Monday, February 23, 2009

Vamos a la Playa

Am Samstag in der früh sind wir mit unserem Mietauto nach LAX gedüst, haben es wieder abgegeben und haben den Shuttle zum Terminal genommen. Nach dem Telefonat von vor einer Woche ist uns United Airlines auch live vor Ort ziemlich unsympathisch aufgefallen. Eine unfreundliche Schlangeneinweiserin, elektronisches Check-In, das nicht so funktioniert, wie es sollte (ein Hoch auf Unique Airport, wo alles schnell und reibungslos abläuft!). An das Schuheausziehen haben wir uns inzwischen gewöhnt, dafür kann United ja nichts. Aber dass sie mich zwei Schachteln Zündhölzer an Bord nehmen liessen, war schon ein ziemliches Minus für die Sicherheitskontrolle, welche einem heutzutage nicht mal eine Flasche Wasser erlaubt. Wenigstens war die Auswahl an Cafes und Shops ein wenig grösser als am Terminal der ausländischen Fluggesellschaften. Wir konnten also seit langem wieder mal Karten spielen.
Unser Flug sollte um 10:15 abfliegen, ich plante also um 10:00 beim Boarding zu erscheinen, da früher eh keinen Sinn machte, weil man eh nur im Terminal oder im Flugzeug Schlange stand. Ken wollte noch kurz die Toilette besuchen (grosses Geschäft). Wer Ken kennt, weiss, dass das normalerweise keine Sache von zwei Minuten ist. Ich nahm jedoch an, dass er die Zeitnot kennt und sein Geschäft mal ruckzuck zackzack verrichtet (hat er auch schon geschafft!). Ich kam bei unserem Gate an, als gerade die letzten fünf Passagiere in der Schlange standen. Nice Timing! Ich setzte mich kurz hin, wurde aber sofort aufgerufen, als der letzte Passagier durchgelassen wurde. Ich machte den Attendants klar, dass ich noch auf Ken warten werde und dass er jeden Moment kommen werde. Um 10:10 haben sie mir dann gesagt, dass er jetzt noch zwei Minuten hätte, sonst würden sie sein Gepäck wieder ausladen. Ich rannte also auf die Toilette und hoffte, dass Ken wenigstens schon beim Händewaschen war. Sorry, nix da. Ken war immer noch am drücken. Ich habe ihn über die Knappheit informiert und bin wieder zum Gate gerannt. Die Attendants haben mich dann gebeten, schon das Flugzeug zu besteigen. Ok. Vielleicht sehe ich jetzt Ken erst in einer Woche wieder...
Er hat es dann aber so (||) knapp noch geschafft, sogar sein Gepäck blieb noch an Board. (Zu Kens 'Verteidigung': Es stellte sich heraus, dass er keinen Turboschiss durchgezogen hatte, weil er dachte, dass das Boarding eine Stunde vor Abflug schon begann und wir erst um 10:30 abfliegen würden.) Im Flugzeug hatte ich dann wohl das erste Mal Glück auf dieser Reise: Obwohl wir die letzten beiden Sitze im Flugzeug erwischten, hatte ich meinen Platz beim Notausgang, was mir zwar die Riesenverantwortung des Türe-Aufmachen im Notfalls einbrachte, aber eben auch Beinfreiheit versprach. Zudem sass ich neben einem jungen Vater, welcher seiner Tochter erklärte, wieso denn ein Flugzeug überhaupt abhebt und in der Luft bleibt, etc, was mich als Ingenieur natürlich auch brennend interessierte. ;-)
Nach vier Stunden Flug erwartete uns dann das dritte und letzte Nordamerikanische Land auf unserer Reise: Mexico. Ein weiteres Hoch auf UA gab's kurz vor dem Andocken ans Gate in Cancún. Das Flugzeug stoppte wenige Meter vor ihrem Ziel und bewegte sich nicht mehr. Wir standen dann etwa zehn Minuten bockstill und ich habe mich schon darauf gefreut, den Notausgang aufmachen und die Plastikrutschbahn runterrutschen zu dürfen. Dazu kam es aber leider nicht und das Flugzeug wurde schlussendlich ans Gate gezogen.
