… und das können wir bestätigen! Aber alles der Reihe nach.
Nach über 10 sonnenreichen Tagen im Norden Kaliforniens sind wir von Berkeley über Sacramento nach Oakhurst gefahren, ein Ort in der Nähe des Yosemite National Parks. Unsere Fahrt dorthin hätte aus einem Horrorfilm stammen können: Wir fuhren in der Nacht auf abgelegenen Highways durch die Wüste, an Kornfeldern vorbei, begleitet von starken Regenfällen. Wir hatten während der Fahrt Gedanken darüber gemacht, was wir machen würden, wenn uns irgendjemand anhalten würde oder besser gesagt, wenn wir jemanden anfahren würden. Wäre so was passiert, wären wir wirklich einfach weitergefahren, zu gross ist die Gefahr, dass wir nach dem Anhalten verschleppt worden und danach in irgendwelchen Kellern oder so gefoltert worden wären. „Ihr habt doch zu viele Horrorfilme gesehen“, denkt ihr nun vielleicht! Aber wenn ihr das selber erlebt hättet, hättet ihr garantiert das gleiche getan ;-)
Gross war die Erleichterung als wir dann kurz vor Mitternacht in Oakhurst angekommen waren. Das Hotelzimmer, in dem wir eine Nacht verbrachten, war das bisher günstigste, aber dafür wohl das mit Abstand schönste und vor allem grösste Zimmer, das wir auf unserer Reise je hatten! Auch das Frühstück am nächsten Morgen war lecker: Nebst den Standardsachen wie Brot, Butter, Konfitüre, etc. gab’s auch noch Waffeln, die wirklich super schmeckten.
Nachdem wir uns für den Tag gestärkt hatten, fuhren wir los Richtung Yosemite National Park, der 3. ältester Nationalpark der USA und der als Unesco World Heritage Site deklariert wurde. Im Reiseführer wird sogar „that (National Park) packs in so much jaw-dropping beauty that it makes even Switzerland look like God’s practice run“ erwähnt.
Wir erreichten den Nationalpark vom Süden her und wollten gleich die berühmten riesen Bäume, die Mariposa Grove of Giant Sequoias, anschauen gehen. Aber wegen des Schnees wurde die Strasse, die dorthin führte, geschlossen und konnte somit nicht mit dem Auto befahren werden. Da wir beide keine Wanderausrüstung dabei hatten, mussten wir leider auf diese Bäume verzichten. Aber das war noch längst nicht alles, auf das wir an diesem Tag verzichten mussten :-(
Wir fuhren einige Meilen weiter nördlich zum Yosemite Valley, wo wir von einem Viewpoint aus auf zwei weltberühmte Naturspektakel hätten blicken können: Auf den El Capitan, einer der grössten Monolithen der Welt, und auf den Half Dome, dessen Silhouette phänomenal sein sollte. Ja, das hätten klasse Fotos werden können, hätten da nicht der Regen und vor allem der Nebel uns die Sicht genommen! So konnten wir uns nur mit ein paar schwammigen und unscharfen Bilder zufrieden geben. Jedoch haben wir in einem Souvenirladen Postkarten gekauft und wissen nun immerhin, wie unsere Fotos an einem schönen Tag hätten aussehen können :-)
Auch leben viele Bären im Yosemite National Park, die wir, was hättet ihr anders erwartet, auch nicht gesehen hatten. Der Grund hierfür ist wohl, dass diese Tiere immer noch im Winterschlaf sind. Aber immerhin haben wir viele Rehe gesehen, die nicht wirklich scheu waren, so dass wir uns ihnen bis zu einem Meter nähern konnten.
Zu guter Letzt schossen wir noch ein paar Fotos vom ersten, tiefer gelegenen Yosemite Wasserfall, verzichteten aber wegen der 2-3 Meilen Wanderung im Regen auf den zweiten.
Fazit unseres Trips in den Yosemite National Park: 20$ Eintritt bezahlt für das, dass wir wegen des Regens, des Nebels und des Schnees (einige Strassen sind nicht befahrbar) nicht wirklich viel sehen konnten.
