Trotz Alkoholkonsums am Vortag an Michael's Geburtstag, sind wir beide am Montagmorgen relativ früh erwacht. Mussten wir auch, denn an diesem Tag hiess es von Tequila, Sombrero, Burrito und all den Senioritas Abschiednehmen (Anzumerken sei an dieser Stelle, dass wir einmal am letzten Abend vor dem Flug wieder saufen gegangen waren ;-)). Gut, vielleicht hat uns die nette Putzfrau auch beim Verwachen geholfen, als sie doch um 8:30 an der Türe klopfte und fragte, ob wir Room-Service benötigen, obwohl wir 3,5h später sowieso auschecken mussten (bisch dumm?).
Ich duschte gemütlich, packte meine "7 Sachen" während Michael auf dem kleinen Streetballfeld vor dem Hotel ein paar Dunks versuchte (wir haben da eine Wette am Laufen). Um Punkt 12:00 Uhr checkten wir aus, nachdem wir alle unsere Schmuggelware verstaut hatten: Habanero- und Chilisamen durften wir in den USA nicht ohne Deklaration einführen. Wir kamen uns dabei wie irgendwelche professioniellen Drogenbarone vor ;-). Wir kauften beim Laden nebenan noch ein paar Souvenirs, um unsere restlichen mexikanischen Münzen loszuwerden und warteten danach bis 12:45 Uhr in der Hotellobby auf unser Taxi, welches wir am Vortag bestellt hatten. Als um 13:30 immer noch kein Taxi da war (wir wissen ja mittlerweile, dass die Mexikaner sowieso alles recht gemütlich nehmen), baten wir den Concierge, ein anderes Taxi zu rufen, da unser Flug um 16:05 war. In wenigen Minuten war dieses dann Vorort und dank unserer genialen Planung hatten wir noch genau 20$ (knapp 2$, also US Dollar ;-)) übrig, nachdem wir den Taxifahrer für die Fahrt an den Flughafen bezahlt hatten.
Wie bei der Reise nach Cancun flogen wir wieder mit der United Airline nach Washington, welche die letzte Destination unserer Reise war. Unschwer zu erkennen anhand der letzten Blogeinträgen, hat UA mittlerweile sehr viele Sympathiepunkte verloren und was beim Check-In vorgefallen war, verschlechterte den Punktestand noch mehr: Zum ersten Mal während unserer Reise akzeptierte eine Airline das Gepäck-Übergewicht nicht (max. 23kg). Wir versuchten dem netten Herrn zu erklären, dass wir uns auf einer Weltreise befänden und dass wir 2 Gepäckstücke à je 23kg mitnehmen dürfen. Ich hatte nur ein Gepäck zum Einchecken, aber dieses war etwa 3kg zu schwer (zu viele Sachen gekauft!). Der nette Herr beim Check-In beharrte jedoch auf dieser 23kg Limite und sagte mir, dass ich nun entweder 50$ bezahlen oder umbiegen müsse. Zum Glück hatte ich nebst dem Handgepäck noch einen kleinen Rucksack dabei gehabt, so dass ich die Badetücher und die Turnschuhe in diesem Rucksack verstauen konnte. Die vielen DVDs und CDs nahm ich wegen der Gefahr, dass die Hüllen beschädigt werden könnten, in das Handgepäck, was natürlich auch diesen Rucksack nun aufblähte. Als wir dann an Board gingen (wieder einmal die Letzten, aber dieses Mal gab's keinen Final Call), wurde ich wieder einmal gefilzt, also mein fettes Handgepäck eigentlich ;-). Die Dame inspizierte dabei praktisch alle DVDs und CDs und liess mich schlussendlich gehen. Keine Ahnung, was sie da suchte... Meine Vermutung war folgende: Ich = Asiate = illegale Raubkopien Besitzer... Zum Glück hab ich nur Originalwaren dabei gehabt!
Trotz den bequemsten Sitzen, da wir auf Wunsch Michaels beim Notausgang sitzen konnten und somit viel Beinfreiheit hatten, fühlte ich mich ein wenig unwohl, da sich mein Magen innerhalb der 3 Flugstunden 3 Mal meldete (ich musste am Morgen schon zweimal im Hotel aufs Klo und auch kurz nach dem Mittagessen). Das musste wohl am Mittagsburrito oder am Taco vom Vorabend liegen. 6 Mal aufs Klo an einem Tag, hätte fast ein neuer Rekord werden können.
