Die Reise von Hakata nach Sapporo war die längste Reise, die wir beide am Stück je getätigt haben. 17 Stunden Zugfahren inkl. drei mal Umsteigen. Dabei haben wir die halbe Strecke mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen zurückgelegt und sind von Nord-Honshu nach Hokkaido durch einen fünfzig Kilometer langen Unterwassertunnel gefahren. Am Bahnhof in Sapporo angekommen, haben wir uns dann geeinigt, dass wir ein Taxi zum Youth Hostel nehmen, da wir zwar wussten, dass das YH gleich neben einer Subway Station lag, jedoch nicht neben welcher. Wir hatten nach 11 Uhr abends keine Lust mehr unser Hostel auf eigene Faust zu suchen, vor allem weil uns mitgeteilt wurde, dass wir vor 12 Uhr da sein müssten. Wir haben also den erstbesten Taxifahrer angehauen, ob er uns zum Youth Hostel fahren könne (wir haben den Namen des Hostels, die komplette Adresse und eine Telefonnummer, was ja eigentlich reichen sollte zur eindeutigen Identifizierung unseres Ziels). Der Taxifahrer hatte dann natürlich keinen blassen Schimmer, wo das YH sein könnte. Er hat dann einen Kollegen gefragt, welcher auch keine Ahnung hatte. Schlussendlich hatte sich ein rege diskutierende Taxifahrertraube gebildet, die sich aus der Adresse etwas zusammenreimen versuchten. Dazu muss man vielleicht anmerken, dass die Japanischen Adressen (im Gegensatz zu den Koreanischen, welche keine Strassennamen kennen) sehr logisch aufgebaut sind: Jeder Stadtteil ist in Districts eingeteilt eingeteilt. Diese wiederum in Blocks, welche aus verschiedenen Häusern bestehen. Als total unwissender muss man also eigentlich nur den Stadtteil kennen und kann dann systematisch die Blocks abgrasen (oder einen Local fragen). Dazu sei noch erwähnt, dass hier fast jedes Taxi ein Navigationsgerät besitzt. Die ganze Diskussion hat uns ein wenig an die Suche nach Passierschein A39 erinnert. Jedenfalls ist unser Taxifahrer dann plötzlich voller Überzeugung losgefahren. Mir ist die Richtung dennoch ein wenig komisch vorgekommen und habe ihn gefragt, ob wir nach Süden fahren (wir wussten, dass das YH im Südosten liegt, jedoch ziemlich weit ausserhalb des Stadtzentrums). Er hat das dann bejaht, ist einmal um einen Block gefahren und hat dann angehalten. Nach einigen Hmms, Ooohs und Tssss ist ihm dann die Idee gekommen, einfach mal beim Hostel anzurufen. Die haben ihm dann den Weg erklärt, welchen er dann auch auf Anhieb gefunden hatte (ca. 20 Minuten vor Receptionsschluss). Das Youth Hostel war dann aber Topklasse. Alles war sehr sauber, es gab eine Küche, einen grossen Essbereich, eine Laundry, ein japanisches Bad, TV, Safes, Getränkeautomaten, etc. Der einzige Minuspunkt war, dass es zwischen 12 Uhr nachts und 6 Uhr morgens keinen Einlass ins Hostel gab. Wir mussten uns also jeweils entscheiden, ob der Ausgang kurz oder über die ganze Nacht hindurch dauern sollte.
Am ersten Tag haben wir Sapporo angeschaut. Sapporo liegt ungefähr auf der geographischen Höhe der Schweiz. Das Herbstklima ist demnach ähnlich kühl und windig. Da Sapporo für Sightseeing-Touristen nicht allzu viel zu bieten hatte (Hokkaido ist eher das Wanderparadies von Japan), haben wir uns entschieden noch den botanischen Garten (nicht wirklich lohnenswert für Leute, die in ihrem Leben schon andere Blumen als Ankeblüemli und Maieriisli gesehen haben) und die Hokkaido Universität (eine der führenden Unis in Japan) zu besuchen. Wir wollten da eine Vorlesung besuchen, jedoch haben wir praktisch nur Seminarräume und Laboratorien, aber keine Vorlesungssäle gefunden. Dafür haben wir eine Deutschvorlesung für Japaner gesehen!
Am Abend entschlossen wir uns dann eine langgezogene Beizentour zu machen. Wir blieben dann aber gleich in der 500 Bar (alles für 500 Yen - ein Schnäppchenpreis) hängen. Als die dann zugemacht hat, haben wir in einer anderen, winzigen Bar den enthusiastischsten Japaner kennengelernt, der von jeder einzelnen unserer Stories so begeistert war, dass er fast von seinem Stuhl geflogen wäre.
Morgens um sieben machten wir uns dann auf den Rückweg und pennten den ganzen Tag durch, so dass wir den geplanten Besuch des Wintersportmuseums verschieben mussten.
Der letzte Tag in Sapporo war somit wieder ziemlich eng verplant. Wir besuchten das Wintersportmuseum doch noch, welches jedoch eine ziemliche Enttäuschung war. Praktisch nur die Skisprungschanze erinnerte noch an die Olympiade '72. Dafür waren die verschiedenen Wintersportsimulation spassig und den Eintritt mehr wert als der Rest des Museums.
Nach dem Museumsbesuch sind wir dann gleich zum Bahnhof um in Richtung Toya - südlich von Sapporo - zu fahren. Dort hat uns Mt. Usu erwahrtet, ein immer noch aktiver Vulkan. Im Gegensatz zu Mt. Aso konnten wir ziemlich nahe an die dampfenden Krater herangehen. Wir sahen auch die Überbleibsel eines mittelgrossen Hauses, welches dem letzten grösseren Ausbruch zum Opfer gefallen war.
Am nächsten Tag war dann wieder langes Zugfahren angesagt, denn wir machten uns auf die Reise in Richtung unserer letzten japanischen Station: Tokyo.
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2 comments:
ier zwe sind scho glatti chaibe.
jetzt sind er a dem ort (sapporo) gsi, wo eine vo de gröschte triumpf vo de schwizer olympiagschicht stattgfunde hät. De hausi lütenegger, de bernhard russi, maite nadig und und und.... händ det d'goldmedallie gholt und ier gönd nüd emol d'bobbahn und schipischte go aluege.
übrigens - de dölf ogi isch zu dere zyt presidänt vom schiverband gsi und erscht vill spöter bundesrat worde.
D' Bobbahn gid's nümme. Und für zum d'Schipischte z'gse, isch es no zwenig wiss gsi. ;-)
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