Gegen Abenddämmerung machten wir uns auf den Weg zu South Lake Tahoe. Der Lake Tahoe liegt zwischen den beiden Staaten Kalifornien und Nevada und die Gegend rund um den See gilt als beliebten Skiresort. Unsere Fahrt dorthin war ähnlich wie unser Ausflug in den Yosemite National Park: Schnee auf den Strassen und krasser Nebel, so dass die Sicht wirklich z.T. nicht mal einen Meter betrug! Dank unserem Jeep Patriot, der nicht mal ein Nebellicht hat und dank der Tatsache, dass wir erst während der Fahrt dorthin festgestellt hatten, dass wir ja keine Schneeketten dabei hatten und diese auf allen Informationstafeln strengstens empfohlen wurden, erlebten wir eine höchstinteressante Fahrt. Ich glaube, Michael hatte seinen Spass! ;-)
Wie schon oben erwähnt, befindet sich in South Lake Tahoe die State Line, die Kalifornien und Nevada trennt. Wir konnten es natürlich nicht verkneifen, ein Video zu drehen, wo Michael auf der State Line von einem Staat zum anderen hoppst (so à la Homer Simpson): Kalifornien, Nevada, Kalifornien, Nevada…
Um herauszufinden, in welchem Bundesstaat man gerade ist, braucht man kein Genie zu sein: Auf der Seite Nevadas befinden sich unzählige Casinos während auf der Seite Kaliforniens kein einziges zu sehen ist.
Casino? Wir konnten es wieder mal nicht lassen und waren am Abend natürlich seated für ca. 3 Stunden, wo wir einen „Stundenlohn“ von je ca. 60$ hatten. Nice Hand!
Am nächsten Morgen wollten wir unser Frühstück bei McDonald’s geniessen, was erstaunlicherweise erst das 2. Mal in unserer Reise gewesen wäre (das erste Mal war in Macau/Hong Kong). Auf dem Weg zu Ronald aber fuhren wir bei IHOP vorbei, einem bekannten Pancake Restaurant in den USA. Obwohl der McDonald’s eigentlich mal wieder eine Chance verdient hätte (McDonald’s ist gewöhnlicherweise immer für uns da!), musste der Mac an diesem Tag auf uns verzichten, weil das All-you-can-eat Angebot bei IHOP unumgänglich war. Dies führte dazu, dass unser Frühstück auch gleich zu unserem Mittagessen wurde.
Mit vollem Magen fuhren wir mit dem Auto rund um den Lake Tahoe und knipsten an lohnenswerten Stellen ein paar Fotos. Leider war es auch an diesem Tag regnerisch und z.T. auch neblig, aber immerhin war die Sicht doch einiges besser als im Yosemite National Park.
Nach unserer Rundfahrt ging es am späten Nachmittag weiter nach Death Valley. Da ich vor der Abfahrt noch dringend auf ein Klo musste, gingen wir schlussendlich doch noch kurz bei Ronald McDonald’s vorbei, wo wir einen McFlurry bzw. eine Hot Chocolate zu uns nahmen (Gute Freunde halten zusammen!).
Unser Hotel hatten wir in Bishop gebucht, das doch etwa 2 Autofahrtstunden vom Death Valley National Park weiter weg war. Dies war aber mehr oder weniger unausweichlich, weil es kein Hotel im Park selbst zu scheinen gab (später fanden wir heraus, dass doch eines vorhanden ist, aber dieses ist erstens wohl viel zu teuer und zweitens wurde es nicht auf der Webseite aufgelistet, bei der wir bisher alle unsere Hotels in Nordamerika gebucht hatten).
Am nächsten Morgen fuhren wir deshalb relativ früh in Bishop ab, um vor Mittagszeit im Death Valley National Park anzukommen. Wegen den letzten paar regenreichen und kalten Tagen informierten wir uns im Internet vor der Abfahrt noch, wie das Wetter und die Temperaturen in Death Valley so aussehen würden. Prognose: 13° Celsius und bewölkt. Wir beschlossen deshalb, lange Hosen und einen Pullover in die Wüste mitzunehmen, was sich als mächtig grossen Fehler herausstellte: An diesem Tag brannte die Sonne nur so herab und wir hatten uns gewünscht, dass wir lieber auf unseren Verstand gehört hätten als auf die Wetterprognose (oder denkt ihr, dass es angenehm ist, wenn man mit langen Hosen unter der brennenden Sonne in Death Valley wandern geht?).