Pünktlich um 20:00 sind wir dann in Washington gelandet und hatten erstaunlicherweise keine Probleme bei der Einreise - denn mittlerweile muss man etwa 10 verschiedene Einreiseformulare ausfüllen, wenn man in die USA reisen will, dabei füllt man das Visa Waiver Formular sogar doppelt aus (online und jenes, das man im Flieger bekommt) - und zum Glück klappte auch alles beim Warenzoll, so dass wir unsere Habanero-Samen illegal ins Land schmuggeln konnten.
Wie immer, ihr könnt euch denken was, hatten wir an einer neuen Destination wieder einmal kein Bargeld. Zum Glück aber funktionierte meine US-Debitcard (wieder), so dass wir einen Shuttlebus zum Hotel nehmen konnten. Da wir dem Fahrer (ein Schwarzer, ähh ein Farbiger, ääh maximal Pigmentierter, oder ist das auch zu rassistisch?) noch ein kleines Trinkgeld geben wollten, das aber aufgrund des fehlenden Cashs nicht wirklich möglich war, wollten wir unseren Chauffeur mit der Kreditkarte "tippen". Dieser hatte jedoch das Lesegerät nicht dabei und wir boten ihm an, dass wir an der Rezeption gleich nach dem nächstgelegenen ATM fragen würden, um an unser Bargeld zu kommen. Der Fahrer wartete dabei in der Hotellobby und als ich mich auf dem Weg zum ATM machte, hörte Michael, wie die zwei ebenfalls farbigen Frauen an der Rezeption sich leise fragten, was dieser komischer Kauz (also der Fahrer) hier mache. Auch unter Farbigen gibt es also Rassismus...
Von unserem Hotelzimmer aus hatten wir eine gute Sicht auf das Capitol und .... auf den McDonald's ;-) Deshalb machten wir uns, nachdem wir alles ausgepackt hatten, auf dem Weg dorthin, um unseren obligaten BigMac Test um 23:00 zu machen. Jedoch waren die Türen verschlossen, aber der McDrive schien noch offen zu haben. Da wir kein Auto in Washington hatten, liefen wir zu Fuss durch den McDrive und konnten zum Glück so etwas bestellen ;-) Jedoch froren wir uns den Arsch ab, als wir auf unser Essen warten mussten, da es in Washington extrem windete bei Temperaturen von sage und schreibe -4° Celsius. Hinzu kam noch, dass wir gerade von einem Ort gekommen waren, wo wir die letzten 10 Tage nur Sonne und Temperaturen von mindestens 25° Celsius gehabt hatten.
Am nächsten herrlichen und schönen Tag (24. Februar) hiess es mal wieder Sehenswürdigkeiten anschauen, von denen es in Washington nebst den Museen sehr viele gibt. Wir besuchten zuerst das Capitol von aussen und wollten noch das Innere anschauen gehen. Aber aus irgendeinem Grund schien es an diesem Tag keine Tour zu geben, weshalb wir auf diese verzichten mussten. Der Grund aber haben wir später selber herausgefunden. Vom Capitol aus liefen wir über die Strasse und waren schon beim Supreme Court, der allerhöchsten Gerichtsinstanz in den Staaten. Wenn hier etwas entschieden wird, dann ist es also definitiv und kann nicht mehr angefochten werden. Einen Gerichtsprozess konnten wir zwar nicht sehen, doch besuchten wir eine 45 minütige Vorstellung im Gerichtssaal selbst, wo wir über die Architektur des Raums, die Sitzordnungen und über den Ablauf eines solchen Prozesses informiert wurden.
Wir gingen danach Richtung Downtown und liefen dabei am J. Edgar Hoover Building vorbei, oder besser bekannt als das Headquarter des FBIs. Etwas später liefen wir auch am Ford Theater vorbei, dem Ort, wo Abraham Lincoln ermordert wurde. Aufgrund der vielen Touristen, beschlossen wir, das Ford Theater an einem anderen Tag zu besuchen. Zwischen dem Capitol und Downtown sahen wir viele Museen. Nennenswert sind sicherlich das National Museum of National History und das Smithsonian National Air and Space Museum, welche wir ebenfalls an einem anderen Tag besuchten.