Dass hierzulande alles ein wenig gemütlicher zu- und hergeht, haben wir gleich bei der Einreisekontrolle bemerkt. Drei Schlangen à 200 Personen. Dafür zuständig: Acht Zöllner, wobei einer dann Punkt sechs Uhr Siesta machte. Da wir ja geduldige Menschen sind, machte uns das natürlich gar nichts aus. Nachdem wir durch den Zoll - wo unser Gepäck nochmals gescannt wurde - gelangt waren, wollten wir erst mal ein paar Pesos wechseln, was sich aber als unmöglich herausstellte. Da schon nach 6 Uhr war, waren die Wechselstubenarbeiter nur noch am eifrig diskutieren. Geld gab's aber keines. Und ein weiteres Mal kommen wir in einem fremden Land an ohne Geld in der Landeswährung zu besitzen. Zum Glück fanden wir heraus, dass man hier überall mit USD bezahlen kann. Also organisierten wir einen Shuttlebus, und unsere Ankunft in der Hotelzone von Cancún war endlich nicht mehr weit.
Nachdem wir in unserem kleinen, aber feinen Hotel eingecheckt hatten, wollten wir uns erst mal stärken. Wir beschlossen gar nicht lange zu suchen und setzten uns (nicht in den Mac!) ins erstbeste Mexikanische Restaurant. Das Essen war gut, ebenso die Unterhaltung durch die Kellner und die Hintergrundmusik. Beim Bezahlen der Rechnung stiessen wir aber auf erste Schwierigkeiten: Unsere Schweizer Kreditkarten wurden nicht akzeptiert, dh das CC-Gerät hat sie abgewiesen. So bezahlten wir mit Kens Debitkarte, was sich auch nicht als eine komplett sorgenlose Lösung herausstellte: In Touristengegenden wie hier in Cancún kann man problemlos überall mit Amerikanischen Dollars zahlen, man muss sich einfach mit dem Kurs des Händlers abfinden. Wie wir inzwischen herausgefunden haben, kann mit einem 1:13-Kurs zufrieden sein in einem Geschäft, sind wir doch schon auch solche gestossen, welche zwar Dollar annehmen, aber 1:10 in Pesos retour geben. Deshalb haben wir ständig Pesos und Dollar bei uns. Nun sind die Mexikaner so schlau und haben sich nicht die Mühe gemacht, ihre Pesos mit 'P' o.ä. abzukürzen. Sie benützen ebenfalls '$'. Ken hat nun unserer Rechnung in Pesos bezahlt mit seiner Kreditkarte und zwar ca. 800$. $ oder $? Da wir in 'südländischen' Tourigebieten schon einiges gehört und auch erlebt haben (an dieser Stelle möchten wir T.M. aus S. herzlich grüssen!), wollten wir die detaillierte Abrechnung nach Hause nehmen, wo ganz unten die offizielle Dollar-Umrechnung steht. Aus irgendeinem Grund behalten die Mexaner jedoch immer die detaillierte Abrechnung für sich und geben dem Kunden nur eine Quittung für's Total (800$, womit wir wieder am Anfang wären). Wir verlangten deshalb eine Kopie der detaillierten Abrechnung, welche der Manager himself uns auch gleich brachte. Lustigerweise fehlte der unterste Teil, wo zufälligerweise der Dollar-Betrag stand. Wtf? Wir baten nun den Kellner einfach den offiziellen Dollar auf die Quittung zu schreiben und diese zu unterschreiben. Er hat zwar nicht genau verstanden, warum, hat es aber dann gemacht. (Wie sich ein paar Tage später herausgestellt, wurde der korrekte Betrag abgebucht und niemand wollte uns bescheissen. Der abgeschnittene Dollarbetrag bleibt uns aber nach wie vor ein Rätsel...)