Wir besuchten an diesem Tag einige sehr interessante Sehenswürdigkeiten wie den Golden Canyon, die Natural Bridge, Badwater, etc. Diese Naturspektakel lassen sich nicht in Worte beschreiben, deshalb müsst ihr die Bilder in unserer kommenden Diashow dann selber sehen!
Um noch den Sonnenuntergang vom Dante’s View aus zu beobachten, mussten wir auf den Devil’s Golf Course und auf den Artist’s Drive verzichten. Leider aber schafften wir es nicht rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf dem Hügel zu sein und verpassten somit wegen 3-4 Minuten wie die Sonne hinter den Bergen verschwand.
Am nächsten Morgen wollten wir nach dem Check-Out eigentlich nach Vegas fahren. Aber der Death Valley National Park hatte uns so fasziniert, dass wir uns entschieden, über Death Valley einen kleinen Umweg zu machen, um die verpassten Sehenswürdigkeiten vom Vortag nachzuholen. Weil wir noch ein paar andere Sachen anschauen gingen und es somit knapp eine Stunde vor Sonnenuntergang war, hatten wir beschlossen, nochmals auf den Dante’s View zu fahren, um den ganzen Sonnenuntergang mitzuverfolgen.
Nachdem die Sonne untergegangen war, war es dann endlich soweit: Wir fuhren endlich nach Las Vegas, wo wir einige Tage lang die Sau rauslassen konnten…
In Vegas logierten wir im MGM Grand Hotel, welches mit über 5000 Zimmern das 2. grösste Hotel der Welt ist. Das MGM Grand befindet sich zudem am weltberühmten Strip, wo all die neuen Hotels/Casinos zu finden sind.
Beim ersten Anblick ist man von diesem Strip extrem fasziniert: Überdimensionale Hotels und Casinos schiessen wie Pilze aus dem Boden. Anhand all den Lichtern und den vielen Bling Blings rundherum erkennt man schnell, dass Vegas niemals schläft und man rund um die Uhr was machen kann.
Aber nachdem wir am Strip entlang gelaufen waren und dabei all die berühmten und bedeutenden Hotels/Casinos von innen angesehen hatten, mussten wir feststellen, dass Vegas eigentlich „the most meaningless city in the world“ ist! Vegas befindet sich mitten in einer Wüste und das Wasser muss von weit her dorthin gepumpt werden. Mit all den Lichtern, Maschinen, etc. verbraucht diese Stadt soviel Strom, dass vermutlich in 30 Jahren oder so nicht mehr die nötige Energie aufgebraucht werden kann, um Vegas zu unterhalten. Dies ist absolut keine Überraschung mit all den vielen Casinos, die wirklich nur von aussen jeweils anders aussehen, aber im Inneren praktisch immer das gleiche bieten: Slotmachines, Roulette-, Craps und Black Jack Tische. Das einzige, das sich wirklich unterscheidet ist jeweils der Pokerraum. Unser Favorit ist dabei der grosse Raum im Bellagio, der wirklich sehr angenehm eingerichtet ist.
Auch bieten die grösseren Casinos meist irgendwelche Attraktionen an, wie z.B. Löwen im MGM Grand, ein Delphin-Aquarium im Mirage, Haie im Mandalay Bay oder die wirklich sinnlose Halogenlampe auf der Spitze der Pyramide des Luxors.
Was uns auch brutal auf den Sack gegangen war, waren Leute auf der Strasse, die um jede Tageszeit irgendwelche Stickers von Callgirls (Escort-Service) verteilten. Um Aufmerksamkeit zu erregen, schnippten sie immer mit den Fingern und klopften diese Stickers in der einen Hand haltend auf die andere Hand. Die Stickers hielten sie wirklich jedem Passant vors Gesicht, egal ob man mit der Frau/Freundin Hand in Hand an denen vorbeilief.