Gegen Abenddämmerung liefen wir den selben Weg wieder zurück, d.h. via Capitol zu unserem Hotel. Auf dem Weg zurück sahen wir zuerst ganz viele Kamerateams einige Hundertmeter vor dem Capitol. Ich fragte Michael, ob heute was los sei, worauf er meinte, dass die Amis wohl nicht in der Lage wären, ein Fake-Hintergrundbild für das Capitol für die Nachrichten zu machen und sie deshalb Vorort sein müssten. Als wir uns dem Capitol näherten waren plötzlich überall Polizisten zu sehen. Sogar ein richtiges SWAT Team haben wir gesehen :-). Gleich neben dem Capitol waren noch Soldaten stationiert. Ich fragte Michael also nochmals, ob wirklich nichts los sei (Terroranschlag oder so), worauf er behauptete, dass dies eine reine Übung sei, weil wir erstens in der Absperrung (noch) herumlaufen durften und weil alle Soldaten, Polizisten, etc. so locker drauf waren, so dass dies eine Übung sein müsse.
Zu Hause angekommen schalteten wir den Fernseher ein, wo auf HBO gerade die Szene in "Die Hard 4" gezeigt wurde , wo das Capitol in die Luft gesprengt wurde. Natürlich blickten wir gleich aus dem Fenster und das Capitol war noch da... Doch kein Terroranschlag also ;-) Ich fing wirklich langsam an zu glauben, dass dies eine Übung der Polizei und des Militärs war, ehe wir etwas später Obama live im Fernsehen sahen. Und wo hielt der Präsident seine Rede über die momentane wirtschaftliche Lage in den USA? Natürlich im Capitol. Soviel zum Thema Übung ;-) !
Weil wir am nächsten Tag weitere Sehenswürdigkeiten anschauen wollten und somit früh aufstehen mussten, beschlossen wir deshalb meinen Geburtstag im Hotelrestaurant zu "feiern". Das Essen war nichts besonderes, aber das habe ich auch nicht erwartet :-)
Am nächsten Tag verliessen wir unser Hotel um 9 Uhr und machten gleich eine Tour durch das Capitol, welche wir wegen der Obama-Rede vom Vortag nicht machen konnten. Nach der Tour besuchten wir das Washington Monument, einen grossen Monolithen, welcher in zwei Phasen erbaut wurde, das man anhand der verschiedenen Farben der Gesteinsmaterialien sehr gut erkennen konnte. Zuoberst auf dem Monolithen knipsten wir ein paar Fotos von Washington und machten uns dann auf dem Weg zum Holocaust Memorial Museum. Auf drei verschiedenen Stockwerken wurde die Entstehung und das Ende des Nationalsozialischten Deutschlands gezeigt, was sehr eindrücklich war. Was ich jedoch am Schluss ein wenig vermisste, war, was die heutige Auswirkungen so sind und ob so eine Hitler-Propaganda heute noch Erfolg hätte.
Nach dem 2 stündigen Museumsbesuch schauten wir noch das National World War II Memorial, das Korean War Memorial, wo wir den exakt gleichen Spruch "Freedom is not free" wie in Korea wieder fanden, das Vietnam Memorial (eine Wand mit Namen aller gefallenen US-Soldaten) und das berühmte Lincoln Memorial mit der riesen grossen Statue von Lincoln selbst. Als letzte Sehenswürdigkeit an diesem Tag gingen wir zu dem Ort, wo Obama zu Hause ist: Das Weisse Haus! Eine Tour durch das White House konnten wir nicht machen, weil man sich hierfür mindestens einen Monat vorher bei der Schweizer Botschaft sich melden müsste.