Nach dem Essen schlenderten wir durchs Ausgangsgebiet von Cancún und begutachteten das Angebot. Wider Erwarten ist Cancún nicht so gross wie etwa Ayia Napa. Die Clubs und Bars beschränken sich auf einen Strassenabschnitt von etwa 100m. Die Szenerie ist jedoch dieselbe. Alle zwei Meter versuchen die Leute einem ihren Club spannend zu machen. Dazu gibt es eine Art von übergeordneten Händlern, die einem erzählen können, was wo läuft und wo momentan die meisten Leute unterwegs sind. Man ist für alle 'my friend' oder 'mi amigo' mit dem Unterschied zur Mittelmeerzone, dass ein Nein immer sofort akzeptiert wird (sogar von zwielichten Stripclub-Promotern und Drogendealern!) und man nicht mit allen Mitteln in die Bar gezogen wird. Da wir nur wenig Geld hatten, beschlossen wir uns das billigste Open-Bar-Angebot auszusuchen. Für je 15$ gab's ein Bändeli ('für die Krasse'), mit welchem wir an der Bar alle Standarddrinks frei erhielten. Dazu schwirrten pausenlos Kellnerinnen durch die Gäste, welche die spezielleren Drinks für ein paar Dollar feilboten. Um zwei Uhr morgens zischte uns eine Bardame an, dass wir auch mal ein Trinkgeld liegen lassen könnten. (Ein weiterer Beweis dafür, dass die Ostküste Yucatáns total veramerikanisiert wurde.) Da wir aber unser letztes Geld bereits liegen gelassen hatten, konnten wir ihren Wunsch nicht erfüllen. Wir beschlossen uns darauf nicht schon am ersten Abend Feinde zu machen und genehmigten uns noch einen Drink und gingen dann nach Hause.

Am Sonntag wie auch am Montag schliefen wir jeweils aus, planten unsere Woche, besuchten die Strände von Cancún (oder was nach den Hurricanes der letzten Jahre übriggeblieben ist) und schlugen uns durch die mexikanische Speisekarte. Die mexikanischen Restaurants hier sind der Hammer! Das Essen ist ausnahmslos gut. Die Bedienung immer freundlich (alle bilingual) und korrekt (im Gegensatz zu den USA, wo die Bedienung zwar meistens freundlich ist, aber bestimmt bei jeder Bestellung irgendetwas vergessen geht). Dazu wird in jedem Restaurant Unterhaltung geboten. Livemusik, akrobatische Kellner und andere Showeinlagen. Herausragend war das Restaurant vom Montag: Während unserer Salat am Tisch zubereitet wurde, rannten plötzlich alle Kellner Hand in Hand durch das Lokal und raus an die frische Luft. Später luden die Kellner die Damen unter den Gästen zum Tanz ein. Danach gab's einen Wrestlingfight zwischen zwei kostümierten Kellnern, welche nach der ersten Runde noch nicht genug hatten und den Kampf vor dem Restaurant weiter trugen. Die Dessertkarte wurde mit einem Stempel auf das Tischtuch gedruckt.

Am Dienstag beschlossen wir, nach Playa del Carmen zu fahren, wo der Strand angeblich schöner sein soll. Ken fragte bei unserem Concierge nach, wie wir am schnellsten dorthin gelangen, worauf dieser irgendwas von 'Bus #1' und 'Ado' faselte. Wir gingen also zur nächsten Bushaltestelle, welche die Busse in Richtung Süden bediente und sagten dem Chauffeur, dass wir nach Playa del Carmen wollten. Er meinte, dass wir dafür den Bus in die andere Richtung nehmen sollen. Gut, dann wird der Bus wohl zuerst noch die Leute in Downtown Cancún auflesen. Wir haben uns also in den Bus gesetzt und machten uns auf eine längere Reise (laut Concierge 1h) gefasst. Nach 10 Minuten meinte der Chauffeur, dass wir aussteigen sollten, worauf wir ihn verdutzt fragten, ob wir denn schon da seien (von der Zeit her und von der Fahrtrichtung eigentlich unmöglich). Er meinte, dass wir hier umsteigen müssten und hat auf die andere Strassenseite gedeutet.