Michael und ich hatten irgendwann mal begonnen, diese Stickers zu sammeln, um ein Quartett zu spielen oder diese wie Panini Bilder zu tauschen/sammeln ;-)
In allen Casinos liefen Servierdüsen mit meist riesengrossen Boobies herum, die den spielenden Gästen Getränke aller Art gratis (das Getränk ist gratis, aber man gibt den Servierdüsen meist ein kleines Trinkgeld) servierten. Um billig zu saufen, sassen wir einfach an eine 1-Cent-Slotmachine, so dass wir für wenig Geld sehr lange spielen und dabei natürlich den lieben Freund Alkohol geniessen konnten.
Die Stadt Vegas ist nebst dem Gambling auch für die vielen Shows berühmt. Dies konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und besuchten deshalb die im Jahre 2007 als bestgekrönte Fantasy Stripshow, welche im Grossen und Ganzen eine oben-ohne Tanzshow mit Gesang war. Die Show hatte meine Erwartungen erfüllt, obwohl sie ein wenig zu kurz war.
Die 2. Show, die wir schauen gingen, war eine Magic-Show mit der hübschen jungen Magierin Scarlett. Die Show war in erster Linie für Kinder ausgerichtet und somit gab es auch keine ultra phänomenalen Zaubertricks wie bei David Copperfield (der übrigens ein paar Tage, nachdem wir Vegas verlassen hatten, wieder in der Stadt war – „immer sones Päch!!“). Aber trotzdem hatte ich bei den meisten Tricks von Scarlett keine Ahnung, wie diese funktionieren könnten.
Zu erwähnen bleibt noch, dass wir bei beiden Shows jeweils den Anfang verpasst haben: Bei der Stripshow behauptete Michael, dass es sowieso eine Ewigkeit dauern würde, bis alle Zuschauer in ihre Sitze eingewiesen werden würden, so dass die Show sicherlich nicht pünktlich starten würde. Deshalb gingen wir 20 Minuten vor Showbeginn noch das Venetian Casino anschauen und verpassten die ersten 10 Minuten der Show… Bei der Magie-Show hatten wir die Distanz zum V-Theater unterschätzt und verpassten deshalb die ersten paar Minuten…
Ein weiteres Highlight in Vegas war, dass wir einen mega berühmten Cage-Fighter in den USA namens BJ Penn (er heisst nicht Black Jack ;-)) im Fitness Raum des MGM Grands gesehen hatten, der sich auf den WM-Kampf gegen St. Pierre am Samstag vorbereitete.
Den Ausgang verbrachten wir in einem Irish Pub, wo eine irische Band live aufgetreten war und für wirklich gute Stimmung sorgte. Auch einen Abstecher in die berühmt-berüchtigte Coyote Ugly Bar hatten wir gemacht. Aber dort gefiel es mir ehrlich gesagt überhaupt nicht, obwohl zwei hübsche Mitarbeiterinnen der Bar auf den Tresen für Stimmung sorgten. Leider aber holten sie auch noch Besucherinnen auf die Bar, die ihren z.T. dicken Hintern herumwackelten, und dies sah wirklich ganz ganz übel aus…
Was gibt’s sonst noch zu erwähnen? Ach ja, Poker… Natürlich waren wir seated, hatten wir uns doch das Ziel gesetzt gehabt, mindestens unseren Vegas Aufenthalt mit Pokern zu finanzieren. Gespielt hatten wir am Anfang im Pokerroom in Bill’s Gambling Hall and Saloon, weil dort das tiefste Limit angeboten wurde. Obwohl es wirklich viele Idioten am Tisch hatte, verliessen wir den Tisch mit Verlust, weil klare 4:1 Favoritensituationen nicht gewonnen werden konnten (so Aces vs. Kings) und weil die alte Dame, die wie eine Hexe aussah und unseres Erachtens ohne Verkleidung in den Harry Potter Filmen mitspielen könnte, besser gehitted hatte als Tiger Woods in seinen besten Jahren.
