein, bei dem wir erst am Schluss feststellten, dass wir das Original (den koreanischen Horrorfilm „A Tale of Two Sisters) schon gesehen hatten. Aber das Remake fanden wir beide recht gut und empfehlen diesen Film weiter.
Am Montag fuhren wir nach Downtown, wo wir Gaslamp Quarter und Little Italy anschauen gingen. Danach machten wir einen kurzen Abstecher nach Coronado, ein Gebiet in San Diego, wo eher die reichen Leute leben. Dort liefen wir am Strand vor dem berühmten Hotel del Coronado entlang und fuhren dann weiter nach Hillcrest, ein Pendant zum Castro-District in San Francisco. Aber ehrlich gesagt kam es uns dort überhaupt nicht schwul vor… Wir hoffen, das hat nichts zu bedeuten ;-)
Am nächsten Tag gingen wir beide getrennte Wege, weil ich ins Sea World gegangen bin und Michael, weil er um Neujahr herum schon dort war, den berühmten Zoo von San Diego besuchte. Der Ausflug ins Sea World hatte sich wirklich gelohnt: Die Shows, allen voran die Orca- und Delphin-Show), waren so grossartig und hatten mich so begeistert, dass ich am nächsten Tag mit zwei Delphinen im Becken schwimmen ging und eine Delphin-Trainerin mir einige Tricks demonstrierte. Der ganze Spass kostete zwar relativ viel, aber die Erfahrung ist einmalig!
An diesem Tag besuchten wir zuvor noch den Balbao-Park, wo wir endlich seit langem wieder zwei Stockton-Videos gedreht haben.
Während ich mit den Delphinen im Pool war, ging Michael die Strände an der Mission Bay und Old Town, welche Züge einer Western-Stadt hat, anschauen.
Am Abend hiess es dann zurück nach LA, wo wir die nächste Woche bei meiner Tante verbringen können. Zuvor aber gönnten wir uns ein Abendessen beim legendären Tony Roma’s. Aber anders als in Hawaii (siehe Hawaii Blog) schmeckte der Burger dieses Mal nicht mehr so fein, dafür aber wurden wir von einer ganz ganz hübschen Serviertochter namens Korinne bedient! Immerhin etwas…
Am Donnerstag regnete es den ganzen Tag, trotzdem fuhren wir nach Downtown LA, wo Michael mich an den lohnenswerten Stellen kurz absetzte, damit ich ein paar Fotos machen konnte. Michael selbst blieb dabei im Trockenen, da er LA mittlerweile wohl schon auswendig kennt. Besucht hatte ich Chinatown, Little Tokyo, den Union Square, die Walt Disney Concert Hall und die Cathedral of our Lady of the Angels.
Am Abend holten wir in West-LA bei meiner Cousine unsere Tickets fürs Six Flags Magic Mountain ab. Auf dem Weg zur ihr machten wir in der Nähe der University of Southern California halt und fanden in einem Food-Court den ersten Kebabstand, seit wir in den USA sind.
Der Freitag war vom Wetter her ähnlich schlecht wie der Donnerstag. Da wir nicht wirklich was anschauen gehen konnten, ging ich einen Onkel in West-LA besuchen, während Michael zu Hause blieb. Am Morgen erhielten wir noch ein Mail von unserer Reisegesellschaft. Wir hatten unseren Flug von LA nach Cancun vom Samstag auf den Mittwoch verschieben wollen, da es aber keine Flüge unter der Woche nach Cancun gab und wir wegen der Zeitverschiebung niemanden mehr bei STA Travel in der Schweiz erreichen konnten, haben wir direkt bei der United Airlines angerufen, weil wir mit dieser Airline nach Mexiko fliegen. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem automatischen Supportsystem – bei den Ami-Fluggesellschaften drückt man sich nicht mit den Telefontasten durchs Menü, sondern sie benutzen ein nicht ausgereiftes Voice-System – wurden wir schliesslich doch mit einer Mitarbeiterin der UA verbunden. Die Umbuchung schien vollbracht zu sein, als die nette Dame am anderen Ende am Schluss mitteilte, dass wir für diese Umbuchung 1600$ berappen müssten! Wir haben ihr dann erklärt, dass wir mit unserem Around-The-World-Ticket jeder Zeit die Flugdaten ohne Kosten ändern könnten, aber die Dame meinte, dass STA Travel einen Fehler bei der Kalkulation der Meilen gemacht habe, so dass die eigentliche totale Meilenanzahl über 30'000 wäre und wir somit den Aufpreis des Tickets für die nächst höhere Kategorie bezahlen müssten. Wir haben kurz darauf bei der Luft Hansa angerufen, weil wir zu Beginn unserer Reise mit der Luft Hansa geflogen sind und sie deshalb unsere Main Airline ist. Das Supportsystem funktionierte glücklicherweise mit Telefontasten und auch die Umbuchung ging reibungslos, ohne irgendwelche zusätzliche Kosten. UA ist uns seit diesem Vorfall unsympathisch geworden!