Nach diesem laufreichen Tag gönnten wir uns ein feines Buffet im Seafood Restaurant Philips, welches uns vom Shuttlebusfahrer empfohlen wurde. Für 25$ konnten wir soviel essen wie wir wollten. Das Angebot war relativ vielseitig und für meinen Geschmack auch ganz ok. Michael meinte auch, dass dieses Buffet eher von der besseren Sorte wäre, im Vergleich zu denen in Las Vegas ;-) Wie so oft, stopften wir uns natürlich mit Essen voll (deshalb haben wir beide an Gewicht zugelegt!), obwohl wir noch vorhatten, nach dem Essen in den Kraftraum im Hotel unten zu gehen. Trotz Mühe auf dem Rückweg ins Hotel wegen des vollen Magens, hielten wir an unseren Vorsatz und gingen etwas später in den Fitnessraum.
Am Donnerstag standen noch zwei weitere berühmte Sehenswürdigkeiten auf dem Programm, die sich beide in Arlington befanden. Da Arlington nicht gleich um die Ecke lag, nahmen wir die Metro, um das Pentagon zu besichtigen. Aber die Fahrt dorthin ist zu einer richtigen Odysee geworden. Zuerst erwischten wir die falsche Metrolinie und bemerkten dies zum Glück schon bei der nächsten Station. Wir fuhren demzufolge wieder zurück zum ursprünglichen Ort und schauten dann auf einer Tafel nochmals nach, welche Linie wir wirklich nehmen mussten. Nachdem wir die richtige Linie wussten, warteteten wir bei dem Gleis, auf das der Pfeil auf der Tafel verwiesen hatte. Wir stiegen nun in die richtige Linie ein, aber aus irgendeinem Grund, der uns heute noch nicht bekannt ist, fuhr die Metro in die falsche Richtung ;-). Und wieder mussten wir zurückfahren und erwischten dann beim 3. Mal die endgültig richtige Linie in die richtige Richtung! Bei der U-Bahn Station Pentagon stiegen wir aus und als wir an der Erdoberfläche waren, suchten wir das Pentagon. Wir fanden ein Schild, welches das Pentagon Memorial signalisierte, welches an die Verstorbenen von 9/11 erinnern solle. Als wir dorthin liefen (denn das Pentagon muss ja irgendwo in der Nähe des Memorials sein), bemerkten wir auf der rechten Seite eine lange schäbige Gebäudewand, die einer alten Baracke glich. Doch als wir die Ecke dann sahen, wurde uns schnell klar, dass es sich um das Pentagon handelte :-).
In der Nähe des Pentagons befand sich ebenfalls auch der Arlington National Cemetery, ein nationaler Friedhof, wo unter anderem die Kennedys begraben wurden. Wir liefen vom Pentagon aus etwa 1km bis wir zu einem Tor zu diesem Friedhof gelangten. Dort aber war ein grosses Schild, welches uns auf den Haupteingang verwies. Toll, der Haupteingang befand sich genau auf der anderen Seite und wir mussten mit der Metro dorthin! Eine Mauer, die uns vor dem Friedhof trennte, war nur etwas über einen Meter hoch. Aber wegen der Kaserne nebenan unterliessen wir es, über diese Mauer zu klettern.
Im National Cemetery sahen wir nebst den Gräbern der Kennedys noch das Grab von Robert Edward Lee, einem der berühmtesten Generäle der USA, den Tomb of the Unknown Soldier, welcher als Symbol für alle gefallenen unidentifizierten Soldaten stand, das Amphitheater und das Space Shuttle Challenger Memorial.
Nach unserem Friedhof Besuch machten wir einen kurzen Abstecher zum Iwo Jima Memorial, welches an alle Personen der Marine Corps der USA erinnern sollte, die seit dem Jahre 1775 ums Leben kamen.
Zum Abendessen gingen wir in eine Brauerei, wo wir ein paar Bierchen zu uns nahmen, um für gute Stimmung im kommenden NHL Match zwischen den Washington Capitals und den Atlanta Trashers zu sorgen, weil wir von den Spielen an der Westküste mittlerweile wussten, dass im Stadion selbst fast schon Totenstille herrschte. An der Ostküste aber schien dies nicht der Fall zu sein, zumindest nicht in den ersten zwei Dritteln dieses Matches: Die Capitals gingen in den ersten paar Minuten ab wie die Feuerwehr und lagen schon früh mit 2:0 in Führung. Dies führte dann auch zu einer Bombenstimmung, die wir gar nicht erwartet hatten. Im Vergleich zu den Westküstenteams haben die Capitals sowas wie eine Art Fankurve, die immer wieder für Stimmung sorgte. Jedoch kannten die leider auch nicht mehr als "Let's go Caps!" zu rufen. Auch kam es wie gewohnt in der NHL zu einer Schlägerei, die aber wirklich ganz langweilig war, weil die zwei Involvierten praktisch nur Händchen hielten. Der Nazi-Soldat aus Indy 3 sagte doch mal: "Die Amerikaner, die kämpfen wie Weiber!" und damit hat er u.a. bestimmt diese Schlägerei gemeint.