„Jaja, alles rigged und so bei Bill“, dachten wir uns (die alte Dame sass jeweils immer neben dem Dealer, wenn das nichts damit zu tun hatte…) und spielten fortan gleich im MGM Grand selbst, wo es besser lief und wir schlussendlich Vegas mit ein wenig Verlust verliessen. Es wurde also nichts mit Vegas-am-Pokertisch-finanzieren, aber das ist ja nicht erstaunlich, denn ihr wisst ja: „What happens in Vegas stays in Vegas“, vor allem das Geld!
Am Samstagmorgen früh (am Tag des Cage-Fighting WM-Kampfes – „immer sones Päch!“) verliessen wir Vegas, weil die Miete unseres Autos gegen Mittagszeit ablief und wir den Vertrag am Los Angeles Airport Vorort verlängern mussten, um keine zusätzliche Gebühren zu bezahlen.
Nachdem wir rechzeitig dort angekommen waren und den Vermietern über ein paar Mängeln an unserem Auto informierten (das Öl-Wechsel-LED leuchtet immer beim Starten des Motors auf, obwohl es noch genug Öl hatte und das Abblendlicht hatte wohl einen zu hohen Winkel, so dass entgegenkommende Fahrzeuge oft dachten, dass wir das Fernlicht eingeschaltet hatten), boten sie uns ein neues Auto desselben Typs an. Wir haben das Auto umgetauscht, aber mussten im Nachhinein feststellen, dass wir wohl den schlechteren Deal gemacht haben: Die Fensterscheiben müssen manuell herunter/herauf gekurbelt werden, die Seitenspiegeln müssen von Hand ausgerichtet werden und wir haben keine Zentralverriegelung mehr!
Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit hiess es ab nach San Diego mit dem neuen Auto, wo wir gleich den ersten Abend in der Karaoke Bar des Hotels verbrachten und den Anfang des Australian Opens schauten. Aber ausser einer etwas älteren Frau, von der Michael behauptet, dass sie wie Alice Cooper aussähe ;-), und der Servierdüse gab es sonst wirklich nichts Schönes in der Bar. Dafür waren die Preise für Bier und vor allem für Longdrinks akzeptabel. Spätestens dann, als Michael eine ehe dickere Asiatin, über die er zuvor noch Witze gerissen hatte, langsam als schön empfand, war die Zeit für uns gekommen, zu gehen ;-). Zurück im Zimmer schauten wir dann noch den Tennismatch zu Ende.
Am Tag darauf folgte dann der andere sportliche Grossevent: Der Superbowl! Wir fuhren in die Stadt in ein/e Restaurant/Bar, die bekannt für Sportevents ist und fieberten umgeben von Steelers und Cardinals Fans mit der Mannschaft aus Pittsburgh mit, wie diese im wohl spannendsten Final, den wir je gesehen hatten, den Superbowl gewann.
Nach der Übertragung zogen wir uns noch den Film „The Uninvited“ rein, bei dem wir erst am Schluss feststellten, dass wir das Original (den koreanischen Horrorfilm „A Tale of Two Sisters) schon gesehen hatten. Aber das Remake fanden wir beide recht gut und empfehlen diesen Film weiter.
Am Montag fuhren wir nach Downtown, wo wir Gaslamp Quarter und Little Italy anschauen gingen. Danach machten wir einen kurzen Abstecher nach Coronado, ein Gebiet in San Diego, wo eher die reichen Leute leben. Dort liefen wir am Strand vor dem berühmten Hotel del Coronado entlang und fuhren dann weiter nach Hillcrest, ein Pendant zum Castro-District in San Francisco. Aber ehrlich gesagt kam es uns dort überhaupt nicht schwul vor… Wir hoffen, das hat nichts zu bedeuten ;-)
Am nächsten Tag gingen wir beide getrennte Wege, weil ich ins Sea World gegangen bin und Michael, weil er um Neujahr herum schon dort war, den berühmten Zoo von San Diego besuchte. Der Ausflug ins Sea World hatte sich wirklich gelohnt: Die Shows, allen voran die Orca- und Delphin-Show), waren so grossartig und hatten mich so begeistert, dass ich am nächsten Tag mit zwei Delphinen im Becken schwimmen ging und eine Delphin-Trainerin mir einige Tricks demonstrierte. Der ganze Spass kostete zwar relativ viel, aber die Erfahrung ist einmalig!