Da schon Mittag war, beschlossen wir uns zuerst mal im Mac zu stärken. Wir machten daraufhin Bekanntschaft mit der Mexikanischen Effizienz: Hier wird man in einem Fastfood-Laden erst bedient, wenn der Vorgänger mindestens einen Teil seines Essens bekommen hat. Nix da, Pipelining. Nach dem Gourmet-Lunch sind wir auf die andere Strassenseite gewandert und suchten da den Bus nach Playa del Carmen. Da keiner der Busse mit unserem Ziel angeschrieben war, fragten wir einfach einen Chauffeur, welcher Bus dahin fährt. Er meinte, dass wir dafür einen Bus auf der anderen Seite nehmen müssten, also auf der Seite, wo wir zuvor ausgestiegen sind. Also wieder zurück, den nächsten Chauffeur gefragt, welcher uns - wer hätte das gedacht - wieder auf die zweite Seite schickte. Willkommen zurück im Haus das Verrückte macht! Auf Strassenseite Nummer 2 angekommen, erblickten wir einen Bus, welcher nach Ado fuhr. Zur Sicherheit fragten wir aber den Chauffeur aber noch, ob er nach Playa del Carmen fährt. Nein, das tut er nicht. Aaaaaaaaaah! Aber wir sollten doch einen Bus gleich um die Ecke nehmen. Gut, eine neue Richtung kann nicht schaden. Wir kamen uns langsam vor, wie in einem Lucas Games Adventure. Wir begaben uns also zur erwähnten Ecke und was sahen unsere unsere müden Augen? Ein grosses Busterminal der Firma ADO. Yeah! Wir sind also gleich rein, einen Bus nach Playa del Carmen gebucht und in einem bequemen Car zum Strand gefahren.
Nachdem wir den Bus verliessen, mussten wir gleich feststellen, dass wir vom einen Touristengebiet ins nächste gefahren sind. Hier hat's zwar nicht viele Hotels am Strand dafür umso mehr Ramschläden, durch welche wir uns zuerst einmal kämpfen mussten um zum Strand zu gelangen. Der Strand wars dann aber die Odyssee wirklich wert: Schöner Sand, praktisch keine Steine im Wasser, nicht zu viele und nicht zu wenige Leute. Vor lauter Freude habe ich dann beim Hinlegen 'An der Nordseeküste' angestimmt, worauf prompt die Frage von der Dame nebenan kam: 'Are you from Germany?' Und die Welt ist doch so klein. (Ken - der Fisch - hat dann noch mit 'Yes, äääh, no, we are from Switzerland' geantwortet. :-D)
Dank unseren Umwegen ging die Sonne aber bald unter, so dass ich nicht mal zu Phase 2 des Anbratens kam und wir wieder nach Hause gingen. Nach drei Tagen mexikanischem Abendessen gingen wir diesen Abend ins Hard Rock Cafe. Wie wir erfuhren, würde gleich die Hausband mit ihrem Konzert beginnen. Tiptop. Sie begannen mit Metallica und Black Sabbath, womit sie mich trotz nicht ganz einwandfreier Vorführung gleich zu Beginn gefesselt hatten. Sie spielten daraufhin einen schönen Mix aus altem Hard Rock und neuem Rock/Metal, weshalb wir beschlossen unser Bier gleich auch noch hier zu geniessen.

Für Mittwoch war das kulturelle Highlight unserer Mexicoreise geplant: Chichen Itza, eine alte Mayastadt im Staat Yucatán. Nach der zweieinhalbstündigen Fahrt wurden wir durch die archäologische Stätte geführt. Traurig aber wahr: Das ganze Land ist im Privatbesitz, was es vielen Händlern erlaubt ihren Ramsch um die Tempel anzubieten. Laut unseren Reiseführern sei dies die einzige Mayastätte, welche nicht im Besitze Mexicos ist, was aber nun bekämpft werde.
Im Zentrum von Chichen Itza befindet sich ein pyramidenähnliches Gebäude, welches perfekt mit den Himmelsrichtungen aliniert ist. Aufgrund der Anzahl Treppen, Absätze, Zwischenräume, etc wurde das Gebäude wohl als Kalender benutzt. Daneben befindet sich ein Ballspielplatz, auf welchem man ein Mix aus Lacrosse und Basketball ausgetragen hatte und ein Spieler zum Schluss enthauptet wurde. Wieso gibt's das heute nicht mehr? :-) Sehr interessant waren die akkustisch perfekt abgestimmten Wände, welche es einem erlaubten sich in normaler Lautstärke über grosse Distanzen zu unterhalten. Auf dem Platz zwischen der Pyramide und dem Kriegertempel kann man zudem, wenn man in die Hände klatscht, eine Schlange und einen Vogel aus den beiden Richtungen hören. Wenn man nun noch weiss, dass der Maya-Obergott Kukulkan/Quetzalcoatl eine gefiederte Schlange war, ist man umso mehr amüsiert.
