An unserem letzten Tag in Osaka sind wir nach Spa World gefahren. Spa World besteht aus fünf Stockwerken voller Bäder, wobei das oberste Stockwerk ein paar kleine Wasserrutschen hat und die unteren vier für Gesundheitsbäder reserviert sind. Wir sind zuerst ein wenig im Funbereich rumgeschwommen um dann für die letzten anderthalb Stunden im Spa zu entspannen.
Am Abend haben wir dann endlich ein kleines Pub gefunden, wo wir dann bis spät in die Nacht geblieben sind. Angesichts der langen Reise am nächsten Tag war es vielleicht suboptimal, den grossen Ausgang auf den letzten Abend zu verschieben, aber gelohnt hat es sich trotzdem.
Wir sind also am nächsten Tag mit dem Shinkansen nach Fukuoka gefahren um im Fukuoka Youth Hostel einzuchecken. Müde wie wir waren, haben wir nur noch ein wenig die Nachbarschaft auskundschaftet. Dort haben wir einen Secondhand-Laden gefunden, der sogar alte Gameboy-Spiele verkauft! Da es aber nichts interessantes für uns hatte, sind wir noch in eine Arcadehall gegangen um dann bald schlafen zu gehen.
Am Freitag haben wir uns Fukuoka/Hakata angeschaut. Dabei haben wir den grössten Holzbuddha in Japan begutachtet und sind durch die Ruinen von Fukuokajo gewandert. Am Abend haben wir uns dann mit den Schwiegervater eines Arbeitskollegen von Kens Vater getroffen. Er hat uns in eine (wie sich später herausstellte: seine) Sushibar geführt, wo wir wohl die ganze Speisekarte durchgerattert sind. Dabei wurden wir von einem Sushikoch bedient, welcher eine Kopie von Hattori Hanzo aus Kill Bill sein könnte. Nach dem üppigen Mahl wurden wir noch in zwei Bars geführt, wo ich mich wieder in Karaoke üben konnte.
Am Samstag machten wir uns auf in Richtung Zentral Kyushu (Kumamotoken) um den grössten aktiven Vulkankrater der Welt zu sehen. Er hat einen Umfang von 128km und beinhaltet einige Dörfer und sogar zwei Eisenbahnlinien. Da diese Linien aber nur von Regionalzügen bedient zu sein scheinen, hat unsere Fahrt knapp 3.5 Stunden gedauert. Besonders interessant war eine Station, als plötzlich der Zugführer ausstieg und sich ans andere Ende der Eisenbahn setzte. Ein Schild am Bahnhof versicherte uns dann aber, dass alles in Ordnung war. Der Zug fuhr nicht zurück, sondern auf einer anderen Strecke einige hundert Meter den Berg hinauf. Dort wechselte der Zugführer wieder seine Position und wir fuhren wieder in die ursprüngliche Richtung, diesmal einige Höhenmeter weiter oben. Ist zwar umständlich, aber wohl platzsparender und billiger als ein Kehrtunnel (wer nicht weiss, was ein Kehrtunnel ist, der begutachte das Gotthard-Modell im Verkehrshaus Luzern, am besten unter der kompetenten Führung meines Vaters ;-) ). Als wir dann endlich im Dreissigtausend-Seelen-Dorf Aso ankamen konnten wir eine weitere halbe Stunde auf den einzigen Bus warten, welcher uns nach Naka-Dake führen sollte. Naka-Dake ist die aktivste Spitze des Mt. Aso. Eigentlich sollte uns noch eine Seilbahn bis an den Kraterrand fahren, jedoch wurde der Betrieb kurzfristig eingestellt, da Naka-Dake zur Zeit ein wenig zu aktiv war und eine Fahrt auf die Spitze zu gefährlich gewesen wäre. Wir mussten somit mit Fotoschiessen aus einem Kilometer Entfernung Vorlieb nehmen. Danach durften wir eine weitere knappe Stunde auf den letzten, talwärts fahrenden Bus warten. Schlussendlich haben wir für diese paar Fotos knapp acht Stunden im ÖV verbracht und wohl noch anderthalb weitere Stunden mit Warten gebracht.
Am Tag darauf haben wir den Strandbereich von Fukuoka inkl dem Fukuoka Tower - ein 234 Meter hoher Turm, der wohl ausschliesslich der Aussicht wegen gebaut wurde. Am Montag kam dann unser Kyushu-Highlight: Die Hot Springs in Beppu. In Beppu gibt es zwei Arten von Hot Springs: die Jigoku, die für Sightseeing gedacht sind und die Onsen, in welchen man baden kann. Zuerst haben wir drei Jigoku besucht. Das Wasser der ersten war blau, das der zweiten war rot (nix Lebensmittelfarbe, alles echt) und der dritte war ein spontan aktiver Geysir. Nach dem Sightseeing haben wir dann zwei Onsen aufgesucht. Das erste war am Strand, wo man vor dem eigentlichen Hot-Spring-Bad mit heissem Sand zugedeckt wurde. Ein ganz eigenartiges Gefühl. Das zweite Onsen war dann vom Bade-Aspekt her der Hammer. Das Hauptbad war im Freien und man konnte den Zikaden zuhören und den vollen Mond begutachten. Dazu gab es mehrere heisse Bäder im Innern plus eine grosse 'Massage Dusche'. Am Schluss fühlt man sich totmüde und gleichzeitig neugeboren.
Gestern sind wir dann nach Nagasaki gefahren. Zuerst haben wir den obligaten Schrein-Rundgang gemacht. Die laut Reiseführer in einem Schrein anwesenden Komainu ('Gebetshunde') haben wir leider nicht gefunden, dafür haben wir eine übergrosse Schildkröte mit einem riesigen Abbild von Kannon gesehen.
Nach der Mittelalterlichen Geschichte haben wir uns dann der jüngeren Vergangenheit von Nagasaki gewidmet: Wir haben den Atomic Bomb Hypocenter Park und den Peace Park mit all ihren Statuen und Skulpturen besucht. Wie schon in Hiroshima ein Besuch, welcher viele Eindrücke hinterlässt.
Morgen werden wir den Japanischen ÖV in vollem Umfang geniessen. Wir fahren früh morgens mit dem Zug von Hakata nach Sapporo, Hokkaido, welches ganz im Norden Japans liegt. Die Reise wird voraussichtlich etwa 17 Stunden dauern. Aber viel Zugfahren sind wir uns ja inzwischen gewohnt.
Subscribe to:
Post Comments (Atom)
1 comment:
Danke für die Blumen.
Kehrtunnel-Führungen können jederzeit bei mir gebucht werden.
Kosten: 1 Dampffahrt im VHS Garten.
Post a Comment