An diesem Tag besuchten wir zuvor noch den Balbao-Park, wo wir endlich seit langem wieder zwei Stockton-Videos gedreht haben.
Während ich mit den Delphinen im Pool war, ging Michael die Strände an der Mission Bay und Old Town, welche Züge einer Western-Stadt hat, anschauen.
Am Abend hiess es dann zurück nach LA, wo wir die nächste Woche bei meiner Tante verbringen können. Zuvor aber gönnten wir uns ein Abendessen beim legendären Tony Roma’s. Aber anders als in Hawaii (siehe Hawaii Blog) schmeckte der Burger dieses Mal nicht mehr so fein, dafür aber wurden wir von einer ganz ganz hübschen Serviertochter namens Korinne bedient! Immerhin etwas…
Am Donnerstag regnete es den ganzen Tag, trotzdem fuhren wir nach Downtown LA, wo Michael mich an den lohnenswerten Stellen kurz absetzte, damit ich ein paar Fotos machen konnte. Michael selbst blieb dabei im Trockenen, da er LA mittlerweile wohl schon auswendig kennt. Besucht hatte ich Chinatown, Little Tokyo, den Union Square, die Walt Disney Concert Hall und die Cathedral of our Lady of the Angels.
Am Abend holten wir in West-LA bei meiner Cousine unsere Tickets fürs Six Flags Magic Mountain ab. Auf dem Weg zur ihr machten wir in der Nähe der University of Southern California halt und fanden in einem Food-Court den ersten Kebabstand, seit wir in den USA sind.
Der Freitag war vom Wetter her ähnlich schlecht wie der Donnerstag. Da wir nicht wirklich was anschauen gehen konnten, ging ich einen Onkel in West-LA besuchen, während Michael zu Hause blieb. Am Morgen erhielten wir noch ein Mail von unserer Reisegesellschaft. Wir hatten unseren Flug von LA nach Cancun vom Samstag auf den Mittwoch verschieben wollen, da es aber keine Flüge unter der Woche nach Cancun gab und wir wegen der Zeitverschiebung niemanden mehr bei STA Travel in der Schweiz erreichen konnten, haben wir direkt bei der United Airlines angerufen, weil wir mit dieser Airline nach Mexiko fliegen. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem automatischen Supportsystem – bei den Ami-Fluggesellschaften drückt man sich nicht mit den Telefontasten durchs Menü, sondern sie benutzen ein nicht ausgereiftes Voice-System – wurden wir schliesslich doch mit einer Mitarbeiterin der UA verbunden. Die Umbuchung schien vollbracht zu sein, als die nette Dame am anderen Ende am Schluss mitteilte, dass wir für diese Umbuchung 1600$ berappen müssten! Wir haben ihr dann erklärt, dass wir mit unserem Around-The-World-Ticket jeder Zeit die Flugdaten ohne Kosten ändern könnten, aber die Dame meinte, dass STA Travel einen Fehler bei der Kalkulation der Meilen gemacht habe, so dass die eigentliche totale Meilenanzahl über 30'000 wäre und wir somit den Aufpreis des Tickets für die nächst höhere Kategorie bezahlen müssten. Wir haben kurz darauf bei der Luft Hansa angerufen, weil wir zu Beginn unserer Reise mit der Luft Hansa geflogen sind und sie deshalb unsere Main Airline ist. Das Supportsystem funktionierte glücklicherweise mit Telefontasten und auch die Umbuchung ging reibungslos, ohne irgendwelche zusätzliche Kosten. UA ist uns seit diesem Vorfall unsympathisch geworden!