Leider hatte man, wie wohl üblich auf solchen Touren, viel zu wenig Zeit. Nach der geführten Tour mussten wir ziemlich durch den Rest der Anlage stressen um noch alles auf Bildern festzuhalten. Danach gings zu einem weiteren Highlight: einer Cenote. Auf der ganzen Halbinsel soll es angeblich keine oberirdischen Flüsse geben. Es gibt aber sehr wohl unterirdische Flüsse und Seen. Wenn nun bei so einem unterirdischen Gewässer die Decke einkracht, bildet sich eine sogenannte Cenote. In solch einer Cenote konnten wir uns abkühlen, was eine angenehme Abwechslung zum heissen Tag bot. Das Wasser war frisch, kühl und sauber. Man konnte zwischen den hängenden Wurzeln hindurch schwimmen, das Wasser auf sich herabtropfen lassen und von der Klippe ins kühle Nass springen. Die Sprünge von der Klippe haben sich im Nachhinein als nicht sehr schlau herausgestellt: Ich habe mein Armband für den Wiedereintritt nach Chichen Itza verloren und meine Uhr, welche schon einen kleinen Sprung im Glas hatte, hat sich mit Wasser gefüllt. Super!
Nach der Cenote sind wir kaffeefahrtenmässig noch bei einem grossen Maya-Shop vorbeigefahren, wo wir im Gegensatz zur Mayastadt viel zu viel Zeit hatten und sind nachher Essen gegangen. Nach dem Essen sind wir zurück nach Chichen Itza gefahren, wo man mich mit Hilfe des Reiseguides trotz Verlust meines Eintrittbändelis wieder hereingelassen hatte. Pünktlich um 7:10 (O-Ton des Reiseleiters: 'The Show starts at 7:00. Not 6:59, not 7:01: 7:00. So we have to be on time!') startete dann die Lichtshow rund um die Mayapyramide. Verwöhnt durch die Amis haben wir ein wenig mehr erwartet als gezeigt wurde. Die Lichtshow bestand mehrheitlich aus der bunten Beleuchtung der Pyramide und den umgebenden Gebäuden. Dazu wurde man mit musikuntermalten, geschichtlichen Informationen durch die Show begleitet, was wir aber alles schon von unserem Guide erfahren hatten.
Nach der Show ging's dann wieder nach Hause, wo wir uns gegen das Saufen und pro früh-aufstehen und Strand geniessen entschieden.

So verbrachten wir den ganzen Donnerstag am Playa del Carmen (diesmal ohne Umwege) und bräunten uns. Am Abend haben wir dann endlich Dady-O besucht, den #1 Club in Cancún. Es wurde ein Wet Body Contest angekündigt, welcher wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. So wie wir uns das vorgestellt hatten, war es dann nicht. Da noch kein Springbreak ist, waren die Damen wohl lokale Notlösungen und gingen nicht ab, wie man es von diversen Clips her kennt. Der Hawaiian Contest eine Stunde später war dann doch reizender. Da die Quantität und Qualität der Ladies in die Höhe schnellte. :-)
Als der Sound dann immer schlechter wurde und um vier Uhr die Drinks nicht mehr im Preis inbegriffen waren, gingen wir heim unseren Rausch ausschlafen. Super Timing, denn am Freitag regnete es den ganzen Tag. Perfektes Wetter um auszuschlafen, unsere Wäsche zu waschen, das nächste Hotel zu buchen und die nun noch umständlicheren Einreiseprozeduren für die USA durchzugehen.
In der Hotellobby hörte ich einen Gast den Concierge nach einem Kubanischen Restaurant fragen und deshalb beschlossen wir dort auch hinzugehen um mal das Kubanische Essen zu testen. Eine sehr gute Idee! Das Essen war ausgezeichnet und die Mojitos so gut wie bisher noch nirgends. Zwei Kellnerinnen luden mich nach dem Essen noch zum Tanz ein, was ich natürlich nicht ausschlagen konnte. Sie mussten mir zwar die Salsa-Grundschritte zuerst beibringen, amüsant war es aber auf jeden Fall!
Da im Club vom Abend zuvor '80's and 90's Classics' für Freitagnacht angekündigt wurde, planten wir das Wochenende spontan um und gingen noch einmal in den selben Club. Die Musik war diesmal viel besser (Kindheitserinnerungen, yeah!) und so hatten wir wieder Fun bis am Morgen früh, was dann auf Kosten des Samstags ging. Für den Strand hatten wir nach dem Ausschlafen keine Zeit mehr, also statteten wir dem Hotelpool einen Besuch ab.