Den Abend verbrachten wir in der Shopping Mall in Arcadia, wo wir die Abendvorstellung von „The Curious Case of Benjamin Button“ im Kino schauen gingen (gutes Drama, aber mit knapp 3 Stunden Spielzeit etwas zu lang). Um die Zeit bis zum Filmstart totzuschlagen, wollten wir ein Bier im Einkaufszentrum trinken gehen. Aber wir sind ja in den USA, wo es nicht so einfach ist, ein Bier zu bekommen! Nachdem wir informiert wurden, dass es doch 2-3 Bars gäbe, wo man ein Bier bekommen könnte, versuchten wir unser Glück zuerst bei Dave & Busters. Vor dem Eingang gab es Security Checks wie am Flughafen, sprich mit Metalldetektoren, etc. LOL!
Nachdem wir nach dem Ausweis gefragt wurden (wie überall in den USA) und wir dem Türsteher unsere ID zeigten, fragte dieser nach einem zweiten Ausweis. WTF??? Den Führerausweis hatten wir natürlich im Auto liegenlassen und den Pass schleppen wir doch nicht die ganze Zeit mit uns herum. Kreditkarten und Legis wollte er nicht akzeptieren und holte dann seinen Chef. Dieser bedauerte ebenfalls, dass wir ohne einen zweiten Ausweis nicht in diese Bar hineinkommen würden. Da es uns zu bunt wurde, tranken wir unser Bier in einem japanischen Restaurant.
Am Samstag hofften wir tagsüber auf schönes Wetter, um einen angenehmen Tag im Freizeitpark Six Flags Magic Mountain zu verbringen. Obwohl die Sonne morgens schien, prognostizierte der Wetterbericht Regen für den ganzen Tag, weshalb wir uns entschlossen, erst am Sonntag zu gehen (während der Wintersaison ist der Freizeitpark nur am Wochenende geöffnet). Doch am Sonntag hätte es ein potentielles Problem geben können, da meine Cousine und ihre asiatische Kollegen/Innen uns am Samstagabend mit in den Ausgang nahmen und Michael schon ein riesen Sauffest erwartet hatte. Aber ich hatte Michael schon gewarnt, dass wahrscheinlich um 2 Uhr morgens, wenn alle Bars in den USA schliessen, alle nach Hause gehen würden.
Den Abend starteten wir in einem japanischen Restaurant, wo es komischerweise kein Sushi gab. Danach gingen wir zu einem Kollegen meiner Cousine, wo wir uns schon auf die kommende Karaoke-Session einstimmten mit Bier und Guitar Hero World Tour.
Später wurden wir in die Beech Woods Bar chauffiert, wo wir ein paar weitere Drinks hatten und wollten dann endlich in eine Karaoke-Box. Da fühlten wir uns wieder wie in Südkorea! Jedoch waren alle Kabinen schon besetzt und auch die Warteliste war schon so lang, dass wir mindestens eine Stunde hätten warten müssen. Nichtsdestotrotz setzten wir uns auf die Warteliste und wollten dann in einem nahe gelegenen Restaurant was essen und trinken gehen. Aber wir sind ja in den Staaten, wo alles nach Mitternacht sowieso schon schliesst. Als Alternative fuhren wir dann extra 20 Minuten nach Korea Town, wo wir zuerst in einem koreanischen Restaurant was KLEINES essen wollten (aber jeder hatte eine riesen Portion serviert bekommen) und danach in eine andere Karaoke-Box gehen wollten. Nach dem Essen aber waren meine Cousine und eine ihrer Kollegin so müde, dass sie nach Hause gehen wollten (gut, meine Cousine hatte vom Freitag auf den Samstag 30 Stunden gearbeitet). Es war 1:30 Uhr, es gab keine Karaoke-Session mehr und der Ausgang war, wie ich erwartet hatte, schon zu Ende ;-)
Das Ganze hatte aber auch eine gute Seite: Wir waren am Sonntag fit für unseren Ausflug ins Six Flags und mussten uns wegen des fehlenden Alkoholkonsums auch keine Sorgen machen auf den Achterbahnen ;-)
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