Den Abend verbrachten wir in der Shopping Mall in Arcadia, wo wir die Abendvorstellung von „The Curious Case of Benjamin Button“ im Kino schauen gingen (gutes Drama, aber mit knapp 3 Stunden Spielzeit etwas zu lang). Um die Zeit bis zum Filmstart totzuschlagen, wollten wir ein Bier im Einkaufszentrum trinken gehen. Aber wir sind ja in den USA, wo es nicht so einfach ist, ein Bier zu bekommen! Nachdem wir informiert wurden, dass es doch 2-3 Bars gäbe, wo man ein Bier bekommen könnte, versuchten wir unser Glück zuerst bei Dave & Busters. Vor dem Eingang gab es Security Checks wie am Flughafen, sprich mit Metalldetektoren, etc. LOL!
Nachdem wir nach dem Ausweis gefragt wurden (wie überall in den USA) und wir dem Türsteher unsere ID zeigten, fragte dieser nach einem zweiten Ausweis. WTF??? Den Führerausweis hatten wir natürlich im Auto liegenlassen und den Pass schleppen wir doch nicht die ganze Zeit mit uns herum. Kreditkarten und Legis wollte er nicht akzeptieren und holte dann seinen Chef. Dieser bedauerte ebenfalls, dass wir ohne einen zweiten Ausweis nicht in diese Bar hineinkommen würden. Da es uns zu bunt wurde, tranken wir unser Bier in einem japanischen Restaurant.
Am Samstag hofften wir tagsüber auf schönes Wetter, um einen angenehmen Tag im Freizeitpark Six Flags Magic Mountain zu verbringen. Obwohl die Sonne morgens schien, prognostizierte der Wetterbericht Regen für den ganzen Tag, weshalb wir uns entschlossen, erst am Sonntag zu gehen (während der Wintersaison ist der Freizeitpark nur am Wochenende geöffnet). Doch am Sonntag hätte es ein potentielles Problem geben können, da meine Cousine und ihre asiatische Kollegen/Innen uns am Samstagabend mit in den Ausgang nahmen und Michael schon ein riesen Sauffest erwartet hatte. Aber ich hatte Michael schon gewarnt, dass wahrscheinlich um 2 Uhr morgens, wenn alle Bars in den USA schliessen, alle nach Hause gehen würden.
Den Abend starteten wir in einem japanischen Restaurant, wo es komischerweise kein Sushi gab. Danach gingen wir zu einem Kollegen meiner Cousine, wo wir uns schon auf die kommende Karaoke-Session einstimmten mit Bier und Guitar Hero World Tour.
Später wurden wir in die Beech Woods Bar chauffiert, wo wir ein paar weitere Drinks hatten und wollten dann endlich in eine Karaoke-Box. Da fühlten wir uns wieder wie in Südkorea! Jedoch waren alle Kabinen schon besetzt und auch die Warteliste war schon so lang, dass wir mindestens eine Stunde hätten warten müssen. Nichtsdestotrotz setzten wir uns auf die Warteliste und wollten dann in einem nahe gelegenen Restaurant was essen und trinken gehen. Aber wir sind ja in den Staaten, wo alles nach Mitternacht sowieso schon schliesst. Als Alternative fuhren wir dann extra 20 Minuten nach Korea Town, wo wir zuerst in einem koreanischen Restaurant was KLEINES essen wollten (aber jeder hatte eine riesen Portion serviert bekommen) und danach in eine andere Karaoke-Box gehen wollten. Nach dem Essen aber waren meine Cousine und eine ihrer Kollegin so müde, dass sie nach Hause gehen wollten (gut, meine Cousine hatte vom Freitag auf den Samstag 30 Stunden gearbeitet). Es war 1:30 Uhr, es gab keine Karaoke-Session mehr und der Ausgang war, wie ich erwartet hatte, schon zu Ende ;-)
Das Ganze hatte aber auch eine gute Seite: Wir waren am Sonntag fit für unseren Ausflug ins Six Flags und mussten uns wegen des fehlenden Alkoholkonsums auch keine Sorgen machen auf den Achterbahnen ;-)
Tuesday, February 10, 2009
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