Am Abend leisteten wir uns ein Dinner in einem Argentinischen Steakhouse. Das Essen war fantastisch: Wir starteten mit einem Argentinischen Salat, resp. einem Caprese begleitet durch köstliches Brot. Hauptspeise war dann ein Entrecôte, welches zwar nicht an jenes aus Mettmenstetten herankommt, aber dennoch sehr gut war. Nebenbei haben wir uns einen Pinot Noir aus der Argentinischen Reberei der Familie Schroeder gegönnt. Nach dem Essen sagte ich zu Ken, dass - obwohl mein Magen randvoll war - ein Schoggimousse wohl noch Platz fände. Wie es der Zufall wollte, war das Schoggimousse auf der Speisekarte und wurde prompt bestellt. Leider war es nicht so luftig, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern glich eher einer dicken Schoggicrème. Das Dessert wurde somit ein richtiger Kampf, der es aber schlussendlich wert war.

Am Sonntag - unserem letzten Tag in Mexico - planten wir nach Cozumel, einer Insel im Süden vor Playa del Carmen zu fahren. Dies wurde uns von einem Ami-Päärchen, welches wir mal an einer Bar getroffen hatten, empfohlen, weil man da Natur, Kultur und Fun in einem haben könne. Den Weg nach Playa del Carmen kannten wir inzwischen, wir mussten nur noch die Tickets für die Fähre buchen. Als wir um 11:20 ankamen, hiess es, dass die Fähren zwar stündlich fuhren, jedoch nicht am Mittag. Die nächste Fähre fuhr also um 1:00. Super! Wir nutzten die Zeit um schon hier den Scooter für die Insel zu mieten. Da die Amerikanerin etwas von 25$ geredet hat, nahmen wir gleich das erste Angebot für diesen Preis an, welches alles (Miete, Versicherung, Helm, etc) inklusive hatte. Danach spazierten wir noch ein wenig durch die Stadt um Essen einzukaufen. Um fünf vor Eins (Ken hatte gerade einen fünfminütigen Turboschiss hinter sich) liefen wir zum Pier, wo uns eine 100m lange Schlange erwartete. Zum Glück war mehr als nur eine Fähre bereit, und alle Passagiere konnten verladen werden. Die Fahrt war dann etwa das übelste, was ich je erlebt hatte. Magic Mountain ist nichts dagegen. Ich bin sonst eigentlich ziemlich sicher gegen Seekrankheit, aber diese Fähre wollte mir wohl unbedingt mitteilen, dass ich gestern ein bisschen zu viel gegessen hatte. Kopf und Magen drehten sich gleichzeitig um unterschiedliche Achsen und ich schien nicht der einzige gewesen zu sein, dem es so ging. Rundherum schiessen die Leute weiss und grün zu werden. Zum Glück konnte ich das ganze Entrecôte drin behalten und wir schafften die halbstündige Überfahrt unverletzt.
Am Pier angekommen, machten wir uns auf die Suche nach Beto, welcher uns die Scooter geben sollte. Beto verwies uns zu Felipe, Felipe zeigte auf Alex und der meinte, dass wir kurz auf der anderen Strassenseite warten sollen. Nach fünf Minuten kam er dann wieder und führte uns zu seinem Scooter-Rental-Shop, wo wir zuerst einmal die Mietzeit von 4.5 auf 5.5 Stunden raufhandelten. Danach mussten wir noch eine weitere Versicherung, welche hier obligatorisch sei, hinzukaufen + Benzin. Wenigstens waren die Helme gratis. Der Scooter war dann der Hammer! Es stand zwar gross geschrieben, dass er nur 60 km/h fahren würde, jedoch fehlte die Nadel für den Tachometer, wie auch die Nadel für den Benzinstand. Wir mussten also direkt überprüfen, dass der Tank voll war. Nach einigem umorganisieren, verstauten wir einen Rucksack im kleinen Stauraum und wir düsten los. Nach der ersten Kurve erklärte ich Ken noch, wie er sich in der Kurve als Sozius zu verhalten hatte (Matthias, jetzt weiss ich endlich auch, wie mühsam es ist, wenn der Sozius nicht in die Kurve liegen will ;-) ) und schon gings los durch die Mexikanische Landschaft, obwohl wir keine Ahnung von den Mexikanischen Strassenregeln hatten und wir nie wussten wie schnell wir sind. (Ich habe mal zwischen den Meilensteinen die Sekunden gezählt und habe festgestellt, dass der Scooter mit Vollgas knapp über 60 km/h läuft, was mal ein guter Anhaltspunkt war.)