Obwohl die Capitals mit ihrem Superstar Ovechkin in dieser Saison zu den Topteams gehören und die Trashers das Schlusslicht der NHL bilden, gewannen die Capitals nur mit 4:3. Lange Zeit stand es im 3. Drittel 4:2, ehe 5 Minuten vor Schluss den Trashers den Anschluss gelang. Diese Torflaute im letzten Drittel wirkte sich extrem auf die Stimmung aus, so dass wir uns wieder wie in LA oder Anaheim fühlten.
Den nächsten Tag verbrachten wir den Nachmittag in diversen Museen. Zuerst besuchten wir das erwähnte Air and Space Museum, wo wir interessante Sachen über die Flugtechnik und geschichtlichen Hintergrund erfahren konnten. Gegen 16 Uhr gingen wir nach Downtown und wollten das International Spy Museum besichtigen. Jedoch war dieses im Vergleich zu den anderen kostenpflichtig, was eigentlich auch easy wäre. Jedoch meinte die Dame am Schalter, dass wir mindestens 2 Stunden bräuchten und weil es schon 16:30 Uhr war und das Museum um 18:00 Uhr schliessen würde, entschieden wir uns, noch die restlichen 1.5 Stunden im Naturhistorischen Museum zu verbringen, wo wir hauptsächlich bei den Dinosauriern gelandet waren.
Da wir in Washington D.C. mittlerweile alles Sehenswerte besucht hatten, entschieden wir uns, die restlichen 2 Tage unserer Reise in Baltimore zu verbringen, das etwa 45 Minuten mit dem Zug entfernt war. Denn in unserem Lonely Planet wurde "Getting drunk in Baltimore" sogar als Highlight aufgeführt, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Nach dem Abendessen im Hotel ging's dann mit dem Amtrak-Zug los Richtung Baltimore, wo wir gleich in die Fells Point Area gingen, wo laut Lonely Planet am Wochenende die Sau rausgelassen werde. Wir freuten uns also schon auf 2 Tage Dauerscheibe, aber (wer hätte das gedacht?) nix da! Als wir um ca. 23 Uhr in die Bar kamen, waren gerade mal etwa 10 Leute dort. Etwas später entdeckten wir noch eine Lounge im oberen Stock, wo ein paar Leute mehr ihr Tanzbein schwangen. Aber wegen des Cover Charges verzichteten wir auf diese Lounge. Ansonsten war die Bar Fletcher's eigentlich ganz ok, die wenigen Leuten, die sich dort aufhielten, waren alles Locals und friedliche Leute. Auch wird vermehrt Rock in dieser Bar gespielt, was bei uns für Pluspunkte sorgte. Gäbe es sowas in der Schweiz, wären wir öfters dort für ein gemütliches Zusammensein. Aber als Partymeile kann man diesen Ort wirklich nicht bezeichnen!
Die nette Bartenderin erwähnte noch, als um 2 Uhr morgens wieder einmal alles zumachte, dass sie morgen Abend das Hockeyspiel der Buffalo Sabres gegen die New York Islanders mit Mark Streit übertragen würden und dass bei jedem Goal der Sabres gratis Shots ausgeschenkt werden würde.