Unser erstes Ziel war ein altes Mayadorf. Ganz im Gegenteil zu Chichen Itza war es hier viel weniger pompös. Die Häuser, Tempel sind alle ein wenig kleiner gehalten. Auch gab es keine astronomisch und geometrisch perfekte Pyramide. Trotzdem war es einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen der fantastischen Fauna. Das erste Mal ist mir fast das Herz in die Hose gerutscht, als sich plötzlich neben meinen Füssen ein perfekt getarnter Leguan bewegt hatte. Als wir dann wussten, auf was wir achten mussten, waren die Tiere leichter zu entdecken. Sie wollten einem zwar nicht gerade aus der Hand fressen, zeigten aber trotzdem erst Scheue, wenn man sich ihnen auf wenige Meter näherte. Das Highlight war dann aber kein Leguan, sondern ein Gürteltier, welches im Holz nach Nahrung gesucht hatte. Das lustigste Tier, das ich je gesehen hatte! :-)
Nach dem Mayadorf fuhren wir ganz in den Süden der Insel der Küste entlang, wo wir noch einen interessanten Strand entdeckten. Der Fels am Strand war ziemlich porös und so spritzte das Wasser bei Flut wie bei einem Geysir durch die Löcher in die Höhe, was ziemlich spektakulär aussieht. Als wir ganz im Süden ankamen, stellten wir fest, dass das Gebiet gar nicht frei zugänglich war, dh Eintritt kostete und man durfte den Scooter nicht mitnehmen. Wir beschlossen also, das Gebiet auszulassen, da es eh bald dunkel werden würde und fuhren der Küste entlang zurück. Unterwegs stellten wir fest, dass das vordere Licht überhaupt nicht funktionierte (dass die Blinker tot sind, wussten wir bereits), was vor allem in der Stadt ein mulmiges Gefühl hinterliess. (So dunkel war es eigentlich gar nicht, da ich immer noch Kens Sonnenbrille auf hatte, aber trotzdem...) Wir mussten nun den Weg zurück zu Alex finden, was gar nicht so einfach war, da viele Strassen aufgrund des Carnaval gesperrt waren. Wir fanden schlussendlich aber noch unseren Weg durch das Labyrinth der Einbahnstrassen und gaben unseren Scooter wieder ab: 'Where have you been, amigos? I was waiting for you! I said six o' clock!' - 'No, you said seven!' - 'Oh, ok!' :-D
Da wir über eine Stunde auf die nächste Fähre warten mussten, wohnten wir noch dem Carnaval-Umzug bei. Ironisch ist, dass wir beide um die halbe Welt vor der Fasnacht geflohen sind und dort auf eine andere Fasnacht treffen. Der Umzug war ziemlich ähnlich zu jenem zu Hause, einfach weniger urchig und mehr karibisch.
Schlussendlich sind wir per Fähre und Bus wieder nach Hause gefahren. Dort gingen wir noch einmal fein essen. Ken konnte es natürlich nicht unterlassen, der Kellnerin mitzuteilen, dass heute mein Geburtstag war in der Hoffnung, dass es einen grossen Aufmarsch an singenden Kellner geben würde. Schlussendlich kam aber unsere Kellnerin alleine vorbei mit einer Rahmtorte und einer Kerze, die sich schlecht ausblasen liess. Die Torte hätte eigentlich schon alle Alarmglocken klingen lassen solle: Ich konnte sie nicht essen, sondern sie wurde mir einfach ins Gesicht geschmiert. Yeah! Clown werde ich bestimmt nie! :-) Nachdem wir noch ein letztes Mal Flatrate-Saufen ausgenutzt hatten, haben wir uns dann nach Hause gemacht. Am nächsten Tag heisst es dann 'Adiós Mexico' & 'Hello DC!'

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