Am Samstag, dem letzten ganzen Tag unserer Reise, den wir voll und ganz noch geniessen konnten, war seit langem mal wieder Auspennen angesagt. Gegen den späten Nachmittag haben wir uns entschieden, "The International" (mit Clive Owen und Naomi Watts) im Kino schauen zu gehen. Wieder einmal hatten wir es geschafft, den Anfang zu verpassen. Dieses Mal lag es aber nicht wirklich an uns, denn das Taxi, welches uns vom Hotel zum Kino chauffiert hatte, traf erst etwa 20 Minuten nach dem Call ein. Obwohl die ersten 10 Minuten schon angelaufen waren, hatten wir dennoch beschlossen, diesen Film zu schauen. Denn normalerweise ist es ja nicht so schlimm, wenn man den Anfang verpasst, irgendwie findet man den roten Faden schon wieder. Aber: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Die fortfolgende Handlung baute auf dem Mord am Anfang auf und uns wurde nicht wirklich klar, was die Untersuchung ins Rollen brachte. Na gut, halb so wild, dachten wir uns, vielleicht würde das Ende Klarheit verschaffen. Nix da! Etwa 15 Minuten vor dem Filmende, wurde plötzlich kein Bild mehr an die Leinwand projeziert und die Mitarbeiter vom Kino waren auch nicht mehr in der Lage, den Schluss nochmals zu zeigen, obwohl sie eine digitale Fassung des Films hatten. Super, den Anfang verpasst und den Schluss nicht gesehen ;-) Immerhin aber war der Chef des Kinos so freundlich und gab uns den vollen Kaufpreis fürs Ticket zurück.
Nach unserem Abendessen in einem libanesischen Restaurant, das unserer Meinung nach nicht so gut war, weil das Essen sehr trocken war, gingen wir wieder ins Fletcher's, um den Hockeymatch zwischen den Sabres und den Islanders zu schauen. Viele Locals in dieser Bar haben einen Bezug zu Buffalo und sind deshalb Sabres Fans. Aus diesem Grund hätte es auch bei jedem Sabres Tor einen Shot für die Fans gegeben. Aber eben... "hätte". Die Sabres gingen in New York 2:0 unter, nix also mit gratis Shots!
Nach ein paar Bier, Cider und Caipirinha gingen wir ein Haus weiter. Wir nahmen ein Taxi nach Federal Hill, wo es angeblich viele College Studenten geben solle. Nach Angaben eines Locals ginge auch die ältere Tochter des Ex-Präsidenten George W. Bush dort in den Ausgang. Dort angekommen, schauten wir bei MaGerk's Pub vorbei. Das Haus war im Vergleich zu Fletcher's recht gefüllt und es hatte auch tatsächlich mehr Leute, die College Studenten hätten sein können. Jedoch war das Bier hier einiges teurer und auch die Stimmung hier glich eher einer Saufparty. Wie üblich auf solchen Partys kam es hier zu einer Schlägerei, bei der es zwei Security Leute brauchte, um die Streithähne voneinander zu trennen und aus der Bar zu schmeissen. Wie uns mittlerweile schon bekannt war, schliessen alle Pubs in den USA um 2 Uhr morgens. Bei MaGerk's schmissen die übermotivierten Leute von der Security ihre Gäste wortwörtlich schon um 1:45 Uhr aus der Bar. Michael durfte nicht mal sein Bier zu Ende trinken, es wurde ihm aus der Hand genommen und in einen Container geschmissen. Denn in den Staaten darf man in der Öffentlichkeit keinen Alkohol konsumieren! Den Tipp des Lonely Planets, uns in Baltimore zu besaufen, haben wir also auch am Samstag nicht geschafft.
Am Sonntag war es dann soweit: Wir flogen zurück in die Schweiz. Nichts war mehr mit Reisedatumverschieben, die Heimreise war nun definitiv: Abflug um 18:05 Uhr! Gemütlich um 12 Uhr checkten wir aus und reisten mit dem Zug zurück nach Washington D.C., wo wir auf einen Shuttlebus hofften, der vom Bahnhof aus zum Flughafen fuhr. Leider aber gab es keine Busse dorthin, sondern nur Metrolinien bis zu einem gewissen Ort, wo wir dann den Shuttlebus hätten nehmen können. Aber bis wir dort gewesen wären, hätten wir etwa 2-3 Mal umsteigen müssen. Da wir zuvor noch Briefmarken für unsere letzten Postkarten kaufen mussten und es sich herausstellte, dass die Briefmarkenautomaten in den USA zum Kotzen waren, beschlossen wir, dass wir versuchen würden, mit unserem letzten Geld von 50$ ein Taxi zu nehmen. Wir fragten beim Taxistand nach, und derjenige, der das Gepäck in die Taxis lud, sagte uns, dass eine Fahrt zum Flughafen mehr koste als 50$, aber er kläre dies mit dem Fahrer ab, worauf dieser diese Pauschale akzeptierte. Kurz nach der Abfahrt aber, bemerkte ich, dass der Taxifahrer trotzdem den Zähler einschaltete. Am Flughafen angekommen, zeigte der Zähler genau 50$ an, aber wegen des Gepäcks kostete die Fahrt 5.50$ mehr. Wir gaben dem Taxifahrer unser letztes Geld, und er (wieso hab ich das erwartet?), sagte uns, dass die Fahrt 55.50$ koste. Wir erwiderten ihm dann, dass er zuvor die 50er Pauschale akzeptiert habe und wir wirklich kein Geld mehr haben, indem wir ihm unser leeres Portemonnaie zeigten. Ich hab mich ehrlich gesagt schon auf ein längeres Gespräch mit ihm eingestellt, aber wie schon in Mexico auf Cozumel, sagte der Fahrer sofort: "Ok, wenn wir das vorhin so abgemacht haben, dann ist es i.O.!". Hätte ich nicht gedacht, dass es so Enden würde. Toni Macaroni in Side war da überhaupt nicht kompromissbereit ;-)
Um Punkt 18:05 Uhr flogen wir mit der United Airlines ab. Im Gegensatz zum Intrakontinental Flug war unser Transatlantik Flug einiges bequemer. Auch die Sitze waren genug weit auseinander, so dass unser knapp Doppelmeter genug Platz hatte. Ein Personal Entertainment System gab es auch zum Glück, aber dieses kam in Sachen Modernität nie an jenes der Lufthanse heran. Es gab etwa 6 Filme, die aber alle parallel liefen. Aber immerhin waren sie so klug und synchronisierten jeweils am Schluss, d.h. erst wenn der längste Film zu Ende war, wurden alle Filme wieder gestartet. Aber wegen des ziemlich langen Films Changeling mit Angelina Jolie, musste man je nach Film doch etwa eine halbe Stunde warten. Da bevorzugte man das Personal Entertainment System der Lufthanse schon, wo man den Film selbst aussuchen und starten kann.
Was bleibt noch zu sagen? Ach ja, Michael hatte während des knapp 8 Stunden Flugs einen ganz krassen "Schiss" drauf (lag wohl am libanesischen Essen!). Die Fürze waren sogenannte "Hangers", die wirklich am Ort kleben blieben, und diese waren wirklich unerträglich! Zum Glück landeten wir 30 Minuten früher als geplant! Roli, der uns am Flughafen abholte (nochmals Danke!), kann das sicher bezeugen, als Michael im Auto noch 2-3 Mal "einen fahren liess". "Michael, Sie sind en ganz primitive Siech, gönd Sie bitte hei!" ;-)
Montag, der 2. März 2009, 7:35 Uhr Lokalzeit. Unsere Reise um die Welt war beendet. Genau vor 184 Tagen und 13 Stunden und 45 Minuten hatte sie angefangen. Und wäre die Krankheit meines Vaters nicht, hätte die Reise meiner Meinung nach durchaus nach länger dauern können!
Am Schluss möchte ich mich bei allen noch einmal bedanken, die uns während der Reise zum Essen einluden, uns mit in den Ausgang und anderen bekannten Ortschaften nahmen, bei denen wir übernachten konnten und sonst auf irgendeine Weise uns behilflich waren. "Und natürli au bi mim liebe Fründ dä Michael" für das letzte schöne halbe Jahr, welches bestimmt eine grosse Erfahrung für uns beide waren. Danke!!
Als Bemerkung soll noch erwähnt werden, dass dieser Blog noch nicht tot ist! Wir werden noch ein paar kleinere Posts uploaden (die restlichen Big Mac Tests, etc.), so als Résumé unserer Reise. Also schaut bei Gelegenheit nochmals vorbei!
Thursday, March 5, 2009
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1 comment:
Also de Ubser hed imene früenere Blogitrag de Toni mit "T.M. aus S." schöner formuliert gha. Schäm dich und nimm dir es Vorbild a ihm :)
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